Was genau bedeutet: gut sozialisiert bei Meerschweinchen

Diskutiere Was genau bedeutet: gut sozialisiert bei Meerschweinchen im Haltung, Verhalten und Pflege Forum im Bereich Meerschweinchen; Hi, immer wieder ist die Sprache, von gut sozialisierten Meerschweinchen, insbesondere "erfahrene Weibchen vom Züchter" die andere Tiere gut...
Wassn

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Hi,
immer wieder ist die Sprache, von gut sozialisierten Meerschweinchen, insbesondere "erfahrene Weibchen vom Züchter" die andere Tiere gut "erziehen" und unterstützen können.
Ich habe bei mir, bis auf ein Schweinchen von einem Züchter, ausschließlich Notfalltiere. Diese haben recht abenteuerliche Geschichten erlebt, lebten bis zu ihrer "Befreiung" mit vielen anderen Tieren in winzigen Gitterkäfigen.
Ich hatte noch nie, ich betone noch nie, bei einem dieser Tiere Probleme bei der Vergesellschaftung. Woher kann man daher wissen, dass ein Züchterweibchen, was zur Zucht "verwendet" worden ist, besser sozialisiert sein soll?
Die Nottiere waren gezwungen, miteinander klar zu kommen. Es wurden Jungtiere geboren wie bei der Zucht.
Meine Nottiere haben jetzt dem kranken Kastrat bis zu seiner Einschläferung zur Seite gestanden. Er lag fast nur noch, doch er war niemals alleine. Sie haben ihn begleitet.
Dies sind für mich Anzeichen, einer guten Sozialisation. Ebenso finde ich, dass die Tiere gut sozialisiert sind, da ich ihnen neue Schweine vor die Nase setzen kann und sie können klar ihre Grenzen zeigen und die neuen aber auch in die Gruppe integrieren.
Ich möchte einfach wissen, woran ich definitiv ein gut sozialisiertes Schwein ausmachen kann.
Was sind die Eckpunkte? Dabei meine ich nicht... tolle Kindheit.. usw. Sondern handfeste Aussagen.
Der Hintergrund ist einfach der, dass ich nicht der Meinung bin, dass ausschließlich gut sozialisierte Schweine bei einem Züchter zu finden sind, sondern auch in Notstationen. Dort finde ich den absoluten Vorteil, dass ich nicht ein ausrangiertes Zuchttier bekomme, sondern ich viele Schweine mit vielen verschiedenen Charakteren zur Auswahl habe und die Pflegepersonen diese genau kennen. Gehe ich hin und sage: ich habe 2 selbstbewusste Damen im gesetzten Alter ich brauche einen entsprechenden Kastrat, dann kann man mir passende Tiere vorschlagen (grob zusammengefasst)
Und ich mag einfach eine Antwort haben. Der Begriff "gut sozialisiert" kann von jedem irgendwie verstanden werden.
Also Fakten: Woran mache ich ein gut sozialisiertes Schweinchen fest?
 
23.10.2018
#1
A

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B-Tina :-)

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Der Hintergrund ist einfach der, dass ich nicht der Meinung bin, dass ausschließlich gut sozialisierte Schweine bei einem Züchter zu finden sind, sondern auch in Notstationen. Dort finde ich den absoluten Vorteil, dass ich nicht ein ausrangiertes Zuchttier bekomme, sondern ich viele Schweine mit vielen verschiedenen Charakteren zur Auswahl habe und die Pflegepersonen diese genau kennen. Gehe ich hin und sage: ich habe 2 selbstbewusste Damen im gesetzten Alter ich brauche einen entsprechenden Kastrat, dann kann man mir passende Tiere vorschlagen (grob zusammengefasst)
Und ich mag einfach eine Antwort haben.
:top: Stimme Dir voll zu!

Ich halte auch nur Notschweinchen und vertraue "meiner" Notstation, die mich immer bestens beraten hat und berät.

Einzige Ausnahme: meine :angel:Paula war ein spontaner Mitleidskauf aus dem "Fressnapf", den ich trotz TA-Kosten im vierstelligen Bereich niemals bereut habe. Paula war das sozialste, verträglichste Schweinchen, das ich jemals erlebt habe. Einige von euch kennen sie aus meinen Threads: 20160806_123309.jpg
Bei der Vergesellschaftung einfach dazugesetzt, gemeinsam Gras gefressen, geschnuppert, Öhrchen geleckt und gut.

Wann immer ein Wutz vom TA kam oder Schutz suchte - Paula war ruhig und tröstend/beruhigend da. Ich kann es nicht anders beschreiben.

(Ich unterstütze im allgemeinen keine Zooladenkäufe und meide den Fressnapf seither aus gutem Grund ... bestelle mehr im Internet.)

Was ich eigentlich sagen bzw. schreiben will - Schweinis sind Charaktertierchen, und ob Züchter oder Notstation, ein erfahrenes 2Bein kennt seine Tiere und kann sie verantwortungsvoll weitervermitteln.

Als Interessent muss ich aber flexibel sein, wenn es um Äußerlichkeiten geht. Für mich geht bisheriges Rudelverhalten und Charakter vor Aussehen.

Gut sozialisiert ist m.E. ein Schweinchen, das mit seiner Gruppe harmoniert und ggf. "Jungspunden" freundlich-deutlich klar macht, wie :wusel: sich zu benehmen hat.
 
Hetja

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Für mich ist ein gut sozialisiertes Schweinchen ein Schweinchen, dass in (fast) allen Situationen bezüglich dem Gruppenleben weiter weiss und sich angepasst verhalten kann. Ausserdem sollte es das Verhalten bestenfalls an Jungspunde vermitteln können.
Desweiteren kennt ein gut sozialisiertes Meerschweinchen einigermassen dem Umgang mit Menschen (TÜV ohne Riesen Stress, aus der Hand Fressen, kein panisches Wegrennen) und kann mit Alltagssituationen umgehen und den andern dabei Sicherheit vermitteln.

Kurz gesagt ein gut sozialisiertes Schweinchen ist mit den Regeln und Gebräuchen des Schweinchendaseins als Haustier vertraut.

Edit: Die Herkunft spielt meiner Meinung nach nicht unbedingt eine grosse Rolle, dazulernen können Schweinchen auch später noch.
 
ulrike

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Das, was du bei dir beschreibst, sind gut sozialisierte Meerschweinchen. :)

Ich würde das so beschreiben: Neuzugänge werden freundlich aufgenommen, untereinander ist ein ausgeglichenes Miteinander.

Ein guter Züchter lässt die Schweinchen in größeren Gruppen ihr Sozialverhalten lernen. Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber auch bei Hobbyzüchtern nicht immer. Bei einer Vermehrerzucht ist das gar nicht der Fall.

Nicht gut sozialisierte Tiere stammen meistens aus Einzelhaltung, das muss aber nicht so sein. Es gibt auch Züchter, da leben die Mütter nur mit ihren Babys in Boxen, da kann man auch nicht von guter Sozialisierung sprechen. Da hilft nur das Anschauen der Zucht. Nicht gut sozialisierte Tiere haben meist Angst und verhalten sich aus dieser Angst heraus aggressiv gegenüber Artgenossen. Oft haben sie auch negative Erfahrungen mit ihren ehemaligen Genossen gemacht.

Meine Gruppe hier ist auch sehr sozial, nimmt Neue immer freundlich auf.
Ich überlege gerade, welche Schweine hier ausnahmsweise Probleme beim Eingliedern hatten:

1. Ehemaliges Zuchtmädel, zickte hier herum, ließ keinen an sich, schrie. Es dauerte eine Weile, dann hatte aber auch sie kapiert, dass ihr nichts passiert. Zeitgleich zog damals ein weiteres Zuchtmädel aus einer anderen Zucht ein. Sie fing einfach inmitten der neuen Gruppe an zu fressen und war sofort angekommen. Im Nachhinein hatte ich den Eindruck, dass in der ersten Zucht die Zuchtmädels allein saßen, in der zweiten in größeren Gruppen.

2. Letztes Mädel von Bekannten. Stammte ursprünglich aus einem Tierpark, warf bei den Bekannten Babys, die später die eigene Mutter mobbten. Daher war sie panisch, wenn ihr ein Schwein zu nahe kam. Sie rannte weg, schrie und biss. Mein Kastrat klärte aber die Rangfolge, machte sie sich quasi untertan und anschließend war alles gut. Positive Erfahrungen änderten ihr Verhalten.

Bei Babyschweinen gab es mit der Eingliederung nie Probleme, egal aus welcher Herkunft sie stammten. Die einen waren vielleicht etwas scheuer, die aus gut geführter, kleinerer Zucht schon menschengewöhnter. Aber auch Babys, die als Unfall bei Privatleuten gefallen waren, waren hier kontaktfreudig. Man kann es nicht pauschalisieren.

Ich denke, ein Nottier, das in einer Notstation schon soziales Leben gelernt hat, macht in einer neuen Gruppe auch keine Probleme mehr.


Es gibt interessante Studien aus Münster von Verhaltensforscher Prof. Sachser. Dazu wurden auch schon Beiträge im TV gebracht. Musst mal googeln, vielleicht kann man sich die noch irgendwo anschauen. Da wurden Meerschweine aus unterschiedlicher Konstellation in neue, fremde Gruppen gesetzt und beobachtet. Auch Stress der Mutter in der Trächtigkeit spielte eine Rolle fürs spätere Verhalten.
 
Wassn

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Danke für die ausführliche Antwort! Dann ist mein kleiner neuer Kastrat aus einer Notstation gut sozialisiert. Er saß dort in Einzelhaft, weil er mit nur einer Dame nicht klar kam und sich mit Herren gebissen hat. Mit meinen drei Ladies kommt er super klar. Er ist jetzt seit Samstag hier und hat sich innerhalb von 2 Tagen an die Spitze des Rudels gebromselt. Und er lässt keine Dame alleine. Alle akzeptieren ihn. Ob 7 jähre, zickige Oma, ob die Dame, die seit Eddys Tod die Leitung übernommen hatte und Sally die 1,5 jähre im Team. Er klappert über den Tag verteilt alle mal ab. Er bebromselt sie nicht nur, er legt sich auch neben sie. Ich habe selten so spannende Gruppenfindungsprozesse erlebt, wie die letzten Tage. Laut Notstation ist er noch recht jung, wahrscheinlich vom Februar 2018. Aber er konnte ohne Probleme die Zeichen der Ladies richtig deuten, hat sich nicht unterbuttern lassen und atmet jetzt sichtbar durch, wie Feierabend nach getaner Arbeit. Und den Damen scheint es zu gefallen. Keiner zwitschert mehr.
Der kleine Mann kam aus katastrophalen Zuständen und ich habe ein Foto nach seiner Rettung gesehen, da war der Kopf größer als das Tier, so ausgemerkelt war er.
 
B-Tina :-)

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Wie schön ... ich liebe Happy-Ends! :wusel::heart:
 
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Traudl

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Gut sozialisiert bedeutet genau das, was du oben beschreibst, Tiere, die selbstbewusst neuen Grenzen setzen können und gleichzeitig diese integieen können.
Ich habe schon Tiere vergesellschaffet, die wie panisch auf andere Tiere reagierten und sofort bissen, wenn das andere nur in die Nähe kamen.Das war einmal ein Tier aus Einzelhaft und einmal ein einzelnes Schweinchen das mit vielen Kaninchen gehalten wurde. Andere Nottiere konnte ich auch nach langer Einzelhaft gut in die Gruppe integieren und sie waren super sozial. Meine Hanni, nach 4 Jahren Kinderspielzeug sein, wurde Rudelführerin und machte das absolut super- nur, wenn ich ein Tier brauche, das eine schwierige Rudelzusammensetzung beruhigt, dann brauche ich ein Tier, das schon bewiesen hat, das es super sozial ist. Und das tut ein Weibchen, das sich gut um die Babys kümmert. Ein Zuchtweibchen, das sich nicht um die Babys kümmert, nutzt mir da nichts.
Jedesmal, wenn ein Rudel nicht funktioniert hat, und ich dann ein Zuchtweibchen, das eine gute Mama war, dazusetzte, dann wurde das Rudel harmonisch innerhalb von wenigen Wochen.
 
Ahrifuchs

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Finde ich eine total interessante Fragenstellung. Genau das habe ich mich nämlich auch schon bei meinen Schweinen gefragt, daher kann ich da jetzt keine große Antwort zu geben, vielleicht kann ja jemand was dazu sagen?

Unser Pepe (Profilbild)ist teilweise ein extrem.. strenges Schwein. Er genehmigt es anderen nicht wirklich, in Häuser zu gehen. Zumindest wirft er sie, in der Anfangsphase der Vergesellschaftung etc, einfach dauernd heraus. Er geht rein, muss nichtmal beissen oder so, aber er schafft es, das andere Schwein richtig rauszuwerfen, kann es nicht beschreiben.

Irgendwann, es scheint, wenn die anderen akzeptiert haben, dass es seine Häuser sind, lässt er es zu. Aber nicht, ohne nicht manchmal doch rauszuwerfen. Oder er liegt im Haus, Buntstift will zu ihm, aber er lässt ihn vor der Tür des Häuschens warten, lässt es einfach nicht zu, er will allein darin sein. Nicht aber, ohne das andere Ferkel am Ohr zu lecken, nachdem er ihm den Eintritt verweigert hat. Das macht er immer, warum? Ich verstehe das nicht :D Lässt ihn nicht rein, dann leckt er ganz zart am Ohr.

Zu Neugängen ist er immer freundlich gewesen, abgesehen von der Häusersache, das löst er aber irgendwie durch sein Auftreten :D Er ist nie aggressiv, also löst das nicht mit Beissen oder so ,aber wenn er kommt wissen schon alle Bescheid. Er kam immer besser mit Neuzugängen klar als Buntstift (er ist in der Hierarchie das Zweite, glaube, er will sich den Rang nicht streitig machen lassen ;) ) und in solchen Situationen hat er schon oft geschlichtet.Er ist auch ein ziemliches Charakterschwein (klingt lustig)

Nur allgemein ist es bei meinen so, dass sie sehr harmonisch sind, die stecken zu 4. die Köpfe in den Napf und es passiert nichts, zicken sich so gut wie nie an, wirklich sehr harmonisch, da war außer bei der Vergesellschaftung nie was - Aber dass sie mal ZUSAMMEN irgendwo liegen (wie ich das schon oft hier im Forum auf Bildern gesehen habe), machen sie nicht. Keiner von ihnen. Jeder hat ein Haus, oder liegt eben ALLEINE im Kuschelsack - Niemals gemeinsam. Ist das üblich?
 
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Vivi93

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Das interessiert mich auch mal!
Eine ähnliche Frage treibt mich zur Zeit nämlich auch um.

Schonmal sehr interessante Antworten dabei. Hoffentlich kommen noch welche.
Das was @Ahrifuchs da beschreibt ist ungefähr ähnlich, was ich gerade bei dem einen Weibchen bei mir beobachte und nicht weiß, wie ich das zu verstehen habe.

Liebe Grüße
 
Ahrifuchs

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Hast du wohl auch ein strenges Schwein erwischt.. :D
 
Vivi93

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Nun ja. Sie entwickelt sich eventuell zu einer strengen Diva. Sie ist ja noch kein Jahr alt. Ich hoffe dabei natürlich, das gesundheitlich alles tutti ist - was ich schon glaube. Zumindest ist es, wenn, dann nichts klassisches, beziehungsweise offensichtliches. Ich hab die Racker jetzt oft genug zum Tierarzt geschleppt um das (bis auf einen letzten, kleinen Prozentsatz.. man weiß ja nie) so sagen zu können.

Aber ich will hier nicht vom Thema abweichen :gruebel:
Die ursprüngliche Frage interessiert mich auch. Wenn ich mal einen Augenblick mehr Zeit habe, werd ich zu meiner kleinen Diva und ihrem Verhalten noch ein eigenes Thema erstellen.

Liebe Grüße :winke:
 
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Wassn

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Was mir auch durch den Kopf geht... ein Mutterschwein, bei einem Vermehrer, lebt ja oft in räumlich- engen Verhältnissen mit anderen Wutzen zusammen.
Zwangsläufig müssen die Schweine dort sehr "sozial" sein oder ist ihr Verhalten durch den Kampf ums Überleben bestimmt?
Gibt es hiervon Studien?
Meerschweinchen sind ja in der Hinsicht Sozialverhalten recht interessante Beobachtungstiere. Irgendwo in meinen grauen Zellen, vor langer Zeit, gab es mal einen Beitrag im TV über ihr Sozialverhalten. Eine Gruppe Studenten hat eine riesen Gruppe Meerschweinchen beobachtet. Es ging darum: Sauberes Gehege und /oder Häuschen, wie geht die Schweinegruppe mit verschiedenen Zuständen um, aber was genau weiss ich leider nicht mehr.
 
Hetja

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Was mir auch durch den Kopf geht... ein Mutterschwein, bei einem Vermehrer, lebt ja oft in räumlich- engen Verhältnissen mit anderen Wutzen zusammen.
Zwangsläufig müssen die Schweine dort sehr "sozial" sein oder ist ihr Verhalten durch den Kampf ums Überleben bestimmt?
Ich habe ein solches ehemaliges Mutterschweinchen und muss feststellen, dass sie eher schlecht sozialisiert ist. Sie reagiert sehr schnell zickig und fast schon aggressiv. Sie hat wohl gelernt jedes bisschen Platz und Ruhe zu verteidigen. Zudem war sie anfangs extrem panisch und hektisch. Ich habe das Glück eine super Gruppenchefin zu haben, die ihr in dem Jahr, das sie nun bei uns ist, sehr viel beigebracht hat. Sie ist allgemein entspannter geworden, auch im Umgang mit den anderen Schweinchen. Allerdings müssen meine beiden bald Teenager Schweinchen bei ihr wesentlich mehr aufpassen, als bei der Chefin. Die Chefin ist sehr geduldig im Umgang mit den „kleinen“ (Sie sind bald grösser als sie).
 
ulrike

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Was mir auch durch den Kopf geht... ein Mutterschwein, bei einem Vermehrer, lebt ja oft in räumlich- engen Verhältnissen mit anderen Wutzen zusammen.
Zwangsläufig müssen die Schweine dort sehr "sozial" sein oder ist ihr Verhalten durch den Kampf ums Überleben bestimmt?
Gibt es hiervon Studien?
Meerschweinchen sind ja in der Hinsicht Sozialverhalten recht interessante Beobachtungstiere. Irgendwo in meinen grauen Zellen, vor langer Zeit, gab es mal einen Beitrag im TV über ihr Sozialverhalten. Eine Gruppe Studenten hat eine riesen Gruppe Meerschweinchen beobachtet. Es ging darum: Sauberes Gehege und /oder Häuschen, wie geht die Schweinegruppe mit verschiedenen Zuständen um, aber was genau weiss ich leider nicht mehr.
Das sind Studien der Uni Münster, Prof. Sachser, hatte ich oben schon erwähnt. Wenn das wieder mal im TV kommt, unbedingt ansehen. :)

Soweit ich das in Erinnerung habe, überträgt solch eine Vermehrer-Mama ihren Stress auf ihre Babys, die dann ebenfalls aggressives Verteidigungsverhalten an den Tag legen.
 
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Sachser hat unterschiedliche Experimente gemacht und u. a. festgestellt, dass bei enger werdendem Besatz der Pegel der Stresshormone bei den Tieren entgegen den Erwartungen nicht anstieg, und bei von der Gruppe getrennten Tieren waren Böcke, die ihre Lieblingssau dazu bekamen, weniger gestresst als wenn ein anderes Tier dazu kam. "Meerschweinchen als Sozialstrategen" war eine seiner Veröffentlichungen, erschienen in "Gehirn und Geist".
 
Vivi93

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Hab es gerade mal gegooglet. Gibt eine Seite im Netz (die ich glaube ich, nicht verlinken darf..) da kann man das runter laden, sofern man dort angemeldet ist. Also den Text von Sachser, über die Meerschweinchen.

Und auf einer Seite über Sachser sind noch weitere Untersuchungen aufgeführt, die mit Meerschweinchen zu tun haben.

Auf der Seite der ARD konnte ich etwas finden, wo von einer Sendung die Rede war, in der es auch um Meerschweinchen ging, bzw um Sachser's Untersuchung. Die Sendung war allerdings 2011 und ich hab noch nicht herausgefunden, ob man die dann nochmal anschauen kann.
Das lief in einer Folge von "W wie Wissen".
 
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Fini

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Ihr meint sicher dieses Video oder? (Ich hoffe es ist ok wenn ich es hier verlinke
die ersten 30sek sind schrecklich...aber der Rest ist sehr intressant, ich habe das Video zu Beginn meiner Meerschweinchenhaltung gesehen und es kam mir so bekannt vor was ihr da erzählt.
 
Day Dream

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Ein gut Sozialsiertes Tier, ist ein Schweinchen, dass bis zum ersten Lebensjahr mit erwachsenen und gut Sozialisierten Tieren aufgewachsen ist.
Das sind dann auch die Tiere, die als Erzieher in Frage kommen.
Nur weil eine Gruppe harmonisch ist und sich die Tiere Sozial Verhalten, heißt das nicht, dass sie Sozialverhalten gelernt haben und deshalb als Erzieher taugen würden, dass ist eher Charaktersache dann, ob die Gruppe funktioniert.
In einer Gruppe mit erwachsenen Tiere ist es auch mehr oder weniger egal, ob das neue erwachsene Tiere Sozialverhalten gelernt hat, da kommt es alleine auf den Charakter an.
Bei einem Jungtier allerdings, ist ein geeigneter Erzieher doch sehr Wichtig, gerade bei Böckchen!
Tiere von seriösen Züchtern haben ein gutes Sozialverhalten gelernt, da der Züchter darauf achtet und die Tiere in großen, sozialen Gruppen aufwachsen.
Bei Notstationen ist eben das Problem, dass die Tiere meistens nicht aus guten Verhältnissen kommen und darum auch kein Sozialverhalten gelernt haben, sie lassen sich gut in bestehende Gruppen einfügen, sind aber nicht als Erzieher geeignet.
Ein Teil des Sozialverhaltens kann definitv in einer Sozialisierten Gruppe nachgeholt werden, aber es ist nicht Vergleichbar mit einem Tier, dass Sozial aufgewachsen ist.
 
ulrike

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Danke, Fini, das ist einer der Filme, die ich gesehen hatte. :)
 
Ahrifuchs

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Lustig, genau diese Doku habe ich ganz zu anfang,so im Januar ca. auch gesehen! Fand es sehr interessant, auch die Theorie, dass wenn ein Mutterschwein viel Stress ausgesetzt war während der Schwangerschaft, sich das irgendwie auf die babys überträgt und die dann auch eher maskulines Verhalten an den Tag legen oder so.

Und auch, dass gesagt wurde, dass Schweinis so interessant vom Sozialgefüge sind (soviel zu: Meerschweinchen sind doch langweilig) , dass man ihr Verhalten auch auf Menschen übertragen konnte in manchen Experimenten, Gruppendynamik usw. Super interessant und sicher auch etwas, was einige von uns schon beobachten konnten bei den eigenen Quietschern :)
 
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