Sind rangniedrige Schweinchen glücklich?

Diskutiere Sind rangniedrige Schweinchen glücklich? im Allgemeines Forum im Bereich Meerschweinchen; Bitte helft mir mal. Ich glaube ich sehe das mal wieder zu menschlich:mist:. Am Wochenende will ich eine Vergesellschaftung wagen mit einem...
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katjump

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Bitte helft mir mal. Ich glaube ich sehe das mal wieder zu menschlich:mist:.
Am Wochenende will ich eine Vergesellschaftung wagen mit einem rangniedrigen Weibchen. Ich hab noch ein dominantes, ein scheues Weibchen und einen Kastraten, der einfach nur lieb und ganz alt ist. Ich denke die neue wird in der Rangfolge ganz unten landen.

Fühlen sich Meerschweinchen wohl wenn ihnen ständig gezeigt wird, dass sie ganz unten stehen oder ist das so normal, dass ich mir mal wieder um nichts gedanken mache?:rolleyes:
 
10.02.2012
#1
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Strubimmy

Strubimmy

Schweinchenmama
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Ich denke es kommt darauf an, WIE ihnen gezeigt wird, dass sie ganz unten stehen. Wenn das Schweinchen ständig verjagt wird und nie ans Futter darf usw., denke ich ist es eher nicht glücklich.
Bei unst ist Elli die Rang niedrigste. Wenn sie in einem Haus sitzt und Goldi möchte da gern rein, dann ist es selbstverständlich, dass sie ohne zu meckern rausgeht. Aber das kommt auch nicht sooo oft vor. Oft sitzen sie friedlich nebeneinander und essen oder schlafen und vom Futter verscheucht wird sie auch nie. Außer sie hat das letzte Sück und Goldi hat keins mehr :rofl:
Aber unglücklich wirkt sie auf keinen Fall. Naja, ich glaube, ich sehe das auch alles etwas zu menschlich :D
 
mariajonas

mariajonas

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... ich sehe das auch so, dass es schon einen Unterschied gibt, ob ein Tier ständig gejagt etc wird, oder sich eher friedlich untergeordnet wird.
Und es ist auch Schweinchen-Charakter abhängig. Es gibt manche, die gar keine Lust auf Chefposten haben und Streit immer aus dem Weg gehen- ich hatte schon zwei solcher Schweinchen. Die drehten einfach um und ignorierten es, wenn sie angeklappert wurden oder ihnen der Weg versperrt wurde.
Anders sieht es aus, wenn ein Schweinchen richtig unterdrückt wird oder unbedingt in der Rangordnung aufsteigen will und deshalb immer wieder in Streit verwickelt ist. Das ist ganz sicher stressig..

Bei uns ist Philine, die Jüngste mit 6 Monaten, ganz unten in der Rangordnung. Das ist schon manchmal hart zu sehen, dass die Mädels nicht zimperlich mit ihr umgehen. Sie flüchtet dann immer zu Opa Merlin- der ist lieb zu ihr...:troest:
 
Aquariuslove

Aquariuslove

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Ich denke, es kommt da auch sehr darauf an, wieviel Platz dem rangniedrigen Tier (bzw. der gesamten Gruppe) zur Verfügung steht. Kann es nicht richtig ausweichen - klar, dann ist das enormer Stress und vor allen Dingen Dauerstress für so ein Tier.

Ist der Platz aber großzügig, so dass es sich gut zurückziehen kann und die beiden sich so nicht permanent über den Weg laufen müssen, ist das nicht weiter schlimm. Bei viel Platz hat man eben auch die Möglichkeit viel Futter zu drappieren, man kann mehr Näpfe aufstellen, so dass sichergestellt wird, dass auch das rangniedrige Tier ausreichend Futter zu sich nehmen kann. Denn es ist ja klar, dass es bei einem gemeinsamen Napf bzw. einem einzigen Frischfutterbereich vermehrt weggestoßen/weggezwickt wird.

Also ist der Platz der da zur Verügung steht für mich ganz entscheidend, um deine Frage beantworten zu können.
 
mariajonas

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@ Aquariuslove: Stimmt, das ist auch ein ganz wichtiger Punkt!
 
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misfit

in jeder Hinsicht ein
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Es gab vor vielen Jahren mal eine Untersuchung von Prof. Sachser aus Münster. In gemischten Gruppen mit mehreren Männchen wurden bei den rangniedrigen Männchen, welche öfters gejagt wurden die Stresshormone gemessen. Waren etwas erhöht, ging aber so. Hat man diese Männchen aber aus der Gruppe genommen und alleine in einen wundervollen Käfig gesetzt, so sind die Stresshormone sehr stark angestiegen. D.h. Stress in der Gruppe ist weniger schlimm als Einzelhaltung.

Soweit meine Erinnerung an den Versuch.

Für mich heißt das, dass es keine Alternative gibt. Einzelhaft ist ganz anzulehnen, also gibt es nur Gruppenhaltung und da ist es vollkommen normal und unvermeindlich, dass es ranghöhere und rangniedrigere Tiere gibt.
 
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Fränzi

Gast
Ich denke, es kommt da auch sehr darauf an, wieviel Platz dem rangniedrigen Tier (bzw. der gesamten Gruppe) zur Verfügung steht. Kann es nicht richtig ausweichen - klar, dann ist das enormer Stress und vor allen Dingen Dauerstress für so ein Tier.
Das möchte ich doppelt und dreifach unterstreichen!!!!

Rangniedere Tiere können sehr gut mit ihrem Status leben, solange sie genügend Platz zur Verfügung haben, das Futter möglichst an mehreren Orten verfügbar ist (also keine Näpfe oder Teller verwenden, sondern Frischfutter im ganzen Gehege verstreuen, Heu in mehreren Heuhaufen!) und sie notfalls mindestens 1 - 2 m Distanz zwischen sich und dem Kontrahenten einhalten können, falls notwendig.

Rangniedere Tiere in einem winzigen Käfig, denen der Boss dauernd zu verstehen gibt durch Kopfheben, Bisse und böse Blicke "Hau ab!!!", dann aber notgedrungen bleiben müssen, weil sie ja eingesperrt sind, sind wirklich "arme Säue!"

Solche armen gestressten rangniederen Schweinchen (sehr "beliebt" auch bei unkastrierter Bockhaltung im Winzkäfig:uhh:) tun mir furchtbar leid.

Wir kommen immer wieder am selben Punkt an als Bedingung für zufriedene, glückliche Schweinchen: Platz, Platz, Platz.:angel:
 
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katjump

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Gut ich werd einfach schauen wie es läuft. Danke erstmal....:winke:
 
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fool

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Hallo katjump,

ich kann das mit dem Platz nur unterschreiben!
Habe es sogar selbst an meinen Schweinchen beobachten können. Anfangs hatte ich ein Pärchen, Mädel und Kastrat, die haben sich super verstanden. Hätte da gar nicht sagen können, wer ranghöher ist, weil sie immer zusammen saßen uns sehr friedlich waren.

Dann habe ich noch ein Mädel dazu geholt, die allerdings vorher mit einem Kaninchen alleine saß und nie andere Schweinchen gesehen hat. Sie war total ängstlich und die anderen beiden haben sie richtiggehend unterdrückt. Mir hat das teilweise auch weh getan, das zu sehen.

Als ich sie zwischendurch aus persönlichen Gründen (Umzug etc.) auf wenig Platz halten musste, wurde es richtig schlimm. Lilly wurde vom Schlafplatz verscheucht, vom Futter etc. so dass ich sie teilweise rausgenommen habe zum Fressen.

Mittlerweile leben sie in einem geräumigen Gehege und es läuft prima. Sie sitzen sogar zu dritt unter ihrem Unterstand und keiner "meckert". Ich habe das Gefühl, dass sich Lilly richtig wohl fühlt, obwohl sie rangniedrig ist. Sie hat ein stabiles Gewicht von ca. 900 Gramm, das Fell glänzt und sie war noch nie krank.

Ich denke, dass das Platzangebot da eine entscheidende Rolle spielt, in meinem Fall sicherlich auch die fehlende Sozialisation von Lilly, die sie erst einmal aufholen musste.
 
Süße_Schnuten

Süße_Schnuten

Outdoorhalter
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mit dem Platz stimme ich völlig zu. Meine können sich gut aus dem Weg gehen und manchmal ist das auch wichtig, wenn bei mir auch selten nötig, ich habe sehr soziale Tierchen hier :slove2:

Meine "Rangniedrigsten" merk ich gar nicht so sehr raus - die Gruppe ist schön groß und strukturiert, da sticht keiner einzeln groß raus als rangniedrigst - klar, Chefs sind da, aber ausgrenzen oder arges Angehen kenn ich hier nicht... Futter wird verteilt - Wasser an mehreren Stellen, ebenso Heu, Kuschelsachen, Tunnel... alles in "viel" - so kann jeder "alles" - klar wird auch mal gezeigt "du... erst komm ich", aber wirklich sehr umgänglich alles... bei mir (behaupte ich ;)) sind auch die Rangniedrigeren Tiere glücklich ;)
 
Schweinchenfan

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Wir kommen immer wieder am selben Punkt an als Bedingung für zufriedene, glückliche Schweinchen: Platz, Platz, Platz.
und je mehr davon zur Verfügung steht, desto großzügiger kann man auch diverse Versteckmöglichkeiten, Schlafplätzchen, Heustellen usw. anbieten.
FriFu od. das TroFu wird bei mir auch nur noch lose auf dem Gehegeboden ausgestreut. Beim TroFu bewährt sich dabei, daß ich teilweise Teppichhaltung hab, wo das nicht gleich in der Streu verschwindet.
Bei Näpfen kommen die Rangniedrigeren sonst immer erst zum Zug, wenn die "Sahnestückchen" schon alle weggefressen sind.

Stress haben die Rangniedrigen sicher nur bei permanentem Verjagt- bzw. Gemobbtwerden durch die anderen Schweinchen. Ansonsten hab ich hier nie das Gefühl, daß denen was fehlt zum Glücklichsein.
 
Pauli

Pauli

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Wir haben ein Kastrat und ein Weibchen (beide etwa gleich alt) und ich könnte gar nicht sagen, wer der Ranghöhere ist. Ich tippe mal auf das Kastrat, weil das wahrscheinlich so "üblich" ist unter Meerschweinchen, aber sie machen mir eigentlich einen sehr "gleichberechtigten" Eindruck, was Futterplatz usw. angeht.

Kann es auch sein, dass sie "gleichrangig" sind oder gibts das nicht??
 
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Fragaria

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Kann ich alles nur unterstreichen!

Vergess nicht: Gruppentiere leben halt immer in einer Hierarchie. Für sie ist das völlig normal. Die machen sich da nicht so den Kopf drüber wie wir. Wir sind Individualisten, wollen uns verwirklichen, unsere Rechte usw. Das sieht für Tiere wie Meerschweinchen ganz anders aus. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann ist es ok für sie. Sie fügen sich so in die Rangfolge ein, wies halt passt und denken da nicht drüber nach. Stimmen die Rahmenbediungungen nicht, gibt es offensichtlich für ein oder mehrere Tiere zu viel Stress, dann müssen wir Menschen etwas ändern. Ansonsten nicht. Irgendwer ist ja logischerweise immer der rangniederste ;o) Und wer sagt, dass das die schlechteste Position ist.... zumindest in Menschenobhut wos genug zu essen und warme Plätze gibt..... Ich stelle es mir recht stressig vor, der Chef zu sein *g*

*wink*
Gabi
 
F

Fränzi

Gast
Ich staune immer wieder über die vielen Fragen und Probleme in Kleingruppen, wie die Schweinchen sich gegenseitig "mobben", beissen, stressen, herumjagen, etc.
In meinen Gruppen kenne ich das nicht, sondern da wird nur in subtilen Gesten (leichtes Kopfheben) gezeigt, wer der Stärkere ist.

Es wird immer wieder deutlich, dass vor allem auf engem Raum in 2- oder 3-Schwein-Gruppen gekämpft und gemobbt wird.
Grössere Rudel sind an sich viel sozialer, so dass solche Probleme schon gar nicht erst aufkommen können. Auch deshalb muss ich immer wieder betonen, dass 2-Schwein-Haltungen halt nun mal nicht optimal sind und viel mehr Stress bedeuten können als grössere Rudel auf viel Platz.

Vor einiger Zeit hatten die beiden rangniedersten Jungs in meiner Boy-Group ein Problem miteinander... ich glaube, es ging um ein Lieblings-Haus, das beide für sich beanspruchen wollten, obwohl es mehr als genug Häuser, Unterstände und Tunnels gibt.
Die beiden knatterten, brommselten und keiften dauernd miteinander herum und jagten sich auch gegenseitig, aber nach einer längeren Jagerei sassen beide wieder friedlich um den Heuberg herum versammelt.
Keiner wirkte gestresst oder verängstigt, weil sie genügend Platz haben, um sich aus dem Weg zu gehen, wenn "dicke Luft" herrscht.

Die Häuser haben natürlich alle 2- 3 Ausgänge, so dass es nie zu ernsten Kämpfen oder in die Ecke drängen kam. Unterdessen haben sie sich geeinigt, wem welches Haus "gehört" und streiten sich nicht mehr.
Die ranghöheren Jungs haben diese Kämpfe ganz gemütlich von weitem beobachtet und sich vermutlich heimlich amüsiert darüber... ;)
 
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