Onlineshop- was sollte man da beachten? - doch noch Antwort ;)

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S

schweinewächter

Gast
So, der vorherige Beitrag wurde geschlossen, da sich scheinbar niemand zum Thema äußern wollte. Ich wollte allerdings etwas schreiben und habe dazu mal ein neues Thema aufgemacht, ich hoffe das ist okay, denn einige interessiert es ja ;)

Meine Erfahrung basiert auf 10 Jahren Online Shop Erfahrung (Inzwischen ist bei uns fast ganze Geschäft voll automatisiert, daher geht meine Sichtweise in der Regel von sehr hohen Ansprüchen aus, versuche mich aber zurückzuhalten). Noch zu Schulzeiten waren wir damit angefangen. Heutzutage gibt es die Kleinunternehmer Regelung. Meine Erfahrungsbericht, basiert darauf, dass man NICHT die Kleinunternehmer Regelung wählt, denn damit kenne ich mich noch weniger aus. Da sich vieles im Laufe der Zeit verändert und ich auch vieles nicht mehr genau weiß (auch ich vergesse gerne Punkte), müssen meine Informationen nicht mehr zwingend richtig sein! Weiterhin kann nicht jedes Detail beschrieben werden.

Wir haben keine Shops, die etwas mit Tierfutter oder Kuschelsachen zu tun haben, ich würde heutzutage in diesem Gebiet auch nichts machen. ;)

Ich gehe hier nicht ins Detail, kann auch keine genauen Zahlen nennen, da dies unmöglich ist. Beispiele:

- für Shop A reicht ein Webspace für 20 EUR pro Monat, aber Shop B hat eigene Server, viele Besucher und zahlt 200 EUR pro Monat
- Verkäufer A hat nur 50 Bestellungen pro Monat und hat eine Software (500 EUR) die z.B. Rechnungen druckt, Bestellungen an Lieferanten, Paketelabels und Verkäufer B hat 50 Bestellungen am Tag und die Software hat 15.000 EUR gekostet, macht aber wirklich alles und arbeitet komplett mit Barcodes
- Shop A hat einen einfachen Shop aufgemacht mit 200 EUR kosten aber nur 2 Orders am Tag, Shop B hat einen SHop mit den gleichen Produkten und Preisen aufgemacht, hier jedoch 5000 EUR investiert und hat 20 Orders am Tag (Teurer Shop bedeutet nicht immer guter Shop!)

Jeder hat andere Wünsche, Ziele und Erwartungen


Gewerbe

Gewerbe beim Stadtamt anmelden. Kosten liegen in der Regel 20-60 EUR. Wenn es um was größeres geht, z.B. die Gründung einer GmbH, wo eine Eintragung ins Handelsregister erforderlich ist, geht es nur per Notar. Das ganze kostet dann auch noch etwas mehr und wird wesentlich komplizierter. Je nach Rechtsform die man wählt, gibt es verschiedene Vorteile, Nachteile und Pflichten. Ich würde vor Gründung ein Termin beim Steuerberater empfehlen und sich hier bestens beraten lassen. Auch wenn es etwas Geld kostet, aber das sollte es Wert sein. Oft ist das erste Gespräch auch kostenlos. Generell ist es auch empfehlenswert mit einem Steuerberater zusammen zu arbeiten. Denn spätestens wenn man z.B. netto Lieferungen außerhalb der EU bzw. innerhalb der EU mit gültiger VAT ID ausführen will, sind schon wieder verschiedene Punkte zu beachten. Bestimmte Umsätze (netto Lieferungen mit gültiger VAT innerhalb der EU) müssen auch beim Bundesamt für Finanzen eingereicht werden. Oder bei Überschreiten bestimmter Umsätze (Ich meine Dänemark z.B. 20k) muss man die Rechnungen dann mit der landesspezifischen Umsatzsteuer ausstellen, .... Es können halt alle möglichen Probleme auftreten, vor allem wenn man kein Experte (auch wieder hatten Probleme, wo der Steuerberater es wieder grade gebogen hatte) ist. Dann muss man alle 3 Monate (wenn es größer ist monatlich) eine Umsatzsteuervoranmeldung machen. Je nach Firmenform muss auch eine richtige Buchhaltung (z.B. GmbH) gemacht werden, was je nach Art von Geschäften auch kompliziert sein kann. Ein Jahresabschluss kann schon mal einige Tausend EUR Kosten (Natürlich Abhängig von vielen Faktoren, geht auch billiger!!). Wobei hier deutlich gesagt werden muss, dass es von der Firmenform abhängt. Oft reicht eine einfache GuV (Gewinn und Verlustrechnung) aus (z.B. bei einer GbR). Diese kann man auch selbst machen. Wie man sieht, muss man sich hier sehr gut informieren. Da gibt es auch Kurse von der IHK. Da die Gründungen bei mir schon so lange her sind, will ich dazu auch nicht mehr sagen, weil ich vieles nicht mehr genau weiß :) Auch ändern sich immer die Dinge und Steuern wollen (müssen) ja auch bezahlt werden.



Shop

Ein Online Shop ist auch nicht ohne. Viele denken, man geht mit einen Shop online und macht dann das dicke Geld. Das geht so natürlich nicht, nicht in der Regel (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es gibt Kauf-, Miet- und kostenlose Opensource Shops. Kostenlos heißt nicht das es billiger ist (Faktor Zeit = viel Geld). Denn bis zum online gehen kann es schon einige Monate dauern, bis alles eingebaut ist, Rechtskonform ist, Design fertig ist und alles so ist, wie man es braucht .... Entweder man arbeitet sich ein und macht es selbst (viel Arbeit, erfordert ggf. Fachwissen, was man nicht mal eben so lernen kann, abhängig vom Shopsystem) oder man lässt es machen. Hier ist also ein Haufen Arbeit notwendig oder genügend Geld. Alles immer abhängig vom Shop System. Der Shop sollte natürlich schnell sein, Kundenfreundlich und ein gutes Design haben, zumindest wer verkaufen will. Wir rechnen für das Anlaufen eines Shops (bis es mit Google anfängt zu laufen) 4 Monate. Es kann aber Jahre dauern, bis richtige gute Plazierungen möglich sind (komplizertes Thema).

Wenn man auf Dauer auch über Google viele Bestellungen haben will, sollte der Shop auch suchmaschinenenfreundlich sein. Viele Systeme sind von haus aus nicht suchmaschinenfreundlich. So nebenbei, fällt mir auch kein Meerschweinchen Shop ein, der suchmaschinenoptimiert ist (Und da kann verdammt viel Traffic kommen). Vor dem online gehen, sollte die Rechtssicherheit (AGB, Widerruf, Datenschutz, Preisangabenverordnung, Grundpreis, ggf. Batterieverordnung, dann für die Entsorgung der Kartons ....) am wichtigsten sein, denn es gibt Anwälte (einige wenige schwarze Schafe) dir nur darauf warten, dass wieder ein Shop kommt wo z.B. die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist und das kann schon einige hundert EUR mal eben für eine Abmahnung kosten. Wir hatten die Tage jetzt nach vier Jahren (eigentlich recht gute Quote) mal wieder eine Abmahnung erhalten, welche mit 400 EUR noch recht günstig! war.

Natürlich braucht man auch erstmal ein Produkt(gruppe), die man verkaufen will. Am besten eigenet sich eine Nische bzw. ein Gebiet, wo es noch nicht so viele Anbieter gibt und wo man besser sein kann. Die Arbeit und der Aufwand macht natürlich keinen Sinn, wenn nicht entsprechend Gewinn übrig bleibt. Gute Lieferanten sind auch notwendig. Hier muss man Preise aushandeln, Zahlungsweisen, Zahlungslimits. Die Daten müssen auch in den Shop. Abschreiben oder Copy&Paste ist hier natürlich keine Lösung. Dauert zu lange. Also Importieren (ggf. Tool schreiben, schreiben lassen oder wer sich gut mit Excel auskennt, kann sich auch ein CSV oder SQL generieren). Wer es etwas automatisierter angehen möchte, hat z.B. Schnittstellen an Lieferungen, um automatisiert Preise, Bestände und Lieferzeiten einzulesen. (Das ist übrigens nur ein sehr kleiner Teil, es kann wesentlich mehr automatisiert werden). Möglicherweise gibt es Probleme Kreditversicherern (Besonders bei neue Firmen schwieriger) Hängt aber auch vom Lieferant und den Umsätzen aus. Es ist ein Unterscheid ob man für 1000 oder 100.000 eur pro Monat beim Lieferanten einkauft.

Oft wollen Lieferanten per Vorkasse bezahlt werden oder schon nach wenigen Tagen abbuchen. Auch hier kann man natürlich Zahlungsziele aushandeln (Ideal 14-21 Tage Abbuchung). In Angebtracht der Situation, dass der Lieferant die Ware sofort bezahlt haben will und vom Kunden oft das Geld erst später kommt, muss teilweise viel zwischenfinanziert werden. Man muss auch gut vor Betrügern aufpassen, denn besonders wer neu im Geschäft ist, fällt auf die dreisten Lügen noch rein. Es sind natürlich nicht alle Kunden so!!!! Aber man hat immer mal solche Problemfälle. Besonders die Rechtslage ist so ausgestellt das der Kunde fast jedes Recht hat. Shops in Sachen Kleidung, würde ich gar nicht erst mal dran denken. Zumindest hat der Kunde viele Rechte die Ware zurückzuschicken, die der Händler nicht mehr verkaufen kann. Der Händler ist der gearschte. Hängt hier auch Stark von der Produktgruppe ab, wie groß die Probleme sind.

Wenn man alles von Hand macht ist bei ca. 30-40 Bestellungen am Tag schluss:

1. Bestellungen adrucken
2. Ware bestellen
3. Geldeingänge prüfen
4. Lieferschein prüfen
5. Eingetroffene Waren den Bestellungen zuordnen, ggf Ware neu bestellen
6. Rechnungen schreiben und drucken
7. Ware verpacken
8. Paketaufkleber drucken
9. Kundensupport
10. Mahnungen / Inkasso

Da gibt es natürlich Software die hilft. Kleine Lösungen gibt es schon ab 500 EUR, größere Lösungen kosten schon mal eine fünfstellige Summe. Man kann schon unendlich viel Geld reinstecken. Vieles kann man sich Anfangsauch selber bauen

Weiterhin fällt an: Raummiete, Webserver, Löhne-Gehälter, Werbung (z.B. Adwords, falls es Sinn macht), ggf. Suchmaschinenoptimierung, Buchhaltung, Steuerberater, Wartungsverträge, Büromaterial, Versandmaterial


Man kann das ganze unendlich ausdehnen und ins Detail gehen. Wir waren damals übrigens mit 2x 1000 DM oder 2x 500 DM (weiß es nicht mehr) als Startkapital angefangen. Heute ist dieser meiner Meinung nicht mehr möglich.

Wenn das ganze interessiert, der solte mal bei http://www.sellerforum.de/ vorbeischauen. Dort worden sehr viele Fragen gestellt und beantwortet und man kann sich einen EIndruck von möglichen Problemen machen.


Sorry für Rechtschreibfehler und es muss wie gesagt nicht mehr alles korrekt sein. Weiterhin können Meinungen auseinander gehen, besonders wenn von unterschiedlichen Erwartungen die Rede ist.
 
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