Meerschweinchen nehmen mir das Fangen übel

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Neuling

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Hallo,

ich habe meine beiden Schweinchen (Kastrat und Weibchen, beide 4 Monate alt) jetzt seit 8 Tagen. Leider sind die beiden noch sehr ängstlich und flüchten oft panisch in ihre Lieblingsecke.
In den ersten Tagen habe ich die beiden mit seeehr viel Geduld dazu gebracht Grashalme und Gurkenstückchen aus meiner Hand zu nehmen.
Samstag habe ich zum ersten Mal das Gehege ausgemistet (musste langsam sein) und habe die beiden dafür auch zum ersten Mal rausgenommen. Seitdem weigern sich die beiden hartnäckig sich meiner Hand auch nur zu nähern und der ganze Fortschritt scheint zunichte gemacht.

In der ganzen Aufregung habe ich leider auch noch den TÜV vergessen, den ich eigentlich auch bei der Gelegenheit machen wollte. Jetzt traue ich mich aber überhaupt nicht mehr, die beiden schon wieder rauszunehmen. Sie tun mir so leid wenn sie immer so in Panik sind. Mache ich jetzt jede Woche wieder alles kaputt? Habt ihr irgendwelche Tipps für mich, wie ich es für die beiden schonender machen kann?

Liebe Grüße
 
17.09.2018
#1
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Ahrifuchs

Ahrifuchs

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Hey,

mal ein paar Tipps, wie man das "Fangen" zumindest etwas erträglicher machen kann, zumindest sind unsere jetzt weitaus weniger gestresst!

Zum einen kann es helfen, die Tierchen mit Kuschelrollen, Kuschelbällchen rauszunehmen. Tiere reinlocken, Ball rausnehmen, fertig. Das hat bei uns anfangs sehr gut geklappt, leider haben sie es irgendwann durchschaut ;) Meist gehen sie aber trotzdem rein, wenn sonst kein Häuschen mehr da ist.

Was bei uns mittlerweile super funktioniert: Mit einem Stück Karton ,teilen wir einzelne Gehegeteile ab, locken sie dort hin und können sie dann recht einfach rausnehmen. So erspart man ihnen die Rennerei. Einfach in eine Ecke lotsen, abteilen und dann sollte es gehen.

Ich weiß nicht wie dein Gehege ist, aber es ist wichtig (trifft wohl eher zu wenn es kein Bodengehege ist), "seitlich" zu kommen, dh. nicht wie ein Raubvogel von oben ;)

Das Alles ändert natürlich nichts am Rausholen an sich, aber manchmal geht es ja niht anders, Thema Misten und TÜV z.B. Da müssen sie durch, ich hatte da vielleicht auch einfach Glück, dass sie mir das nie lang böse genommen haben. Aber ich denke, wenn du das Fangen etwas stressärmer gestaltest, keine Jagd auf sie veranstaltest, sollte es angenehmer werden.
 
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Vielen Dank für deine Antwort! :)
Die Tipps werde ich auf jeden Fall beherzigen. Leider nehmen sie bis jetzt keine Kuschensachen an, sondern nur "natürliche" Materialien wie Holzhäuschen und Heurollen. Kuschelsack- und Kuschelrolle sind ihnen wohl noch nicht so ganz geheuer. Das mit dem Karton hört sich sehr gut an.

Es ist ein Bodengehege mit den Maßen 1,20 x 1,20 mit einem Dauerauslauf mit den Maßen 1,60 x 0,80 m. Zusätzlich gibt es noch eine kleine Etage. Sie scheinen sich insgesamt zumindest einigermaßen wohlzufühlen, da sie den ganzen Platz nutzen, wild rumflitzen und auch popcornen.
Dazu hätte ich gleich noch eine Frage: ist es normal, dass die Meerschweinchen sich sehr oft ausruhen? Es wird immer 10 Minuten alles erkundet und dann ziehen sie sich für eine Ruhepause zurück (sie machen dann auch manchmal die Augen zu und legen sich auf die Seite). Nach 20 Minuten geht es dann von vorne los. Ist dieser Rhytmus normal oder stimmt da etwas nicht?
 
Ahrifuchs

Ahrifuchs

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Gern. Das klingt doch schonmal sehr gut, dass die kleinen Ferkel sich wohlfühlen ;) Ich denke, das mit den kuschelsachen kommt noch. Scheint ja sehr beliebt zu sein.

Zu Deiner Frage. Dasselbe stelle ich auch bei meinen fest und liegt wohl daran, dass Meerschweinchen nicht wie wir Menschen 7 Stunden am Stück schlafen, sondern immer mal wieder ruhen. Machen meine wie gesagt auch, da wird 30 Minuten alles erkundet, gerannt, gespielt und sich dann ins Häuschen oder Hängematte gelegt, meist auf der Seite und dann geht es wieder los. Alles normal! Auch in der Nacht stehen sie gerne mal auf, futtern was... Da musst du dir keine Sorgen machen.
 
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Schokofuchs

Schokofuchs

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Zwei im Prinzip noch Babys, die du seit knapp einer Woche hast - wundert es dich wirklich, dass sie dann noch Angst (vor dir) haben?

Es ist echt nicht böse gemeint, aber zwei junge Tiere sind wohl auch einer der häufigsten Anfängerfehler, die gemacht werden obwohl man eigentlich denkt man hätte sich gut informiert. Jungtiere (bis ein Jahr) brauchen ein sozialisiertes Erzieherschwein (ab einem Jahr oder älter, weil du bereits einen Kastraten hast am besten ein Weibchen), dass ihnen Sicherheit geben kann. Von Vorteil wäre da natürlich ein Schweinchen, das bereits zutraulich(er) ist, damit die Kleinen sich von dem Erzieher abgucken können, dass du nicht böse bist! Dann sind sie erst seit 8 Tagen bei dir - es kann Wochen, Monate, Jahre dauern bis Schweine ihre Scheu verlieren, falls sie es jemals ganz tun. Sei geduldig, es zahlt sich aus. Mein scheustes Schweinchen frisst meinem Freund und mir seit kurzem auch endlich kleine Sachen wie Sonnenblumenkerne aus der Hand - das hat fast ein Jahr gedauert :)

Nach "Quälereien" wie rausnehmen empfiehlt sich Bestechung mit Leckerli. Zwei meiner 4 Schweine mögen ihre "Beruhigungsbelohnungen" wie eine Extraportion Gurke, Salat oder Wiese schon beim TÜV, die beiden anderen mögen es lieber am Ende im Gehege, um sich mit dem Essen bloß schnell wieder zu verziehen. Rausnehmen ist für jedes Schwein blöd - selbst meine zutrauliche Sau Pina findet hochheben absolut unangenehm, und zetert und meckert wenn man sie raus nimmt. Sobald sie dann draußen sitzt ist aber wieder gut. Dann hab ich da aber zB noch Kalista, die ist so panisch was Berührungen angeht, die quietscht beim TÜV als würde ich sie abstechen und hält fürs Wiegen kaum still... die Schweine reagieren halt je nach Charakter unterschiedlich, aber sie gewöhnen sich alle auf ihre Weise daran. (Pina war von Anfang an einigermaßen okay damit rausgenommen zu werden wenns sein muss, Kalista ist nach etwa 10 Monaten bei mir mit TÜV alle 2-4 Wochen inzwischen auch.. etwas entspannter.. man muss zumindest keine Angst mehr haben, dass sie einem bei ihrem Gestrampel die Arme mit den Krallen aufschlitzt.)

Zum Ausmisten rausholen würde ich lassen, wenn es sich vermeiden lässt. Mein Gehege ist etwa 2,1 x 1,2 Meter groß und ein Bodengehege, da mache ich immer erst eine Hälfte, dann die andere - so dass auf einer Gehegeseite Platz zum Verstecken ist. So erspare ich den Schweinen den Stress einer Umsiedlung, die sonst jeden Tag bis zu zwei Mal erfolgen müsste... Ich hab Fleecehaltung, da sollte ich täglich Böhnchen und Essensreste einsammeln :D

Ich persönlich finde bei Streuhaltung wäre ein Spot-Cleaning nasser Lieblings-Ecken alle 2-3 Tage sinnvoll, damit sparst du Streu. Nasse Stellen rausnehmen, trockene Streu der anderen Stellen rüberschieben, neues Streu dort nachfüllen wo du es soeben weggeholt hast, damit die Streu durchs Gehege rotiert. Bei Bedarf kann man dann trotzdem alle paar Wochen einmal alles rausnehmen und neu auffüllen, aber bevor ich auf Fleece umgestellt habe hatte mir das schon geholfen, meine Müllmengen zu reduzieren :D

Dein Gehege samt Dauerauslauf ist sogar größer als meins, da könntest du das System des "erst der eine Teil, dann der andere" doch auch angehen, das wäre auf Dauer wohl nervenschonender als alle paar Tage Schweine rausnehmen. Sie gewöhnen sich normalerweise recht schnell daran, dass man hin und wieder Einrichtung raussammelt und verziehen sich dann auf die Seite des Geheges, auf der noch Verstecke sind. Bei zutraulichen Schweinchen muss man schon mal aufpassen, dass die nicht im Bereich bleiben, den man Sauber machen wollte, und auch mal auf der Schaufel zum Misten sitzen. Meine Pina zum Beispiel ist auch immer sehr "hilfreich" beim Sauber machen und futtert noch Heuhalme, die ich grade auf die Kehrschaufel geschoben habe zum wegräumen... :D
 
B-Tina :-)

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NotschweinchenHalterin
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Huhu Neuling,

ein gut sozialsiertes Erzieherschwein war auch das erste, was mir beim Lesen Deines Posts in den Sinn kam.
Die beiden Schweinekinder sollten von einem Artgenossen lernen, dass 2Bein ihnen nichts Böses will. Dann können sie ganz schnell Vertrauen fassen, und Du wirst viel Freude an der Bande haben.

Woher hast Du die beiden?
Hast eine Notstation in der Nähe? Die können Dir ein charakterlich passendes Schweinchen empfehlen, die Vergesellschaftung begleiten und Dir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Was allgemein hilft: die Schweinis an die Alltagsgeräusche zu gewöhnen. Viel mit ihnen reden, damit sie Deine Stimme kennenlernen. Leise Radiomusik im Hintergrund ist besser als Totenstille.
Beim Herausfangen vorher ansprechen, Hände am besten ruhig von vorn auf schweinischer Augenhöhe, keinesfalls von oben greifen. Nervöse/ ängstliche Schweinchen auf dem Fußboden wiegen, nicht auf dem Tisch. Denn wenn sie in Panik aus der Waagschale hüpfen, können sie sich verletzen.

Wichtig sind auch viele Unterstände oder Häuschen mit mindestens 2 Türöffnungen. Das können auch umgedrehte, ausgeschnittene Pappkartons ohne Aufdruck sein. Verschiedene Futter- und Wasserstellen. Und immer volltexten!

Beim Umsetzen können Kuschelrolle oder Kuschelsack wirklich hilfreich sein. Meine Schweinis wuseln unter Aufsicht im Wohzimmer, sie haben von all den vielen Kuschelrollen, die da liegen, eine Lieblingsrolle für den Transfer. Sie gehen auf Kommando nacheinander hinein, und 2Bein muss nur noch an beiden Enden gut festhalten und :wusel: zurück in den Schweinebau setzen. Mit der Zeit entwickeln sich Rituale.
 
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Neuling

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Vielen Dank auch für eure Antworten!
Das mit dem Erzieherschwein habe ich inzwischen auch schon im Internet gelesen, leider zu spät :(
Ich habe die beiden von einer Züchterin, die es wohl in diesem Punkt nicht so genau nimmt, da sie die Schweinchen ab einem Alter von etwa vier Wochen bereits ohne älteres Schwein vermittelt. Meine waren also sogar schon verhältnismäßig "alt". Könnte ich nochmal entscheiden, würde ich es anders machen, aber jetzt habe ich die beiden ja nunmal schon.

Nach einer Notstation habe ich schon geschaut. Hier in der Nähe gibt es leider keine und das Tierheim vermittelt nur in Außenhaltung. Als weiteres Problem kommt dazu, dass mein Freund bei dem Thema etwas stur ist und meint zwei Schweine würden doch erstmal reichen. Bisher kann ich ihn nicht vom Erzieherschwein überzeugen obwohl ich ihm schon mehrmals gesagt habe wie gut dass für die beiden Kleinen wäre.
Würde es denn bei der Vergesellschaftung Probleme geben oder würden die beiden aufgrund ihres Alters ein älteres Schwein erstmal automatisch als Chefin akzeptieren?

Nochmal zu der Ursprungsfrage: ich habe meine Erwartungen jetzt etwas zurückgeschraubt und versuche das Ganze entspannter anzugehen und siehe da: beide nehmen mir wieder Futter aus der Hand und trauen sich immer mehr :)
 
Quano

Quano

Meersäulioldie
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Hallo, das ist für deinen FREUND bestimmt.:

Hallo Freund, deine Freundin hat sich gut informiert. Babyschweinchen brauchen unbedingt ein Erzieherschweinchen. Ob 2 oder 3 Schweinchen macht für euch den Braten nicht feiss, aber für die Babies schon. Stell dir vor, junge Menschenkinder müssen alleine in einer Wohnung leben. Geht doch auch nicht. Gib dir BITTEEEEEEE einen Ruck und hole mit deiner Freundin zusammen ein Erzieherschwein. Du wirst in absehbarer Zeit viel Freude an den dreien haben.

Je jünger die Babies bei der VG mit einem Erzieherschwein sind, desto reibungsloser verläuft sie. Also, los von Rom. ;)

Viel Freude an den Schweinchen :wusel::wusel::wusel: :D
 
N

Neuling

Gast
Danke für den Überzeugungstext :D werde ich ihm zeigen.

Schokofuchs, deinen Tipp mit dem rotierenden Streu habe ich gerade direkt mal umgesetzt. Es ist super stressfrei gelaufen. Die wichtigsten Ecken sind wieder frisch und die beiden laufen jetzt 2 Minuten später schon wieder im Auslauf rum und popcornen :heart:
 
Thema:

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