Einstiegshilfe in Mantidenhaltung

Diskutiere Einstiegshilfe in Mantidenhaltung im Spinnen Forum im Bereich Terraristik und Aquaristik; Hallo! Schon seit ich denken kann, strahlen Mantiden eine ungeheure Wirkung auf mich aus. Jetzt habe ich überlegt damit endlich mal den ersten...
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Drazhar

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Hallo!
Schon seit ich denken kann, strahlen Mantiden eine ungeheure Wirkung auf mich aus.

Jetzt habe ich überlegt damit endlich mal den ersten Schritt in Richtung Terraristik zu machen.

Da ich leider noch absolut unwissend in der Hinsicht bin, hätte ich da einige grundliegende Fragen:

1. Welches sind einfach zu haltende Einstiegsarten? (gerne mit Bildern)
2. Wie sollte das Terrarium aufgebaut sein?
3. Welche monatlichen Kosten würde die Haltung mit sich bringen?
4. Könnte mir jemand eine Zusammenfassung des Grundwissens, welches für die Haltung entscheidend ist darlegen? (am besten direkt als Beitrag im Forum oder als Link zu einer Internetseite, da dies wesentlich einfach wäre, als die Anschaffung eines Buches)

Danke im Vorraus

Gruß,
Tim
 
09.11.2005
#1
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Gast

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Lily of the Valley

Gast
Hallo,

zum Einstieg würde ich zu Hierodula Membranacea oder Sphrodomantis lineola raten. Die sind schön groß, recht robust und relativ anspruchslos.
Wenn man mal von den Anschaffungskosten für Terrarium und Zubehör absieht, ist Mantidenhaltung eigentlich recht kostengünstig. Ich halte z.Zt. 6 Mantiden und die kosten mich im Monat in etwa 5 € (für die Futterinsekten).

Die Haltungsbedingungen lassen sich nur schwer verallgemeinern, da jede Art andere Bedürfnisse hat.

Ein sehr gute Seite über Mantiden-Haltung: www.mantisonline.de
Oder hol Dir das Buch "Mantiden - Faszinierende Lauerjäger" (mir fällt grad der Autor nicht ein).
 
D

Drazhar

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Danke schonmal.

Die Seite mantisonline.de habe ich mir vorhin schon komplett durchgelesen.

Dadurch hätte ich direkt die nächsten Fragen:
o Mit welcher Art von Lampen erreiche ich die punktuelle Höchsttemperatur? (ca. 30°C ?)
o Ist es möglich dauerhaft ein Männchen mit einem Weibchen in einem Terrarium zusammen zu halten?
o Sind die Tiere sehr empfindlich gegenüber Licht oder Geräuschen?
o Hält eine der von dir angesprochenen Arten eine Diapause?
o Sollte ich mir zu Beginn ein (oder evtl zwei) adulte Tiere holen oder lieber ein bestimmtes Larvenstadium auswählen?
o Wie sieht es mit der Pflege des Terrariums aus? In welchen Abständen sollte ich da etwas tun?

Gruß,
Tim
 
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Drazhar

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Für die Größe des Forums ist man hier aber nicht sehr hilfsbereit. :confused:
 
Mumie

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Hi Drazhar :)

Habe deinen Post gerade gesehen und da will ich doch mal direkt meinen Senf dazu tun :D

Also zum Punkt Eins mit der Lampe kann ich dir schon mal nicht wirklich was aus eigener Erfahrung erzählen ^^
weil ich mein Terrarium mit einer Kleinen Heizmatte von der Seite Beheize.
Wenn du dein Terrarium mit einer Lampe beheizen möchtest müsste man erst mal wissen wie groß das Terrarium ist. Wenn du die Temperatur im Terrarium mit einer Lampe erreichen willst würde ich auf jeden Fall eine Lampe mit einer kleinen Leistung, so um die 25 Watt empfehlen (aus Kostengründen). Je näher oder je weiter du die Lampe vom Terrarium befestigst ist desto unterschiedlichere Temperaturen bekommst du halt auch hin. da Müsstest du halt ein bisschen herumtüftel und gucken wann die gewünschte Temperatur erreicht ist.
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Zum Punkt Zwei kann ich dir schon mal sagen das es sehr von der Art der Gottesanbeterin abhängt ob man sie zusammen oder getränt halten sollte.

Phyllocrania paradoxa halte ich z.b. ohne Problem zusammen, da die Aggressivität der Tiere untereinander sehr niedrig ist.

Bei meinen Creobroter pictipennis muss ich jedoch sehr darauf achten das im Terrarium immer genug Futter zur Verfügung steht weil sonst wird halt schon mal der Partner gefuttert. Die Jungtiere sind in der Gruppenhaltung schwer aggressiv untereinander => also immer gut Füttern!
(laut meiner Erfahrung)
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Das die Tiere sehr empfindlich gegenüber Licht oder Geräuschen sind kann ich eigentlich so jetzt nicht behaupten (vorausgesetzt sie legen gerade keine Oothek, paaren,"fressen" oder häuten sich, hier sollte es immer ruhig sein).
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zur Diapause kann ich nix sagen, da stehe ich gerade ein bisschen aufm Schlauch
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Ich würde an deiner stelle mit Jungtieren anfangen, dann hast du erst mal nicht den Stress mit dem Verpaaren und kannst dich somit erst noch besser über die Verpaarung informieren.
Vor allem macht das viel mehr Spaß den Tieren beim erwachsen werden zu zuschauen :)
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Bei der Pflege des Terrariums sollte man vor allem drauf achten das die Futter und Kotreste nicht zu lange im Terrarium sind sonst können sicht Krankheiten einschleichen. Ich selbst wasche alle paar tage meine Boxen mit Wasser aus.
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Zum Thema Füttern will ich dir noch schnell was sagen und zwar mach nicht den Fehler und verfüttre alles mögliche was so im Garten rum krabbelt.
Das habe ich nämlich damals bei meinen ersten Gottesanbeterinnen gemacht und dann musste ich sehr schnell feststellen das sich meine Tiere mit irgendwas angesteckt habe und gestorben sind (ev. sogar mit Parasiten) wenn du z.b. Mistfliegen von draußen verfütterst kann es sehr gut sein das die Fliegen mit ihre letzten "beschissenen" Mahlzeit einige Parasiten oder Krankheitserreger aufgenommen haben :rolleyes:

seit dem Verfüttere ich nur noch gekauftes oder selbst gezüchtetes Futter


So das war’s dann erst mal ich hoffe ich konnte helfen :bye:

mfg Mario
 
L

Lily of the Valley

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Für die Größe des Forums ist man hier aber nicht sehr hilfsbereit. :confused:
Ich frag mich was die Größe eines Forums mit der Hilfsbereitschaft der User zu tun hat. Außerdem hat schließlich nicht jeder ständig Zeit hier mehrmals am Tag reinzuschauen und zu antworten.

Zu Mumies Beitrag möchte ich noch erwähnen:

- die von mir genannten Arten legen keine Diapause ein.

- alle paar Tage Terrarium auswaschen halte ich persönlich für übertrieben. Ich nehme eventuelle Futterreste raus, wenn ich welche sehe. Ansonsten säubere ich nur nach Bedarf, also auch schon mal ein paar Wochen gar nicht (Mit Krankheiten hatte ich noch keine Probleme). Den Bodengrund (in meinem Fall Humus) wechsele ich nur sehr selten.

- zu grelle oder falsche Beleuchtung kann bei manchen Mantiden zu Augenflecken und Blindheit führen. Auch zu starke Sonneneinstrahlung würde ich vorsichtshalber vermeiden.

- warum Stress mit Verpaarung? Wenn man sich Mantiden hält, muss man sie doch nicht zwingend verpaaren. Ich habe noch nie verpaart, weil ich bis jetzt nicht die Möglichkeit hatte, auch noch 'nen ganzen Haufen Larven großzuziehen.
Ich würde aber auch nicht zu einem adulten Tier raten, da man nie genau sagen kann, wie alt es schon ist und man dann evtl. nicht lange Freude an der Mantis hat. Sind halt leider keine wirklich langlebigen Tiere.
Außerdem wie Mumie schon sagte, ist es total interessant den Mantiden beim wachsen zuzusehen. Die Häutung find ich immer wieder spannend.

- ich halte meine adulten Mantiden sicherheitshalber alle getrennt. Das Risiko will ich nicht eingehen.
Solltest Du Dich für Sphrodomantis l. oder Hierodula m. entscheiden würde ich von der Gemeinschaftshaltung adulter Tiere auf jeden Fall abraten. Die Weibchen sind sehr gefräßig und verputzen eigentlich alles was nicht unbedingt größer ist als sie selbst.
 
D

Drazhar

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Ok, danke.

Das hat mir alles sehr geholfen.

Ich werde jetzt erstmal zusehen, dass ich ein Terrarium gebaut bekomme und dies dann ein paar Tage probelaufen lassen.
Ich denke mal, dass ich auch Bilder posten werde, sobald es fertig ist.

Eine letzte Frage noch:
Was wäre ein fairer Preis für eine Sphodromantis?
Und ab welchem Stadium lassen sich die Geschlechter mit dem bloßen Auge unterscheiden?
 
Mumie

Mumie

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Moien

Ich denke mal das Jungtiere von Sphodromantis so um die 1-2 Euro kosten.
Ab L4-L5 sollte das schon möglich sein.

mfg Mario
 
M

mr_8schreck

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Wenn du es noch spannender haben möchtest, kannst du dir gleich eine befruchtete Oothek (Eipaket) besorgen.

Was du an Tieren zu viel hast, kannst du sicher bei Bekannten abgeben, oder sogar im Zooladen gegen Futter eintauschen.

In dem Zusammenhang möchte ich auch noch mal darauf zu sprechen kommen, dass weiter oben so entschieden von der Fütterung von freilebenden Insekten abgeraten wurde.
Ich verfüttere im Sommer immer Wiesenplankton und hatte noch nie Probleme.

Natürlich KANN die Gefahr einer Ansteckung mit irgendetwas bestehen, sehr viel gefährlicher sind da aber die Futtertiere, die man in den meisten Zoohandlungen kaufen kann. Abgesehen davon, dass sie keine Nährwerte haben, weil sie wochenlang ohne Futter in den Boxen sind, sind diese Tiere häufiger krank und von irgendetwas befallen, als freilebende Insekten.

Am besten ist es natürlich immer, man züchtet das Futter selbst.

Ich hab nebenher Phasmiden, die produzieren mehr als genug Nachwuchs, um alle Mantiden zu versorgen ;)

Gruß
 
Mumie

Mumie

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Hi mr_8schreck

Wenn das bei dir mit dem Wiesenplankton ohne Probleme klappt ist das Top, denn so kann man sicher einiges an Zoofutter sparen. Aber wie gesagt mit den Mistfliegen (normalen Stubenfliegen) hatte ich immer Probleme!

Das Futter aus der Zoohandlung ist auch nicht immer das Beste, das Stimmt.
Ich hatte vor wenigen Wochen Heimchen gekauft, die mit Milben befallen waren und auch daran zu Grunde gegangen sind.
Diese box habe ist sofort entsorgt.

Alle Meine Futtertiere die ich Verfüttere bekommen einige tage vor ihrem letzten Sonnenaufgang noch was richtig Gutes zu Essen. Bei den Heimchen und Schaben füttere ich z.b. immer Frisches Obst und meine Fliegen bekommen ein Gemisch aus Zuckerwasser, manchmal noch etwas Fruchtsaft.
 
Ocho

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Hallo Tim :bye:

Du hast doch auch Spinnen, oder? Zumindest meine ich, Dein Nick dort mal gelesen zu haben. :confused:

Ich bin auf ner Börse mal über ne H. membranacea gestolpert, und habe diese in einem Becken gehalten, welches für ne Poezi gedacht war. Ohne Heizung, einfach bei Raumtemparatur. In dem Becken (30cm auf 40cm, 60 cm hoch) wachsen echte Pflanzen, und es gibt einen entsprechenden Microkosmos, so das sich die Springschwänze und das ganze Getier um die "Abälle" kümmerten. Aber soweit ich weiß, reichen auch wesentlich kleinere Becken, von 20 auf 20 cm, die ca 30 cm hoch sind.

Das Tier hat sich gut entwickelt, immer fleißig (bei mir noch 2 mal) gehäutet, und ist dann einige Monate später gestorben, leben halt nicht ewig, die Tiere.

Sie bekam am Anfang große, selbstgefangene Fliegen, und später Heuschrecken. Wenn das Tier adult ist, kannst Du einfach das reintuen, was Du (wenn ich micht nicht irre) auch Deinen Spinnen gibst.

Sind auf jeden Fall sehr schöne Tiere, kannst Dich ja auf der nächstem Messe einfach mal umschauen. Ich wünsch Dir alles Gute dabei.
 
E

Einfachich

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Mantiden

Eine einfache und grazile Art ist Phyllocrania paradoxa (Geistermantis). Eine Weitere z.B. Creobroter pictipennis (Blütenmantis). Einfach zu halten.
Infos und Bilder findest Du unter www.Schauinsekten.de
 
B

BlackSun

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Hi,

kann Ocho nur zustimmen speziell h. membrabacea ist segr einfach zu halten. Ich habe meine tiere (eine ist leider verunglückt) bei zimmer temperatur getrennt in faunaboxen gehalten. Regelmäßiges sprühen und angepasstes futter ist wichtig.

Wichtig ist eine häutungsvorbereitung zu erkennen, da die tiere wärend der häutung sehr empfindlich und total hilflos sind. Bei einer meiner nymphen hatte sich leider noch ein kleines heimchen in der box vertseckt und die nymphe angeknabbert. Leider ist ein auge dabei verletzt worden. Das tier hat zwar überlebt und gefressen, ist aber bei der nächsten häutung gestorben.
 
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