Hilfe-Schildkröte kann nicht mehr laufen

Diskutiere Hilfe-Schildkröte kann nicht mehr laufen im Landschildkröten Forum im Bereich Schildkröten; Hallo zusammen, ich weiß leider absolut nicht weiter und hoffe, dass ich hier vielleicht Ideen bekomme. Ich entschuldige mich jetzt schon für den...
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DP737

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Hallo zusammen,
ich weiß leider absolut nicht weiter und hoffe, dass ich hier vielleicht Ideen bekomme. Ich entschuldige mich jetzt schon für den langen Text, aber je mehr Info desto besser.
Folgendes Problem inklusive Vorgeschichte: Meine maurische Landschildkröte (11 Jahre, ca. 1000Gramm, männlich) lebt seit er vier ist bei meinen im Garten (großes Gehege, viel Auslauf und Futtermöglichkeiten). Bevor ich ihn bekommen habe, hatte er kein artgerechtes Zuhause (Terrarium mit trockenem Substrat, keine Wärme, kein Auslauf, nur Eisbergsalat) und das hat sich auch im Panzer sichtbar gemacht. Zudem war er voller Würmer. Ich bin dann mit ihm zu einem Reptilienarzt und habe ihn wieder aufgepäppelt. Seitdem ist er sehr lebendig, agil, sehr zutraulich, aktiv - natürlich nur bei Sonne und Wärme - und war immer gesund. Er macht, erst seit er bei mir ist, jeden Winter Winterschlaf und kommt gestärkt wieder zurück und verliert so gut wie kein Gewicht. Nun das Problem: seit ca. 10 Wochen benutzt er nicht mehr seine Hinterbeine, war aber trotzdem aktiv. Ich bin sofort zum Arzt. Er hat ihn geröntgt und Ultraschall gemacht. Dabei hat er noch nichts genaues feststellen können. Die Nieren sollen unauffällig gewesen sein und auch keine Nierensteine. Daher hat er erst einmal Schmerzmittel bekommen, was wir ihm eine Woche täglich spritzen mussten. Es hat sich aber nichts verändert. Er hat auch nicht gekotet. Dann bin ich wieder hin nach einer Woche, es wurde wieder ein Röntgenbild und Ultraschall gemacht. Diesmal konnte er sehen, dass der Darm sehr voll war, was vielleicht die Ursache der lahmenden Hinterbeine sein konnte. Also musste ich ihm alle zwei Tage einen Einlauf geben über zwei Wochen. Hat nichts geholfen. Dann hab ich wieder mit dem Arzt gesprochen. Er war dann etwas ratlos und meinte, ich solle es mit Sauerkraut versuchen. Das hat meine Schildkröte ohne zu meckern gegessen und danach hat es mit dem Kot super funktioniert. Allerdings wurden die Beine nicht besser. Ich bin daraufhin zu einem anderen Reptilienarzt gegangen. Der hat dann endlich Blut abgenommen und festgestellt, dass die Harnsäure zu hoch ist und die Leberwerte auch. Er war dann 5 Tage dort stationär aufgenommen und hat Infusionen bekommen, die auch die Werte wieder in Ordnung gebracht hat und noch Tabletten gegen Gicht (eine halbe Tablette am Tag - viel für so ein kleines Tier). Ob er Gicht hat, kann man aber nicht sagen. Fakt, es geht ihm immer noch nicht besser und er wird zunehmend apathischer. Er frisst auch nicht. Hat aber durch die ganzen Infusionen (die wir ihm noch einen Monat geben sollen, inklusive Tabletten) über 100 Gramm zugenommen - in 10 Tagen. Er frisst generell hauptsächlich Salat, den wir ihm geben. Er sucht sich kein Essen! Er ist wie ein Hund der an der Stelle wartet, wo Salat hinkommt. Ich weiß, dass das falsch ist und er sich selbst essen suchen muss und auch nicht verhungern wird. Kann der Salat die Ursache für sein Problem sein? Ich bin völlig fertig, weil ich nicht mehr weiß, wie ich ihm noch helfen kann und ich hab das Gefühl, je mehr wir versuchen an Medikamenten, desto schlechter wird sein Zustand. Sollen wir ihn einfach mal in Ruhe lassen? Er verkriecht sich momentan auch viel und schläft. Es war vielleicht alles zu viel für ihn? Kann mir vielleicht jemand mit seiner Erfahrung helfen?
Vielen Dank und liebe Grüße
Daniela
 
Diana708

Diana708

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Hallo Daniela,

Ach Mensch, ich kann deine Verzweiflung verstehen. Wenn man das Gefühl hat nichts hilft.

Ich halte keine Mauren, daher bin ich auch der falsche Ansprechpartner. Es melden sich bestimmt noch erfahrene Halter.

Aus welcher Gegend bist du denn? Vielleicht kennt da jemand noch einen super erfahrenen Tierarzt.

Sind die bei denn du warst reptilienerfahren?

Ich drücke dir und deinem Tier auf jeden Fall die Daumen.

Liebe Grüße

Diana
 
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Christiane&Laila

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Wenn das Tier wegen Nierenprobleme Allopurinol bekommt, was ich annehme, sollte es auch täglich mindestens 1 - 2 x in lauwarmen Wasser, ca. 28 Grad, mindestens 15 bis 20 Minuten gebadet werden, damit die Nieren gut gespült werden. Schildkröten nehmen Flüssigkeit auch über die Kloake und die Haut auf, am besten in Tyrode-Lösung baden, das gleicht fehlende Elektrolyte aus, das Baden unterstützt bei der Ausscheidung von Harn und Kot und fördert den Abbau der Medikamente. Die Tyrode-Lösung aber nur mit destilliertem Wasser herstellen wegen der Ionisierung, die Lösung bekommt man in der Apotheke, man muss sie nur noch mit angewärmten destilliertem Wasser mischen. Wenn die Nieren geschädigt sind, kann auch eine Schwellung vorhanden sein, die der Schildkröte auf den Nerv drückt und starke Schmerzen verursacht. Ganz wichtig ist ein Blutbild mit Kalzium, Phosphor, Eiweiß, abgesehen von Harnsäure, Leber- und Nierenwerte, die ja gemacht wurden.
 
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Christiane&Laila

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Wenn sie nichts anderes frisst als Salat, könnte man versuchen Wildkräuter wie Breit- und Spitzwegerisch, ein wenig Löwenzahn, Distel, usw. mit Salat zu mischen, kleinschneiden und aus der Hand füttern bis es ihr besser geht, Hauptsache ist, dass sie vorerst überhaupt frisst.
 
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DP737

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Guten Morgen zusammen,

zunächst vielen Dank für eure Antworten.

Ja, es sind beides Reptilienärzte (einmal aus Düsseldorf und einmal aus Leverkusen), ich komme aus Langenfeld (Rheinland).
Die Blutwerte sollen wohl auch wieder in Ordnung sein, also nach dem zweiten Test nach der stationären Aufnahme. Er wird auch regelmäßig gebadet (er hasst es, aber muss er durch). Eine Schwellung der Nieren wurde wohl nicht gesehen und Nierensteine oder so hat er auch nicht. Ich habe auch das Gefühl, je mehr wir in ihn reinpumpen, desto schlechter geht's ihm und er verkriecht sich nur. Wir holen ihn dann immer raus aus seinem Unterschlupf, setzen ihn in die Sonne, füttern ihn mit Löwenzahn, andere Kräuter lehnt er ab, haben wir schon alles versucht. Schmerzmittel hatte er ja auch schon mal bekommen, das hat ihm aber auch nicht geholfen.
Ich bin so ratlos, weil jetzt ja bald Winterschlafzeit ist und so kann er das ja nicht.
Die Ärztin meinte auch, dass es sehr wahrscheinlich idiopathisch ist (also ohne wirkliche Ursache) und dass sie das bei Schildkröten schon häufig beobachtet hat.
Es tut mir wirklich weh ihn so zu sehen und irgendwie nichts machen zu können :cry:

Liebe Grüße
Daniela
 
K

krabbel

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Hallo Daniela,

ich würde ihm mit Absprache der Tierärztin, mal länger etwas Schmerzmittel geben. Sollte er doch evtl Gicht haben, sind die Schmerzen noch da. Es dauert dann einfach etwas länger, bis das Schmerzmittel greift. Dann wird er auch wieder das Fressen anfangen. Ich hatte auch schon mal so ein "Gichttier". Es ist dann nach längerer Allopurinol-Behandlung nie wieder eine Gicht aufgetreten. Alles Gute!
 
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DP737

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Hallo Krabbel,

wie lange hat das denn gedauert? Das Schmerzmittel hatte der 1. Tierarzt schon abgesetzt und der 2. hatte keins verschrieben. Oder meinst du mit Schmerzmittel das Allopurinol? Er hat bis jetzt nämlich schon zwei verschiedene bekommen.
Er frisst, wenn man ihm das vor den Mund hält, aber nur ausgewählte Kräuter und halt nicht viel.

Danke
 
K

krabbel

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Hallo,

ich habe damals mindestens 2 Wochen Schmerzmittel gegeben. Allopurinol ist ein Harnsäuresenker und kein Schmerzmittel. Das hat er damals längere Zeit bekommen. Ich weiß es leider nicht mehr soooo genau, es ist schon viele Jahre her. Es kann auch dann noch einige Wochen bis Monate dauern bis er wieder richtig laufen kann.
 
Emanuel

Emanuel

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Hallo Daniela!



Ich versuche einmal, das Pferd von der richtigen Seite aufzuzäumen:

1.) Es können durchaus mehrere Krankheiten oder gar Krankheits-Komplexe parallel nebeneinander existieren, entweder jeweils für sich alleine, oder aber ineinander verzahnt.
Heißt im Klartext: Die Nieren- und Leberschwäche kann zwar in kausalem Zusammenhang mit dem derzeitigen Zustand des Tieres stehen (und das wird sogar meist der Fall sein), unbedingt sein muss das aber nicht. D. h. Zusätzlich zu den Folgeerscheinungen der deutlich mangelhaften Haltung beim Vorbesitzer kann sich durchaus ein zusätzlicher neuer Ursachenkomplex aufgetan haben. Woran ich dabei denke, steht im folgenden Punkt.

2.) Intoxikation.
Und ich denke hier weniger an Intoxikation durch die Medikation, sondern an eine, welche schon früher stattfand. Durch das Futter zum Beispiel. Kannst du mit absoluter Sicherheit ausschließen, dass mehr oder weniger "vergiftetes" Futter dargericht wurde oder aber das Tier nicht doch an solches gekommen ist? War der Salat "koscher", bedeutet in diesem Fall: war er garantiert Spritzmittelfrei?
Was mich an bereits etwas weiter zurückliegende Intoxikation denken lässt: sämtliche diagnostische Maßnahmen haben Leber und Nieren als bland dargestellt, ein deutlicher Kotstau hat jedoch stattgefunden. Es gibt Pflanzen, z. b. solche mit "psychoaktiven Inhaltsstoffen im weitesten Sinne", welche die Nervenleitungen von Reptilien beeinflussen bis sogar partiell lahmlegen können. Ein Beispiel hierfür wären etwa Borretschgewächse wie Ochsenzunge und die verschiedenen Natternköpfe. Gesunde Tiere in naturnaher Umgebung meiden diese Pflanzen bzw. fressen nur zu bestimmten Zeiten kleine Happen (nichtmal ein Maul voll) davon also keinerlei Problem bei ihnen, selbst, wenn diese Pflanzen im Terrarium gedeihen. Aus völlig unangemessener Haltung kommende Tiere sind aber anders, nicht mit "Gefahrenstoffen" groß geworden, erkennen sie diese (und auch den "maßvollen" Umgang damit) manchmal nicht.

3.) Die denkbar ungünstigste Jahreszeit, um ein Tier wieder "in die Gänge" zu bekommen. Aber um es gleich vorneweg klar zu sagen: Es ist absolut möglich!
Ich persönlich würde das Tier nach innen in ein entsprechend großes Indoor-Terrarium überführen und mit Licht nur so "zuballern"! Und zwar mit normalen HQI-Strahlern und solchen HQIs mit UV-Anteil, Verhältnis etwa Hälfte-Hälfte, Anordnung jeweils versetzt zueinander, sprich: Normal-HQI, UV-HQI, Normal-HQI, UV-HQI usw.
Indoor-Terrarium in einem gut heizbaren Raum, 2x2m (Mit Schalungstafeln & Metallwinkeln gut erstellbar) ist für deinen Notfall eine gute Größe. Beleuchtungs-Setup: 4-5 Stk. Normal-HQIs + 4-5 Stk. UV-HQIs; jeweils 150W (mit 70Wattern beim adulten Tier gar nicht erst anfangen); Andere Möglichkeit: 3-4 Stk. Normal-150erHQI + 3-4 Stk. 150er-UV-HQI + (z. B. mittig angebrachte) 1-2Stk. OsramUltraVitalux
.
Ein 2x1m Quarantäne-Setup wäre in eurem Fall bis zur fortgeschrittenen Genesung sicherlich auch eine Möglichkeit und würde dir Kosten ersparen. (Lampenanzahl dann entsprechend ca. 1/2 bis evtl. 3/4 - nicht drunter gehen, denn sämtliche geringere/andere Beleuchtungs-Maßnahmen und /-arten werden in eurem Fall äußerst unwahrscheinlich zum gewünschten wirklich nachhaltigen Erfolg führen.


Lieben Gruß und alles erdenklich Gute,
Emanuel
 
C

Christiane&Laila

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Hallo Daniela,
wie geht es denn deiner Schildkröte?
Du hast einige gute Hinweise in den vorherigen Antworten bekommen.
Falls du die Starre ausfallen lässt, was unter den gegebenen Umständen am besten wäre, könnte ich dir noch ein paar praktische Tipps geben, wie du die Kröte einigermaßen wach und gut über den Winter bringst.
Liebe Grüße
Christiane
 
Thema:

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