Westernreiten - Anspruchslos?

Diskutiere Westernreiten - Anspruchslos? im Westernreiten Forum im Bereich Reitsport; Scheinbar hat hier noch niemand etwas geschrieben. Da mich dieses Thema aber anspricht fange ich einfach mal damit an. Kurz zu mir: Die...
Magnetenergie

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Scheinbar hat hier noch niemand etwas geschrieben. Da mich dieses Thema aber anspricht fange ich einfach mal damit an.
Kurz zu mir: Die Ausbildung habe ich leider nie wirklich machen können, also kein FN, trotzdem habe ich lange als Pferdepfleger und Reitlehrer/ Bereiter gearbeitet. Das ist inzwischen dreissig Jahre her und ich bin seit dem nur selten auf's Pferd gekommen. (Die Gründe dafür gehen niemanden etwas an) Nachdem ich dann zu allem Überfluss noch einen Schlaganfall hatte, wollte ich dann doch wieder reiten, wenn auch nur Freizeit. Dazu habe ich mir gedacht: Westernsattel drauf und gut. Verlasspferd und dann ab spazierenreiten.
Gut, dank dessen was ich konnte war das kein Problem, aber ich würde das SO niemandem empfehlen!

Ganz davon abgesehen das ich auch mehr lernen durfte über das Westernreiten und jetzt auch weiss, das es mit ein wenig im Gelände herumtragen lassen in einem saubequemen Sattel gar nix zu tun hat.

Vielleicht hab ich die Diskussion hier ja angeregt? Würd mich freuen hier nicht alleine zu bleiben.

LG Magnetenergie Andrea
 
Diva

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Ich hatte mit 46 meine erste Reitstunde und diese "nach Art des Westernreitens", so stand es seinerzeit auf der Homepage des Reithofes. Es wurde gesattelt und aufgezäumt nach Westernstyle und es wurden hauptsächlich im Gelände Reitstunden praktiziert, so jedes vierte Mal auch auf dem Platz. Es wurde kein Training oder Unterricht in Richtung Turnier erteilt, auch nicht für die, die schon gut reiten konnten.

Bei meiner eigenen Stute habe ich mich für einen (sehr bequemen) Westernsattel entschieden. Gezäumt ist sie mit einem 'Starbridle', also gebisslos.

Meine Reiterei entspricht wirklich in keinster Weise dem Westernreiten. In meinem Alter bevorzuge ich lange gemütliche Ausritte durch die herrliche Landschaft. Da haben wir beide, also Pferd und ich, mehr davon und sind frei von jedem Ehrgeiz bzgl. Tempo oder Show oder Turnier.
 
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Hallo Diva,

ja das finde ich ganz gut, zumindest mit einem eigenen Pferd.

Da ich früher selber unterrichtet habe (Dressur) habe ich mich auch immer wieder geärgert über die Menschen, welche ohne je auf einem Pferd gesessen haben, in den Stall kamen und ausreiten wollten. Ich bin auch heute noch der Meinung, man sollte erst mal Sattelfest sein, bevor es ins Gelände geht. Und ein Pferd ist ein Lebewesen und ein Lebewesen ist unberechenbar. Mindestens mal für Fremde. Ich mache schon einen Unterschied zwischen eigenem Pferd und Fremdpferd, denn die Vertrauensbasis ist eine völlig andere. Gefühle übertragen sich vom Reiter auf's Pferd und auch anders herum. Das gute Vertrauen zum eigenen Pferd wird das Tier vertrauensvoll an Geräuschen oder "unheimlichen" Hindernissen vorbeigehen lassen wo es bei einem fremden Reiter scheut, durchgeht oder ihn abwirft.

Aber eigentlich war das gar nicht das Thema hier. Englishreiter (sicher nicht alle, nur ein paar die ich so kenne) sind der Meinung: Westernreiten ist was für Leute die nur draufsitzen, aber nicht reiten können. Ich bin der Meinung: Ein Westernreiter muss sehr viel mehr können als nur "draufsitzen". Es sind zwei völlig unterschiedliche Reitweisen. Jede hat ihre Berechtigung und jede verlangt Pferd und Reiter einiges ab.

Inzwischen bin ich aber auch nicht mehr die Jüngste und ziehe einfaches, ruhiges und genussvolles Wanderreiten allem anderen vor. Eine solide Grundausbildung halte ich dennoch für wichtig: Richtiges Sitzen und vor allem die richtigen Reaktionen auf unvorhergesehne Aktionen des Pferdes können Leben retten - auf beiden Seiten


LG Magnetenergie
 
Diva

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Dass häufig Englischreiter die Westernreiter belächeln, habe ich auch erfahren müssen. Aber auch, dass beide dann wieder mich "Feld-Wald-Wiesen-Reiterin" nicht so für ganz voll nehmen. Aber das nehme ich nicht negativ auf. Ich hatte zwei Jahre zweimal wöchentlich Reitunterricht und für meine Zwecke hat das als Grundausbildung (mir) gereicht. Mein hehres Ziel, dass ich allein (natürlich mit Pferd zu zweit) ins Gelände gehen kann, habe ich erreicht und ich reite seit 2009 meine Stute fast täglich, also mindestens fünf- bis sechsmal wöchentlich. Da kommen viele Stunden und viele Kilometer zusammen.

Ich denke, ich bin dadurch immer noch keine gute Reiterin, aber, wie du schon schreibst, haben meine Stute und ich schon so viele Situationen im Gelände erlebt, dass wir wirklich eine tiefe Vertrauensbasis haben. Seit ich ihr kein Eisen mehr ins Maul schnalle, sogar noch mehr. Ich bin der Meinung (bzw. habe das auf Haflingern schon erlebt), dass wenn ein Pferd durchgehen 'muss' (es will ja nicht, es macht es halt aus Fluchtgründen), es das auch mit Gebiss tut, umso mehr, als wenn der Reiter dann auch noch das Gebiss als 'Bremse' versteht und dem Fluchttier in dem Moment auch noch Schmerz zufügt.

Um zum Thema zurückzukommen - anspruchslos ist das Westernreiten sicher nicht. Die Westernpferde sind am Kopf viel weniger verschnallt und trotzdem können sie oft sehr fein geritten werden. Westernreiten besteht ja nicht nur aus Spinning oder Sliding Stops und ein bisschen Lassowerfen. ;)

Schade, dass sowohl beim Westernreiten als auch beim Englischreiten so viele Pferde kaputtgeritten werden.

https://www.youtube.com/watch?v=rqyV9kGQpEc
Dressage vs Western
 
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Magnetenergie

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ja Diva, da hast du definitiv recht. Und mit dem Fluchttier auch.

Ein Erlebnis kann ich da mal schildern:
Ich war mit einem Schulpferd und drei Schülern im Gelände. In Düsseldorf auf den Rheinwiesen. Alle Pferde waren Schulpferde also nicht so ganz leicht ins Boxhorn zu jagen. An diesem Tag aber haben Kinder so Schreckschussringe für Karnevalspistolen gehabt und abgefeuert. Das einzige Pferd, das durchging war meins. Tibor hiess er glaub ich, ein großramiger, dunkelbrauner Wallach. Gut, Platz war genug, ich ging in den leichten Sitz und liess die Zügel ganz locker. Nach einigen Galoppsprüngen wurde er etwas ruhiger und ich konnte ihn wieder aufnehmen und durchparieren. Sicher ist, das wenn so etwas unerfahrenen oder unsicheren Reitern passiert, die Sache auch schlimm enden kann.
 
P

Panama

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Eine Frage an die Westernreiter.

Inwiefern unterscheidet sich die Westernreiterei von der englischen Freizeitreiterei?
Logisch Dressur ist etwas ganz anderes, aber ist die normale Freizeitreiterei so viel anders?
Jetzt natürlich mal abgesehen davon das die Pferde einen anderen Sattel und Trense haben und man bei der Westernreiterei weniger treiben muss und die Zügel noch weniger benutzt werden.

Oder kann man beide Reitweisen schon miteinander vergleichen?
 
M

Mischling

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Beim Westernreiten gibt man ganz andere Zügel-und Schenkelhilfen
Die beiden Reitarten (ich denke, du meintest den engl.Stil?) sind überhaupt nicht mitenander zu vergleichen
 
P

Panama

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Inwiefern unterscheidet sich denn englisch Freizeit von Western Freizeit?
Wie gesagt, abgesehen von davon das beim Westernreiten die Zügel kaum bis gar nicht und das treiben ist weniger.
 
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