Auslandstierschutz, es geht auch anders!

Diskutiere Auslandstierschutz, es geht auch anders! im Tierschutz Forum im Bereich Community; Huhu Wer mal im HTF Mitglied war und mich kennt, weiss das Rettungstierschutz und ich schwer zu vereinbaren sind, ich diverse kritische Gedanken...
Galadriel

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Huhu

Wer mal im HTF Mitglied war und mich kennt, weiss das Rettungstierschutz und ich schwer zu vereinbaren sind, ich diverse kritische Gedanken und Erfahrungen dazu habe, egal ob bei Hund oder Katze.

Dennoch hab ich einen Italiener, eine Spanierin und vielleicht, wenn nichts mehr dazwischen kommt, eine kleine bosnische Schönheit bald hier.

Meine Katzen sind Rückläufer, was anderes wird es für mich bei Katzen auch niemals geben.
Weil ich nichts unsinniger finde als Katzen aus dem Ausland in ein Land wie unseres zu bringen wo wir selber Streunerprobleme, volle Tierheime und immer weniger Raum haben um Katzen ein artgerechtes Leben zu bieten, viele Katzen aus dem Ausland aber bereits von draussen kommen.
Meine 2 sind Rückläufer und meine Katze war das bereits vor 12 Jahren..schon damals wurden unreflektiert Tiere verschleppt in eine ungewisse Zukunft...
Die Ressourcen könnte man besser verbrauchen um nachhaltigen Tierschutz vor Ort zu vollziehen und so langfristig mehr Tierleid zu verhindern.
Aber..darum soll es hier nicht gehen.

Ich möchte berichten das ab von Mitleidstierschutz, von Massendeportation von Hunden in ein unbekanntes Leben, in eine für sie ganz andere und oft traumatisierende Welt und von bereits auch kriminellen Strukturen die sich unser Mitgefühl zu Nutze machen, noch eine andere Seite existiert...eine wie ich finde, wirklich gute die ich pers reinen Gewissens unterstützen kann und sogar bereit bin einem Hund eine Chance hier zu geben.

Es gibt noch Länder..nehmen wir Bosnien zum Beispiel, die sind sind noch recht "jung" in dem Thema ATS, es gibt nicht viele Vereine dort, es ist kein EU Land und ich pers. wäre in meinem Leben nie auf die Idee gekommen einen ATS Hund "blind" in so ein Leben wie meines zu holen .

Zuviele "Risiken"....zuviele Fragezeichen.
Wenn man einen Hund möchte der einen durch möglichst viele Situationen im Leben begleitet, mit Menschen im Ehrenamt zu arbeiten, ohne eigenen Garten, in eine Welt voller Extreme mit Leben an der Leine und TutNixen wie Meiderhaltern..mit Hunden aus völlig anderer Sozialisation.

Nun ist aber leider mein Rüde gestorben kürzlich und ich merke in meinem Leben fehlt was, seine Leichtigkeit, seine Liebe zu allem was lebt, sein Lachen..ja mein Hund hat gelacht als es ihm noch gut ging und ich bin sicher er lacht jetzt auch wieder wo immer nun ist. Aber ich nicht..

Also sucht man..man sucht und sucht, diesen leeren Raum zu füllen. Ich bin aber auch ein Sicherheitsmensch..rein nach Gefühl kaufen würde ich nie.
Ebay?
90% Privatvermehrer und Verrettschlepper Fellnasenvereine..geht garnicht..
Privatabgabe wäre ok, wenn Rassen und Alter passt...
Züchter, hätte ich Bock drauf aber ich bin nicht mobil und warten bis im im Frühjahr 2021 vielleicht beim Züchter meiner Wahl ein Wurf fällt..
Geduld kann ich nicht.

Die Idee einer Ps entsteht..das könnte ich ja erstmal machen, hab ich schonmal und versagt.....
Nur welchen Verein unterstützen?
Die meisten finde ich im Schwerpunkt zu sehr auf Vermittlung und Mitleid angelegt.

ASPA wäre was...aber dann fällt mir eine Bekannte ein, Hundetrainerin mit bosnischen Wurzeln.
Sie hat manchmal Hunde die Privat abgegeben werden und..sie unterstützt seid Jahren irgendeine Frau in Bosnien.
Was interessiert mich das? Hat es nie...

Aber diese Leere und ich hinterfrage, ich infomiere mich, ich kritisiere alles und jeden..auch mich...
Und am Ende wird aller Vorraussicht nach diese junge Hündin bald zu mir ziehen ( auf Ps natürlich nur *hust* mal gucken)

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Und ich finde das was die junge Frau da in Eigenregie macht so großartig, das ich sie fragte ob ich davon berichten darf...wie es da so ist, in dem kleinen Bergdorf bei Banja Luka, wie es den Tieren da geht.

Und sie sagte das ich das dürfte, sie sagte aber auch das sie den anderen bosnischen Tierschützern immer wieder sie sagt sie sollen die Hunde nicht an den Erstbesten geben, weil nicht alles Gold ist ausserhalb Bosniens.

Aber viele glauben das...genau wie in anderen Ländern, das ist ein Problem und das führt zu Rettungstierschutz und Rettungstierschutz ist Mist in meinen Augen.

Es löst keine Probleme, manchmal erschafft es gar welche......und auch der eine Seestern den man aufgesammelt hat und ins Meer warf wird nicht glücklich wenn das Meer die falsche Temperatur hat.

Auch wenn ich weiss und auch selber glückliche Teams kenne..ich weiss es ist schwer, ich weiss ich kann froh sein das Elend nicht sehen zu müssen..aber ich sehe dafür was am Ende mit so einigen dieser Hunde passiert.....und nur weil sie Leben, satt sind und sauber heisst es nicht das sie glücklich sind...viele sind es eben auch nicht.



Ich weiss nun mehr über diese Hündin als über meine erste Hündin (Bauernhofunfall aus zweiter Hand), ich bekomme so viele Infos das ich glaube den Hund schon lange zu kennen und ich glaube wirklich das wenn sie bei mir nicht glücklich wird dann wo anders in D.
Svetlana und ich schreiben täglich, tauschen uns aus, Bilder, Videos..tolle Frau


Svetlana hat mit 16 angefangen Tieren, speziell Hunden in ihrem Ort zu helfen.
Sie hat die Landwirtschaftsschule gemacht mit Schwerpunkt auf Veterinär und 3 Monate in einem deutschem TH geholfen, sie hat eine Freundin mit der sie viel zusammen macht, welche mittlerweile in Hamburg studiert und ab und an einen Hund aus der Heimat mit nach D bringt und aufs Leben hier vorbereitet und vermittelt.


Jetzt ist Svetlana 22 und hat ihre Familie überredet in dem Haus ihres Großvaters mit Hunden zu leben zu dürfen, sie zu pflegen und ihnen ein Heim ..einen sicheren Hafen und eine Zukunft zu bieten.

Sie will aber kein Th sein, sie will kein Shelter da müsste sie zu viele Hunde haben und die Qualität würde leiden.
Ihr Schwerpunkt ist die Arbeit auf der Strasse und mit Anwohnern. Sie bezieht auch viel Kinder mit ein, das findet sie ganz wichtig weil diese, sind die Zukunft und nur sie werden etwas ändern können.

Welpen, Junghunde und kranke Hunde leben bei ihr im Wohnhaus.
Der Rest im Nebengebäude.
Ihre Hauptarbeit ist rumfahren Hunde kastrieren, impfen und entwurmen.
Sie sagt das viele Einwohner offen sind für sie, nur zahlen wollen und können die wenigsten.

Die Tk in BJ ist modern, für Ops geht es nach Zagreb.
Alle Tiere werden EU konform vorbereitet und versorgt, nach unseren Maßstäben denn die meisten sind nicht geeignet um dort auf der Strasse zu überleben oder an Anwohner vermittelt zu werden.

Die Schwester meiner Hündin ist eine Ausnahme.
Sie hat ein schönes Heim im Ort gefunden
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Svetlana kümmert sich zumeist alleine mit einigen Freiwilligen um die Hunde es sind 24 derzeit, darunter 8 Welpen.
Tornjak Mixe die in D zwar schwer aber eher ein gutes Heim finden, weil sie dort auch überflüssig sind.

So wie meine Hündin, davon laufen da X Hunde rum, was da drin ist kann man nur mutmaßen in einer Region mit vielen Hütern und Jagdhunden..

Dann erzähle ich die Geschichte von "Jana"


Svetlana bekam im September '19 einen Anruf das da 4 Welpen wären die bald weg müssten, sie wären bald fertig und wenn sie sie nicht holt werden sie anderweitig entsorgt wie dort üblich.
Also fährt sie hin und findet den Wurf samt Mutterhündin.
Sie kennt sie auch, denn sie läuft manchmal im Dorf rum mit den Kindern der Familie
Die Kinder sind auch der Grund warum die Familie diese Hündin nicht rausrücken möchte....

Svetlana durfte sie nur kastrieren und ärztlich versorgen, auf eigene (Spenden) kosten...

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Svetlana meint sie sieht die Hündin immernoch ab an und, aber nun ist sie kastriert und sie hofft das sie dem Tier mehr zu fressen geben.

Auf dem Video sieht man alle 4 Welpen, die Größte ist meine Hündin und wenn man genau schaut sieht man auch womit die Hunde da ernährt wurden.
Altem Brot zum Beispiel.
Erinnert mich an meine Kindheit, ich kann mich auch noch an Hunde erinnern die hier so gehalten wurden in den 80ern.

Anhang video-1581350290 (1).mp4 betrachten























































Während sie versucht über FB und Freunde ein zu Hause für die anderen 3 Welpen zu finden, Spenden zu bekommen um auch die Welpen zu versorgen kommt ein Anruf der Familie das die Welpen jetzt weg müssten, sie wären krank und als Svetlana am nächsten Tag kam waren 2 Welpen tod und nur noch meine Hündin lebte.
Das war Ende Oktober, sie hatte Parvo..(*winkanalleImpfgegner)

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Tk und Unterhalt, Kastration..Svetlana stemmt alles...alleine mit "unserer" Hilfe für diese kleine Maus und sie schafft es.
Ende Januar wurde sie dann kastriert und an dem Tag als sie zur Vermittlung aus stand, sah ich sie und konnte sie nicht vergessen.

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Meine Bekannte und Hundetrainerin sammelt seid Jahren regelmäßig Materialspenden für Svetlana
Sie freut sich über sowas wie alte Handtücher die wir wegwerfen..über Putzmittelspenden und ähnliches.
Futter natürlich auch.

Alle 2-3 Monate kommt sie mit 4-5 Hunden nach Deutschland, sie wechselt sich ab mit ihrer Freundin aus Hamburg.
Sie fährt ganz allein, aber es ist ihr wichtig das die Hunde in keinen stressigen Massentransport müssen, sie sagt alle Hunde die sie kennt haben danach einen Schaden. Es sind auch ihre Hunde..und sie bringt sie ins neue Leben und sie sollen so entspannt wie möglich im neuen Leben ankommen.

So kommt sie also wenn alles klappt am Ende des Monats, rastet bei mir und fährt dann 3 Hunde weiter nach Hamburg.

Geld will sie nur und ausschliesslich die Transportkosten.
Es gibt einen Vertrag und EU entsprechend versorgte Tiere.

Hab ich schon davon erzählt wie großartig ihre Hundegruppe ist?
Alles entspannt, die verschiedensten Hunde..super sozialisiert, ein wenig Erziehung macht sie auch, sie kennen Geschirr und Leine, sie macht Gruppengassi mit den Hunden offline in den Bergen...ich sah Videos da können sich viele eine Scheibe abschneiden.

Sie lebt für die Hunde, andere in ihrem Alter für Instagram..

Ich bin total begeistert und werde natürlich berichten wie alles so geklappt hat und weitergeht.
Und das tue ich auch, wenn ich sie weitervermitteln muss.

Das ist mein neuer Lebensabschnitt, meine neue Erfahrung...

Ich möchte anregen...Dinge immer und immer wieder zu hinterfragen..überall im Leben ist das so.
Fragt..soviel ihr könnt. Ich mache seid Wochen alle verrückt..
Freunde, Familie, meinen Ta hab ich gelöchert..ich wollte alles abklären was geht und das glaube ich habe ich und jetzt freue ich mich auf diese neue Erfahrung.

Weiterhin sehe ich ATS als Rettungstierschutz allein sehr kritisch und weiterhin rate ich dazu sich wirklich gut zu überlegen welchen Verein man supportet..es ist wichtig, es spielt eine Rolle und zwar für die Hunde die bleiben und noch kommen werden....nur weil man einem Hund eine Chance bietet ändert sich für den Rest noch lange nichts mit Vereinen die nichts anderes tun als Tiere aus dem Land zu schaffen.


Nun ein paar Eindrücke von meiner (wahrscheinlich) neuen Hündin heute...:)

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Anhang video-1581244434.mp4 betrachten




















Fortsetzung folgt.....
 
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11.02.2020
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Traudl

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In einem kleinen Ort in Griechenland habe ich über viele Jahre miterleben dürfen, wie sich die Situation der Streunerkatzen verbessert, nachdem der Tierarzt des Ortes mit Freunden angefangen hat, jede Kätzin, derer er habhaft werden konnte, zu kastrieren, aufzupäppeln und wenn alles gut verheilt ist wieder frei zu lassen. Die Streunerkatzen sind jetzt immer noch hager, aber sie nicht mehr massiv unterernährt.
 
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Dein Hundemädchen kann auch lächeln... auf praktisch allen Fotos lächelt sie :heart:!

Hoffentlich wird das eine grosse Liebesgeschichte mit Happy End. Es klingt vielversprechend, was du schreibst!
 
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Danke dir für deinen kompetenten und ausführlichen Bericht. Gerne lesen wir hier weitere Berichte von dir.
Sind tolle Hunde und einen lieben Dank an Svetlana💖
 
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Meine Mutter hatte auch einen Tierschutz-Hund aus Portugal. Alf war eine Seele von einem Hund, ein bisschen GaGa bisweilen aber das passte perfekt zur Familie 😁 :love: Er ist leider vor 9 Jahren gestorben ... und fehlt uns immer noch :cry: Scheiss Krebs ...

Jana scheint ein echtes Energiebündel zu sein, hoffentlich kann sie tatsächlich dauerhaft bei dir bleiben. Nach der Vorgeschichte hätte sie es verdient.
 
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