Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Diskutiere Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"? im Rassen, Farben und Züchter Forum im Bereich Zucht und Genetik; Hallo, ich nutze mal ein Zitat von Juli als Aufhänger: Wenn ich (was ich nicht vorhabe) süße Tiere hätte, gesund und soweit ich weiß (auch...
S

Schwarzie

Gast
Hallo,

ich nutze mal ein Zitat von Juli als Aufhänger:

Nämlich, daß jemand aus seltsamen Gründen (Prestige, süüüße Babys, ...) züchtet und nicht aus dem einzig legitimen Grund - nämlich eine Farbe oder Rasse zu verbessern.
Wenn ich (was ich nicht vorhabe) süße Tiere hätte, gesund und soweit ich weiß (auch Stammbäume können lügen) mit guten gesunden Vorfahren und ich gerne z.B. rot weiße Shelties mag oder auch nur SHelties, warum MUß ich dann mühsam ein Zuchtziel definieren?
Genügt es nicht, daß ich gerne kleine fröhliche Meerschweinbabys habe?

Was kann ich denn dafür, daß andere nicht richtig mit ihren Tieren umgehen und die NOtstationen füllen, wiel sie irgendwelche Messi-Vermehrungs-Probleme haben? Bin ich dafür verantwortlich? Nein! Bin ich denn verantwortlich für das Übel mit Tieren auf der Welt? Nein! Muß ich denn ein aufgesetztes Zuchtziel haben - ich glaube den meisten Züchtern nicht mal, daß sie ihr Zuchtziel klar definieren könnten, dieses angebliche Vorwärtsbringen, Rassezeil etc, daß sind doch willkürlich festgelegte Gummibegriffe.
Warum soll es besser sein, Tiere zu vermehren, züchten, wie auch immer, damit sie auch noch die 150. beige Fellnuance bekommen, als welche aus Begeisterung und Liebe zu bekommen, weil es einfach Spaß bringt und man gerne mit tieren zu tun hat?

Ich meine damit nicht irgendein wahlloses Vermehren aus finanziellen Gründen, da brauchen wir nicht diskutieren. Aber aus Spaß an der Freude ein bis 2 Mal im Jahr einen Wurf Babys, wo liegt nun das Problem?
Ich mag es, schweinchen zu bekommen/zu haben, die ich seit ihrer Geburt kenne, das bindet mich an sie. Natürlich kann man nicht alle schweinchen behalten, aber bei 1-2 Würfen im Jahr sehe ich nicht die immensen Probleme. Das sind Liebhabertiere und sie werden zu Liebhabern gehen.

Zuchtziel ist doch ein echter Gummibegriff...
Natürlich aht jeder große gesunde Tiere als Zuchtziel, und bei einigen rassen sicherlich auch spezielles, aber grundsätzlich ist das so beliebig dehnbar, daß das Wort Zuchtziel sich erledigt. Denn was passiert, wenn man an seinem Zuchtziel anlangt?
Man gibt alles weg und züchtet etwas anderes? Oder züchtet man dann nur noch perfekte Meerschweinchen?

Ich sehe jedenfalls wirklich nicht, warum "Spaß an den Tieren" nicht, bei korrekten Grundvoraussetzungen, ein legitimes Zuchtziel sein soll.

Denke ich da falsch?

Liebe Grüße
Kirsten
 
30.03.2005
#1
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Gast

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Jacob

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hallo Kirsten!

Das einzige Zuchtziel, was bei jedem Züchter im Vordergrund stehen sollte, ist das durch die Weitergabe des „Zuchtüberschusses“ das korrekte Wissen über das Wesen Meerschwein weitergegeben werden sollte. Es ist doch ziemlich egal wie ein Meerschwein aussieht, dass dann bei dem unbedarften Endverbraucher unter den falschen Bedingungen sein mehr oder weniger langen Leidensweg bestreitet.

Natürlich kann man sich auch noch zusätzliche Ziele setzen, die auch ihren Sinn haben. Nur vergisst man hier das Hauptziel ist man bloß ein Vermehrer unter Rassemerkmalen!

LG, Jacob ;)
 
Pepper Ann

Pepper Ann

Ridgeback-Züchterin
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AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Ihr vergesst eines, ein wirkliches Zuchtziel ist nicht leicht erreichbar. Wäre dies so, würden viel mehr Tiere als höchstens 3 auf einer Austellung ein hv für hervorragend bekommen.
Schaut mal einem Richter beim bewerten zu, da merkt man schnell, was alles zu verbessern/beachten ist. Aber ich gebe dir Recht Kirtsen, bei vielen, vielleicht sogar die meisten Züchtern, ist das Zuchtziel nicht immer klar definiert, denn die wenigsten wissen den Bau und Typ ihrer Tiere zu beurteilen. Das muss man sich mit der Zeit aneignen und/oder die Tiere auf Ausstellungen bewerten lassen.
Ich persönlich habe nichts gegen reine Liebhaberzucht, wichtig ist, wie bei Rassezuchten auch, darauf zu achten rechtzeitig aufzuhören, sobald man die Kleinen nicht mehr unterbringt.
Viel verwerflicher als reine Liebhaberzucht empfinde ich Zuchten mit schwammigem Zuchtziel, bei denen unwissend und unerfahren falsch selektiert wird oder man nur wenige Ausganstiere hat und/oder nur vermehrt und keine "verbessserten" Nachzuchten behält, um in der Zucht voranzukommen. Zucht ist für mich in erster Linie ein bestimmtes Ziel und kein reines vermehren. Aber so sieht meine Definition aus und jeder fasst das nun ein bischen anders auf, das ist das Problem. *g*

Hoffe ihr habt mich verstanden. :aehm: :p
 
J

juli

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Da dieses Zitat ja von mir kommt, äußere ich mich auch mal noch dazu.

Spaß an den Tieren und süße Babys bekommen, ist kein Zuchtziel, sondern eine zugegeben existenzielle Zuchtvoraussetzung.

Warum?
Ganz einfach: süß sind sie alle!

Wenn es danach ginge, könnte ein Jeder wie es ihm passt Meerschweinchen vermehren. Das ist aber ein bißchen wenig, um es "Zucht" zu nennen.
Fast jeder, der Meerschweinchenbabys produziert, nennt sich selbst Züchter. Zucht bedeutet aber was ganz anderes: nämlich die Verstärkung oder Unterdrückung bestimmter Eigenschaften. Ob das nun nach Standard geht oder nicht, ist mir dabei eigentlich wurscht.

Weißt Du Schwarzie, wir alle hier finden Meerschweinchenbabys süß und haben Spaß an unseren Tieren, oder? Trotzdem züchtet längst nicht jeder, was nicht immer, zumindest nicht in meinem Fall mit äußeren Umständen zu tun hat. Für mich ist es Überzeugungssache.
Wer züchtet, ist verpflichtet, absolut zum Experten zu werden. Meerschweinchenbabys erhalten kann jeder. Selbst wenn es Rassetiere sind. Wenn ich zwei rot-weiße Tiere zusammensetze, ist es relativ wahrscheinlich, daß ich auch rot-weiße Babys rausbekomme. Trotzdem bin ich dann noch kein Züchter. So kann ich mich erst nennen, wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe, z.B. verbesserte Fellstruktur etc. und dann ganz gezielt verpaare, Nachzuchten behalte, bis die Eigenschaft im Stamm meiner Tiere fest verankert ist. Das ist dann ein Zuchterfolg. Ebenso könnte ich auch z.B. Schoko dunkler züchten oder gezielt bestimmte Charaktereigenschaften fördern. Das will ich nicht in Abrede stellen. Aber Zucht ist gezielt. Deshalb sind "süße Babys" kein Zuchtziel.

Es ist einfach ausschließlich egoistisch, aus solchen Gründen zu züchten. Natürlich wird das Maß des Egoismus dadurch bestimmt, in welchem Rahmen man das betreibt und wie man seinen Nachwuchs vermittelt.
Wenn es einzelne Würfe sind, ist es ja nicht unbedingt was schlimmes, aber dennoch keine Zucht.

"Zucht" ist ja auch keine Auszeichnung. Es ist nur ein anderes Wort für eine andere Sache. Wieviel Sinn Zucht an sich macht, darüber streitet man sich ja gern. Jedenfalls erhält Zucht aber die Rassenvielfalt, weil auch rezessive Gene, die irgendwann automatisch verschwinden würden, gefördert werden. Das ist ein "gemeinnütziger" Aspekt, der mir dabei einfällt.
Dazu ist es aber nötig, wirklich WIRKLICH kundig zu sein. Aber da hört es bei vielen "Züchtern" einfach schon wieder auf. Sobald man was lesen und was verstehen muß, wie z.B. Genetik, machen viele dicht und sagen: das brauch ich nicht. Ich aber sage: wer das so radikal außenvor lässt, betreibt keine Zucht. Selbst wenn da hübsche und schöne Tiere herauskommen. Zucht ist Verbesserung (inwiefern auch immer). Wenn ein Züchter sich jahrelang auf dem gleichen Level bewegt, dann produziert er und züchtet nicht.

Babyproduktion nützt niemandem was, außer dem, der es praktiziert. Ich meine das nicht schwarz-weiß, wer Babys hat, ist böse oder so. Aber er ist nunmal kein Züchter. Einfach eine Frage der Begrifflichkeit. Und, wie gesagt, es kommt auch auf die Details an.

Was vergessen? Vielleicht meld ich mich später nochmal ;)

Grüße
juli
 
J

juli

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

@pepper ann:

ich hab dich gut verstanden und sehe es echt genauso.

@all
Ich finde es viel schlimmer, wenn jemand jahrelang ohne tatsächliches Ziel verpaart und so zig Würfe produziert.
Zucht ist nunmal leistungsorientiert. Entweder fügt man sich da ein, oder man züchtet einfach nicht. (so wie ich z.B. - ich kann das irgendwie nicht)

Mal ein Liebhaberwurf ist ja nichts Schlimmes, solange die Babys zuverlässig gut untergebracht werden können. Da ist eine Zucht, die reichlich Mittelmaß-Würfe hat wirklich das größere Problem.
Das Problem ist, daß es eine Spaltung zwischen Züchter und Liebhaber gibt. Ich meine, ich weiß inzwische mehr als mancher Züchter aber nur weil ich selbst nicht züchte, wiegt mein Wort unter Züchtern oft nichts und sobald ich einen Wurf habe, bin ich ein Vermehrer, selbst wenn es mit Rassetieren und unter einem bestimmten Gesichtspunkt ("Zuchtziel") war.

Das ist nicht rechtens, denn es gibt keine Institution, die einen Züchter zu einem Züchter macht. Das entscheidet jeder selbst und ist deshalb nichts Besseres.

Ich verleihe mir schließlich auch nicht selbst Orden und brüste mich dann damit. ;)

Ihr seht schon...wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über...

juli
 
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C

CavyVDW

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hi,

ich komme gerade aus dem Staunen nicht heraus. :eek:

Ich dachte nun wirklich Züchter zu sein. Bescheidener Züchter, denn mit den Jahren habe ich nur noch 4 Rassen, wobei eine komplett meine Kombinatspartnerin besitzt und eine nicht zählt, da GH und Crested eigentlich eines sind.
Ich habe aber auch schöne süße Meeris. Manchmal rot-weiße Rexe, manchmal hübsche bunte Farbmixe und augenblicklich liebäugle ich mit einem Rosettenmix für süße, knudelige Meeris.
Hm - dann bin ich wohl auch Vermehrer ?

Nee , oder?
Ich habe mich schon immer nach dem Bedarf gerichtet. Ich kann nicht für andere Gegenden sprechen, aber hier in Baden-Württemberg, bei den sparsamen Schwaben war der "Absatz" nie so wie anderorts.
Klar gibt es Züchterbesuche, aber eher selten und wenn, dann wird dort Kaffeeklatsch abgehalten, geplaudert, Schweine besichtigt und vielleicht mal ein Tierchen getauscht.

Die Hauptabnehmer für meine Meeris sind Privatleute und die finden zwar Rasseschweinchen auch toll, aber sie möchten immer noch ein buntes oder wirbliges dazu, möglichst in einer Kontrastfarbe.

Deswegen ist mein "Zuchtziel" sowohl Rasse als auch Süß.

Grüßies Renate
 
S

Schwarzie

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

@Pepper:

Das hast du "hv" ausgedrückt!
;)


@Juli:

ich schrieb ja auch von Grundvoraussetzungen. Damit meine ich durchaus das Wissen um genetische Grundlagen, Krankheiten etc.
Einfach so 2 Tiere zusammensetzen, weil die lustig aussehen, ist für mich keine Liebhaberzucht, sondern doof.

Mir geht es letztlich wie Dir, ich kann und will mich darauf nicht einlassen, obewohl es natürlich etwas verlockendes hat...
aber wenn ich sehe, was andere für einen Hickhack haben um WÜrfe und Abgaben und Krankheiten und pipapo, dann lasse ich lieber!

Liebe Grüße
Kirsten
 
J

juli

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Genau Kirsten, lass es lieber. Ist ja nicht so, daß die Welt auf neue Züchter wartet. Wie ich schon schrieb, ich selbst empfinde es als praktizierten aktiven Tierschutz. Denn ich verzichte dafür auf etwas.

Mir fällt gerade ein - denk dran, was Deine Schwiegermutter sagen würde - Meerschweinchen züchten, wie kann man nur O_O :rofl: (für alle andren: das hier ist threadübergreifend)

Abgesehen davon komme ich mit vielen Begleiterscheinungen des Züchtens nicht klar. Wie gesagt, es muß irgendwo leistungsorientiert sein, denn sonst kommt man nicht weiter. Aber Meerschweinchen sind mein Hobby (und mehr als das)
Leistungsdruck habe ich in Studium und Beruf genug. Und die Schweinchen selbst - weißt Du, denen ist es schnurzpiepegal, wie sie aussehen. Ein eitles Schweinchen kenne ich nicht.
Züchten und Ausstellen ist eine große Gratwanderung, finde ich, bei der wir Menschen aufpassen müssen, nicht zuviel unserer Bedürfnisse auf die Schweinchen zu projizieren.

@renate
ich hoffe Du bist deswegen nicht böse, aber ja - ich sehe es so, was Du machst, ist keine Zucht. Vermehrung ist so ein böses Wort, deshalb finde ich es auch nicht angebracht...ich finde das nicht direkt schlimm, solang Du immer Abnehmer für die Schweinis hast, die ihnen ein gute Zuhause bieten und Du Dich darauf verlassen kannst - naja, halb so wild, wobei es natürlich mehr Sinn machen würde, evtl. Nottiere aufzunehmen und zu vermitteln. Da sind ja auch oft trächtige Tiere dabei und das Kommen und Gehen wie bei einer Zucht hast Du auch...nur so ein Gedanke, ich weiß ja nichts über Deine Schweinchen.
Aber so deckst Du den Bedarf Deiner Käufer, mit Zucht hat das eigentlich nicht so viel zu tun, wenn man mal nach dem Sinn des Wortes forscht.
Aber weißt Du, wie gesagt "Zucht" ist ja auch keine Auszeichnung, es beschreibt nur etwas anderes.

Grüße
juli
 
Zuletzt bearbeitet:
J

juli

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Zucht (germanisch zuht = das Ziehen) ist die vom Menschen kontrollierte Fortpflanzung von Tieren und Pflanzen mit einem speziellen Ziel, meistens zur genetischen Umformung oder Verstärkung gewollter beziehungsweise Unterdrückung ungewollter Eigenschaften. Um das gewünsche Zuchtziel zu erreichen, werden aus einer Population Individuien mit gewünschten Eigenschaften ausgewählt und gezielt gekreuzt. Weiterhin werden auf künstlichem Weg Mutationen ausgelöst.
 
C

CavyVDW

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hallo Juli,

das hast du jetzt aber ganz falsch verstanden.
Ich bin Rassezüchter mit bestimmten Zielen, mit dem entsprechenden Fachwissen und mit den entspechenden Erfolgen.
Ich dürfte, wenn ich so eingleisig wie in diesem Theard beschrieben, also nur meine "hochtrabenden" Zuchtziele verfolgen und nur erstkassige Rassetiere "produzieren".

Mir ist es aber auch wichtig, dass ich meinen Nachwuchs unterbringen kann, denn sonst käme ich schnell an die Grenzen meiner räumlichen Möglichkeiten.
Außerdem muß ich doch nicht zwingend nur Rassetiere "schön" finden, oder?
Meinen zukünftigen Champignons ist es vollkommen wurscht, ob sie nun Showtiere, Zuchttiere oder leibevolle versorgte Knuddeltiere werden.
Es sind Meerschweinchen und weder Charakterlich noch preislich gibt es einen Unterschied.

Ich habe leider nicht den Platz um mehr als 30 Tiere artgerecht zu halten. Sicherlich gibt es bei Notsituationen auch mal Ausnahmen, aber diese Zeiten sind beschränkt. Lieber versuche ich zu vermitteln, zu beraten, lasse die Tiere aber dort , wo sie sind.
Ihre Besitzer haben sie doch gewollt, ihre Gesellschaft genossen und sollen die Verantwortung für alt oder lästig gewordene Mitbewohner nicht so bequem los werden!
Mit etwas Zusammenarbeit und gutem Willen haben so schon einige, auf der Abschiebeliste stehende Meeris nach Umzug in z.B. ein Außengehege + neue Gesellschaft einen schönen Lebensabend in gewohnter Umgebung erleben können.

LG Renatre
 
C

CavyVDW

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hi, nochmal ich

beim nachlesen bin ich über eine unglückliche Formulierung meinerseits gestoßen.
Um evtl. Reaktionen vorzubeugen, möchte ich die "räumlichen Möglichkeiten" deffinieren.

Egal wie man es nun nenne möchte, die Verpaarung von Meerschweinchen verursacht Nachwuchs.
Selbstverständlich hat ein Züchter ein bis zwei "regulare" Ställe/Käfige um diesen Nachwuchs geschlechtlich sortiert bis zur Vermittlung /Verkauf zu halten.
Außerdem sollte man mindestens einen, besser mehr Notkäfige besitzen, welche aber nicht belegt sein dürfen, auch nicht von Nottieren.

Oft genug passiert es, dass man abgabereife Jungtiere hat, sich aber keine Käufer finden. Sei es wegen Urlaubszeit oder weil man gerade eine Quarantänezeit einhalten muß.
Den Platz für den ersten Wurf hat man ja, inzwischen sind aber die nächsten Jungen ja schon unterwegs. Meerschweinchen tragen 10 Wochen, das ist anders als bei Mäusen oder Kaninchen, mit denen man einfacher vorplanen kann.

Folglich hat man jetzt den ersten Wurf noch sitzen, der zweite kommt und benötigt spätestens in vier Wochen auch seinen Platz, noch gravierender aber ist:
Bei einem derartigen Stau muß man vor der Geburt des zweiten Wurfes alle Böcke von den Weibern trennen!
Wenn man jetzt noch ein paar schwierige Bockgruppen und Zickenkrieg bei den Weibern bekommt - reagieren viele falsch.
Sie setzten aus Platznot und weil es so unruhig ist die Zickenweiber zu den Böcken.
Ergebniss -> Massen von neuen Jungtieren und oft genug endet das in "Zuchtauflösungen oder Notfällen".
Nebenher kommen dann noch Ehekrach, Mieterprobleme und sonstige Begleiterscheinungen.

Leider Gottes lernen viele aus solchen Erlebnissen nichts sondern schieben ihre Bevölkerungsexposion auf falsche Zuchttiere, falsche Rasse, falsche Farbe und und und

Stimmt nicht! Ist immer nur falsches Verhalten geboren aus falschen Vorstellungen und es passiert jedem mal.
Dann kann man froh sein, wenn einem Züchterkollegen ein wenig aus der Patsche helfen. Das geht aber aus oben genannten Gründen auch nicht ständig.

Liebe Grüße
Renate
 
R

Rosalie

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hi Renate!

Also cih selbst kenne niemanden der die Weiber zu den Böcken setzt nur weil sie grad mal rumzicken. Das wäre ja fürchterlich finde ich. Die meisten haben ja auch einen oder mehrere Kastraten die für Ruhe sorgen. Also von "Notverpaarungen" hab ich noch nie gehört.
 
Biensche37

Biensche37

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AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Ahnung

Da könnte ich berichten, von der Frau, die bunte Babies wollte und 2 sepia-creme-weiße Tiere verpaarte und dann ganz erstaunt- und mächtig enttäuscht- 4 kleine, weiße pink eyes da sitzen hatte. Waren es auch 4 Böckchen? Ja, waren es......
bine

P.S. Ich war`s nicht :dance:
 
J

juli

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

@cavy

na mag sein, daß ich das falsch verstanden habe ;)
So viel hast Du ja auch nicht geschrieben über Deine Zucht. "hübsche Farbmixe" - das sind meine Meerschweinchen alle. Auch die Nicht-Rassetiere ;)

Mir liegt es auch absolut fern, Dich anzugreifen, ich hab nur den Eindruck, daß ganz viele den Begriff "Zucht" einfach falsch definieren.
Der Wikipediaeintrag sagt eigentlich alles.

Deshalb meine ich auch, daß Zuchtziele keineswegs hochtrabend sein müssen, es können auch ganz grundsolide Sachen sein. Ich meine nicht, daß man nur Champions "produzieren darf" - ganz im Gegenteil. Ich finde es toll, wenn Züchter auch ganz klar definierte eigene Ziele haben.

Ich kenne eine Züchterin, die hat jahrelang an Backenbärten bei Alpakas gebastelt und als sie das erreicht hat, begann sie, gezielt das schoko bei langhaartieren dunkler zu züchten, was ihr auch gelungen ist. Das finde ich toll. Das ist wirklich gute Zucht, mit hochtrabend hat das gar nichts zu tun.

Mich würde es reizen, mal gezielt nach Charakter zu züchten. Aber das ist sicher sehr schwierig, vielleicht überhaupt nicht machbar und würde sicher auf viel Kritik stoßen.

Nunja. Wie auch immer.
Was sind denn Deine Zuchtziele? Wenn Du sie ganz klar definieren kannst, ist das doch schonmal sehr gut, das können die meisten nicht und sagen dann so allgemeingültige Sachen wie typvoll, gesund, kräftig, blabla....

Wie gesagt, ein Zuchtziel haben heißt nicht, Champions zu züchten, sondern Dinge zu erzielen, die man vorher noch nicht hatte. Wer schon gute Ausgangstiere hat, kriegt schnell wieder Champions und kann sich schmücken. Mit Zucht hat das weniger zu tun.
Man kann durchaus auch kleinere Brötchen backen und dann "Bausteine" haben.

Grüße
juli
 
C

CavyVDW

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hallo Juli,

etwas über meine Zuchtziele möchtest du wissen. Hm, dazu gehört vor allem, was alles auf der Strecke geblieben ist.
Angefangen habe ich vor 15 Jahren mit Langhaartieren und Rex.
Zuerst war das mehr eine Sammlung als eine Zucht, aber man merkt schnell, dass man nicht alles haben kann.
Also haben wir, meine Freundinnen und ich, uns getroffen, und wenigstens mal nach Farben sortiert.
Über die Jahre selektierten sich die Rassen immer mehr in eine Richtung.
Langhaarige hat nur noch eine, zwei hörten auf und übrig blieben meine Kombinatspartnerin und ich mit Glatthaar, Crested, Rex und Ch-Teddys überwiegend in Silberagouti und Schwarz. (Rex und Ch's auch in Rot-weiß oder Spw).
Meine, bzw. unsere Tiere sind bis auf die Zukäufe noch immer mit unseren allerersten Schweinchen verwandt.
Es dauert seine Zeit, bis man das Auge und Gefühl für die Tiere entwickelt und vor allem braucht es Geduld. Zwei, fast drei Jahre Wartezeit für ein Pärchen aus einer ganz bestimmten Linie ist keine Seltenheit.
Dann hat man diese Tiere endlich und steht wieder ganz am Anfang.
Ausprobieren, aufheben, abgeben, anders versuchen. Da bleibt kein Platz für mehr als eine, höchstens zwei Rassen. Von Farben gar nicht zu reden.
Und der Charakter muß natürlich auch stimmen. Beisser , Kratzbürsten, Angsthasen werden konsequent aussortiert.

Wie kurzweilig ist es doch da, einfach ein- zwei knffige "Exoten" mitlaufen zu lassen. Sich frech gegen die "Aristokraten" durchsetzende bunte Mixe oder Rexe.
Die daraus fallenden Jungtiere geben hervorragende Kameraden für den Zuchtüberschuss, der eben anfällt, auch wenn man noch so sparsam verpaart.
Großen Umsatz mit vielen Kunden haben nur große, bekannte Zuchten.
Ich kann und möchte aber gar nicht so viele Tiere haben und deshalb verkaufe ich das meiste an Privat. Einfach nur zum Liebhaben und mit dem bunten Kameraden/din.

Liebe Grüße
Renate
 
J

juli

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hallo!

Es klingt nach einer liebevoll gepflegten Truppe von Meeris - aber Dein Zuchtziel verstehe ich grad nicht so richtig :aehm:
Ich meine, welche Eigenschaften an den Tieren hast Du denn über die Jahre gefördert und welche nicht? Wonach hast du selektiert?

Versteh mich nicht falsch, das soll keine Kritik sein, ich versteh nur irgendwie den Text nicht richtig. Du wolltest was über Deine Zuchtziele schreiben und dann hast du darüber geschrieben, wie es sich entwickelt hat *wirr*

Was ist denn an Deinen heutigen Nachzuchten "besser" als an den Ausgangstieren? Bzw. was soll besser werden?
Das meine ich eigentlich, wenn ich nach einem Zuchtziel frage.

Ich finde es gut, sich auf Rassen zu beschränken, wie Du es machst (am besten noch von vornherein) - so Riesenzuchten halte ich für problematisch...
Viel an Liebhaber vermitteln finde ich ganz toll, dafür sind die Schweinchen doch letztendlich da - zum Liebhaben ;)
Manche Zuchten tauschen die Nachzuchten nur untereinander und geben nur den wirklichen "Ausschuss" an Liebhaber. Ich find das eigentlich ganz schön, wenn ein Tier, was auch ein gutes Zuchttier gewesen wäre, in Liebhaberhände geht, weil es dort eben ein schönes Zuhause hat. Warum nicht?
Ich hab manchmal das Gefühl, daß einige Züchter Liebhaber nur als "Mülleimer" benutzen. (hart gesprochen, ich weiß, aber es ist mein ehrlicher Eindruck)

Grüße
juli
 
P

phil03

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Nee das glaube ich nicht ... ich habe auch schon richtig tolle Zuchttiere an Liebhaber verkauft finde das auf voll in Ordnung :)
Der letzte ging erst vor einer Woche weg ein toller perfekter peruaner aus super Linien ... eine Bekannte wollte den kleinen Kerl unbedingt also warum denn nicht :heart:
 
C

CavyVDW

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Hallo!
Text nicht richtig. Du wolltest was über Deine Zuchtziele schreiben und dann hast du darüber geschrieben, wie es sich entwickelt hat *wirr*

Was ist denn an Deinen heutigen Nachzuchten "besser" als an den Ausgangstieren? Bzw. was soll besser werden?
Das meine ich eigentlich, wenn ich nach einem Zuchtziel frage.

juli
Oooops .... das kann auch nur einem Züchter passieren

:lach:
Das Zuchtziel ist immer ein gesundes, langlebiges , charakterlich ausgeglichenes Meerschweinchen welches den seiner Rasse/Farbe/Zeichnung geforderten Ansprüchen so weit wie möglich entspricht.

Das ist immer so, drum verstand ich wohl die Frage nicht- :)

Ebensowenig, wie was "Besser" an den jetzigen ist. Es gibt keine perfekten Tiere und die wenigen fast perfekten können nicht geklont werden.
Zu enge Linienzucht ist auch nicht vertretbar, da sonst die Gesundheit leidet.
Deswegen muß man seine "perfekten" Tiere immer wieder an Fremdblut verpaaren und das birgt eben das Risiko, dass die Nachkommen schlechter sind.- Oder Besser - ist alles drin.
Es ist kurz gesagt immer viel Arbeit die Qualität und die Gesundheit seiner Tiere zu erhalten.

Grüßies Renate
 
J

juli

Gast

AW: Was ist eigentlich so schlimm am Zuchtziel "süße Meeries"?

Siehst Du Renate und genau das sehe ich anders.
Gesunde, langlebige Tiere, das ist kein Zuchtziel - das ist eine Zuchtgrundlage, die einfach ein abolutes Muss ist, finde ich!

Darüber hinaus sollte es aber meiner Meinung nach auch ein weiteres spezielles Ziel geben...irgendwie verstehst Du nicht, was ich meine.

Mit "besser" meine ich auch nicht perfekt, sondern einfach "besser" in Bezug auf eine oder mehreren Eigenschaften, eben im Durchschnitt betrachtet.
Jahrelang auf einem gleichbleibenden Level Meerschweinchen verpaaren ist keine Zucht (nach Definition). Wie ich es bezeichnen würde, weiß ich auch nicht, Vermehrung ist zu negativ behaftet...

Naja, wie auch immer...
Ich hoffe, Du ziehst daraus keinen Vorwurf, ich finde das nicht schlimm, ich bin sicher, daß es Deinen Tieren gut geht und Du verantwortungsvoll vermittelst.
Das ist das allerwichtigste überhaupt, finde ich.

Grüße
juli
 
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