Zucht oder Vermehrung?

Diskutiere Zucht oder Vermehrung? im Rassen, Farben und Züchter Forum im Bereich Zucht und Genetik; Hallo zusammen, ich hätte da mal eine Frage, die mich seit längerem beschäftigt und die sich mir immer wieder, während des Mitlesens im Forum...
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Mukketier

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Hallo zusammen,

ich hätte da mal eine Frage, die mich seit längerem beschäftigt und die sich mir immer wieder, während des Mitlesens im Forum, stellt.
Wo liegt die Grenze zwischen Zucht und Vermehrung? Was ist es, dass das eine gutheißen und das andere verurteilen lässt?
Ich meine, wenn es heißt, dass es sowieso bereits genug bzw. zu viele Meerschweinchen in unseren Breiten gibt und man sich Tiere tunlichst aus dem Tierheim oder von der Nothilfe besorgen sollte, wie kann dann auf der anderen Seite über Zucht diskutiert werden?

Ab wann ist einer Tierfreund genug, dass er eurer Ansicht nach über die "Vermehrer" Titulierung hinauswächst und sich "Züchter" nennen darf ohne hier angefeindet zu werden?

Geht es dabei aus eurer Perspektive primär um die Erfahrung mit Tieren oder um das, was da vermehrt wird, also um die Qualität des Genpools?

Persönlich beabsichtige ich weder das eine noch das andere zu tun, wo immer auch der Qualitätsunterschied liegen mag. Und es liegt mir fern, das eine wie das andere ohne Kenntnis der näheren Umstände zu verurteilen. Da ich hier jedoch sehr oft auf Beurteilungen stoße, möchte ich gern einmal fragen, wie diese fundiert sind.

LG
Mukketier
 
07.11.2007
#1
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Sawyer

Sawyer

Gurkenschnipplerin
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Hi,

ich kann nur sagen, wie ich das für mich persönlich "bewerte":

Ein verantwortungsbewusster Züchter ist jemand, der...

- seine Tiere artgerecht hält. Keine Böcke in Einzelhaltung, keine Winzboxen, kein billiges Fertigfutter, etc.

- entsprechendes Wissen mitbringt, bzw. in der Lage ist, sich das entsprechende Wissen anzueignen. Leute, die hier nachfragen nach dem Motto: "Ich will züchten, wie lange trägt denn so ein Meerschweinchen?" rutschen bei mir ziemlich schnell in die "Unfähig"-Schublade. Zum Durchlesen und Recherchieren einschlägiger Infoseiten sollte man schon fähig und willens sein - gezielte Nachfragen sind dann ja absolut okay.

- nur mit geeigneten Tieren züchtet, ein Zuchtziel hat.

- nur so viele Tiere produziert, wie er auch loswird, bzw. behalten kann.

- Zeit, Platz und Geld hat. Z.B. um mutterlose Babys päppeln zu können, um nachts um drei für einen Kaiserschnitt zum Tierarzt zu fahren, um ungewollte Böckchen ggf. behalten zu können, bzw. sie kastrieren zu lassen, etc.

- Interessenten ihren Bedürfnissen und Wünschen entsprechend beraten kann. In dem Zusammenhang finde ich auch die Diskussion im "Was passiert mit den Böckchen"-Thread ganz interessant - ein guter Züchter vermittelt nicht unbedingt zwei Babyjungs zu einer Familie mit Kindern in einen 120er-Käfig...

- der die Verantwortung mit dem Tier nicht abgibt, sondern ggf. seine Tiere - wenn sie vom neuen Besitzer aus irgendwelchen Gründen nicht mehr gehalten werden können, auch wieder zu sich nimmt, d.h. dafür sorgt, dass seine Tiere nicht im Tierheim, in Notstationen, o.ä. landen, nicht zu Nottieren werden.


Ein goldenes Sternchen extra gäb's auf meiner Skala für:

- die Abgabe von Böckchen an Liebhaber nur (früh-)kastriert.
- eine vernünftige Homepage, die das Ganze dem Interessenten gegenüber transparent macht.


Unsicher mit meiner Meinung bin ich mir, was folgende Praktiken angeht:

- das Verschicken von Schweinen.
- das Ausstellen von Schweinen.

Viele Grüße,
Sawyer

EDIT: Ach so - das Vermehren fängt für mich an bei den Massenvermehrungen, geht über Kinderzimmer- und Zooladenschwein-Hobbyzuchten bis hin zum "Einmal Babys haben mit Schweinen unbekannter Herkunft".
 
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Selina3110

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hallo

da gehen die meinungen weit auseinander, für mich persönlich ist ein züchter jemand der in erster linie ein zuchtziel verfolgt, dafür benötigt man natürlich genetikkenntnisse und sollte (bzw muss) auch ausstellungen besuchen, das man den standard sollte selbstverständlich sein.

das wohl der tiere steht natürlich immer im vordergrund (gute haltung, gute beratung usw.)

ein vermehrer ist für mich jemand der ohne zuchtziel verpaarungen vornimmt, ob die babys dann verkauft oder behalten werden ist zweitrangig. der begriff vermehrer ist auch nicht negativ gemeint.

es ist und bleibt in meinen augen vermehrung wenn man kein zuchtziel verfolgt, aber wie gesagt sind die ansichten da ja verschieden.
 
K

kern

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@Selina3110
nur wenn jemand eine hoppyzucht hat und eben keine zuchtziele hat ,kann man doch nicht sagen das man gleich vermehren will das finde ich ein bischen ungerecht den hoppy züchtern gegenüber,weil wenn jemand seine tiere artgerecht hält seine schweine liebt und eben nur 2 bis 3 würfe im jahr machen will macht man doch nicht gleich eine vermehrung !und ich denke auch nicht das man dazu eine schau bzw eine ausstellung besuchen muss oder änliches!
das wichtigste ist das es den tieren dabei gut geht ,das sie nicht zu kürz kommen und das man nicht auf das geld aus ist !und das keine tiere in einzelhaltung kommen !ich hoffe du nimmst es nicht persönlich ...............................
LG MIRIAM
 
C

Chica

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hallo

da gehen die meinungen weit auseinander, für mich persönlich ist ein züchter jemand der in erster linie ein zuchtziel verfolgt, dafür benötigt man natürlich genetikkenntnisse und sollte (bzw muss) auch ausstellungen besuchen, das man den standard sollte selbstverständlich sein.

das wohl der tiere steht natürlich immer im vordergrund (gute haltung, gute beratung usw.)

ein vermehrer ist für mich jemand der ohne zuchtziel verpaarungen vornimmt, ob die babys dann verkauft oder behalten werden ist zweitrangig. der begriff vermehrer ist auch nicht negativ gemeint.

es ist und bleibt in meinen augen vermehrung wenn man kein zuchtziel verfolgt, aber wie gesagt sind die ansichten da ja verschieden.
Ich kann mich dem nur anschliessen.

Vermehrer sind für mich solche, die nur ans verkaufen denken. Egal wo die Tiere landen und wie sie gehalten werden.
Ein Vermehrer setzt viele verpaarung ohne ein Ziel.
Meistens haben sie so viele Tiere das sie irgendwann den Überblick verlieren.


Züchtern sind für mich Menschen die ein Zuchtziel verfolgen und in ersterlinie ans Wohlbefinden eines Tieres besorgt sind.
 
S

Selina3110

Gast
hallo miriam

wie gesagt hat da jeder eine andere meinung, ich bin auch hobbyzüchter, genau wie die meisten andern auch.

und auch mit 2 oder 3 würfen im jahr kann man ein zuchtziel verfolgen oder nicht?

der begriff vermehrer ist doch kein schimpfwort, es ist für mich einfach nur die bezeichnung für jemanden der tierbabys produziert ohne ein zuchtziel vor augen zu haben, mehr nicht.


das es den tieren dabei gut geht und man sie liebt ist selbstverständlich aber darum geht es hier ja auch nicht ;-)
 
Biensche37

Biensche37

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ZITAT:Wo liegt die Grenze zwischen Zucht und Vermehrung?

Zucht fängt da an, wo sich der Züchter nicht nur Gedanken um Gesundheit und Ernährung gemacht hat, sondern auch mit erworbenem genetischen Wissen und Wissen um die Eigenschaften seiner Zuchttiere dies anwendet und damit gezielte Verpaarungen setzt mit möglichst wenig Jungtieren, die man krass als "Ausschuss" bezeichnen könnte. Also nur Verpaarungen setzt, die die Farbe/Rasse ergeben, die der Züchter als Zuchtziel anstrebt. Eben um so wenig "ungewollten" Nachwuchs zu haben wie möglich. Das Vermeiden von fehlerhaften Tieren im Sinne des Standards, sowie die Vermeidung von Farben die dazu führen, das der Züchter die Babies in Kuschelhände vermittelt und das Weibchen für "Lulli" einen Wurf hatte. Sinn und Zweck der Zucht von Rassetieren brauchen wir nicht zu diskutieren. Von mir aus nennt es jeder wie er will.
Ich sage auch ganz ehrlich, das Selektion von Nöten ist um an sein Zuchtziel zu gelangen. Und eben diese Tiere, gelangen dann in Kuschelhände. Denn auch diese sind mit der gleichen Verantwortung gezogen. Mit dem gleichen Futter gefüttert, mit der gleichen Einstreu eingestreut wie die Tiere, die dem Zuchtziel entsprechen und in der Zucht verbleiben bzw. in weiter Zuchten abgegeben werden. Es ist nicht die Selektion: Die guten ins Töpfchen, die schlechten....denn Kuschelhände sind wahrlich nicht die schlechte Wahl. Die Babies haben also alle den gleichen Start ins Leben.


bine
 
C

Chica

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@Selina3110
nur wenn jemand eine hoppyzucht hat und eben keine zuchtziele hat ,kann man doch nicht sagen das man gleich vermehren will das finde ich ein bischen ungerecht den hoppy züchtern gegenüber,weil wenn jemand seine tiere artgerecht hält seine schweine liebt und eben nur 2 bis 3 würfe im jahr machen will macht man doch nicht gleich eine vermehrung !und ich denke auch nicht das man dazu eine schau bzw eine ausstellung besuchen muss oder änliches!
das wichtigste ist das es den tieren dabei gut geht ,das sie nicht zu kürz kommen und das man nicht auf das geld aus ist !und das keine tiere in einzelhaltung kommen !ich hoffe du nimmst es nicht persönlich ...............................
LG MIRIAM
Hallo Miriam
Auch ich habe eine kleine Zucht mit wenigen Würfen im Jahr und trotzdem habe ich ein Ziel, ansonsten würde ich ja keine verpaarung setzen.
Ich denke als Zucht ist es nunmal gemeint ein Ziel voraugen zu haben und nicht ...ich wollte auch mal ein Babys haben...

Wenn man ernsthaft züchtet dann kommt man wohl kaum um eine Ausstellung rum um überhaupt zu erfahren ob man sich seinem Ziel nähert, was ja nun mal dem Standert entspricht.

Das ist meine Meinung.
 
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Azurcristall

Gast
generell ist zucht doch danach definiert, ein Ziel zu haben. Ich habe beispielsweise folgende Definition gefunden:

gezieltem Kultivieren von Tieren und Pflanzen im Sinne der künstlichen Zuchtwahl (= Züchtung), um bestimmte Eigenschaften und Merkmale durch Vererbung zu erzielen;
bzw.

die künstliche Zuchtwahl durch einen Züchter zwecks Neuzüchtung. Dabei besteht das Ziel, bestimmte äußere oder innere Eigenschaften von Individuen durch Kreuzung entweder bewusst herauszubilden („heranzüchten“) einerseits oder solche Eigenschaften und Merkmale möglichst zum Verschwinden zu bringen („wegzüchten“) andererseits. Dadurch entstehen auch neue Tier-Rassen bzw. Pflanzen-Sorten.
Ich denke, das beschriebt den eigentlichen Sinn einer "Zucht" am besten. Was heute aus dem Begriff ideologisch gemacht wird (im Vergleich zu "vermehrer") ist was andres.

Meiner Ansicht nach sollte züchten immer mit dem streben nach einen Ziel verbunden sein. Und "will süße kleine Schweine haben" ist kein Ziel. ;)
 
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Mukketier

Gast
Hallo zusammen :)

ich danke euch erstmal für alle bisherigen Antworten.

Am leichtesten nachvollziehbar erscheint mir persönlich spontan das, was Sawyer schreibt. Es spricht für eine hohe Anforderung an die Verantwortlichkeit, die jeder Tierhalter haben sollte - insbesondere dann jemand, der mit diesen Tieren nach Vermehrung und möglicher Veräußerung strebt.

Sehr unklar bliebt für mich noch der so häufig genannte Begriff "Zucht-Ziel". Was soll ich mir denn darunter vorstellen? Muss ich tatsächlich erstmal eine Ausstellung besuchen, um mich zu orientieren nach welchen physischen Aspekten ich 1+1 zusammen zu bringen habe? Also Zucht bedeutet dann demnach, dass nur Fortpflanzungsanspruch hat, was, wahrscheinlich modischen Trends unterworfen, den aktuellen Tierhalter/Meerschweinzüchter Zeitgeschmack trifft?
Da wird es mir fast ein wenig grauselig zumute. Vor allem, wenn Azurcristall noch die Definitionen anfügt:

die künstliche Zuchtwahl durch einen Züchter zwecks Neuzüchtung. Dabei besteht das Ziel, bestimmte äußere oder innere Eigenschaften von Individuen durch Kreuzung entweder bewusst herauszubilden („heranzüchten“) einerseits oder solche Eigenschaften und Merkmale möglichst zum Verschwinden zu bringen („wegzüchten“) andererseits. Dadurch entstehen auch neue Tier-Rassen bzw. Pflanzen-Sorten
Vor meinem geistigen Auge tauchen blitzartig Scharen von Tieren mit zuchtgewollten anatomischen Missbildungen auf.......... Macht das ein Zuchtziel aus und erhebt den Züchter über den Vermehrer?
Apropos "Vermehrer" empfinde ich hier im Forum als ganz eindeutig abwertend gebräuchlich und dementsprechend als Schimpfwort.
Also kann Zucht evtl. schon doch grenzgängig zur Tierquälerei gesehen werden?
Entspricht Züchtung artgerechter Haltung?
Ist nun jemand als ganz besonders elitär zu sehen, weil er reinrassige Meerschweinchen ohne Fell zuchtmäßig zustande bringt .............?

Und dann die Sache mit den Ausstellungen. Ich war noch auf keiner - bin ja auch noch nicht so lange mit Schweins dabei. Könnte durchaus sein, dass ich mir sowas als neugieriger Mensch mal angucke. Mag auch gern wissen, was andere denn so für Schweinderl im Stall haben ;). Ganz gewiss werde ich dann aber meine Säue zuhause lassen. Also ich, als noch ziemlich unwissender Otto-Normalhalter würde meinen - und zu dieser Meinung komme ich Dank eurer Aufklärung im Forum - dass so eine Ausstellung unheimlich stressig für die Tiere sein muss. Täusche ich mich da? Ich meine, da wird hier atändig lang und breit erklärt, dass Meerschweine Fluchttiere sind, unheimlich schreckhaft etc. und es gleich dreimal nicht abkönnen, wenn sich ihnen was von oben nähert und dann gucken bei so einer Ausstellung gleich Scharen von Leuten auf die einzeln sitzenden Schweins herab. Bekommen die da vorher Valium oder Hypnose oder wie geht das, dass der natürliche Reflex in so einer Situation Angst zu haben außer Kraft gesetzt wird?

LG
Mukketier
 
Biensche37

Biensche37

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ZITAT:
Sehr unklar bliebt für mich noch der so häufig genannte Begriff "Zucht-Ziel". Was soll ich mir denn darunter vorstellen? Muss ich tatsächlich erstmal eine Ausstellung besuchen, um mich zu orientieren nach welchen physischen Aspekten ich 1+1 zusammen zu bringen habe?

Nein, musst du nicht. Du brauchst dich als Nicht-Züchter ja nicht mit dem deutschen Rassestandard auseinandersetzen. Denn nach diesem richtet "man" sich nun einmal. Sonst könnte man ja auch Wald - und Wiesenmixe in die Welt setzen.
Was du dir nun unter einem Zuchtziel vorstellen kannst? Schau auf die HP der Züchter. Bei den meisten siehst du ein Zuchtziel. Glatthaar schwarz z.B. wäre ein Zuchtziel. Rosette in rot wäre z.B. auch eins. :top:
Trends und Zeitgeschmack....was das betrifft, würde ich sagen, das es GH in goldagouti schon verdammt lange gibt. Oder Rosetten in versch. Farben....Trends und Modefarben....ja die gibt es tatsächlich. Ist doch schön, wenn sie unter den oben genannten Gesichtspunkten mit Verantwortung gefördert werden.

Ich weiß nicht, wo du Zucht grenzwärtig zur Tierquälerei siehst....erkläre das mal bitte.
Aber nenne uns hier bitte nicht als Beispiel die Nackten. :eek3: Das Thema ist hier durch und durch gekaut und überwiegend contra Skinny ausgegangen. Das ist mit den Züchtern hier gewiss nicht zu vergleichen.

Ob Züchtung artgerechter Haltung entspricht, kann man nicht pauschalisieren. Da Zuchtanlagen unterschiedlicher nicht sein können, wie sie es nun mal sind. Die handelsüblichen 1 m Käfige, in denen viele ihre Schweinchen bzw. Kaninchen (und auch oft in Einzelhaltung) halten sind es meiner Meinung nach jedenfalls auch nicht. Also sollte man nicht immer nur die Haltung der Züchter kritisch beleuchten...

Zuchtgewollte anatomische Missbildungen...ääääähm :nut:
Erkläre das mal bitte, was du meinst....

Sicher kann man Ausstellungen hinterfragen. Tiere, die zahm sind und auf Shows gut vorbereitet werden und sich anfassen lassen haben kaum bis gar keinen Stress. Und- nein, sie bekommen keine Medikamente. :rofl: Man schaut auch nicht auf die Schweinchen herab. Die Ausstellungskäfige sind so gestellt, das man von vorne hineinschaut. Die Anträger holen die Tiere nicht von oben aus den Käfigen, sondern von vorne. MfD-Showkäfige haben zudem eine halbrunde Kunstoffblende, die die Schweinchen von der Rück-und Seitenwand schützt. Somit entsteht für die Tiere ein Höhlen-Charakter. Denn auch von oben ist es abgedunkelt.

Zudem habe ich hier oft genug den Eindruck, das eher das Wort Züchter als Schimpfwort gilt, als das Wort Vermeher. Nein, jemand der Tiere nur wg. der süssen Babies hin verpaart oder des Profits wegen in Lagerhallen und Scheunen zu hunderten vermehrt ist nun mal einer der Tiere nur vermehrt. Zucht definiert man eben nun einmal anders. Wenn du das nicht unterscheiden magst, dann eben nicht....


bine
 
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N

Nicole1974

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Mal ganz kurz und krass gesagt:

Ein Züchter ist für mich jemand, der IMMER auch das wohl des Tieres im Kopf hat und nicht nur sein eigenes Ego befriedigen möchte.

Dabei spielt es für mich nicht unbedingt die Rolle, ob man ein Zuchtziel hat oder nicht, wobei es mit Ziel natürlich mehr Spass macht, da man auf etwas hin arbeiten kann... ob das nun mit 2 Würfen im Jahr ist, oder mit 20... wenn man weiß, dass man seine Tiere unterbringen kann, soll jeder für sich entscheiden was er machen möchte....

Vermehrung fängt bei mir erst bei der Profitgier an. wenn nur noch Babies gemacht werden und man das wohl des Tieres ausser acht lässt....
 
M

Myself

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Ein Zuchtziel kann ganz unterschiedlich aussehen, z.B.

- die Festigung eines einheitlichen Aussehens und Fells einer Rasse, also z.B. Wirbelsitz, Fellänge etc.,

- neue Farbschläge in eine Rasse einzuführen und diese durchzuzüchten

- vorhandene Farbschläge klarer zu definieren und gut herauszubringen (wie die Vierharbigkeit),

- Erlangung eines Richtstandards für eine Rasse

usw.

Auch ein mögliches Ziel ist die Erhaltung einer schon gut durchgezüchteten Rasse/Farbe mit gesunden, gut gezogenen Tieren, damit z.B. die Rasse/Farbe nicht in Vergessenheit gerät.

EDIT: DIes sollen nur Beispiele für Zuchtziele sein, die einen noch lange nicht zum Züchter machen. Nur weil die Frage oben sich um Zuchtziele drehte.
 
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H

Heissnhof

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Hi Ihr,
die Tatsache, daß jemand ein Zuchtziel hat, macht ihn aus meinen Augen noch nicht zum Züchter und die, daß er Ausstellungen besucht auch nicht. HÄufig wird doch das Angeben des Zuchtzieles und der Besuch von Ausstellungen nur mißbraucht, um Vermehrungen zu kaschieren. Wieviele züchten nach Jahren noch immer mit eingekauften Tieren.
Der Umgang mit den Tieren macht für mich erst mal keinen Züchter aus, das unterscheidet dann den guten von den schlechten.

Zucht fängt dann an, wenn selektiert wird, wenn die Generationen wechseln und nicht mit den gleichen Tieren über Jahre vermehrt wird. Viele sogenannte Züchter sind aus meiner Sicht Rassemvermehrer bzw. betreiben eine Erhaltungszucht, darunter verstehe ich, daß langsame Generationsfolgen vorliegen oder gar keine, daß das ganze Geschehen wenig Dynamik aufweist, Zuchtböcke über Jahre die gleichen bleiben.

WEnn jemand nach 5 Jahren Zucht stolz seine eigenen Tiere aus erster Generation ausstellt und in einem Zuchtverein ist, dann ist das kein Züchter, sondern jemand der schöne Schweinchen sammelt und sich gerne damit zeigt. Wo liegt die züchterische Leistung, 2 Schweinchen zu kaufen, diese zusammen zu setzen, die Babies zu behalten und auf die Ausstellung zu tragen. Sorry, darüber kann ich lachen.

Echte Zuchten ziehen aus meiner Sicht über Jahre, können auf viele Generationen selbst gezogener Tiere zurückblicken und vor allem: Die Tiere zeigen eine Zunahme an Qualität.
Bei genügend Zuchten lässt die Qualität nach einer Generation schon wieder nach, die Jungen werden verkauft und neue dazu geholt. Das ist ein häufiger Grund, weshalb Nachzuchten verkauft und lieber mit fremden weiter gezogen wird - da muß man dann nicht selber urteilen, sondern kann sich auf das Auge anerkannter erfahrener Züchter verlassen und die Tiere erfolgreich ausstellen. Zur echten Zucht gehört übrigens auch Mut, Urteilsvermögen und ein dickes Fell :rolleyes: .
 
Meerie-Mama

Meerie-Mama

Engel auf Erden
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ui das ist ein heikles thema. und ich denke man kann dazu keine genaue erklärung abgeben weil das jeder für sich selbst entscheidet.

ich finde jede art von absichtlicher vermehrung für schlecht. züchter sind für mcih genauso vermehrer, auch wenn sie liebevoller genannt werden weil sie verantwortungsbewußter damit umgehen. sie sorgen trotzdem dafür, das sich das tier vermehrt..das ist ja wohl das wort dazu, egal wie einer das unterschiedlich definieren mag.

ich finde jede art von absichtlicher vermehrung egoistisch. es ist der wille des menschen das weibchen schwängern zu lassen.

tiere haben einen fortpflanzungstrieb zur erhaltung der eigenen rasse. denen ist egal wie die kinder dabei aussehen, aber gesund sollten sie sein. ich denke das hat die natur gut geregelt. die tiere in freier wildbahn können sich aus dem weg gehen...in der menschenhaltung nicht. würde man die schweine aus der haltung bei menschen wegdenken gäbe es immer noch genug tiere von der rasse. zur erhaltung sind die menschen bei dieser rasse gar nicht nötig.

zucht zur artenerhaltung finde ich sinnvoll, alles andere unnötig und egoistisch.

trotzdem hab ich keine anfeindungen züchtern gegenüber. es ist so und wird sich nicht ändern. dazu finde ich die schönen verschiedenen rassen toll, also wird dadurch auch ein wenig mein eigener egoismus befriedigt solch tiere halten zu können.

aber objektiv betrachtet machen die menschen auf dieser welt viel unnötigen schmarn :nut:
 
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Heissnhof

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Zur Erhaltung der Art ist Zucht oder Vermehrung insofern erforderlich, als daß unsere Hausmeerschweinchen wild wohl kaum noch überleben dürften.
Tiere in freier Wildbahn erhalten über ihren Trieb die Art, nicht die Rasse.
Zur Erhaltung der Rasse ist er Mensch sehr wohl erforderlich, die wären nach wenigen Generationen verwaschen und regional würden sich nach langer Zeit verschiedene Schläge herausbilden.

Daß wir die Tiere aus purem Egoismus halten und sich fortpflanzen lassen, sehe ich auch so, - allerdings sind die Haustierrassen ja vom Menschen geschaffen und es ist sicher ein Teil des Menschen selber, daß er Tiere früher zum Zwecke der Ernährung hält. Haustiere halten wir heute zum Spaß, aber so ist es nun mal und im Rahmen davon sorgt man für die Fortpflanzung der Tiere. Es hat sich doch über Jahrtausende entwickelt, daß man die Elterntiere dann auch nach seinen Wünschen auswählt - daran finde ich nichts verkehrt - solange die Tiersgesundheit nicht darunter leidet.
Die Tierzucht ist auch keineswegs unnütz, sie sichert uns unseren guten Lebensstandard.
 
muegge

muegge

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Das Thema ist wirklich heikel.

Für mich macht einen guten Züchter auch aus, dass er Interesse daran hat, wie es seinen Tieren geht und das Wohlergehen ihm wichtig ist.

Erfolge auf Ausstellungen sind sicherlich auch zweideutig. Zum einen kann ich zwar feststellen lassen, ob mein Ziel auch richtig ist, zum anderen tue ich dem Schwein sicherlich keinen Gefallen damit es auf eine Ausstellung nach der anderen zu schleppen, weil das in meinen Augen auch Stress für die Tiere bedeutet.

Dass ein guter Züchter jederzeit seine Tiere zurücknehmen sollte, diese Meinung kann ich nicht ganz teilen. Platz ist eben nun mal relativ. Wenn ich aber ein Schwein verkauft habe, gebe ich in dem Moment auch die Verantwortung an den Käufer für das Tier mit ab.

Schön und gut, wenn der Platz vorhanden ist, ist alles gut, aber ich habe auch die Verantwortung für meinen Bestand und um jeden Preis würde ich kein Tier zurücknehmen. Was ist wenn der Besitzer sich nach einer Zeit nur des Tieres entledigen will, weil es nun krank ist, und Kosten produziert? Wie geht man damit um? Sicherlich möchte man auf der einen Seite dem Tier helfen, was aber wenn damit der Bestand gefährdet würde? Auch Karantäneplätze sind nicht immer unbegrenz vorhanden, hin und wieder sind auch diese für andere Tiere besetzt.

Gott sei dank habe ich vor diesem Problem noch nicht gestanden, bisher habe ich nur zwei Böcke zurückerhalten, die angeblich bissig waren, bei denen sich aber dann rausstellte, dass sie halb verhungert waren...

Und mal ganz ehrlich, hier geht es immer nur um Züchter oder Vermehrer, meiner Meinung nach gibt es aber auch bestimmt manchmal keine idealen Lebensbedingungen bei Personen, die meinen jedes Tier aus Mitleid aufnehmen zu müssen, aber dann hinterher mit der Anzahl und den Kosten überfordert sind. (Ich kenne hier viel zu wenige, als dass ich da jemanden bestimmtes meinen würde!)

Ich denke das ist ein Thema, welches nie geklärt wird, nicht nur bei den Meerschweinchen, dies betrifft fast alle Tierrassen, die sich leicht vermehren lassen und eine unterschiedliche Meinung hierzu wird es auch immer geben.

LG Sabine
 
A

Aventuria

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Eine sehr schwierige Frage.... die ich wohl auch für mich nur zur Hälfte beantworten kann/werde/will:
Ein Vermehrer ( und diesmal ja als Schimpfwort benutzt ) ist für mich einer, der zig Tiere hält, die sich ohne irgendwelche Gedanken an deren gesundheit und Wohlergehen paaren lässt und nur das Geld im Auge hat, dem es nicht um die Tiere geht.
Ein Züchter...hmm...ja..... das kann ich schon nicht ganz beantworten, denn da gibt es sicher auch gute und weniger gute. Und manche nennen sich wohl auch Züchter, sind aber doch eher Vermehrer. Als ganz groben Rahmen für einen Züchter ( ob gut oder schlecht ) würde ich wohl vorsichtig damit anfangen, dass er Rassetiere hat, die gezielt miteinander verpaart. Hmm..... schwierige Frage....
Aber ich würde auch noch eine dritte Kategorie einführen, denn ich denke, dass Privatleute, die auch mal Babymeeris haben, nicht direkt in die böse Kategorie der Vermehrer gesteckt werden dürfen. Denn manche Privatleute haben auch genug Ahnung ( diese ist nicht nur Züchtern vorbehalten ) und sorgen sich gut um ihre großen wie kleinen Meeris und achten manchmal noch besser darauf, was aus ihren Babys wird, wie mancher, der sich "Züchter" nennt.

So, und nun noch mal gegen Ärger: Ich habe nichts gegen gute Züchter! Ich wollte nur mal anführen, dass es auch da schwarze Schafe gibt. Wobei ich mal davon ausgehe, dass hier wohl größtenteils verantwortungsvolle Züchter sind, die sich sehr genau mit dem Thema Meerschweinchen auseinandergesetzt haben.
Also nichts für ungut^^ Ist halt ein heikles Thema ;)
 
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Mukketier

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Ein Zuchtziel kann ganz unterschiedlich aussehen, z.B.

- die Festigung eines einheitlichen Aussehens und Fells einer Rasse, also z.B. Wirbelsitz, Fellänge etc.,

- neue Farbschläge in eine Rasse einzuführen und diese durchzuzüchten

- vorhandene Farbschläge klarer zu definieren und gut herauszubringen (wie die Vierharbigkeit),

- Erlangung eines Richtstandards für eine Rasse

usw.

Auch ein mögliches Ziel ist die Erhaltung einer schon gut durchgezüchteten Rasse/Farbe mit gesunden, gut gezogenen Tieren, damit z.B. die Rasse/Farbe nicht in Vergessenheit gerät.
DANKESCHÖN! Das macht es schon mal klarer für mich. Bei der Gelegenheit ist mir gerade eingefallen, dass ich mir nicht einmal über das Haltungsziel im Klaren bin - mit Zuchtzielen wäre ich weit überfordert. Dafür bin ich persönlich wahrscheinlich auch nicht der Typ. Ich steh auf alles, was hübsch aussieht und sympathisch im Charakter wirkte und frage dabei wenig nach Abstammung. Nun gut, um so besser vielleicht, dass es Menschen gibt, die da ein Auge drauf haben - wer weiß sonst wären Meerschweinchen in Kürze möglicherweise doch wieder so einheitlich graubraun wie die Feldkaninchen.
Au weia, ich erkenne bei mir gerade Parallelen zum Fleischverzehr :rolleyes: ich schaffe es nicht mich gänzlich vom Fleisch loszusagen; während ich jedoch für das Töten von Tieren möglichst auch nicht verantwortlich sein will - also wird´s delegiert und der Rest möglichst verdrängt. Genauso möchte ich nicht für Zuchten verantwortlich sein; mich aber wohl der Artenvielfalt erfreuen. Ja, da werde ich ein wenig umdenken müssen. Die hübschen Mixe gäbe es schließlich auch nicht, wenn nicht mal einer so was wie Zuchtziele erstellt hätte.

OT: Anbei habe ich eine ganze Menge interessanter HPs über diesen Thread kennen gelernt. Ist ja schon schnuckelig, was es für herzige Flauschbällchen gibt. Aber ich würde wahrscheinlich auch die "Einmal Babys" wonnig finden.

[.....] Wieviele züchten nach Jahren noch immer mit eingekauften Tieren.[....]
Das wirft für mich wieder eine neue Frage auf, nämlich, wie kann man denn überhaupt sicher sein, mit was man da züchtet? Papier ist bekanntlich geduldig; und wenn ich ein Tier kaufe, dessen Erzeuger von einem anderen Züchter gekauft wurden, kann ich dann tatsächlich einwandfrei der Abstammung gewiss sein?

[.....] Zucht fängt dann an, wenn selektiert wird, .... [...]
Stimmt! Das macht es für mich irgendwo wahrscheinlich auch so erschreckend. Was passiert mit dem, was den Qualitätskriterien nicht 100%ig entspricht? Finden sich dafür hinreichend Kuschelhände? Besteht vielleicht gar die Gefahr, im Anvisieren des Zuchtziels eine Art Tunnelblick zu entwickeln? Sich sehr auf etwas zu fixieren verführt natürlich auch dazu möglichst viele Versuche anzusetzen, da sich dadurch die Erfolgsaussicht zumindest quantitativ erhöht – oder?

[.....] Echte Zuchten ziehen aus meiner Sicht über Jahre, können auf viele Generationen selbst gezogener Tiere zurückblicken und vor allem: Die Tiere zeigen eine Zunahme an Qualität.[....]

Klingt gut. Aber dafür muss man wahrscheinlich auch im größeren Rahmen züchten, was dann hohe Anforderungen an die Begebenheiten (Platz, Geld, Zeit, Kenntnisse etc.) stellt.

[.....] Bei genügend Zuchten lässt die Qualität nach einer Generation schon wieder nach, die Jungen werden verkauft und neue dazu geholt. Das ist ein häufiger Grund, weshalb Nachzuchten verkauft und lieber mit fremden weiter gezogen wird - da muß man dann nicht selber urteilen, sondern kann sich auf das Auge anerkannter erfahrener Züchter verlassen und die Tiere erfolgreich ausstellen.
Könnte vielleicht auch damit zu tun haben, dass man dann nicht selbst so sehr viele Tiere unterbringen muss – oder? Wobei ich dir natürlich zustimmen muss, dass die besten Zuchtergebnisse wahrscheinlich garantiert sind, wenn man ganz sicher sein kann, was man vermählt, weil man die Tiere seit Generationen kennt.

[....]Ich weiß nicht, wo du Zucht grenzwärtig zur Tierquälerei siehst....erkläre das mal bitte.
Aber nenne uns hier bitte nicht als Beispiel die Nackten. :eek3: Das Thema ist hier durch und durch gekaut und überwiegend contra Skinny ausgegangen. Das ist mit den Züchtern hier gewiss nicht zu vergleichen.[....]

[....]Zuchtgewollte anatomische Missbildungen...ääääähm :nut:
Erkläre das mal bitte, was du meinst....
[....]
Das war schwerpunktmäßig auf meine Assoziationen zur Begriffsdefinition "Zucht" bezogen, nicht ausschließlich auf die Meerschweinchenzucht. Unter gewollten anatomischen Missbildungen verstehe ich beispielsweise Hund- und Katzenschnauzen, die so verkürzt gezüchtet werden, dass die Tiere nicht mehr einwandfrei atmen können oder Rassen, die sich mit einem Skelett durch die Gegend quälen müssen, dass einer physiologischen Katastrophe gleich kommt. In Sachen Meerschweinzucht bin ich, wie gesagt, bisher noch nicht so gut informiert. Für überdenkenswert in dieser Hinsicht halte ich Fellarten, die den Tieren bei natürlicher Lebensweise hinderlich wären oder zur Folge haben, dass ein Meerschweinpopo täglicher Bürstenpflege bedarf. Die Schweine sitzen nun einmal gerne mit dem Hintern im eigenen Dreck und wie das in manchen Fellen aussieht möchte ich lieber gar nicht wissen. Rein optisch und aus der Distanz, finde ich die Zottel schon ansprechend.; nicht umsonst war unser erstes Schwein langfellig – aber gerade deshalb weiß ich auch wovon ich rede.

[....]ich finde jede art von absichtlicher vermehrung für schlecht. züchter sind für mcih genauso vermehrer, auch wenn sie liebevoller genannt werden weil sie verantwortungsbewußter damit umgehen. sie sorgen trotzdem dafür, das sich das tier vermehrt..das ist ja wohl das wort dazu, egal wie einer das unterschiedlich definieren mag.[.....]
Das sehe ich in etwas auch so. Ich würde zwar absichtliche Vermehrung nicht als schlecht bewerten wollen, aber sie dennoch als solche sehen, nämlich als Absicht zur Vermehrung (aus welchen Gründen auch immer).

[....]trotzdem hab ich keine anfeindungen züchtern gegenüber. es ist so und wird sich nicht ändern. dazu finde ich die schönen verschiedenen rassen toll, also wird dadurch auch ein wenig mein eigener egoismus befriedigt solch tiere halten zu können.[....]
;) Dann geht es uns ja ähnlich.

[....]Dass ein guter Züchter jederzeit seine Tiere zurücknehmen sollte, diese Meinung kann ich nicht ganz teilen. Platz ist eben nun mal relativ. Wenn ich aber ein Schwein verkauft habe, gebe ich in dem Moment auch die Verantwortung an den Käufer für das Tier mit ab.[...]

[....]Schön und gut, wenn der Platz vorhanden ist, ist alles gut, aber ich habe auch die Verantwortung für meinen Bestand und um jeden Preis würde ich kein Tier zurücknehmen. Was ist wenn der Besitzer sich nach einer Zeit nur des Tieres entledigen will, weil es nun krank ist, und Kosten produziert? Wie geht man damit um? Sicherlich möchte man auf der einen Seite dem Tier helfen, was aber wenn damit der Bestand gefährdet würde? Auch Karantäneplätze sind nicht immer unbegrenz vorhanden, hin und wieder sind auch diese für andere Tiere besetzt.
Das Problem kann ich nachvollziehen und ich bin froh, dass du es so offen ansprichst. Natürlich wäre es ein wünschenswerter ethischer Anspruch an einen Züchter, dass er für das, was nach seinem Willen produziert wird letztlich auch aufkommt. Auf der anderen Seite kann ich mir durchaus vorstellen, dass das in der Umsetzung nicht immer so ganz einfach sein wird. Allerdings ist mir auf den meisten HPs, die ich im Zuge der Zuchtinfos besucht habe, angenehm aufgefallen, dass neben der Zucht noch Notschweinchen aufgenommen werden – da wird dann wohl auch Platz sein für Schweinchen aus der eigenen Zucht, die es beim neuen Zuhause nicht so gut getroffen haben und zurückgebracht werden.
Aber natürlich kann man den auf den Züchter folgenden Tierhalter nicht gänzlich von aller Verantwortung freisprechen.
Mir wurde übrigens sogar von der Zoohandlung angeboten die Tiere zurückzubringen, falls ich nicht damit zurechtkomme oder sie auch zur Urlaubsbetreuung temporär dort abzugeben.

LG
Mukketier
 
PigCasso

PigCasso

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Moin Moin,


Vermehrer, Züchter, Liebhaber, Kuschelhände, EinmalBabyshaber, KinderzimmerNachwuchs, Notstationen und Meerschweinschützer.

Es sind alles Begriffe.
Jeder definiert sie irgendwie für selbst.
Jeder sortiert sich da irgendwo ein.
Jeder sortiert alle anderen irgendwo ein.
Dazu kommt die jeweils eigene Sichtweise der Dinge und der eigene Standpunkt.

Wir sind alle verschieden. Kaum einer ist gleich.
So wie wir im normalen (oder von mir aus auch im unnormalen) täglichen Leben die Dinge verschieden sehen und verschieden handhaben, tun wir es auch bei der Tierhaltung und natürlich auch bei den Meerschweinchen.

Keiner der oben genannten Begriffe kann für sich in Anspruch nehmen, daß er nur 'die guten' Meeri-Freunde in sich vereint.
Keiner der oben genannten Bergiffe kann dafür herhalten, nur 'die schlechten'
Meeri-Halter zu umfassen.

Wie im richtigen Leben gibt es überall Schwarz und Weiß.
Und dazwischen liegt das Grau in vielen Farbabstufungen.

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn hier User übereinander herfallen, nur weil sie den anderen in die feindliche oder die schlechte Begriffs-Schublade einsortiert haben.

Gut und Schlecht gibt es überall.
Ich suche mir diejenigen aus, mit denen ich auskommen kann.
Und zu den anderen halte ich Distanz oder gehe ihnen ganz aus dem Weg.

Eine Grundsatzdiskussion über Unterschied Vermehrer <=> Züchter, oder wie man das Thema sonst nennen mag, wird überhaupt nichts bringen.
Dafür sind die Meinungen alleine schon über die Begriffsdefinitionen viel zu verschieden und zu vielfältig.

Eigentlich wollte ich hier nichts schreiben, denn es finden sich mit Sicherheit genügend User die es unpassend finden und vielleicht auch genügend die es zutreffend finden.
Ich bin jedoch nicht darauf aus hier Zustimmung zu sammeln. Ablehnung natürlich auch nicht.
Es reicht mir wenn jeder, der dies liest, einfach nur darüber nachdenkt, eine Nacht darüber schläft und sich dann ein klitzekleines 'na ja, so ein wenig ist ja schon dran' abringt.
Einfach nur 'abringt'. Ich möchte gar nicht, daß jetzt einige, viele oder alle ihr persönliches 'na ja...' hineinschreiben.

mit denkanregendem Gruß
PigCasso
 
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Zucht oder Vermehrung?

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