3-Stufenplan zur Futterumstellung auf Wildkräuterkost

Diskutiere 3-Stufenplan zur Futterumstellung auf Wildkräuterkost im Futtertiere und Futterpflanzen Forum im Bereich Schildkröten; :Trutle Land 2: :Trutle Land 2: :Trutle Land 2: Futterumstellung auf Wildkräuterkost Warum? Mediterrane Landschildkröten leben meist...
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Futterumstellung auf Wildkräuterkost


Warum?

Mediterrane Landschildkröten leben meist in kargen Regionen, die nur im Frühjahr und Herbst eine saftige Vegetation aufweisen. Anders als bei uns in Mitteleuropa kommt das Pflanzenwachstum dort über weite Strecken der jährlichen Aktivitätsperiode aufgrund von Hitze und Trockenheit fast völlig zum Erliegen. Über die Sommermonate stehen den Tieren daher allenfalls ausgereifte, ballaststoffreiche "ältere" Pflanzen zur Verfügung, die teilweise völlig durchgetrocknet sind. An diese im Jahresverlauf wechselnde, aber in der Summe karge und faserreiche Nahrung sind die Tiere angepasst. Eine ganzjährig junge, faserarme und saftig-üppige Ernährung überfordert ihren Stoffwechsel. Die Tiere können dadurch chronisch krank werden, ähnlich unseren Zivilisationskrankheiten. Das gilt insbesondere, wenn viel Gemüse und Früchte gefüttert werden, die für den menschlichen Geschmack faserarm ("zart") und zuckerhaltig ("schmackhaft") gezüchtet wurde. Nicht nur süßes Obst, sondern auch Gemüsefrüchte wie Tomaten, Melonen und Gurke haben teilweise einen Zuckergehalt von 50% und mehr in der Trockenmasse, im Schnitt fast doppelt so viel wie Wildkräuter. Im Verdauungssystem der Schildkröten beeinflusst Zucker die Bakterienflora, zu hohe Anteile führen zu Durchfällen und Parasitenbefall. Blattgemüse wie Salat ist vom Zuckergehalt her nicht ganz so problematisch, ist aber wässriger und hat meist einen zu niedrigen Kalziumgehalt. Salat sollte deshalb auch nur dann verfüttert werden, wenn Wildkräuter nicht ausreichend verfügbar sind, was meist nur im März der Fall ist.

Wann?

Wenn das Tier noch mit anderen Umstellungsschwierigkeiten kämpft, etwa einer neuen Umgebung, neuen Artgenossen oder einen schlechten Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand hat, sollte man ihm nicht auch noch eine radikale Futterumstellung zumuten, da sie sicher auch mit Stress verbunden ist. Man wird in solchen Fällen sofort die schlimmsten Sünden wie z.B. Katzenfutter weglassen, aber ansonsten noch einige Wochen die alte Kost weiter anbieten. Ist das Tier jedoch frei von akuten Erkrankungen und gut eingelebt, ist eine Umstellung jederzeit möglich. In Zeiten, in denen die Tiere besonders hungrig sind, also einige Wochen nach der Starre, ist es natürlich etwas leichter als im Herbst, wenn der Nahrungsbedarf schon nachlässt.

Wie?

Die Ausgangslage ist meist folgende, die Tiere werden mit Obst, Tomate, Gurke und Salat, teilweise auch mit völlig ungeeigneten Nahrungsmitteln wie Katzenfutter, Nudeln oder eingeweichtem Brötchen gefüttert. Häufig werden sie damit sogar stark überfüttert. Alles andere ist entweder unbekannt oder war von den Tieren aufgrund des Überflusses bisher abgelehnt worden. Nahrungsumstellungen sollten allerdings bei keinem Tier abrupt erfolgen, die Darmflora muss sich erst langsam an das neue Futter anpassen, denn nur mit ihr können eigentlich "gesunde" Wildkräuter verdaut werden. Wir gehen deshalb stufenweise über einen Zeitraum von mehreren Wochen vor, bauen ein gewisses Hungergefühl auf, wecken dadurch das Interesse an neuen Futterarten und ersetzen schrittweise die alte Kost durch eine neue..



3-Stufenplan

Hunger ist der beste Koch!

Das gilt auch für Schildkröten, allerdings darf man bei ihnen nicht erwarten, daß sich der Erfolg innerhalb von wenigen Tagen einstellt. Es kann mehrere Wochen oder gar Monate dauern, bis die neue Ernährungsweise gut angenommen wird. Es ist andererseits kein Problem, wenn das Tier trotz üppigem - wenn auch ungeliebtem Futterangebot - mehrere Tage hintereinander gar nichts frisst. Durchgangszeiten des Futters durch das Verdauungssystem sind bei Schildkröten vergleichsweise lang. Das Verdauungssystem ist auch dann nicht leer, wenn einige Tage kein neues Futter aufgenommen wird. Es besteht also keine Gefahr, daß es dem Tier an etwas mangelt, zumal wechselwarme Tiere einen geringeren Energiebedarf haben als Tiere, die eine bestimmte Körpertemperatur aufrechterhalten müssen. Kein gesundes Tier verhungert freiwillig! Wenn der Körper echten Bedarf hat, wird es fressen! Frisst es nicht, braucht es momentan nicht zwingend neue Nahrung. Beliebtes Futter wird zwar auch dann gefressen, wenn der Verdauungstrakt noch (fast) voll ist. Das ist aber vermutlich eine Anpassung an den kargen Lebensraum, das Tier weiß nie, wann es wieder Futter findet. In Gefangenschaft führt dieses Verhalten zu den bekannten Symptomen des eplosionsartigen Wachstums und der Fettleber, weil der Nachschub nie endet. Aber ein unbekanntes bzw. weniger beliebtes Futter wird eben teilweise nur dann angenommen, wenn das Tier echten Nahrungsmangel hat.


  • Phase 0

    [list:3g5xcv6p]Vorgabe: Das Tier kannte bisher gar keine Wildkräuter (frisst es außer Gemüse dagegen auch schon Löwenzahn, kann Phase 0 ausgelassen werden).

    Durchführung: Das problematischste Futter wird sofort und ersatzlos gestrichen. Nur Salat ist erlaubt, aber keine Gurke, keine Tomate, keine Melone und ganz sicher kein tierisches Futter.

    [list:3g5xcv6p]In dieser Phase wird nur noch Salat gefüttert, wobei man zunehmend ausgereifte äußere Blätter anbietet, die auch schon mal welk oder ganz trocken sein dürfen (aber natürlich nicht schlecht) Man sollte unterschiedliche Salatsorten anbieten, z.B. auch Endivie und Feldsalat, die nicht auf dieselbe Urform zurückgehen wie Kopf-, Eisberg und Romanasalat. Zusätzlich können auch schon Futterpflanzen aus der angehängten Liste ausprobiert werden. Werden sie gefressen ist gut, wenn nicht wird in der nächsten Phase etwas "nachgeholfen".

Dauer: 3 Wochen

Ziel dieser Phase: Das Verdauungssystem stellt sich auf weniger zuckerhaltige Blattnahrung um, wenn auch bislang nur in Form von Salat. Außerdem wird durch angetrocknetes und daher weniger schmackhaftes Futter langsam die Nahrungsmenge reduziert und das Tier an neue, geringfügig andere Geschmacksrichtungen/Gerüche gewöhnt. [/list:u:3g5xcv6p]


Phase 1


  • Voraussetzung/Vorgabe: Phase 0 absolviert bzw. das Tier frisst bereits einige wenige Wildkräuter z.B. Löwenzahn

    Duchführung: Sämtliches, wirklich problematische Futter wird sofort ersatzlos gestrichen! Nur Salat und Löwenzahn (bzw. evtl. andere Wildkräuter) sind erlaubt.

    [list:3g5xcv6p]
    Es wird abwechselnd Salat und Löwenzahn gefüttert, wobei die Anzahl der reinen Löwenzahntage langsam auf 3-4 gesteigert wird, bevor es wieder Salat gibt. Selbst wenn Löwenzahn anfänglich nicht angerührt werden sollte, wird an den Löwenzahntagen kein Salat angeboten. Außerdem wird der Anteil an Löwenzahntagen auch dann gesteigert, wenn der Löwenzahn nicht gefressen wird! Man kann in diesen Fällen aber zusätzlich ein anderes Wildkraut ausprobieren, falls dieses Tier nun mal absolut keinen Löwenzahn mag. Auch wenn Löwenzahn bereits problemlos gefressen wird, können natürlich immer zusätzlich andere beliebte Futterpflanzen aus der Liste ausprobiert werden.

Dauer: Die Phase dauert so lange bis wenigstens ein Wildkraut gut angenommen wird (mindestens jedoch 2-3 Wochen, damit auch die Verdauung Zeit zur Umstellung hat).

Ziel dieser Phase: es wird überwiegend Wildkräuternahrung gefressen, wenn auch bislang nur in einer Art.
[/list:u:3g5xcv6p]


Phase 2:

  • Voraussetzung: Phase 1

    Durchführung: Ab sofort gibt es gar keinen Salat mehr! Zumindest nicht bis das Klassenzíel erreicht ist. Der Energiebedarf darf erst mal ausschließlich mit Wildkräutern gedeckt werden, bis sich das Tier an die Kost vollkommen gewöhnt hat. [list:3g5xcv6p]

    Nach dem obigen Schema werden an alternativen Tagen immer neue Futterkräuter eingeführt, wobei die bereits willig genommen Futterkräuter während dieser Zeit wie Salat behandelt werden, also langsam durch bisher nicht gefressene ersetzt werden. Dabei ist es sinnvoll mit erfahrungsgemäß "unwiderstehlichen" Geschmacksrichtungen weiterzumachen. Jetzt sollte auch immer eine Auswahl angeboten werden! Aber natürlich ohne Löwenzahn, sonst wird nur der gefressen.

    Ein gutes Startpaket für die ersten Tage wäre eine Mischung junger Blätter von Rainkohl, Gemüse-Gänsedistel, Weißklee, Wilde Malve und Winde, dekoriert mit einigen Malvenblüten. Nach meiner Erfahrung kann man die Akzeptanz neuer Futtersorten dadurch erhöhen, daß man sie anfänglich klein schneidet und als Mischung in einem Schälchen anbietet. Sie scheinen dann besonders verführerisch zu duften.

Dauer: offen... ;-)

Ziel dieser Phase: es wird eine abwechslungsreiche, reine Wildkräuterkost gefressen. Dabei ist es nicht nötig, den Tieren jedes Wildkraut aus den bekannten Futterpflanzenbüchern aufzuzwingen. Die Schildkröte sollte aber langsam an eine Palette von 10-15 verschiedenen Futterpflanzenarten gewöhnt werden. Wie sich diese Palette zusammensetzt, also welche Wildkräuter nach Gewöhnung in die Grundversorgung aufgenommen werden, kann man wiederum jedem Tier selbst überlassen...
[/list:u:3g5xcv6p][/list:u:3g5xcv6p]


Futterliste für die Umstellungszeit

Von Europäischen Landschildkröten in Gefangenschaft im allgemeinen gerne gefressene Wildkräuter und anderes Futter stehen in der folgenden Liste. Die Reihenfolge der Beliebtheit wurde hier so im Forum ermittelt [1, 2], aber trotzdem sehen das nicht alle Schildkröten gleich! (Meine eigenen Tiere mögen zum Beispiel einige der Favoriten gar nicht bzw. nicht sonderlich gerne. Ich habe sie mal mit einem Stern* gekennzeichnet). Deshalb während der Umstellungsphase immer mehrere Kräuter dieser Liste gleichzeitig anbieten!

Die einzelnen Pflanzen sind mit einer kurzen Beschreibung und Fotos verlinkt, so daß man ggfs nachsehen kann, wie sie aussehen:

[/list:u:3g5xcv6p]

Viel Erfolg bei der Umstellung!

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07.07.2010
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Gemüse-Gänsedistel

Die Gemüse-Gänsedistel (Sonchus oleraceus), auch als Kohl-Gänsedistel oder Gewöhnliche Gänsedistel bekannt, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 - 100 cm und blüht von Juni bis Oktober. Sie ist ist einjährig, stirbt also nach der Samenbildung ab.

  • Vorkommen: Als Standort bevorzugt sie Wegränder, Schuttplätze, Gärten und Äcker.
    Verwendung: Sie wurde früher als spinatähnliches Gemüse gekocht oder roh als Salat gegessen. Auch die meisten Landschildkröten fressen diese Gänsedistel ausgesprochen gerne, vielleicht weil sie - anders als andere Gänsedistelarten oder gar echte Disteln - so gut wie keine Stacheln hat.
    Nährwert: Gemüse-Gänsedistel enthält 90 % Wasser, in der Trockenmasse hat sie 24 % Protein, 8 % Fett, 66 % Kohlehydrate, 0,9 % Kalzium und ein Ca/P Verhältnis von 2,7:1 (Quelle, Angaben gerundet, der Nährwert ist abhängig vom Pflanzenteil, Alter bzw. Bodenbeschaffenheit und schwankt zum Teil stark)


    Aussehen


Gemüse-Gänsedistel (Foto aus Wikipedia)


Die charakteristische matt-milchige Färbung des Blattes (Foto aus Wikipedia)



Blütenstand mit sich öffnender "Pusteblume" (Foto aus Wikipedia)


Jungpflanze (Foto aus Wikipedia)

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Wilde Malve

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie ist eine mehrjährige Pflanze, deren oberirdische Teile jedoch über Winter absterben. Sie erreicht Wuchshöhen von 30 - 120 cm und blüht von Mai bis September.

  • Vorkommen:
  • Auf trockenem, nährstoffreichen Boden, vor allem an Wegrändern, auf Ödland und in lichten Wäldern.
    Verwendung: Schleimstoffe aus Blättern dienen als Hustensaft, die Blüten als Farbstoffe für die Lebensmittelindustrie. Fast alle Landschildkröten fressen sowohl Blätter als auch Blüten ausgesprochen gerne.
    Nährwert: Wilde Malve enthält 85% Wasser, in der Trockenmasse hat sie 20 % Protein, 3 % Fett, 25 % Fasern, 2 % Kalzium und ein Ca/P Verhältnis von 5:1 (Becker M., Nehring, K. (1969), Angaben gerundet, der Nährwert ist abhängig vom Pflanzenteil, Alter bzw. Bodenbeschaffenheit und schwankt zum Teil stark)
    Besonderes: Die Blätter werden leider sehr leicht von Malvenrost (Pilzkrankheit) befallen und scheinen dann nicht mehr so gut zu schmecken. Die Wilde Malve kann übrigens auch als Topfpflanze gezogen und im Gewächshaus überwintert werden. Sie bleibt dann ganzjährig grün und versorgt winterwache Schildkröten mit Futter..


    Aussehen:


Wilde Malve (Foto aus Wikipedia)


Blatt mit beginnendem Malvenrost (Foto aus Wikipedia))


Die Blüte (Foto aus Wikipedia)





Moschus-Malve


Die Moschus-Malve (Malva moschata) gehört zur Unterfamilie der Malvoideae innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie ist mehrjährig, erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 60 cm und blüht zwischen Juli und September.

Vorkommen: Diese Malve ist lichthungrig und wärmebedürftig. Sie kommt auf nährstoffreichen, nicht zu trockenen Böden vor, auf Brachflächen, Wiesen, Ackerrändern und in Weinbergen.
Verwendung: Moschusmalven werden in der Wildkräuterküche als Salat verwendet und finden auch als Heilkraut Anwendung. Schildkröten fressen sie manchmal nicht ganz so gerne wie ihre "wilde Schwester", dafür hat sie als Gehegedekoration den Vorteil sehr viel robuster gegen den hässlichen Malvenrost zu sein.


Aussehen:


Die Moschusmalve


Die Blätter der Moschusmalve sind tief gefurcht


Die Blüte (Foto aus Wikipedia)


Wissenswertes zu Malven:
Feuerwanzen ernähren sich bevorzugt von Hibiskus- und Malvensamen. Wer die roten Krabbler nicht noch zusätzlich anfüttern will, sollte die Pflanzen nach der Blüte eine handbreit über dem Boden zurückschneiden. Sie treibt wieder aus und blüht ein zwetes Mal.

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Gemeiner Rainkohl

Gemeiner Rainkohl (Lapsana communis) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wächst überwiegend einjährig, das heißt er stirbt nach der Samenbildung ab. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 - 100 cm und blüht von Juni bis September.


  • Vorkommen: Bevorzugt nährstoffreiche Erde, offen an Wegrändern, ist aber auch im Schatten unter Gebüsch oder in Wäldern anzutreffen.
    Verwendung: Die Wildkräuterküche verwendet ihn roh als Salat oder gekocht als Gemüse. Landschildkröten fressen die Pflanze im allgemeinen ausgesprochen gerne.

    Aussehen:


Rainkohl


Das Aussehen der Blätter ist recht variabel, unten rundlich, weiter oben schmal und spitz
(Foto aus Wikipedia)


Die Blüte (Foto aus Wikipedia


Jugendstadium (Foto von Jutta)





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Echte Zaunwinde

Die Echte Zaunwinde (Calystegia sepium) gehört zu den Windengewächsen (Convolvulaceae). Neben Samenbildung vermehrt sich die Pflanze über weit kriechende, unterirdische Achsen. Sie ist ausdauernd, stirbt aber im Winter oberirdisch ab. Die Sprosse werden 100 -300 cm lang und winden sich entgegen dem Uhrzeigersinn an anderen Pflanzen in die Höhe. Die Echte Zaunwinde blüht zwischen Mai und September.


  • Vorkommen: Bevorzugt feuchten, nährstoffreichen Boden, in Gebüsch, Hecken und an Zäunen.
    Verwendung: Wird von Landschildkröten sehr gerne gefessen
    Besonderes: Wirkt abführend und enthält Alkaloide, nicht zu häufig füttern.

    Aussehen:


Echte Zaunwinde (aus Wikipedia)


Blatt der Echten Zaunwinde (aus Wikipedia)


Die kelchförmige Blüte (aus Wikipedia)

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Weißklee

Weiß-Klee (Trifolium repens), auch Kriech-Klee genannt, gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Er ist ausdauernd und breitet sich neben Selbstaussaat auch über am Boden liegende Stängel aus, die sich an den Knoten bewurzeln. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 5-20 cm.


  • Vorkommen: Weißklee besiedelt vorwiegend stickstoffreiches Wiesen- und Weideland, erhöht aber auch selbst den Stickstoffanteil im Boden.
    Verwendung: Weißklee wird in der Landwirtschaft als Futterpflanze angebaut. Auch viele Landschildkröten fressen ihn gerne.
    Nährwert: Weißklee enthält in der Trockenmasse ungefähr 20 % Protein, 3 % Fett, 26 % Fasern, 1 % Kalzium und hat ein Ca/P von 3:1 (Quelle, Angaben gemittelt und gerundet, der Nährwert ist abhängig von Pflanzenteil, Alter der Pflanze, Bodenbeschaffenheit etc. und schwankt zum Teil erheblich.)
    Besonderes: Weißklee kann Verbindungen enthalten, aus denen pflanzeneigene Enzyme Blausäure abgespalten, weshalb der Weißkleeanteil in Rinderfutter 30% nicht überschreiten soll. Die Pflanze ist trittfest, kann daher als Futterpflanze auf Gartenwegen angepflanzt werden. Sät man allerdings Weißklee für Landschildkröten gezielt an, sollte man blausäurefreie Sorten wählen, z.B. "Lirepa"

    Aussehen:


Weißklee (aus Wikipedia)

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Spitzwegerich

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Spitzwegerich ist mehrjährig und kann Wuchshöhen von 5 bis 50 Zentimetern erreichen. Die Fortpflanzung erfolgt über Samen und Wurzelsprosse. Die Blütezeit reicht von Mai bis September.

  • Vorkommen
  • : In Fettwiesen, Rasen, Äckern und an Wegen
    Verwendung: Spitzwegerich wird in der Wildkräuterküche verwendet und aufgrund seiner Schleimstoffe bei Erkältungen eingesetzt, er wirkt darüber hinaus blutstillend und entzündungshemmend. Die Akzeptanz als Futter bei Landschildkröten ist unterschiedlich. Manche fressen ihn gerne, andere nicht.
    Besonderheit: die Pflanze ist trittfest, kann daher als Futterpflanze auf Gartenwegen angepflanzt werden.

    Aussehen
    :


    Spitzwegerich (Foto aus Wikipedia)



    Das lanzenförmige Blatt (aus Wikipedia)


    Die Blüte (Foto aus Wikipedia)



Mittelwegerich

Der Mittlere Wegerich (Plantago media) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er ist ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 50 Zentimeter erreicht. Die Blütezeit ist von Mai bis September.

  • Vorkommen: bevorzugt auf trockenen, kalkhaltigen Böden, in Magerwiesen und an Wegrändern.
    Verwendung: Mittelwegerich ist eine dekorative Pflanze fürs Landschildkrötengehege, die zum Teil gerne gefressen wird.

    Aussehen:


    Der Mittlere Wegerich (Foto aus Wikipedia)



    Das Blatt (Foto aus Wikipedia)



    Der Mittlere Wegerich hat eine schöne Blüte (Foto aus Wikipedia)


Breitwegerich

Der Breitwegerich (Plantago major) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae), er ist mehrjährig und erreicht Wuchshöhen von 3 - 25 cm. Die Blütezeit ist Juni bis Oktober.

  • Vorkommen: an und auf Wegen, Wiesen und Äckern
    Verwendung: siehe Spitzwegerich
    Besonderheit: die Pflanze ist trittfest

    Aussehen:


    Breitwegerich (Foto aus Wikipedia)



    Das Blatt des Breitwegerichs (Foto aus Wikipedia)



    Die unscheinbare Blüte (Foto aus Wikipedia)

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Vogelwicke

Die Vogel-Wicke (Vicia cracca) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wicken (Vicia) in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Vogel-Wicke ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 cm bis 120 cm erreicht. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

  • Vorkommen: Auf nährstoffreichen Wiesen und Weiden, reichert den Boden aber auch selbst mit Stickstoff an.
    Verwendung: als Gründüngung und Futterpflanze in der Landwirtschaft, Landschildkröten fressen sie meist ausgesprochen gerne
    Nährwert (Futterwicke Vicia sativa, Quelle):
    [list:2lamlxy5]Jungpflanze: 35,9 % Protein, 2,8 % Fett, 21 % Fasern, 0,49 % Kalzium, Ca/P 0,8
    Pflanze in Vollblüte: 18,6 % Protein, 2,4 % Fett, 31,9 % Fasern, 1,28 % Kalzium, Ca/P 4,9

Aussehen:[/list:u:2lamlxy5]


Wicken klettern gerne an anderen Pflanzen empor
und breiten sich als dichte Decke darüber (Foto Teddy Tom)


Das gefiederte Blatt mit Ranken (Foto Teddy Tom)


Die Blüte (Foto Teddy Tom)



Weitere Wickenarten

Zur Gattung Vicia zählen neben der Vogelwicke noch über 100 weitere Arten, von denen z.B. die Zaunwicke Vicia sepium, die Zottige Wicke Vicia villosa und die Futterwicke Vicia sativa bei uns heimisch sind. Die als „Duft-Wicke“ oder „Gartenwicke“ bezeichnete Duftende Platterbse Lathyrus odoratus gehört dagegen nicht zur Gattung der Vicia und gilt als giftig für Haustiere (Quelle).

Die echten Wickenarten haben unterschiedliche Blütenformen, anhand deren die Unterscheidung möglich ist:


Zaunwicke Vicia sepium (Foto aus Wikipedia)


Blüte und "Hülse" der Zottigen Wicke (Vicia villosa) (Foto aus Wikipedia)


Futterwicke (Foto aus Wikipedia))

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Kompasslattich


Der Kompasslattich Lactuca serriola bzw. Zaunlattich oder Stachellattich gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er ist ein- bis zweijährig und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120 cm. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.

  • Vorkommen: Kompass-Lattich wächst auf warmen, lichten Unkrautfluren, an Wegrändern, Schutt- und Trümmerplätzen und sonstigen sonnig-trockenen Standorten.
    Verwendung: Kompasslattich wird als Wildform unserer Gartensalate (Kopf-, Eisberg-, Römersalat etc.) vermutet, evtl unter Einkreuzung anderer Latticharten, u.a. auch des Giftlattichs, der im alten Ägypten Kultstatus hatte. Auch Kompasslattich kann roh als Salat gegessen werden, ist aber deutlich bitterer als heutige Kultursalate. Landschildkröten scheint das nicht zu stören, sie fressen ihn meist ausgesprochen gerne.
    Besonderes: Die Blätter dieser Pflanze stehen an sonnigen Stellen senkrecht und sind mit der schmalen Seite in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, so daß die Pflanze während der heißen Tageszeit sonnenabgewandt ist, aber morgens und abends viel Licht aufnehmen kann.

    Bei dieser Pflanze besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit dem Giftlattich Lactuca virosa, der eine psychoaktive, opiumähnliche Wirkung hat und früher auch so verwendet wurde. Dieser hat die gleiche Stachelleiste an der Unterseite der Blätter wie der Kompasslattich, zeigt jedoch nicht dessen Ausrichtung der Blätter zum Licht, die meist auch weniger stark eingeschnitten sind.

    Nur Pflanzen verfüttern, die die charakteristisch tief gefurchten, senkrecht stehenden Blätter aufweisen, auch wenn nicht unbedingt alle Blätter derselben Pflanze diese Eigenschaft aufweisen müssen!

    Aussehen:


Blatt und Blüte des Kompasslattich (Foto aus Wikipedia)


Die Stachelleiste an der Blattunterseite (Foto aus Wikipedia)




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Freilandhibiskus


Der Freilandhibiskus (Hibiscus syriacus), auch Straucheibisch genannt, gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Er erreicht Wuchshöhen von 2 bis 3 m und ist in Mitteleuropa bedingt winterhart, in sehr exponierten Lagen braucht er etwas Winterschutz. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.

  • Vorkommen: China und Indien, Gärtnerei... ;-)
    Verwendung: Junge Blätter und Blüten können roh als Salat gegessen werden oder gekocht als Gemüse oder Tee, auch die Wurzel ist essbar. Die Pflanze wird außerdem in vielfachen Anwendungen in der Volksmedizin verwendet. Landschildkröten fressen vor allem die Blüten gerne, aber auch die Blätter werden nicht verschmäht.
    Besonderes: Obwohl Blüten außerordentlich gerne gefressen werden, sollten sie nicht zu häufig gefüttert werden, lieber die Blätter anbieten. Die Blüten des Freilandhibiskus dürften einen ähnlich ungünstigen Nährwert haben wie die Blüten des Zimmerhibiskus (siehe die dortigen Nährwertangaben), insbesondere ein ausgesprochen schlechtes Kalzium/Phosphor Verhältnis bei niedrigem Kalziumgehalt, möglicherweise auch einen hohen Zuckergehlat (pers. Erfahrung, sie schmecken ziemlich süß). Darüber hinaus hat Hibiskus eine abführende Wirkung und kann in Mengen verfüttert zu sehr dünnem Kot führen.

    Frisch gekaufte Pflanzen dürfen nicht sofort verfüttert werden, sie könnten gespritzt sein.

    Aussehen:


Freilandhibiskus


Das Blatt


Wissenswertes zu Freilandhibiskus: Hibiskus blüht am "jungen" Holz, also an den frischen diesjährigen Trieben. Nach der Blüte* sollte er deshalb kräftig zurück geschnitten werden. Jeder Zweig wird um mindestens ein Drittel, besser auf die Hälfte eingekürzt. Die abgeschnittenen Triebe können direkt Schildkrötenfutter dienen oder zu Heu getrocknet werden. Dieser Schnitt regt das Wachstum an, der Strauch blüht im Folgejahr an den vielen frischen Trieben dann besonders kräftig. Ohne Rückschnitt lässt der Flor im Laufe der Jahre stark nach.

* in sehr kalten Lagen vorsichtshalber erst nach dem Winter kürzen, aber deutlich bevor der neue Austrieb beginnt.


Zimmerhibiskus

Der Chinesische Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis), auch Zimmer-Hibiskus genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Er wächst als immergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 3 m, ist aber in unseren Breiten nicht winterhart.

  • Vorkommen: genauer Ursprung unbekannt, vermutlich China und Indien
    Verwendung: Alle Pflanzenteile werden roh oder gegart verzehrt und in der Volksmedizin verwendet, darüber hinaus werden Blütenfarbstoffe zum Färben von Speisen und in der Kosmetik eingesetzt. Landschildkröten fressen Blüten und auch Blätter meist ausgesprochen gerne.
    Nährwert (Quelle [idn:w9wudysh]www.pfaf.org[/idn:w9wudysh], alte Version, leider nicht mehr online, Angaben gerundet):
    [list:w9wudysh]Blüte: 90 % Wasser, in der Trockenmasse 6 % Protein, 4% Fett, 15 % Fasern, 0,04 % Kalzium, Ca/P 0,15 :1
    Blatt: in der Trockenmasse 15 % Protein, 4% Fett, 16 % Fasern, 1,7 % Kalzium, Ca/P 3:1
Besonderes: Neu gekaufte Pflanzen eignen sich noch nicht als Futter, sie sind meist stark mit Chemikalien behandelt. Blüten nicht zu häufig füttern, siehe auch Freilandhibiskus

[/list:u:w9wudysh]

Chinesischer Roseneibisch Hibiscus rosa-sinensis (Foto aus Wikipedia)



  • Wissenswertes zu Zimmerhibiskus:

    Wer Freude an Ungewöhnlichem hat, es gibt inzwischen auch Blautöne, zum Teil mit sehr großen Blüten.
 
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Klatschmohn

Der Klatschmohn Papaver rhoeas gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Er ist ein- bis zweijährig und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 cm. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.

  • Vorkommen
  • : regelmäßig gepflügte Getreidefelder, frische Straßenböschungen, Wegränder etc. Zunehmender Bewuchs mit Gräsern und anderen Kräutern verdrängt ihn schnell.
    Verwendung: In der Volksmedizin wurde er als Beruhigungs- und Schlaftee verwendet. Landschildkröten fressen ihn meist sehr gerne.
    Besonderes: Alle Pflanzenteile, insbesondere der weiße Milchsaft enthalten ein für den Menschen und für Weidevieh schwach giftiges Alkaloid (allerdings kein Morphin wie Schlafmohn). Europäische Landschildkröten fressen Mohnblüten allerdings auch im Verbreitungsgebiet, es scheint ihnen nicht zu schaden.

    Aussehen:


Klatschmohn (Foto aus Wikipedia)


Blatt (Foto aus Wikipedia)

  • Wissenswertes zu Klatschmohn: Klatschmohn braucht als vermutlich aus Nordafrika mit Getreide eingeschleppte Pflanze ausreichend Licht und Wärme. Der Samen kann viele Jahre in der Erde ruhen und keimt dann, wenn die übrige Vegetation untergepflügt wurde wie es z.B. auf Getreidefeldern oder bei Bauarbeiten geschieht. In England ist er außerdem ein Symbol für das Gedenken an Kriegsgräber, Poppy Day, Volkstrauertag. Die frisch umgepflügten Gräberfelder in Flandern präsentierten sich nach den Schlachten alsbald als ein Meer von blutroten Blüten....



Schlafmohn, nur zur Unterscheidung, kein Futtermittel !

Schlafmohn Papaver somniferum gehört wie Klatschmohn zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Er ist einjährig und erreicht Wuchshöhen von 0,3 bis 1,5 m. Blütezeit ist von Juni bis August.


  • Vorkommen: Obwohl seit Jahrzehnten kaum noch Mohn in Deutschland angebaut wird, kommt die Pflanze noch immer verwildert vor.
    Verwendung: Die Samen werden als Blaumohn beim Backen verwendet, aus dem Milchsaft wird das Schmerzmittel Morphin und das Hustenmittel Codein hergestellt, außerdem illegale Drogen, z.B. Opium. Landschildkröten fressen die Mohnblätter zum Teil gerne, ein Verfüttern kann aber wegen der größeren Giftigkeit als Klatschmohn nicht empfohlen werden. [
    Besonderes: Obwohl der Verkauf von Backmohn und Mohnsamen legal ist, ist der gezielte Anbau der Pflanze in Deutschland genehmigungspflichtig.

    Aussehen:


Blüte mit Mohnkapsel (Foto aus Wikipedia)


Das Blattwerk unterscheidet sich deutlich von gefiederten Klatschmohn (Foto aus Wikipedia)

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Gewöhnliches Ferkelkraut

Das Gewöhnliche Ferkelkraut Hypochaeris radicata gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es ist mehrjährig, erreicht Wuchshöhen von 20 bis 70 cm und blüht von Juni bis August.

  • Vorkommen: insbesondere auf trockenen bis halbtrockenen, kalkarmen und mageren Böden, kommt aber auch mit anderen Standorten klar.
    Verwendung: Die jungen Blätter können roh oder gekocht verzehrt werden, sie sind meist weniger bitter als Löwenzahn. Die gemahlene Wurzel kann geröstet als Kaffeeersatz verwendet werden. Landschildkröten fressen Ferkelkraut meist recht gerne, insbesondere die Blätter.


    Aussehen:


Ferkelkraut ähnelt Löwenzahn, hat aber dünnere, verzweigte Blütenstängel (Foto aus Wikipedia)


Das Blatt hat feine Haare und fühlt sich rauh an (Foto aus Wikipedia)


Die Blüte (Foto aus Wikipedia)

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Knoblauchrauke

Die Knoblauchsrauke Alliaria petiolata, bzw. Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich, gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie ist mehrjährig und erreicht Wuchshöhen von 20 cm bis 1 m. Die Blütezeit reicht von April bis Juli.

  • Vorkommen: Auf nährstoffreichen Lehmböden, in lichten Laubwäldern und Gebüsch.
    Verwendung: Bedingt durch den würzigen Geschmack kann sie als Beigabe zu Salatsoßen, Kräuterquarks etc dienen. Darüber hinaus wird sie in der Volksmedizin verwendet. Sie soll antiseptisch, harntreibend und schleimlösend wirken und ein natürliches Entwurmungsmittel sein. Viele Landschildkröten fressen die Blätter gerne.
    Besonderes: Zerreibt man die Blätter, verströmt die Pflanze einen Geruch, der an Knoblauch erinnert.

    Aussehen:


Ein dichter Bestand der Knoblauchrauke (Foto aus Wikipedia)


Das Blatt (Foto aus Wikipedia)


Die Blüte (Foto aus Wikipedia)


Frischer Austrieb im Frühjahr (Foto aus Wikipedia)


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Große Brennnessel

Die Große Brennnessel Urtica dioica gehört zur Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Sie ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 300 Zentimeter erreicht. Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Art vermehrt sich neben Samenbildung auch über Wurzelausläufer.

  • Vorkommen: auf nährstoffreichen Böden, besonders in den Randbereichen trockengelegter Auwälder und Sumpfgebiete.
    Verwendung: Brennnesseln werden vielseitig genutzt, als Gemüse in der Wildkräuterküche, als Extrakte in Volksmedizin und Kosmetik, die Fasern werden zu baumwollähnlichem Stoff verwebt ("Nessel"), Brennnesseljauche dient als Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel, und nicht zuletzt werden Brennnesseln aufgrund ihres hohen Proteingehaltes als Viehfutter verwendet. Auch viele Landschildkröten fressen Brennnesseln, wenn auch meist nur getrocknet als Heu, weil sie dann nicht brennen.
    Nährwert: Brennnesseln enthalten 83 % Wasser, in der Trockenmasse haben sie ca. 32 % Protein, 4% Fett, 25 % Ballaststoffe, 1,2 % Kalzium und ein Ca/P von 1,7. (Quelle, Angaben gerundet, Nährwerte sind abhängig von Pflanzenteil, Alter, Bodenbeschaffenheit und schwanken zum Teil beträchtlich)
    Besonderes: Die Pflanze ist mit einem äußerst wirksamen Fraßschutz versehen. Sie besitzt auf den oberirdischen Pflanzenteilen glasharte und sehr spröde, röhrenförmige Brennhaare, die mit Ameisensäure und weiteren Nesselgiften gefüllt sind. Beim leisesten Kontakt bricht eine Kappe ab und die nun offene und geschärfte Brennhaarspitze bohrt sich wie eine Injektionsnadel in die Haut. Ist die Nessel frisch, steht die Nesselgiftdrüse unter Druck und spritzt deshalb ihre ätzende Säure tief in die entstandene Wunde. Sobald die Pflanze welk wird, verliert die Drüse diesen Druck und spritzt daher nicht mehr. Die Brennhaare fühlen sich bei getrockneten Pflanzen zwar immer noch leicht stachelig an, brennen aber nicht mehr.

    Aussehen:


Brennnesseln, wer ist nicht schon mal mit ihnen in Berührung gekommen? (Foto aus Wikipedia)


Die unscheinbare Blüte (Foto aus Wikipedia)


Die "Injektionsnadeln", gefüllt mit Ameisensäure (Foto aus Wikipedia)


Brennnessel an Kartoffel mit Ei... ;-) [Foto aus Wikipedia)



  • Wissenswertes zu Brennnesseln:

    Der Saft des Spitzwegerichs, auf eine von Brennnesseln verätzte Stelle geträufelt, soll den Schmerz sofort lindern (Quelle).


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Veilchengewächse

Duftveilchen

Das Duftveilchen Viola odorata, auch Märzveilchen oder Wohlriechendes Veilchen genannt, ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 10 cm erreicht und von März bis April blüht. Außer über Samenbildung pflanzt es sich auch über Rhizome fort.

  • Vorkommen: Lichte bis halbschattige Standorte unter laubabwerfendem Gebüsch und an Waldrändern
    Verwendung: Vor allem die Blüten werden verwendet, zur Duft- und Aromengewinnung, als Beigabe zu Salaten, kandiert als Süßigkeit oder aufgebrüht als Veilchentee. Darüber hinaus findet die Pflanze vielfältigem Einsatz in der Volksmedizin. Landschildkröten fressen viele Veilchengewächse ausgesprochen gerne.

    Aussehen:


    Duftveilchen (Foto aus Wikipedia)


    Blüte des Duftveilchens (Foto aus Wikipedia)

  • Wissenswertes zum Duftveilchen: Die Samenkapseln haben zur Verbreitung durch Ameisen ein zuckerhaltiges Anhängsel.



Hundsveilchen

Das Hunds- bzw. Roß-Veilchen Viola canina ist eine mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20 cm. Sie blüht von März bis Juni.

  • Vorkommen: Auf nährstoffarmen sauren und sandigen Lehmböden, auf Heiden, Magerrasen und an Waldrändern.

    Aussehen:


Hundsveilchen (Foto aus Wikipedia)


Blatt des Hundsveilchens (Foto aus Wikipedia)[/list]


Die Blüte des Hundsveilchens ist geruchlos (Foto aus Wikipedia)


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Feigenkaktus

Der Feigenkaktus Opuntia ficus-indica gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae) und erreicht Wuchshöhen von 1-6 m.


  • Vorkommen: Die Urform des kultivierten Feigenkaktus stammt vermutlich aus Mexiko. Die Art ist aber inzwischen in den Verbreitungsgebieten der meisten Landschildkrötenarten eingebürgert.
    Verwendung: Die Sprossen werden in der südamerikanischen Küche vielfältig als Gemüse eingesetzt, Kaktusfeigen sind inzwischen weltweit begehrt, ob roh gegessen oder als Marmelade. Darüber hinaus wird aus ihnen eine Vielzahl alkoholischer Getränke hergestellt. Die wasserhaltigen Sprossen werden zunehmend in heißen Ländern auch als Viehfutter eingesetzt, da sie teilweise das Tränken ersparen. Landschildkröten fressen alle Pflanzenteile (Sprossen, Blüte, Frucht) meist ausgesprochen gerne. In der Literatur wird erwähnt, dass das auch auf wildlebende Tiere zutrifft, die sich zudem gerne im Schutze von Kaktushecken aufhalten.
    Nährwert:
    [list:3je8a1gt]Die Sprosse (O. chochinilifera) hat 94% Wasser und in der Trockenmasse 22 % Protein, 1,5 % Fett, 20 % Zucker, 37 % Fasern, 3% Kalzium und ein Ca/P von 10:1 (Quelle, Angaben gerundet, der Nährwert ist abhängig vom Pflanzenteil, Alter bzw. Bodenbeschaffenheit und schwankt zum Teil deutlich)
    Die Feige (O. ficus-indica) hat hat 85% Wasser und in der Trockenmasse 5 % Protein, 5% Fett, 47 % Kohlehydrate, 33 % Fasern, 0,2 % Kalzium und ein Ca/P von 0,8:1.
Besonderes: Es gibt Opuntienarten, die nahezu keine Dornen und nur sehr wenige Glochiden besitzen. Diese eignen sich als Schildkrötenfutter besonders. Bei den anderen kann man die Dornen mit einem Kartoffelschäler entfernen oder Abflämmen. Auch die Blüten anderer Kakteen werden meist sehr gerne gefressen.

Aussehen: [/list:u:3je8a1gt]


Opuntia ficus-indica (Foto aus Wikipedia)


Aufgeschnittene Kaktusfeige


Dornenlose Opuntien sind besonders gut als Landschildkrötenfutter geeignet,
hier vermutlich Opuntia cochenillifera


Zum Eingewöhnen hilft es, die Sprossen zu zerkleinern,
entweder feine Streifen schneiden oder raspeln.
So lassen sich auch gut eingeweichte Heupellets untermischen.



Wissenswertes zu Opuntien: Aus den auf Opuntien lebenden Cochenille-Schildläusen wird ein karminroter Farbstoff hergestellt, der unter anderem für die purpurrote Kleidung der Kardinäle und in Lippenstiften verwendet wurde.


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Gewöhnlicher Löwenzahn

Der Gewöhnliche Löwenzahn Taraxacum officinale, auch Hundsblume, Kuhblume oder Butterblume (Verwechslungsgefahr mit Hahnenfuß) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er ist eine mehrjährige Pflanze mit Wuchshöhen von 10-30cm. Die Hauptblütezeit liegt im April - Mai, vereinzelt erscheinen jedoch Blüten bis in den Herbst.

  • Vorkommen: Auf lichten Flächen nahezu allgegenwärtig
    Verwendung: Löwenzahn wird von Menschen vielfach genutzt, junge Blätter als Salat, Blütenhonig, oder direkt als Sirup und Gelee, Likör, die Wurzeln als Kaffeeersatz, Teile der Pflanze in der Volksmedizin (verdauungsfördernd, harntreibend) sowie der Milchsaft als Kautschukersatz. Landschildkröten fressen die Pflanze vor allem im jungen Zustand im allgemeinen ausgesprochen gerne, Blätter, Blüten und manche auch die Wurzel. Im Sommer sind die Blätter sehr bitter und werden daher manchmal verschmäht.
    Nährwert: Löwenzahn enthält ca. 85% Wasser und in der Trockenmasse 19% Protein, 5 % Fett, 27 % Zucker, 24 % Fasern, 1,3% Kalzium und ein Ca/P von 2,6:1 (Quelle, Angaben gerundet, der Nährwert ist abhängig vom Pflanzenteil, Alter bzw. Bodenbeschaffenheit und schwankt zum Teil stark)
    Besonderes: Die Pflanze wird wegen ihrer harntreibenden Wirkung in manchen Teilen Europas "Bettnässer" genannt. Landschildkröten haben, wenn sie viel Löwenzahn fressen, bräunlichen Urin.



Löwenzahn, beliebt bei Mensch und Tier:


Die Blätter ...(Foto Barbara61)


...die Wurzel und... (Foto SabineS)


...last but not least die Blüte, lecker.... :lecker: (Bernhards Siegerfoto im Forenwettbewerb "Löwenzahn" :Danke: )


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    knoblauchhederich schildkrotenfutter?