Familienhund - Gibt es das?

Diskutiere Familienhund - Gibt es das? im Allgemeines Forum im Bereich Hunde; Immer wieder lese ich davon, dass Hunderassen die Familienhunde schlechthin sind. Oder gar EXTRA dafür gezüchtet wurden. Aber gibt es sowas...
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Franci

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Immer wieder lese ich davon, dass Hunderassen die Familienhunde schlechthin sind. Oder gar EXTRA dafür gezüchtet wurden. Aber gibt es sowas überhaupt? Wie züchtet man denn extra einen Familienhund?

immer wieder kann man lesen:

Also die Retriever sind die Familienhunde.
Also die Elos sind extra dafür gezüchtet worden.

Sofern Jemand einen Familienhund sucht, wird immer der Retriever vorgeschlagen.

Ist es nicht eher auch eine Sache der Erziehung? Was meint ihr?
 
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Panama

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Ob ein Hund als Familienhund geeignet ist oder nicht, hängt zum einen von seiner Reizschwelle ab, aber auch von seinen Rasseeigenschaften.

Ein Hund mit einer niedrigen Reizschwelle, der nervös ist, oft zu übersprungshandlungen neigt ist grundsätzlich nicht für einen Haushalt mit Kindern geeignet.

Aber, ich finde das solch ein Hund durchaus in einen hundeerfahrenen Haushalt mit älteren und erfahrenen Kindern kann.

Ob die Reizschwelle nun hoch oder niedrig ist, ist oft auch eine Rasseeigenschaft.

Arbeitshunde ohne Auslastung die oftmals nur wegen dem schönen aussehen angeschafft werden sind ebenso fehl am Platze in einem Haushalt mit Kindern.
Z.B ein Hütehund der nicht ausgelastet ist, aber oft Kinderbesuch ansteht o.ä.

Ja und dann spielt die Sozialisierung natürlich auch eine Rolle.

Und letzlich heißt es nicht das Kinder bei einem Hund mit hoher Reizschwelle, der viel duldet, auch Narrenfreiheit haben.

Gegenseitiger Respekt und Toleranz ist wichtig!
 
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MaYuFlo

MaYuFlo

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Ich denke auch, dass es DEN Familienhund nicht gibt. Wie Panama schon schrieb, ist es rasseabhängig, ob sich ein Hund dafür eignet. Mit dem Prädikat "Familienhund" läßt sich's aber leichter Welpen verkaufen, besonders an unerfahrene Ersthundeleute. Denen kann man damit auch noch einen Mali aufschwätzen. Ob der oder die Familie hinterher glücklich wird, interessiert den Verkäufer nicht mehr. Wie oft werden z.B. Beagles als Familienhunde angeboten, ohne Rücksicht darauf, dass sie leidenschaftliche Jäger sind.

Ich denke, dass sich manche Rassen eher als Familienhund einigen, als andere, einfach weil ihre Ansprüche niedriger sind. Ein Hütehund (Border, Austr. Shepherd etc.) eignet sich als Familienhund nur, wenn er entsprechend ausgelastet wird.

Einen Jaghund z.B. würde ich niemals als reinen Familienhund abgeben. Ich weiß da, wovon ich spreche, denn meine Cockerhündin stammt aus russischer Jagdzucht (wenn ich das gewußt hätte, hätte ich sie nicht genommen). Der Hund ist draußen so gut wie nicht mehr ansprechbar, reagiert weder auf Leckerchen noch sonstwas und hat nur Fährten im Kopf. Leine/Schleppleine ist kaum machbar, da ständig in vollem Tempo reingesprungen wird. Was mich der schon Nerven gekostet hat (und das nach über 50 Jahren Hundeerfahrung)...... Ich kann nur froh sein, dass ich ein super Verhältnis zu den Jagdpächtern bei uns habe. Und trotzdem würde ich den Hund nie mehr hergeben.

Es hängt immer davon ab, aus was eine Familie besteht: aus Eltern mit kleinen Kindern oder Teenagern, wie sieht es zeitmässig aus, wer kümmert sich um den Hund usw. Wenn alle Umstände passen, können sicherlich viele Rassen zum Familienhund gemacht werden.
 
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Harlekin

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Den Familienhund gibt es sicher nicht. Jede Rasse und jeder Mischling kann ein guter Familienhund sein. Leider wird fast jede Rasse im Rassebuch nicht kritisch genug beschrieben, d.h. die heiklen Eigenschaften (wenn sie dann überhaupt negativ sind und nicht einfach arttypisch) werden verschwiegen oder zu wenig beleuchtet. Ich habe 10 Jahre Kromfohrländer gezüchtet und mich stets vehement gegen die zu rosarote Beschreibung im Rassebuch gewehrt. Die Rasse wird als folgsamer Anfänger- und Familienhund, Kinderlieb und jagt nicht, beschrieben. Ich gab den Interessenten immer ehrliche Auskunft über die heikle Rasse, was wiederum vom Rassezuchtverein nicht gut geheissen und als verkaufsschädigend eingestuft wurde.
 
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Franci

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Danke für eure Antworten.

Was genau ist denn am Kromfohrläner heikle?
 
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Harlekin

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Ich versuche das mal ganz kurz zusammenzufassen, wenn es dann noch zum Thema passt. :)

Das Nervenkostüm des Kromfohrländers ist unstabil, sensibel, unsicher und ängstlich, neigt deshalb zum Angstbeisser zu werden, wenn er sich nicht an einem starken und sicheren Besitzer orientieren kann. Lässt sich von Fremdpersonen nicht anfassen. Diese Merkmale eignen sich für eine Familie mit Kindern denkbar schlecht, wo Jubel Trubel herrscht und fremde Kinder ein und aus gehen. In einer Familie mit Kindern lebt ein Kromi unter Dauerstress. Das schlägt sich ungünstig auf seine Gesundheit, die sowieso wegen seiner Inzucht nicht die beste ist. Ein Kromfohrländer fühlt sich dann wohl, wenn sein Umfeld ruhig ist und möglichst der Tag immer gleichbleibende Strukturen hat. Fatal ist, wenn der Besitzer selber Probleme mit der Sicherheit hat, oder Anfänger in der Hundehaltung ist. Und gerade das wird im Rassebeschrieb in der Vordergrund gestellt, ein Hund für den Anfänger.

Die guten Eigenschaften sind: ein sicher geführter Kromi ist leicht erziehbar, agil und sportlich, sauber (stinkt überhaupt nie) liebt seine Familie abgöttisch (aber nur seine Familie), entfernt sich selbständig nie weit vom Besitzer, neigt zum Einmannhund. Wie oben beschrieben braucht er trotz seiner Sensibilität ganz klare Vorgaben in der Erziehung. Er ist absolut unbestechlich, ein guter Wächter, neigt ein bisschen zum Kläffer, das ihm aber aberzogen werden kann.
 
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Harlekin

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Übrigens lebt ein Kromi von mir in Gelsenkirchen in einer bekannten Konditorei. Kann sein, dass du den auch schon gesehen hast :D.
 
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Franci

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Danke für den ausführlichen Bericht. Ja, dann scheint das wirklich eher ein Hund für Kinderlose zu sein und Menschen die ihn bisschen Fordern.

Ich wohne in GE Buer, bin nicht so oft in Gelsenkirchen selber ;)
 
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wa-hya

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Ob ein Hund ein Familienhund sein kann kann man nicht nur an der Rasse beurteilen, da muss man auch sehen von welcher Blutlinie er abstammt. Ein Retriever , ein Jagdhund der für die Wasserjagd gezüchtet wurde, kann, wenn er richtig ausgelastet ist ein wunderbarer Familienhund sein, kommt auch mit Kleinkindern klar. Wenn er nicht ausgelastet ist verlegt er sich aufs Fressen und wird mürrisch. Jeder Hund kann ein Familienhund sein, es kommt darauf an wie er in die Familie integriert werden kann.
Es gibt spezielle Züchtungen die für diese Aufgaben speziell gezüchtet wurden. Da kann man aber auch nicht gewährleisten
dass er immer wie ein Familienhund reagiert.
 
Zero

Zero

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Ja, es gibt den Familienhund. Das ist meiner Meinung aber weder der Retriver (= Jagdhund) oder der Rottweiler (=Wachhund). Wobei es auch bei diesen Rassen Familienhunde gibt...natürlich.
Familienhunde können auch gezüchtet werden. Der deutsche Boxer ist bsplw ein kompletter Familienhund, wir züchten nicht nur Ausstellungshunde sondern auch pure Familienhunde.
Ein (gezüchteter) Familienhund ist ein Hund der in der Familie aufwächst und für dem das Familienleben Alltag ist. Er lernt sehr früh schon den Umgang mit Menschen und lernt viele Dinge während der Prägephase kennen.
Wobei es meiner Meinung auch Hunderassen gibt, die in der Regel keine Familienhunde sind. Das sind unter anderem Jagdhunde (Galgo, Podenco) und Hütehunde wie z.B. der Border Collie.
Da diese Hunde eine spezielle Pflege brauchen und anders ausgelastet werden müssen. Diese Hunde können nicht so leicht im Haus untergebracht werden und werden später auch nicht gerade selten zu Problemhunden.
Auch nicht jeder Boxer ist ein Familienhund, das hängt immer vom einzelnen Hund ab und ein Züchter als auch ein Welpenkäufer sollte in der Lage sein das zu unterscheiden.
 
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Panama

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Na dann widersprichst du dir doch selber wenn du erst sagst es gibt DEN Familienhund, den Boxer und dann doch wieder schreibst nicht jeder Boxer ist als Familienhund geeignet ;)
 
Zero

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Liest sich das etwa so?
Ich meinte es gibt den Familienhund. Nicht Boxer. Egal welcher Hund, das kann auch ein Mischling sein.
Ich sagte, Boxer sind bsplw. Familienhunde aber auch nicht jeder Boxerhund ist dafür geeignet bzw. nur weil ein Hund diese Rasse hat, ist er nicht automatisch ein Familienhund. Das kommt ganz auf den Hund an.
Es gibt sehr dominante oder aktive Boxerhunde, die eine entsprechende Behandlung brauchen. Das ist evtl auch nicht der richtige Familienhund, sondern eher für ein junges Paar oder eine einzelne Person geeignet. Dann gibt es widerrum die Coutchpatatos, die den ganzen Tag nur knuddeln wollen und eben perfekt als Familienhund geeignet sind. Das ist dann DER Familienhund.
All unsere Hunde werden als Familienhunde großgezogen und dafür in den meisten Fällen geeignet, es sei denn, der Hund weist bestimmte Verhaltensmuster auf, die ihn bsplw. eher für einen sportlichen Menschen, eine einzelne Person o.Ä. geeignet machen.
 
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wa-hya

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Ja, es gibt den Familienhund. Das ist meiner Meinung aber weder der Retriver (= Jagdhund) oder der Rottweiler (=Wachhund). Wobei es auch bei diesen Rassen Familienhunde gibt...natürlich.
Familienhunde können auch gezüchtet werden. Der deutsche Boxer ist bsplw ein kompletter Familienhund, wir züchten nicht nur Ausstellungshunde sondern auch pure Familienhunde.
Ein (gezüchteter) Familienhund ist ein Hund der in der Familie aufwächst und für dem das Familienleben Alltag ist. Er lernt sehr früh schon den Umgang mit Menschen und lernt viele Dinge während der Prägephase kennen.
Wobei es meiner Meinung auch Hunderassen gibt, die in der Regel keine Familienhunde sind. Das sind unter anderem Jagdhunde (Galgo, Podenco) und Hütehunde wie z.B. der Border Collie.
Da diese Hunde eine spezielle Pflege brauchen und anders ausgelastet werden müssen. Diese Hunde können nicht so leicht im Haus untergebracht werden und werden später auch nicht gerade selten zu Problemhunden.
Auch nicht jeder Boxer ist ein Familienhund, das hängt immer vom einzelnen Hund ab und ein Züchter als auch ein Welpenkäufer sollte in der Lage sein das zu unterscheiden.

Ich bin der Meinung der Züchter hat die Verpflichtung den Interessenten zu informieren, denn nur er kann die Veranlagung der Welpen in etwa kennen. Meine Welpen sind im Verbund Hündin , Rüde im Haus aufgewachsen, hatten ab dem 06 Tag Menschenkontakt und sind sozial gut geprägt. Dennoch sind es nie Familienhunde denn sie haben ihre speziellen Ansprüche. Sie können problemlos in Familien leben sind auch so untergebracht, sind aber keine Familienhunde. Mein Rüde aus dem Wurf ist ein Arbeitshund der durch die Arbeit so ausgeglichen ist das er obwohl er vor Kraft strotzt sehr gut in der Familie auskommt.Das was andere seiner Rasse als Arbeit machen macht er zum Ausgleich, sowie Mutter und Ziehvater auch.
 
E

Emmilein

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Hallo,

ich habe ja eine ELO- Hündin und denke schon, dass sie ein Familienhund ist.

Das hängt neben den angeborenen Wesensmerkmalen aber auch mit der Prägung in der Zuchtstätte zusammen. Dort wurde unsere Hündin bestens sozialisiert, sie kannte alle relevanten Haushaltsgeräusche, sie kannte Kinder, Kühe, Pferde, Straßenverkehr uvm.
Sie ist zwar nicht die ruhigste Vertreterin ihrer "Rasse" aber für uns als Ersthundebesitzer bisher immer leicht zu händeln gewesen. Sie begegnet Mensch und Tier bisher immer freundlich und versteht sich bestens mit unseren Katzen. Sie liebt die Kinder unserer Verwandten (das sind sehr viele und sie sind äußerst lebhaft....) und mag es sehr, wenn sie mit ihr spielen.

Ich bin äußerst beeindruckt von den ELOs und wie sie bei den Züchtern auf ihr Leben vorbereitet werden.
Desweiteren finde ich es gut, dass bei den ELOs auf Gesundheit geachtet wird - grader Rücken, Rute ringelt sich über den Rücken, so dass sie nicht so leicht wo gegen schlägt, Stehohren usw.
Es geht hier also eher um Gesundheit und innere Werte, als ums Aussehen, denn das ist bei den ELOs sehr vielfältig.

Meine Güte, das liest sich ja jetzt fast wie ein Werbetext, aber ich fühlte mich irgendwie angesprochen etwas zu schreiben, weil die ELOs im Ausgangspost erwähnt wurden.
LG Petra mit FamilienELO Emmi :)
13.03.2014 023.jpg
 
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Harlekin

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Hallo,ich habe ja eine ELO- Hündin und denke schon, dass sie ein Familienhund ist.
Das hängt neben den angeborenen Wesensmerkmalen aber auch mit der Prägung in der Zuchtstätte zusammen. Dort wurde unsere Hündin bestens sozialisiert
Deine ELO-Hündin hat bei dir einen Lebensplatz bekommen, der sie zu einem guten Familienhund werden liess, und der Züchter deiner Emmi investierte die besten Voraussetzungen für eine gute Prägung zum "Familienhund". Ebenso ist das Wesen des ELO's dazu offenbar prädestiniert. Ich kenne die Rasse nicht.

Sicher ist eine gute Prägung und Sozialisierung beim Züchter wichtig, aber auch das lässt heikle Wesenszüge die in den Genen mancher Rassen verankert sind leider nicht einfach verschwinden. Die tauchen dann spätestens nach dem Pubertieren, hier bei den meisten Kromis, wieder auf. Auch ich gab mir die grösste Mühe meine Welpen auf ein Leben in der Familie bestens vorzubereiten. Ich möchte dabei nur noch festhalten (ich weiss, das hast du nicht sagen wollen), dass beim guten Familienhund nicht alles an einer guten Prägung festgemacht werden kann.

hier beim Spaziergang mit dem ganzen Wurf im Wald, dazu mussten sie schon autofahren.

E-wurf Wald1.jpg

und hier bei den Besuchen von ganzen Schulklassen

Schulklasse 1.gif

Schulklasse2.gif
 
pumpi

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hab den dritten collie und würde sagen, das ist der perfekte familienhund. ausnahmen bestättigen natürlich die regel. auch meine bernnerhündin war ein totaler familienhund.
 
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