Augenprobleme - weiter behandeln oder OP?

Diskutiere Augenprobleme - weiter behandeln oder OP? im Krankheiten und Kastration Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo zusammen, ich hatte gehofft es würde endlich einmal ruhiger werden und ich nicht mehr ständig zum Tierarzt rennen müssen, aber leider hielt...
Lillygypsy

Lillygypsy

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Hallo zusammen,

ich hatte gehofft es würde endlich einmal ruhiger werden und ich nicht mehr ständig zum Tierarzt rennen müssen, aber leider hielt diese Ruhe nur zwei Monate an. Jetzt hat meine Martha nämlich massive Augenprobleme, die mich inzwischen bereits an die 500€ gekostet haben und bisher ist keine Besserung in Sicht:wein:

Martha ist seit Juli 2019 bei mir, sie war da 1,5 Jahre alt und auf dem rechten Auge blind (laut Vorbesitzerin von Geburt an, gab nie Probleme). Vor ca. 3 Wochen fiel mir dann auf, dass das blinde Auge größer wirkte als das andere. Zudem lag und schlief sie mehr. Fressen und Gewicht blieb unverändert gut.

Wir waren sofort bei einer Augenspezialistin, die hat den Druck gemessen, der war sogar zu niedrig. Sie meinte es könne von einer Entzündung kommen und es gab dann ca. 2 Wochen Orniflox, Metacam, Floxal Tropfen und Acular Tropfen. Gebracht hat es nichts.

Den Kontrolltermin musste dann eine andere Tierärztin machen (die erste musste in Coronatäne). Diese war der Meinung, dass in dem blinden Auge die Linse "verrutscht/rausgesprungen" sei und empfahl mir unbedingt noch die Meinung eines anderen Augenspezialist, da sie als Option nur noch sah das Auge zu entfernen. Augendruck war auch hier zu niedrig.

Bei diesem Spezialist war ich dann am nächsten Tag. Er stellte fest, dass die Linse tatsächlich nicht mehr da war wo sie hingehörte. Er meinte, das könne durch ein Trauma passieren. Auch er stellte fest, dass der Augendruck auf dem blinden Auge zu niedrig war, dafür auf dem anderen (optisch unauffälligen) aber deutlich zu hoch! Er verschrieb dann die neuen Medikamente Nevanac-Tropfen, Predni-Ophtal-Gel und Trusopt-Tropfen (letzteres in beide, die anderen nur in das blinde Auge).

Heute war nach einer Woche noch einmal ein Kontrolltermin. Augendruck auf dem blinden Auge 9, auf dem anderen 53. Beide sind noch "krasser" geworden im Vergleich zum Mal davor. Eins viel zu niedrig, das andere viel zu hoch...
Seiner Meinung nach würde eine OP, bei der man das blinde Auge entfernt, nur kurzweilig helfen, da das andere Auge (das mit dem zu hohen Druck) voraussichtlich in absehbarer Zeit weiter massive Probleme machen, erblinden würde und dann ebenfalls entfernt werden müsste. Dazu kann er deswegen momentan nicht guten Gewissens raten, sodass er noch eine Therapie mit einem weiteren Medikament (Cosopt-S) vorschlägt. Dieses soll ab Dienstag (nach den Feiertagen, da es wohl massivere Nebenwirkungen geben kann und man so besser reagieren könne) zusätzlich in das Auge mit dem zu hohen Druck gegeben werden. Den Freitag danach dann noch einmal Kontrolle.

Ich frage mich jetzt, ob das der richtige Weg ist. Martha hasst mich inzwischen, jedes Mal wenn ich das Zimmer betrete klappert sie mich an weil sie weiß, dass sie wieder Salben bzw. Tropfen bekommt. Die ja im Endeffekt nichts bringen. Ich möchte ihr so gerne helfen, aber momentan habe ich das Gefühl sie unnötig mit den Medikamenten zu quälen und das Geld zum Fenster rauszuschmeißen. Ich möchte ihr doch irgendwie helfen:schreien:
Was, wenn schlussendlich alles umsonst ist/war und sie doch operiert werden muss? Kann ein Schweinchen das überhaupt wegstecken, beide Augen zu verlieren?

Habt ihr damit Erfahrung oder was würdet ihr machen?
Ich bin gerade echt am Ende und weiß nicht mehr was ich tun soll. Womit ich Martha am meisten helfen kann.
Bis auf das viele liegen/schlafen ist sie auch jetzt noch weiter munter, futtert, nimmt nicht ab...hasst mich und rennt vor mir weg. Und das Auge sieht natürlich schlimm aus, so groß wie es ist😢

Verzweifelte Grüße
Lilly
 
gummibärchen

gummibärchen

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AW: Augenprobleme - weiter behandeln oder OP?

Hallo Lilly,
das tut mir sehr leid, dass ihr so viel durchmachen müsst.
Mein Earl Grey musste mit 3 Jahren zunächst ein Auge entfernt bekommen, 1 Jahr später dann auch nich das zweite, weil bei ihm die Zahnwurzeln hoch gewachsen sind und sich jeweils ein Abszess hinter dem Auge bildete, der das Auge heraus drückte.
Für mich war die Vorstellung zunächst auch ganz schrecklich, aber er hat das erstaunlich gut weg gesteckt und hatte danach noch ein wunderbares Leben mit seinen Weibchen.
Die Schweinchen kommen damit besser zurecht, als wir denken, denn sie können eigentlich eh nicht so gut sehen und orientieren sich mehr über die Tasthaare.

Ich persönlich würde daher nicht mehr all zu viel herumdoktern lassen, sondern eher zur OP raten.

Wichtig ist dabei, dass geröntgt wird, um zu sehen, ob vielleicht in eurem Fall auch die Zahnwurzeln hoch wachsen, oder ein Tumor o.ä. die Probleme verursachen könnte.
Wenn das Auge entfernt wurde, würde ich brr Erik geringsten Verdacht auf Veränderungen zudem unbedingt eine Gewebeprobe aus der Augenhöhle einschicken lassen, um bösartig veränderte Zellen auszuschließen.

Sofern bei der OP sauber gearbeitet wurde, heilt danach i.d.R. alles gut ab und das Schweinchen kommt gut zurecht.

Bei Earl Grey sah es aus, als hätte er seine Augen zum schlafen zu gemacht.

Ich habe ihn zunächst immer angesprochen, bevor ich in das Gehege gefasst habe, oder wenn ich ihn mal raus nehmen musste, damit der nicht erschreckt.
Umgestellt habe ich nach den OPs im Gehege nichts mehr, um ihn nicht zu verunsichern, aber ansonsten hat er ganz normal am Gruppenleben teilgenommen, seine Weibchen bebrommselt, etc. als wenn nichts wäre.
 
Lillygypsy

Lillygypsy

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AW: Augenprobleme - weiter behandeln oder OP?

Hallo gummibärchen,

danke schon einmal für deine Meinung.

Ich hatte bisher einen Kastrat, der wegen eines Tumors ein Auge verloren hat. Bei ihm hatte das auch super geklappt mit der OP und sah nachher gar nicht schlimm aus.
Nur beide innerhalb kurzer Zeit? So wie der TÄ meinte, sprechen wir hier wohl von einem Zeitraum von Wochen, max. ein paar Monaten dazwischen. Wenn überhaupt... Beide Augen machen ja akut Ärger...

Röntgenbilder wurden beim zweiten Termin vom Kopf seitlich und von oben gemacht, hatte ich vergessen zu erwähnen. Laut TÄin und Augenspezialist waren die unauffällig.

Also würdest du eher dazu tendieren jetzt gar nicht mehr die Woche abzuwarten, um dann noch das weitere Medikament zu probieren und dann zu schauen, ob es wirkt? Oder das noch probieren und dann notfalls in zwei Wochen operieren?

Ich bin wirklich total hin und her gerissen, was hier die beste Lösung für die kleine Maus ist :(

LG Lilly
 
Lillygypsy

Lillygypsy

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AW: Augenprobleme - weiter behandeln oder OP?

So, ich krame meinen alten Thread noch einmal raus. Marthas Augen machen mir nämlich gerade wieder Sorgen. Zuerst einmal der aktuelle Stand:

Ich habe mich damals für die Behandlung mit dem weiteren Medikament entschieden und dadurch wurde es tatsächlich schnell besser.
Seit April 2020 bekommt Martha täglich Nevanac- sowie Cosopt-S-Tropfen und die Werte des Augeninnendrucks sind seitdem optimal sowie ihr Verhalten unauffällig. Sie werden halbjährlich kontrolliert.

Nun ist mir aber die Tage aufgefallen, dass das "auffällige" Auge (bei dem die Linse herausgesprungen war) plötzlich optisch wieder deutlich vergrößert wirkt sowie im Auge weiße "Ränder" entstanden sind.
Vielleicht der Beginn von Osseären Choristie? Ich weiß es nicht, hatte damit bisher nix zu tun...
Hat da einer von euch mehr Erfahrung mit? Mit welchen Untersuchungen kann man das feststellen oder sieht ein Tierarzt auf den ersten Blick, dass es das ist?
Könnte es was anderes sein?

Morgen haben wir auf jeden Fall einen Termin beim Tierarzt, um das Auge durchchecken zu lassen und die Werte zu prüfen. Ich hoffe, es ist nix schlimmes.
Abgesehen von der optischen Auffälligkeit ist Martha drauf wie immer, frisst gut und hält ihr Gewicht. Sie ist jetzt ca. 4,5 Jahre alt.

Leider lässt sich das Weiße was ich meine schwer fotografieren, da es wirklich sehr am Rand des Augapfels ist. Aber man kann es ein wenig auf dem Bild erahnen, unten unter der frei schwimmenden Linse (weißer Fleck im Auge) am vorderen Augenwinkel.
20220523_225007.jpg
 
A

Angelika

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AW: Augenprobleme - weiter behandeln oder OP?

Wenn das Auge vergößert wirkt, kann das erhöhter Augeninnendruck sein - oder ein Geschehen hinter dem Auge.
Bei meinem Tier war es damals ein Abszess, ausgehend von einem oberen Molaren.
Ich würde das untersuchen lassen (im Falle meines Tieres wurde das Gebiet hinter dem Auge geschallt, röntgen oder CT geht auch).
 
Thema:

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