Meerschweichenhaltung aus Sicht eines Tierpflegers

Diskutiere Meerschweichenhaltung aus Sicht eines Tierpflegers im Haltung, Verhalten und Pflege Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo zusammen, im Urlaub habe ich einen Tierpfleger-Ausbilder kennegelernt, der schon in mehreren Zoos bzw. Wildparks gearbeitet hat. Hier mal...
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muensterlaender

Gast
Hallo zusammen,

im Urlaub habe ich einen Tierpfleger-Ausbilder kennegelernt, der schon in mehreren Zoos bzw. Wildparks gearbeitet hat. Hier mal ein paar Aussagen, die in vielen Punkten mit den hier größtenteils verbreiteten Aussagen übereinstimmen, aber auch in einigen Punkten abweichen. Daher werde ich die Aussagen nicht kommentieren, da ich sie nicht in allen Punkten teile und diese auch nicht als Empfehlung für Privathaltung betrachte. Trotzdem möchte ich Informationen aus Profimund weitergeben. So sieht man Meerschweinchen in Zoos oder Wildparkars mit etwas anderen Augen.

In der Regel werden Meeris von Tierpflegern in Außenhaltung in größeren Gruppen gehalten. Der Platzbedarf ist ausreichend. Wichtig sind in Streichelgehegen für Kinder (eher selten) nicht zugängliche Rückzugsbereiche, die auch im Winter als Wärmebereiche genutzt werden können. Diese sind mit Spänen eingestreut. Der Tierpfleger hat übrigens die besten Erfahrungen mit Allspan gemacht. Als Baumaterial werden häufig Siebdruckplatten verwendet. Normales Holz ist nicht ausreichend haltbar bzw. zu pflegeintensiv. Als Futter wird Heu und handelsübliche Fertignahrung gegeben, Wasser in Nippelflaschen oder in Näpfen.

Böcke werden in der Regel nicht kastriert. Daher werden die Weibchen häufig geschwängert. Da dies in der Natur auch der Fall ist, wird dies absichtlich zugelassen, um z. B. Gebärmutterkrebs zu vermeiden, eine häufige Erkrankung bei Liebhabermeerschweinchen.

Um die Zahl der Tiere konstant zu halten, werden regelmäßig Tiere aus der Gruppe herausgenommen, vorzugsweise Streithähne, kranke bzw. schwache Tiere. Diese Tiere werden dann getötet und dienen dann als Futter für andere Tiere, z. B. Raubkatzen. Eine Lebendfütterung wird als nicht aretgerecht abgelehnt, z. B. auch Schlangen werden z. B. mit toten Mäusen gefüttert.

Der Grundsatz eines Tierpflegers ist, Futtertiere genauso zu pflegen wir die anderen Tiere.
 
17.07.2007
#1
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Gast

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schlappes

schlappes

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um z. B. Gebärmutterkrebs zu vermeiden, eine häufige Erkrankung bei Liebhabermeerschweinchen.
Bei meiner, im Januar verstorbenen Hündin, war es aber definitiv so. Da hätte nur eine frühe Kastration geholfen. Das hat mir aber leider keiner vorher gesagt. Immerhin wurde die Hündin 13 Jahre alt, ohne Nachwuchs, hat jedoch das letzte Jahr ihres Lebens nur mit Medikamenten schmerzfrei leben können.
 
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Jack

Gast
Ist doch klar, dass in Tierparks andere Ansichten gelten als bei uns Liebhabern. Und wenn das wirklich so ist, wie er es sagt, ist das durchaus eine naturnahe Haltung. Auch in der Natur werden kranke, alte oder schwache Tiere von Raubtieren getötet. Iche sehe das dort aber eher so, als das sich der natürliche Kreislauf schließt. Das ist etwas anderes, als ein Schlangenhalter, der Meeris in Minikäfig vermehrt, denn im Zoo können die Schweinchen ein schönes, schweinchengerechtes Leben führen und erfüllen am Ende ihres Lebens noch ein Zweck: Sie sichern mit ihren Körper das Leben eines anderen Tieres. Ich wette, so manches Kinderzimmer-Einzelschwein würde sich freiwillig den Löwen zum Fraß vorwerfen, wenn es dafür seinen Lebensabend in der Gruppe mit anderen Schweinchen verbringen dürfte.
 
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Mathilda

Gast
Hi,

diese Dinge waren mir bekannt und ich finde sie teils haarsträubend!
Zu der Sache mit dem Gebärmutterkrebs wurde ja schon was gesagt, das ist auch so ein Käse!

Ich kenne hier auch einige Zoos etc und ich finde es unverantwortlich, dass größtenteils nicht ausgewachsene Tiere tragend sind und Innzucht etc kaltlächelnd toleriert wird, weil die Tiere werden ja eh verfüttert!
Das sollte verboten werden!

Wenn andere Zootiere unter derartigen Umständen gehalten würden, dann wären alle auf den Barrikaden!
Aus diesem Grund besuche ich auch keien Zoos und Tierparks mehr!
 
O

Olyfant

Gast
Bei meiner, im Januar verstorbenen Hündin, war es aber definitiv so. Da hätte nur eine frühe Kastration geholfen. Das hat mir aber leider keiner vorher gesagt. Immerhin wurde die Hündin 13 Jahre alt, ohne Nachwuchs, hat jedoch das letzte Jahr ihres Lebens nur mit Medikamenten schmerzfrei leben können.
Und woher weißt du das sie keinen Gebärmutterkrebs bekommen hätte wenn sie einmal Babys bekommen hätte?
 
P

perle3103

Gast
Naja, ich glaube, das ist noch die Harmlos-Variante von Meeri-Haltung in Zoos/Tierparks.
Tja, kann man nicht viel zu sagen. Außer das ich das "Nicht-kastrieren" so gar nicht nachvollziehen kann. Aber welcher Zoo kann sich das auch leisten? :ungl:
 
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moonlight041

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Ob sich dieses Ammenmärchen irgendwann nochmal verlieren wird?
Es betrifft weder Hund noch Katze noch Meerschweinchen, noch sonst irgendeine Tierart.
Ich kenn auch keinen Menschen, der ein Kind bekommt um Gebärmutterkrebs vorzubeugen. :uhh:
Ja, das ist wirklich Blödsinn. Vor allem selbst wenn es stimmen würde. Dann sterben die Meerschweinchen zwar nicht an Gebärmutterhalskrebs, sondern bei Geburtskomplikationen, weil sie gleich mit ein paar Wochen trächtig sind, oder mit 2 Jahren an Schwäche, weil sie alle 3 Monate Babys bekommen :uhh: .

Gruß
Sarah
 
M

Mathilda

Gast
Hi nochmal,

ist zwar OT aber jeder TA rät nach der ersten Läufigkeit zu einer Kastra bei Hündinnen, vor der ersten Läufigkeit ist das aus ethischen Gründen nicht vertretbar und es würde kein TA durchführen.
 
V

VonDenRheinauen

Gast
ist zwar OT aber jeder TA rät nach der ersten Läufigkeit zu einer Kastra bei Hündinnen, vor der ersten Läufigkeit ist das aus ethischen Gründen nicht vertretbar und es würde kein TA durchführen.
Schwachsinn.
Nach der ersten Läufigkeit hat die Kastration aus präventiver Sicht keinen Sinn mehr.
Und was soll daran ethisch nicht vertretbar sein?? Kommt jetzt wieder die Leier, das der Hund sich nicht finden kann und erst erwachsen werden muss?
Unsere Praxis kastriert seit Jahren vor der ersten Läufigkeit, mit Erfolg.
 
I

Isaro

Gast
Hi nochmal,

ist zwar OT aber jeder TA rät nach der ersten Läufigkeit zu einer Kastra bei Hündinnen, vor der ersten Läufigkeit ist das aus ethischen Gründen nicht vertretbar und es würde kein TA durchführen.
Sorry, das ist so nicht korrekt; Google mal dazu ;)


Zum Thema Tierparks und Meeries:
Ich habe meiner kleinen dennoch nicht erzählt, WARUM sie hier im Tierpark die Meeries halten :eek:
Aber in der Tat haben sie wenigstens ein schönes Leben zuvor...

Edit:
Oops, da war jemand schneller :hand:
 
V

VonDenRheinauen

Gast
Aber in der Tat haben sie wenigstens ein schönes Leben zuvor...
Fressen und gefressen werden, solang eine Futtertierzucht mit Sinn und Verstand geführt wird, habe ich damit kein Problem.
Dauerauslauf im Gruppenverband ist doch wunderbar. Art des Futters hin oder her, die Tiere leben eh nicht lang genug, als das Folgeschäden zum tragen kommen könnten.
Einzig sinnvoll fänd ich statt einer wahrlosen, eine kontrollierte Vermehrung.
 
M

muensterlaender

Gast
Hallo,

zu dem Thema kontrollierte Vermehrung hat mir der Tierpfleger erzählt, dass er regelmäßig Futtertiere von einem Rassemeerschweinzüchter erhalten hat, der größten Wert auf seine Abgabetiere gelegt hat und nur jedes 3 Meeri an Halter verkauft. Die übrigen werden an Tierparks abgegeben.

Solche Züchter sind hoffentlich die Ausnahme.
 
H

hertha

Gast
Ob sich dieses Ammenmärchen irgendwann nochmal verlieren wird?
Es betrifft weder Hund noch Katze noch Meerschweinchen, noch sonst irgendeine Tierart.
Ich kenn auch keinen Menschen, der ein Kind bekommt um Gebärmutterkrebs vorzubeugen. :uhh:
Zumindest beim Menschen ist das kein Ammenmärchen. Es ist einfach erwiesen, dass Frauen, die spät oder gar nicht gebären wesentlich empfänglicher für frauenspezifische Krebsarten sind. Warum sollte das beim Tier anders sein?
 
A

Antaraxia

Gast
Tierparks

Zu:
"Ich kenne hier auch einige Zoos etc und ich finde es unverantwortlich, dass größtenteils nicht ausgewachsene Tiere tragend sind und Innzucht etc kaltlächelnd toleriert wird, weil die Tiere werden ja eh verfüttert!
Das sollte verboten werden!"


Also wenn man bedenkt, dass Inzucht von vielen Züchtern (Meerschweinchen, Hund, Katzen und vor allem auch bei Hochleistungspferden) praktiziert wird, denke ich ,dass die Tiere trotzdem lebensfähig sind und "normal" leben!!!

Es geht ja hier nicht um die Schimmelproblematik, da Wildparks und Zoos eh zu 99% keine Schimmel besitzen!

In Tierparks und Zoos werden meist Böcke verfüttert und nur ein oder 2 Altböcke (meist bis zu deren Tod) in der Gruppe belassen. Also sind die Tiere zwar alle miteiander verwandt und der Vater könnte seine Tochter decken....aber wie oben gesagt wird das von vielen Züchtern als Linienzucht praktiziert!!!

Und aus meiner Sicht (bin ja Biologe) hat der Tierpfleger auch recht: In freilebenden Cavia- Populationen werden die Weibchen immer wieder trächtig...und das ihr Leben lang. Es ist also nicht ungewöhnlich und ist bei allen wildlebenden Tieren so, dass sie meist entweder tragend sind oder Jungen aufziehen. Das ist der Lauf des Lebens.... :D
Und die Tierparks züchten ja für den "Eigenbedarf", d.h. es werden Meerschweinchen nicht schlecht gehalten oder ausgesetzt, etc.

Ich denke man sollte die Kirche im Dorf lassen! UND: man kann nicht allen Tieren, denen es unserer Meinung nach schlecht geht helfen ;)

Lg, Simone
 
Zuletzt bearbeitet:
L

Lutzi

Gast
Einsteils finde ich das sau schlimm, dass die armen süßen als Futtertiere missbraucht werden, aber wenn sie WIRKLICH vorher kurz und schmerzlos getötet werden sollten fände ich das noch erträglich... Leider ist das ja auch so ein Märchen um leute zu beruhigen... Unser ex Nachbar zb hielt schlangen und verfütterte refelmäßig mäuse, ratten, meerschweinchen etc lebend!!!
Und ich bezweifel, dass das in zoos wirklich so anders ist, gerade weil ich es zb niemals übers herz bringen würde ein meerschwein, eine maus oder so zu töten.
da ist die hemmschwelle echt enorm...
 
Thema:

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