Strenge Adoptionsregeln: Rücken die Heime wirklich ihre Tiere nicht raus?

Diskutiere Strenge Adoptionsregeln: Rücken die Heime wirklich ihre Tiere nicht raus? im Allgemeines Forum im Bereich Hunde; Ist es tatsächlich eine Mammutaufgabe einen Vierbeiner aus einem Tierheim zu bekommen? Dies wird oft behauptet. Eine Zeitung hat nachgefragt...
Isalein

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also ich muss auch ganz ehrlich sagen habe keine guten Erfahrungen gemacht und würde deshalb auch nie ein Tier aus dem Tierheim nehmen

Story 1: Wollten eine Katze. Die bekamen wir nicht mit der Aussage Hunde und Katzen passen nicht zusammen

Story 2: Wollte eine Ratte zu meiner einsamen nehmen. Am Tag vorher noch angerufen. Sollten gleich wenn das Tierheim öffnet da sein. War ich dann auch und es hieß dann plötzlich sie kann uns keine geben denn es kommt jetzt jemand von weiter weg der die Ratte haben will
 
mrsgreeny

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Hm, kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Ich finde, es macht schon Sinn, dass Tierheime bestimmte Ansprüche an die neuen Halter stellen - wäre ja im Umkehrschluss schlimm, wenn es nicht so wäre. Ich hab meine beiden ja aus einem Tierschutzverein - da gab es überhaupt keine Kontrollen und wirklich was von mir wissen wollten die auch nicht (ist auch ein ganz schlimmer Verein, wie ich inzwischen weiß). Da ist es mir doch tausendmal lieber, wenn zu viel geprüft wird. Da muss eben ein moralischer Spagat gemacht werden: Geht es dem Tier im potenziellen neuen Zuhause langfristig besser als im Tierheim bzw. hat das Tier die realistische Chance, in absehbarer Zeit eine (noch) bessere Unterkunft zu finden? Aber abgesehen davon sollten die Basics halt stimmen.
 
M

Mischling

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Story 1: Wollten eine Katze. Die bekamen wir nicht mit der Aussage Hunde und Katzen passen nicht zusammen
Könnte es sein, dass es stimmte? Speziell jetzt bei dieser einen Katze? Evtl. hatte sie bereits negative Erfahrungen mit Hunden gemacht? Was genau wurde euch denn gesagt?

Story 2: Wollte eine Ratte zu meiner einsamen nehmen. Am Tag vorher noch angerufen. Sollten gleich wenn das Tierheim öffnet da sein. War ich dann auch und es hieß dann plötzlich sie kann uns keine geben denn es kommt jetzt jemand von weiter weg der die Ratte haben will
Das ist ärgerlich!
Auf der einen Seite kann ich das schon verstehen - aber nicht mehr, wenn ihr vorher auch extra Bescheid gegeben habt. Da scheint die Kommunkation zwischen den Mitarbeitern nicht funktioniert zu haben
 
MaYuFlo

MaYuFlo

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Ich habe bisher auch nur negative Erfahrungen mit deutschen Tierheimen gemacht und deshalb meine jetzigen 3 Hunde aus dem Ausland geholt. In meiner Eigenschaft als Trainer höre ich ja häufig von den Leuten, wie sie zu ihrem Hund gekommen sind bzw. woher sie gerne einen gehabt hätten. Ich habe den Eindruck, dass viele Tierheime gar keine Hunde abgeben wollen, weil sie sonst vermutlich weniger Subventionen von der zuständigen Gemeinde bekommen. Da wird dann als Abgabehindernisgrund argumentiert: kein Garten, stundenweise berufstätig, Kinder im Haushalt etc. Andererseits wird dann ein Dogo Canario an eine Familie ohne Hundeerfahrung, aber mit Kleinkindern, vermittelt oder ein Am Staff an eine Frau ohne jegliche Kenntnis. Dass das nicht gut geht, ist dort wohl niemand bewusst gewesen. Der Dogo ist übrigens wieder zurückgegeben worden und der Staff wurde eingeschläfert, nachdem er meine Schwester grundlos zum Krüppel gebissen hat.

Auch ich habe nie einen Hund aus einem deutschen Tierheim bekommen, weil das arme Tier wegen meiner Berufstätigkeit ja stundenweise alleine gewesen wäre. Die Kompetenz der Mitarbeiter dort reichte anscheinend nicht so weit, dass sie überlegt hätten, dass der Unterhalt eines Hundes ja auch Geld kostet, das erstmal verdient werden muss.

Sorry, wenn das jetzt extrem negativ rüber kommt, aber nach meinen Erfahrungen und dem, was ich von vielen anderen Leuten gehört habe, mangelt es in vielen Tierheimen an der Sachkenntnis der Verantwortlichen. Tierliebe allein genügt eben nicht.
 
L

Lupa

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ist das problem nicht eher in diesem satz zu finden.

". Laut Aussagen des Tierheims wäre diese Quote deutlich besser, würden sich die Interessenten auch auf einen anderen Stubentiger einlassen, sollte der von ihnen Auserwählte nicht zu ihnen passen."

mit welchen ansprüchen suchen leute ein tierheim auf, geht es nur nach dem aussehen, rasse oder fellfarbe vlt.?

denke es liegt an der falschen vorstellungen die die leute haben und nicht an den tierheimen.
 
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mrsgreeny

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Gar nicht. Aber um das möglichst gut beurteilen und abschätzen zu können, halte ich Kontrollen eben für unumgänglich. Und auch Gespräche, die möglichst darüber Aufschluss geben, ob es eben passt oder nicht. Das ist aber nur der utopische Idealfall, find ich. Dass das wirklich so funktioniert, scheint mir eher selten zu sein. Das ist dann eher ein entweder in die eine oder in die andere Richtung: zu viel Kontrolle mit Verwehren des Tiers, das dann im TH hängen bleibt, oder zu wenig Kontrolle und Abgabe in Familien, die vielleicht nicht soooo ideal sind, um's mal vorsichtig auszudrücken.

Ich geb aber auch Lupa Recht: Wenn ich mit total genauen Vorstellungen ein ganz bestimmtes Tier haben will, dann bin ich im TH in der Regel an der falschen Adresse. Kompromisse sind vielleicht das falsche Wort, wenn's um das "richtige" Tier geht, aber man muss halt schon offen sein und auch verstehen, wenn ein bestimmtes Tier aus bestimmten, individuellen Gründen nicht ausgerechnet zu mir passt.
 
Isalein

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hallo
Das Tierheim hat diese Aussage allgemein getroffen. Hunde und Katzen passen alle nicht zusammen. Also es ging nicht um die Katze im Tierheim

Aber muss sagen gott sei Dank gibt es ja genügend Züchter und Privatabgaben
 
mrsgreeny

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Aber muss sagen gott sei Dank gibt es ja genügend Züchter und Privatabgaben
Uh, bei so einer Aussage gruselt's mich aber... Da bin ich ganz, ganz, ganz, ganz anderer Ansicht. Züchter und Privatpersonen sind die letzten, von denen ich Tiere nehmen würde. Nicht, weil ich sie grundsätzlich verurteile, ihnen eine schlechte Haltung unterstelle oder ihnen ihre Tätigkeit vorwerfe, sondern weil da einfach zu oft ne blöde Geschichte hintersteckt: Warum gibt eine Privatperson Tiere ab? Weil er irgendwie nicht mehr mit ihnen klar kommt, weil er mal niedliche Babies haben wollte, weil er gehört hat, da könne man Geld mit machen,... Das ist bestimmt nicht immer so, keine Frage, aber eben zu oft, als dass ich das unterstützenswert finde. Und bei einem Züchter steckt zwar vielfach (nicht immer) ein professionellerer Ansatz hinter, aber an dem 'wir setzen Tierbabies in die Welt' ändert sich nichts. Und ich finde, es gibt schon zu viele Tiere auf der Welt, als dass es noch soooo viele Züchter geben müsste, vor allem semi- oder überhaupt nicht professionelle, die sich Züchter nennen.
Das Tierheim oder der Tierschutz sollte daher - finde ich - schon immer der erste Anlaufpunkt sein, wenn man ein Tier möchte. Da tut man wirklich was Gutes und ermöglicht einem armen Schwein (haha) ein tolles Leben. Von der Institution her und vom Grundgedanken her bin ich daher immer für das als erste Option. Danach folgen Züchter, Privatperson und Zoohandlung. Aber mit viel Abstand.
 
Isalein

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ja das finde ich ist ein Thema wo jeder für sich selber wissen muss
Gerade bei mir ist es ja so, dass ich keine andere Rasse als den Shih-tzu will und den gibt es sowieso nicht im Tierheim
 
M

Mischling

Gast
@MaYuFlo
Ich habe den Eindruck, dass viele Tierheime gar keine Hunde abgeben wollen, weil sie sonst vermutlich weniger Subventionen von der zuständigen Gemeinde bekommen.
Unterstützung von den Gemeinden bekommen die TH leider gar nicht viel. Fast jedes TH steht vor der Pleite.
In meiner Umgebung bekommen die TH einen Obulus zwischen 0,40 und 1,00 € pro Einwohner im Einzugsgebiet von den Gemeinden im Jahr. Die TH bekommen diese "Unterstützung" auch nur für die Fundtiere (die dann noch meist eine ärztliche Behandlung brauchen), aber nicht für Abgabetiere. Oft kann man die Höhe der Unterstützung auf der HP der Gemeinden nachlesen.
Andere TH bekommen nur eine Pauschale, die den eigentlichen Aufwand, welches ein TH im Laufe eines Jahres hat, weit unterschreitet.
Das soll jetzt nur zur Info sein....

Von Österreich habe ich allerdings schon gelesen, das es staatliche Subventionen geben soll. Ob das nun stimmt, weiß ich allerdings nicht.

Das du die restlichen Erfahrungen machen musstest, tut mir sehr leid.


@mrsgreeny
Gespräche und Kontrollen halte ich für sehr wichtig. Meist läuft es so, dass man im TH vorstellig wird, sich über das Tier erkundigt (schon hier werden die ersten Fagen über die Vorstellung mit dem Zusammenleben und allem anderen gestellt). Ist man dann bereit, das Tier aufzunehmen, wird man "vorkontrolliert", man schaut sich einfach nur an, ob alles stimmte, was der Interessent sagte, macht auf evtl. Änderungen, die herbeigeführt werden müssen (z.B. giftige Pflanzen), aufmerksam. Dann kommt die nächste Kontrolle meist erst nachdem sich das Tier einleben konnte, damit man sieht, wie alles zwischen Mensch und Tier harmoniert. Vll. dann in großem Abstand noch eine weitere Kontrolle. Ergeben sich Fragen/Probleme, ist man sowieso vorerst in Kontakt

So kenne ich das....

Bei den genauen Vorstellungen bin ich der Meinung, man hat sich sein Tier nach dem Äußeren ausgesucht, nicht aber ob es zu einem selbst oder zu den gegebenen Umständen passt.
Wenn man sich als totaler Hundeanfänger einen "schwierigen" Hund ausgesucht hat, dann klappt das nur in den aller seltensten Fällen oder wenn man sich einen Hund wünscht, der "wacht" und sich ausgerechnet einen Hund ausgesucht hat, der jeden freundlich begrüßt, ist auch keiner zufrieden. Das kann man in den persönlichen Gesprächen schon besser abklären, als per Telefon oder mail

Züchter und Privatpersonen sind die letzten, von denen ich Tiere nehmen würde.
Hier bin ich nun ganz anderer Meinung
Wirkliche Züchter bereiten die Welpen auf ihr späteres Leben vor, man weiß in etwa, welche Eigenschaften die Tiere mitbringen und hat durchaus eine gewisse Garantie für die Gesundheit. Wirkliche Züchter investieren sehr viel Geld und Zeit in ihre Zucht

Du unterscheidest auch sehr wenig zwischen Vermehrer und den richtigen Züchtern.
Und solange es die "Ups-Würfe" und die Vermehrer gibt, wird sich hier auch nichts an der Vielzahl der Welpen ändern. Es sind inzwischen wohl auch reinrassige Tiere in den TH, allerdings nehmen die meisten Züchter ihre Rassetiere wieder auf, wenn der Halter sich nicht mehr ausreichend um sie kümmern kann und vermittelt sie dann weiter (soweit sie denn auch erfahren, dass ihre Tiere im TH sind). Die Anzahl der Rassetiere in den TH ist verschwindend gering.

Solange die "Geiz-ist geil"-Welle noch anhält, finden die Vermehrer ihre Abnehmer und dann liegt es doch eher am Kunden, das er überhaupt dort kauft und nicht alleine an den Vermehrern, jedenfalls sehe ich das so.....

Privatpersonen inserieren sehr oft, weil sie sich trennen, beruflich Änderungen haben (keine Zeit mehr) oder sonstige total nachvollziehbare Gründen (natürlich sollte man prüfen, was wirklich stimmt)
Oft wollen sie den Tieren einen Aufenthalt im TH einfach nur ersparen. Und genau dort, wo es so ist, ist es auch richtig zu inserieren und das Tier dann auch zu übernehmen. Viele "Privatpersonen" sind auch Pflegeplätze für den Tierschutz und inserieren

Von den "negativen" Fällen, die du ansprichst, hört man allerdings vermehrt, wahrscheinlich weil die "normalen" Fälle niemand "breit tritt" bzw. nirgends mehr erwähnt werden.

Tiere in Zoohandlungen zu kaufen ist für mich ein absolutes No-Go, denn diese kommen oft genug von Vermehrern.

@Isalein
Ich finde, niemand muss sich rechtfertigen, weil er beim Züchter seinen Hund gekauft hat.
 
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