alle reden von der milch, wir reden von der kuh

Diskutiere alle reden von der milch, wir reden von der kuh im Kühe und Rinder Forum im Bereich Nutztiere; in berlin startete vor kurzem die milchkuh-kampagne wer wissen möchte was es damit auf sich hat...
06.09.2009
#1
A

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Gast

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N

Nita

Gast
also die milchkühe die ich kenne, haben es gut...

tut mir leid, aber kühe werden mit abstand am besten gehalten (zumindest hier) von allen nutztieren. grade weil sie nur viel und gute milch geben, wenn es ihnen gut geht. hier lebt keine kuh in engen dunklen ställen - ganz im gegenteil - die meisten leben bis in den spätherbst rein auf der weide...

und die neue art des melkens ist, dass die kuh selbst entscheidet, wann sie gemolken werden möchte. so ein pralles euter tut nämlich weh. kühe leiden, wenn sie nicht regelmäßig gemolken werden...

sorry echt, aber ich finde diese kampagne überflüssig... :schäm:
 
T

Tanne

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Hi

ich kann Nita da nur zustimmen.
Den Bauern gehts schlecht, klar, aber gerade deswegen muss es doch den Kühen gut gehen. Kühe die mager sind, die nciht laufen können halt einfach krank sind, die geben auch nur wenig bzw. gar keine Milch.

Ich kenne mich da schon recht gut mit aus denke ich (Freund TA) außerdem wohne ich in einer ländl. Gegend. Ich kenne genau 1 Betrieb der seine Tiere sch... hält. Alle andere sind doch sehr um das Wohl bemüht.

Natürlich werden die Tiere auf Leistung gezüchtet, wie sonst soll denn der Bauer davon leben können? Und sie werden auch irgendwann gechlachtet aber die meisten werden dafür max. 200km transportiert, das ist zumutbar denke ich.

Klar viele Tiere kommen nicht mehr auf die Weide (was ich auch blöd finde), aber dann haben sie einen guten Stall (in den meisten Fällen). schöne Liegeboxen etc.

Man sollte nun wirklich, gerade in dieser Zeit nicht noch auf die Landwirte schimpfen, denn ich kenne zig Betriebe, die in absehbarer Zeit pleite sind. Nur weil wir der "Geiz ist Geil" Gesellschaft verfallen sind.

Das Ergebnis: Nur noch wenige große Betriebe in denen das einzelne Tier nichts mehr Wert ist.
Schade!!! Denn heute sind die meisten Betriebe noch Familienbetriebe, die Frage ist nur wie lange noch. Denn so wie´s aussieht geht auch bald die Milch in Massenproduktion. dann sind es nicht mehr 50-100 Kühe sondern 500-1000!! Und ob das dann gut ist?!

Hab das mal kurz überfolgen.
Die Kühe und auch die Kälber leiden nicht unter der Trennung, meist sind sie sogar noch 1-3 Tage zusammen.

Zur Anbindehaltung. Da sind sie im Winter angebunden im Sommer auf der Weide, ich mein das sind dann kleine Betriebe mit ca. 40 Tieren. Die kümmern sich um jedes Wehwehchen, haben aber nicht das Geld für mehr. Aber das ist eh in ein paar Jahren hinfällig (verbot).

Das Einziege was ich echt fieß finde sind die langen Transporte, die leider ja vorkommen. Wie gesagt, die die ich kenne verkaufen ihre Tiere in der Gegend, aber leider gibt es die Transporte ja doch.


LG
 
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Meerie-Mama

Meerie-Mama

Engel auf Erden
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wenn es überall so wäre wi von euhc beschrieben, gäbe es solche kampagnen nicht.

und es wäre ja schlimm, wenn es nicht auhc bauern gäbe die es richtig machen.

glaubt mir mal, dass es genug andere haltungszustände gibt. und kühe sind so intelligent wir 3 jährige kinder...schlauer als hunde...die leiden richtig bewußt.

ich find die kampagne gut. die milch müßte auch viel teuerer sein, dann könnten sich die bauern auch bessere haltung leisten. so herum muss es passen und nicht anders herum, es schön reden von wegen die armen bauern... also nee.
 
stöpsel

stöpsel

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Ich gäbe gerne mehr Geld für die Milch aus und unterstütze dafür den Betrieb...Dann würde ich die Milch aber direkt im Betrieb holen gehen, sonst weiss man ja nicht, wo das Geld dann am Schluss wirklich hingeht...

In unserer Nachbarschaft ist ein äusserst guter Kuhstall. Die Tiere haben es super und können - so weit ich weiss - Tag und Nacht raus, werden nur zum melken angebunden, der Stall - respektive die Liegefläche etc - sind taghell und riiiiiesig! Auch die anderen Tiere wie Geissen, Esel etc haben es super.

Es wäre doch so schön, wenn andere Bauern nachziehen würden...und die Tiere als Tiere sehen und nicht als Ware. Bis dahin ist aber noch ein weiter steiniger Weg.
 
Fufro

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Da die Animal-Angels ja Tiertransporte begleiten, sehen sie wohl den "Abfall" der Milchindustrie. Aut der Weide sind die guten Milchkühe, die gesund sind und gut Milch geben. Was "aussortiert" und zum Schlachter gebracht wird, kriegt man ja oftmals nicht mit, wenn man nicht in der Branche arbeitet.
 
S

SusanneC

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Anbindehaltung ist regional unterschiedlich. Hier istdas durchaus üblich, nciht so toll. Seit den 60er jahren gibt es hier kaum noch Weidehaltung, nach einem verbot wegen maul- und Klauenseuche wurden die Tiere einfach weiterhin im Stall behalten - ist viel bequemer.

Allerdings sehe ichdas auch nciht so schlimm - ich enscheide schließlich wo ich milch kaufe - und kaufe eben auf einem hof mit Laufstall.
 
A

Amazoneengel

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hallo

die kühe hier in der gegend stehen tagsüber fast alle auf den wiesen. sie werden morgens in der herde rausgetrieben und abends wieder rein.
klar machen das nicht alle bauern so. aber die, die weideflächen haben machen das. ist ja auch einfacher, als die tiere im stall zu füttern und diesen zu reinigen.
 
T

Tanne

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Es wäre doch so schön, wenn andere Bauern nachziehen würden...und die Tiere als Tiere sehen und nicht als Ware. Bis dahin ist aber noch ein weiter steiniger Weg.
Das war früher mal so, als es noch viele kleine Betriebe gab. Aber es entwickelt sich in die andere Richtung. Die Bauern müssen immer mehr Tiere halten um noch über die Runden zu kommen, dabei geht dann natürlich die Bindung zum Tier verloren, das geht gar nicht anders, bei solchen Massen (500-1000 Milchkühe pro Betrieb!!!) das ist im Osten schon so und das wird auch hier immer mehr werden.

Wir hatten früher auch Milchkühe und ich bin froh, dass meine Eltern den Betrieb nciht weitergeführt haben. Schon vor 15 Jahre hierß es "wachsen oder sterben", wir haben halt aufgegeben, zumindest die Milchkuhhaltung. Wir haben etwa 20 Kühe behalten und auf Mutterkuhhaltung umgestellt, die Muttis durften also aufeinmal ihre Kinder behalten und großziehen.

Aut der Weide sind die guten Milchkühe, die gesund sind und gut Milch geben. Was "aussortiert" und zum Schlachter gebracht wird, kriegt man ja oftmals nicht mit, wenn man nicht in der Branche arbeitet.
Das ist ja nunmal so, wenn der Bauer alles behalten würde, dann wäre er schnell pleite! Aber dennoch, in vielen Betrieben gibt es 1-2 Tiere die schon Uralt sind, aber die nicht wegkommen, aber zur Regel kann das nicht werden.
Kranke Tiere werden behandelt, aber wenns nicht mehr geht, dann müssen sie weg, sonst trägt sich das Ganze nicht. Und man muss ja auch mal sehen, dass Rinder Nutztiere sind, die dienen nunmal auch der Fleischgewinnung! Früher oder später landen sie also beim Schlachter.

Aber das Thema ist viel zu Komplex, als das man das als Außenstehender einfach mal zu nachvollziehen kann. Ich bin da sozusagen reingeboren. Aber ich gehöre ja auch der Generation an, die das Ganze zu sehr vermenschlicht. Ich häng an unseren Kühen! Meine 2 sind sogar zahm und kommen zum kuscheln, die kommen NICHT zum Schlachter. Aber dafür müssen dann die Kälber im Herbst weg, das ist einfach so. Wenn was krank ist bei uns, dann leiden alle mit. Wir haben 20 Tiere und es ist ein Hobby!
Aber wenn man davon lebt und etwa 200 Tiere hat, dann geht das so nicht, dann muss man das Ganze wirtschaftlich sehen, so hart es auch sein mag! Da kann man nicht bei jedem kranken Kalb das Heulen kriegen, denn dann klappt man in ein paar Wochen zusammen.

LG
 
hovie84

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Hallo,

wir haben hier in der Nähe einen riesen großen Milchkuh-Betrieb. Die Haltung und der Umgang mit den Kühen ist absolut abartig! Schlimmer gehts nicht mehr. Ich kaufe keine Produkte dieses Unternehmens mehr.
Das merkwürdige ist, die Milch kostet das doppelte von anderen Produkten und trotzdem müssen die Kühe in der Hölle leben.
 
Meerie-Mama

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tanne, das hast du echt sehr gut und anschaulich geschrieben.

leider ist es so bei massenproduktionen.... hilft ja eigentlich nur weniger nachfrage..denn die nachfrage bestimmt das angebot. also dürfte man nur noch biomilchprodukte kaufen z.b.

was ja zum glück auch immer mehr in die richtung geht...zumindest bei denen die sich das leisten können.

und wenn die politik mal in die richtige richtung get, dann können sich das ja hoffentlich auch bald mehr leisten als bisher...mal so ganz mit rosa brille gesagt ;-)

alles nicht so einfach. aber ich finds wichtig das die leute auch drüber bescheid wissen.
 
T

Tanne

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@ Meeri-Mama
Ja das sehe ich auch so. Ist alles eine Sache der Politik. Aber die Entwicklung, geht ja leider hin zur Massenproduktion. Das Einziege ist, wie du schon sagtest, die Bio Milch. Da gibt es ja vorgeschriebene Richtlinien. Früher haben alle mal ihre Tiere so gehalten, in Zukunft ist das nicht mehr rentabel. Leider.

LG
 
C

carmen78

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Persönlich finde ich, Milch ist ein überschätztes Lebensmittel.
Eigentlich bräuchten wir sie nicht so dringend, bzw. überhaupt.
Aber wir wachsen damit auf, Milch ist gesund, ohne gehts nicht, Joghurt und Butter muss billig sein...

Wir konsumieren wenig Milch, aber zumindest 1-2 aus meiner Familie regelmäßig Joghurt. Ich nicht so oft, und Butter haben wir auch nur selten im Kühlschrank. Wenn man dahin kommen könnte, zu sagen, Milch ist eher sowas wie eine Süßigkeit, man nimmt es nicht ständig zu sich, eher mal als etwas Besonderes, wäre den Kühen sicher geholfen.
Dann würde sich die Menge reduzieren, Massenhaltung bräuchte es nicht mehr in diesen Ausmaßen, und es dürfte teurer sein.
 
hoppla

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Naja, aber auch hier bestimmt der Verbraucher wieder.
Wenn man sich anschaut, was die Bauern füre 1l Milch bekommen kann man nicht erwarten, dass es den Kühen besonders gut geht.
Und einfach nur wieder darauf warten, dass die Politiker alles regeln...?

Sofern möglich, kauf ích nur Biomilchprodukte ( sagen wir zu 80% - Bioschokolade oder Eis kauf ich jetzt nicht - mangels Geld) - da sind die Richtlinien wenigstens etwas tierfreundlicher. Ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein aber irgendwo muss man ja mal anfangen, auch bei sich selbst.
 
Alero

Alero

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Ich wohne auch auf einem Bauernhof und unseren Kühen geht es gut. Sie kommen im Sommer Tag und Nacht auf die Weide und sind nur zum melken im Anbindestall.
Meine Liebingskuh von damals ist 10 Jahre alt geworden.
Das die Kühe geschlachtet werden, wenn sie keine Leistung mehr bringen ist zwar nicht schön, aber dafür sind es ja auch Nutztiere. Wenn der Landwirt jede Kuh behalten würde, würde er pleite gehen.

Viel schlimmer als die Kuhhaltung finde ich persönlich die Schweinehaltung. Das sind wirklich arme Säue mit null Bewegung. Dagegen leben die Kühe im Laufstall im Luxus.
 
F

Franzi019

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ich hatte mal 3 tage probearbeiten in einen kuhstall. Hab dort im melkstall gestanden. Also ich finde auch das sie von allen nutztieren am besten gehalten werden. Ich war auch dafür zuständig das die kühe überhaupt zum melken rein kommen. im grunde musste ich einfach nur die türe aufmachen und da kamen sie schon freiwillig weil das euter schon so voll war. kranke tiere müssen ja auch gemolken werden aber bei denen kommt die milch in extra kannen und wird denn entsorgt. nach dem melken bekommen sie ihre medikamente. andere nutztiere werden nichmal behandelt sondern einfach geschlachtet.
 
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