Mantis religiosa

Diskutiere Mantis religiosa im Spinnen Forum im Bereich Terraristik und Aquaristik; Hallo, mein Freund möchte sich gerne eine Gottesanbeterin zulegen und jetzt würden wir gerne von Leuten, die schon Erfahrung damit haben ein...
MeraundMarc

MeraundMarc

Biologin + Chemiker
Beiträge
76
Reaktionen
0
Hallo,

mein Freund möchte sich gerne eine Gottesanbeterin zulegen und jetzt würden wir gerne von Leuten, die schon Erfahrung damit haben ein wenig Hilfe bekommen. Wie groß muß z.B. das Terrarium sein, Temperatur so bei 30° tags und nachts nicht unter 20° nehme ich an, muß man das Futter (u.a. Wanderheuschrecken) selber züchten? Wie teuer kommt die Haltung von 1 oder 2 solcher Tiere? Was macht man mit den bis zu 200 Jungtieren??
Ihr seht: Fragen über Fragen (obwohl ich Biologie studiere :rolleyes: ; Insekten waren noch nie meine Passion :biglaugh: )

Wäre schön, wenn uns jemand helfen könnte!

Ciao

Mera und Marc

P.S.: Achja, kann man ein Terrarium "Katzensicher" abdecken???
 
12.07.2003
#1
A

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Mantis religiosa . Dort wird jeder fündig!
Skolopender

Skolopender

Alphaspinner
Beiträge
288
Reaktionen
0
Hallo Leute,

ihr wisst aber schon, dass die Teire unter strengem Naturschutz stehen ?!?!

D.h. wenn, dann solltet ihr schauen nur eine Nachzucht zu bekommen und die Tiere nicht irgendwo in der Natur wegzufangen !

Von der Haltung her sollte eigentlich alles klar sein da die Tiere bei uns heimisch sind - d.h. man kann die Tiere ruhig bei Zimmertemperatur halten bzw. kann man auch mittels Schreibtischlampe o.ä. eine Mittagshitze simulieren wo's dann im Terrarium lokal für ein paar Stunden 30° hat.

Ich persönlich würde eher zu einer tropischen Art raten - z.B. Hierodula membranacea ! Diese Art ist wirklich einfach zu pflegen - einfach 25-30° tagsüber, eine recht hohe LF und jede Menge Futter, dann fühlen sich die Tiere wohl.

Gottesanbeterinnen fressen bei entsprechender Endgrösse grundsätzlich sehr viel - d.h. meine membranacea (hab' die von klein auf aufgezogen) hat bis zu ihrer Reifehäutung täglich (!) rund 5 Heimchen (jeweils der KL angepasst) gefuttert ! Heute bekommt sie in der Woche 10 kleine Heuschrecken (Grösse entspricht ungefähr jenen Heuhüpfern die's bei uns auch gibt) und damit kommt sie halbwegs aus !

Als "Terrarium" würd' ich einen Drahtgazekäfig empfehlen den man auch leicht selbst herstellen kann.
 
Jochen2

Jochen2

Mitglied
Beiträge
1.796
Reaktionen
0
Mantis religiosa sind meines Wissens sehr weit verbreitet, allerdings trotzdem aufgrund des Schutzstatus sehr schwer zu bekommen.

Hierodula membranacea ist eigentlich ein wirklich schöner Ersatz:

Groß, verfressen (adulte Weibchen futtern u.U. eine 5cm Schabe täglich) und wirklich problemlos zu halten und nachzuzüchten. Außerdem sind sie sehr leicht und günstig zu bekommen.

Ich habe zwei Weibchen übrigens nicht mehr im Terrarium gehalten sondern in einem Ficus benjamini. Sie sind einigermaßen standorttreu, und 25 Grad brauchen sie auch nicht zwingend. Bei (sehr) guter Fütterung fressen sie sich auch nicht gegenseitig. Nur die Kokons muß man bei befruchteten Weibchen absammeln, da die Jungen sonst ähnlich wie Ameisen das Zimmer bevölkern...

Die Jungen solltet ihr einfach eine Weile zusammenlassen, dann reduziert sich das Problem von selbst.

Gruß Jochen
 

Anhänge

MeraundMarc

MeraundMarc

Biologin + Chemiker
Beiträge
76
Reaktionen
0
Hallo

Hallo,

vielen DAnk für eure Antworten.
Natürlich weiß ich, dass die in Deutschland besonders geschützt sind. Bin ja schließlich angehende Biologin im Hauptstudium :p

Ich wär auch gar nicht auf die Idee gekommen die in der Natur zu fangen. Schließlich bekommen die ja recht viel Nachwuchs und irgendjemand wird seinen Nachwuchs schon verkaufen. Zudem gibts die meines Wissens eh in Deutschland nur in der Nähe vom Kaiserstuhl. Sind im Süden selten.

Vielleicht kann man seinen Nachwuchs in warmen Gegenden (z.B. die vielen Naturschutzgebiete an diversen ungenutzten Weinbergen) auswildern? Habt ihr in der Richtung schonmal was gehört? Ich werd mal meinen Prof fragen, der arbeitet da mit einem Naturschutzdingsbums in der Pfalz zusammen (Pollichia)...

Hab da noch ne Frage bezüglich der LF. Mit welchen Gerätschaften bewerkstelligt man das? Zudem müßte ich schon etwas stabileres als Drahtgaze verwenden, da wir 2 Katzen haben (und eine davon recht lebhaft und neugierig ist).

Habe schon öfters gelesen, dass man sie auch mit Fliegen füttern kann. Wäre uns lieber, da man sich ungern Schädlinge in die Mietwohnung holt, die beim Ausbüchsen dann auch noch so verdammt anpassungsfähig und gebärfreudig sind...Könnte dem Vermieter nicht so gefallen.:eek:
Mein Freund hatte die Idee, ein ausgedientes Aquarium zu benutzen und vielleicht das "Futter" in selbigem gerade mitzuzüchten. Meint ihr das geht?

Gruß

Mera
 
Jochen2

Jochen2

Mitglied
Beiträge
1.796
Reaktionen
0
Ihr glaubt mir wohl wirklich nicht, wie? Es gibt nur sehr wenig Halter von Mantis religiosa in Deutschland. Und mit dem Nachwuchs sieht es auch lange nicht so gut aus, wie du denkst - Stichwort ist Diapause. Und die Haltung ist auch nicht trivial.

Abgesehen davon sind Mantis religiosa in Deutschland definitiv auf dem Vormarsch -> hier ist eine Verbreitungskarte. Überraschend, wie?

Auswildern ist gelinde gesagt eine wirklich bescheidene Idee. Faunenverfälschung dürfte dir als angehende Biologin im Hauptstudium doch ein Begriff sein, oder? Wie kommst du auf die Idee, daß Mantis religiosa hier heimisch waren?

Du solltest es als Anfänger wirklich besser mit einer einfach zu haltenden Art probieren. Mantis religiosa sind für Anfänger ungeeignet.

Die Luftfeuchtigkeit hat mich (und meine Mantiden - jedenfalls die 2 Arten, die ich gehalten habe) nie interessiert. Die Kokons sollte man gelegentlich mal ansprühen, das ist alles.

Fliegen sind als Futter zwar ok, allerdings solltest du dich darauf einstellen, davon enorme Mengen bereitzuhalten. Du solltest es in Betracht ziehen, dir doch eine kleine Schabenzucht zuzulegen, wenn du Angst vor Schädlingen hast. Das Futter mitzuzüchten funktioniert nicht.

Gruß Jochen
 
MeraundMarc

MeraundMarc

Biologin + Chemiker
Beiträge
76
Reaktionen
0
Verbreitung

Hallo,

nun, ich hab ja auch nicht behauptet, dass ich die einfach so ausetzen will. :motz Hätte mich schon mit diversen Naturschutzvereinen und meinem Ökologie Prof beraten. Wieso ich glaube das sie hier mal heimisch waren? Nun, dass kannst du in jeder gut sortierten Fachbibliothek, wie z.B. unserer Uni, nachlesen.
 
Jochen2

Jochen2

Mitglied
Beiträge
1.796
Reaktionen
0
Darf ich dir vielleicht ein 2. Mal >>>> DIESEN LINK <<<< nahelegen? Und dann bitte bis auf Seite 6 herunterscrollen, dann weißt du, warum ich (und einige andere Personen auch) nicht zwingend glaube, daß die hier überall heimisch waren.

Im Übrigen wäre ich für ein paar konkrete Literaturtips (also echte Belege) dankbar. "Gut sortierte Fachbibliotheken" genügen mir nicht, ich bin da erheblich anspruchsvoller. Ich weise dich ja auch punktgenau auf Informationen hin, oder?

Gruß Jochen
 
MeraundMarc

MeraundMarc

Biologin + Chemiker
Beiträge
76
Reaktionen
0
Literatur

Werd sehen das ich dir morgen die Literaturstellen nenne. Im Übrigen bin ich auch bei meinen "Recherchen" im Internet auf diesen Hinweis gestoßen, dass sie v.a. im Süden selten sind (ist ja laut der Karte nicht so..sogar in meiner Heimat (Saarland) soll sie ja gesehen worden sein).
Ein Buch kann ich dir exemplarisch schon mal nennen, dass ist der "Brohmer" Fauna von Deutschland (Bestimmungsbuch, 20. Auflage, aus dem Jahr 2000) S. 215.
Leider sehr kurz gehalten aber im Grundtenor das was ich oben schon erwähnte: "Im Süden sehr selten, z.B. in warmen Lagen am Kaiserstuhl. In Deutschland besonders geschützt"
Ist der einzigste Vertreter der Mantiden der aufgführt ist (Exkursionsfauna von Deutschland!), gibt ja auch tropische Arten.

Gruß

Mera
 
Jochen2

Jochen2

Mitglied
Beiträge
1.796
Reaktionen
0
Klickst du doch noch mal auf den Link? Der hat nämlich weit mehr Inhalt als der Brohmer. Meiner scheint übrigens trotz älterer Auflage (16. !!!!) mehr Infos zu haben als deiner (S.198):
In warmen Lagen am Kaiserstuhl, um Hummelsberg bei Perl (Saargebiet) u. Weil/Rhein
Der Brohmer ist im übrigen ein Bestimmungschlüssel und daher für das Herausfinden der Verbreitung schlicht ungeeignet.

Na jippi, woher kommt wohl Hierodula membranacea?

Ein kleiner Literaturtip für dich:

Mantiden - Faszinierende Lauerjäger
I. & R. Bischoff - C. Heßler - M. Meyer
Edition Chimaira
ISBN 3930612453

Das dürfte erstmal für den Einstieg genau das Richtige für dich sein.

Gruß Jochen
 
MeraundMarc

MeraundMarc

Biologin + Chemiker
Beiträge
76
Reaktionen
0
Ich weiß das der Brohmer ein Bestimmungschlüssel ist, ist aber leider gerade das einzige Buch das ich zuhause liegen habe wo auch Insekten behandelt werden. Ich hab das pdf gesehen, ich kann aber auch nur davon berichten, was ich bisher gelesen und gehört habe.

Vielleicht hat sich die Verbreitung seit der 16. Auflage geändert? Der von 2000 sollte ja eigentlich aktueller sein als die 16. Auflage.

Gruß

Mera
 
MeraundMarc

MeraundMarc

Biologin + Chemiker
Beiträge
76
Reaktionen
0
Religiosa

Hallo ich bins mal, Meras Freund....
Sicherlich ist eine Art, die aus den Tropen kommt an gleichbleibende Temperaturen gewöhnt. Diapause macht da ja wenig Sinn...
Trotzdem finde ich eine einheimische Art schöner als einen Exot... werd mich bei unseren Zoologen mal schlau machen, die züchten alles was Beine hat oder auch keine ;o)
In der Zimmerpflanze möchte ich die nicht halten, denn sobald die Mantis keine Beine mehr hat, verliert die Katze das Interesse am Spielzeug... nicht mein Ziel.

An Heimchen kann ich mich nicht gewöhnen....also mein Labor (man glaubt es kaum, ist ja nicht wirklich gastlich dort und der Tod lauert in jeder Flasche...) ist Heimstätte für zahlreiche Schaben. Die haben das Institut in ein paar Jahren überrannt und sind überall. TRotz großer Bemühungen, seitens der Betriebstechnik ist das Problem nicht mehr einzugrenzen, ohne die Labors auszuräumen.... sowas in einem 30 Parteien Mietshaus und ich brauche einen wirklich guten Job! Heuschreckenn sind da wohl eher drin...
Ist aber alles auch nicht eilig, habe noch Jahre Zeit das zu tun

Marc
 
Jochen2

Jochen2

Mitglied
Beiträge
1.796
Reaktionen
0
Ich habe das Gefühl, ihr macht es euch selber ziemlich schwer...

Ich habe Gottesanbeterinnen an Zimmerpflanzen gehalten und euch nicht aufgefordert, dasselbe zu tun. Ausreichend ist definitiv eine mittelgroße Faunabox. Jeder andere dichtschließende Behälter ist ebensogut, solange er nur gut gelüftet ist.

Was Schaben betrifft, solltet ihr einfach mal einen Blick >>> hierauf <<< werfen. Von den 3800 bekannten Schabenarten gelten noch nicht mal 10 als Pestschaben...

Hier im Forum sind schon so viele Informationen, nutzt sie doch! Ein Klick auf die >>> Suche <<< hier im Forum oder von mir aus auch Google könnte euch so viel bringen!

Desweiteren betone ich nochmal, daß ihr statt mit schwierigen Arten erstmal mit einfachen Arten beginnen solltet! Das hat nichts mit einheimisch oder exotisch zu tun - Schönheit entsteht sowieso in den Augen des Betrachters...
Allerdings habe ich das Gefühl, daß ich euch noch nicht mal ansatzweise informiert habt und eure Meinung trotzdem feststeht.

Trotzdem schönen Gruß
Jochen
 
MeraundMarc

MeraundMarc

Biologin + Chemiker
Beiträge
76
Reaktionen
0
Hallo Jochen,

natürlich hast du nicht von uns verlangt dasselbe zu tun, da es aber dauernd erwähnt wurde, wollten wir nur drauf hinweisen, dass wir das nicht machen können wegen unserer Katzen.
Unsere Meinung steht durchaus nicht fest. Mein Freund klammert sich halt an den Namen Mantis religiosa, aber ich wette er könnte sie wahrscheinlich nicht von Hierodula membranacea unterscheiden ;) (sorry Schatz).

Wir sind durchaus noch nicht festgelegt, denn es wird wohl noch ein paar Monate dauern bis das Ganze mit Anschaffung, Terrarium usw. aktuell wird, da wir erstmal umziehen müssen.

Ich find?s ja schön das du Schaben so toll findest :respekt: , aber ich finde die höchstens unter meinem Bino interessant. Ich seh ja ein, dass es mit Fliegen problematisch wird bezügl. der Menge die die Tiere fressen. Aber eine Schabenzucht kommt definitiv nicht in Frage *sorry* . 1. wegen dem Ekelfaktor und 2. möchte ich nicht von Nachbarn dumm angemacht werden wenn eine abhaut. Ich weiß ja nicht wie das bei dir zuhause ist, aber wenn einer der Nachbarn ne Schabe aus der Wohnung rennen sieht, dann hast du schneller Ärger am Hals als du gucken kannst. Und dem Vermieter und den Nachbarn ist es egal, ob es sich um Pestschaben handelt oder nicht. Da werden wir wohl noch nach Alternativen suchen müssen.

Zudem würde ich gerne wissen, was für dich den Schwierigkeitsgrad einer Art ausmacht?
Ich mein, Diskusse sind auch keine Anfängerfische, aber wenn man sich stattdessen jahrelang Guppys und Goldfische hält, prädestiniert einen das nicht später dazu ein guter Diskus-Züchter zu sein ;)

Trotz allem, vielen Dank für deine Antworten, die durchaus hilfreich sind.

Gruß
Mera
 
Jochen2

Jochen2

Mitglied
Beiträge
1.796
Reaktionen
0
Es gibt Alternativen zu Schaben als Futtertieren - manchmal vergesse ich einfach, daß meine Vermieterin wirklich spitzenmäßig tolerant ist...

Den Schwierigkeitsgrad leite ich in erster Linie von der Nachzucht und der Seltenheit ab. Bei einer Lebensdauer von u.U. nicht mal einem Jahr sollte man gewissenhaft darauf achten, daß man sie auch vermehrt bekommt. Und ich kenne wirklich nicht viele Züchter von Mantis religiosa...
Mein Freund klammert sich halt an den Namen Mantis religiosa, aber ich wette er könnte sie wahrscheinlich nicht von Hierodula membranacea unterscheiden
Spätestens wenn sie über 4cm groß sind, wird er Verdacht schöpfen, und das geht schnell... ;)

Schönen Gruß Jochen
 
Skolopender

Skolopender

Alphaspinner
Beiträge
288
Reaktionen
0
das kannst Du laut sagen - meine ist in weniger als 3 Monaten mit 4 Häutungen von ca. 2cm auf eine KL von über 8cm herangewachsen !

Nur noch als kleiner Zusatz falls ihr beide zu H. membranacea tendieren solltet - ich hab' die zunächst in einer Haushaltsdose von ca. 6-7cm Durchm. x ca. 10-15cm Höhe gehalten und sie nach ca. 1 1/2 Monaten in einem Terrarium von 20x30x30cm umgesetzt wo sie bis heute lebt.
 
H

Henning L

Benetzter Wiesenhüpfer
Beiträge
268
Reaktionen
0
Moin,

-Fliegen sind als Futter sehr gut geeignet. Maden kaufen; im Kühlschrank aufbewahren; von Zeit zu Zeit welche zum Schlüpfen lassen wärmer stellen. Nach dem Schlupf nach Möglichkeit etwas die Fliegen anfüttern.

Es erfordert etwas Übung, regelmäßig Fliegen zur Verfügung stehen zu haben.

-Für die Nachzuchten müßt ihr Drosophila züchten.

-Wiesenplankton ist als Hauptfutter/ Ergänzungsfutter sehr gut geeignet

-Ich habe den Gottesanbeterinnen die ich gepflegt + nachgezüchtet habe noch nie Heimchen oder Schaben gefüttert. Ich frage mich ohnehin, wie regelmäßig optisch orientierten, tagaktiven Lauerjägern so lichtscheue Wesen wie die allermeisten Schaben in der Natur über den Weg laufen.

-Das Problem beim Aussetzen ist, dass "Mantis religiosa" aus einem Terrarium nicht unbedingt in den hiesigen Genpool der Tiere passt- Stichwort Unterarten, Lokalrassen etc. Außerdem können durch Aussetzen natürliche Barrieren auch innerhalb des Landes überwunden werden (z.B. bei Euscorpius spp. in Italien ist ein Fluß eine Trennlinie zwischen zwei Arten; wurde vor nicht allzu langer Zeit erst herausgefunden).

[email protected] Jochen: Wie hoch ist die relative Luftfeuchtigkeit in deinem Zuchtraum? Ich frage deshalb, weil es auch Leute gibt die in Saharaklima mit 30% rel. LF leben...

[email protected] Jochen: Wie definierst du bitte "Pestschabe"?
 
Jochen2

Jochen2

Mitglied
Beiträge
1.796
Reaktionen
0
Hallo

Ich habe Schaben (hier Blaberus spec. oder Blaptica dubia) zur Fütterung einfach praktisch gefunden, weil ich so eben keine Fliegenplage in der Wohnung habe. Die Mantiden sind übrigens den Schaben hinterhergelaufen...

In freier Wildbahn wird das wohl nicht vorkommen.

Ich halte es übrigens für das größte Problem, daß so brachiale Räuber wie Mantiden einfach einen zu großen Einfluß auf die etablierte Fauna haben können - einfach das klassische Argument bei Faunenverfälschungen. Wobei ich im Raum Kaiserslautern relativ schmerzfrei wäre - da gibt es Mantis religiosa schon. Das Argument der Lokalrassen ist selbstverständlich ebenfalls ein KO-Kriterium - wobei bei der momentanen Ausbreitung von Mantis religiosa in Deutschland m.W. nicht weiter dokumentiert ist, welche Rassen hier verbreitet sind.

Die rLf beträgt bei mir zwischen 40% (Winter) und 70%. Die freilebenden Hierodula membranacea haben beide ca. 16 Monate gelebt und haben beide je 7 Kokons produziert. Ich habe sie übrigens als Hierodula grandis gekauft.

Gruß Jochen

PS. Pestschaben sind solche, die sich nervenderweise ohne Zutun in Haushalten vermehren und mit erhöhtem Aufwand wieder entfernt werden müssen - wenn ich mich richtig erinnere, betrifft das insbesondere die deutsche Schabe (Blatella germanica), die Küchenschabe (Blatta orientalis) und die amerikanische Schabe (Periplaneta americana). Wenn mich nicht alles täuscht, sind diese Arten auch meldepflichtig. Ich würde keine dieser Arten dazuzählen, auch Nauphoeta cinerea nicht.
 
H

Henning L

Benetzter Wiesenhüpfer
Beiträge
268
Reaktionen
0
Hallo,

Supella (supellecticum oder longipalpa, müßte ich nachschlagen) gehört auf jeden Fall noch zu den als Schädlingen etablierten und weit bekannten Arten. Dabei handelt es sich um die sog. Braunband- oder auch Möbelschabe; lebt im Gegensatz zu den von dir genannten 3 Arten, die eher feuchtigkeitsliebend sind und daher in Bodennähe leben, in höhren Zimmerregionen (z.B. hinter Bilderrahmen) und wird, wie der Name andeutet, in letzter Zeit immer mehr durch Möbel etc. verschleppt.

Wo das Klima stimmt würde ich auch Pycnoscelus surinamensis in jedem Fall als hochgradig problematisch bezeichnen- ehrlich gesagt wundert es mich, dass mir in Zimmerpflanzengeschäften noch keine vor die Füße geflattert sind (bzw. dann nach dem Kauf aus dem Blumentopf raus).

In tropischen Gefilden sind auch Arten wie Neostylopyga rhombifolia regelmäßig als Kulturfolger in menschlichen Behausungen anzutreffen- auch diese Art sollte in Gärtnereien, Bäckereien etc. durchaus ansprechende Lebensumstände auch in Mitteleuropa vorfinden können, so eingeschleppt. Gleiches würde ich auch für Periplaneta australasiae vermuten.

Ich denke, dass unter den Schaben durchaus noch einige Arten unerkannt darauf warten, zumindest lokal begrenzt in einzelnen Haushalten/ Fabriken mit geeigneten Lebensumständen (z.B. warme Aquarien) zeitweise für Probleme zu sorgen- es muß ja nicht gleich ein weltumspannender Siegesfeldzug sein.

Siehe z.B. bei den Ameisen- in der ehemaligen DDR war weniger die Pharao-, denn die Schwarzkopfameise das Problem; in der BRD umgekehrt. Nach der Wende vermischte sich das und man findet Monomorium in den neuen Bundesländern genau wie die Schwarzkopfameise in den alten Bundesländern.

Nauphoeta cinerea ist in warmen Gegenden (z.B. Australien) ein Kulturfolger v.A. in außenliegenden Anlagen (Lager, landwirtschaftliche Verarbeitungseinrichtungen). Diese Temperaturen findet sie auch hinter jedem Kühlschrank wieder; anders als z.B. "Shelfordella tartara" kann sie die warmen Stellen auch bestens erklettern.

Mit freundlichen Grüßen,
Henning
+++
Alle Angaben ohne Gewähr
 
Thema:

Mantis religiosa

Mantis religiosa - Ähnliche Themen

  • Mantis religiosa ist ziemlich dick

    Mantis religiosa ist ziemlich dick: Hallo Leute, wir haben ein Problem und zwar ist die Gottesanbeterin von meiner Mutter seit gestern ziemlich aufgebläht. Sie hat ihre letzte...
  • "Blutende" Mantis

    "Blutende" Mantis: Hi, Folgendes: Ich habe geraden gesehen, dass meine Hierdodula membranacea nach ihrer heutigen Mahlzeit (die letzte lag 2 Wochen zurück) am...
  • Mantis Religiosa

    Mantis Religiosa: Hallo Leute! Also es fing so an: Mein Freund hat eine Mantis gefunden und da Mantis ja im Herbst sterben und ihre letzten Eier legen, war das...
  • Mantis Ootheken

    Mantis Ootheken: Hi Ne Frage: Meine H.membranacea hat Eierkokons (Ootheken) abgelegt, ohne befruchtung eines Männchens. Ich hab gehört das sie sich auch durch...
  • Mantis Religiosa

    Mantis Religiosa: hallo! heute habe ich mein Religiosa frau verpaart und der ganze akt hat an eine stunde gedauert,der mann wurde dann auch schnell aufgefressen,so...
  • Mantis Religiosa - Ähnliche Themen

  • Mantis religiosa ist ziemlich dick

    Mantis religiosa ist ziemlich dick: Hallo Leute, wir haben ein Problem und zwar ist die Gottesanbeterin von meiner Mutter seit gestern ziemlich aufgebläht. Sie hat ihre letzte...
  • "Blutende" Mantis

    "Blutende" Mantis: Hi, Folgendes: Ich habe geraden gesehen, dass meine Hierdodula membranacea nach ihrer heutigen Mahlzeit (die letzte lag 2 Wochen zurück) am...
  • Mantis Religiosa

    Mantis Religiosa: Hallo Leute! Also es fing so an: Mein Freund hat eine Mantis gefunden und da Mantis ja im Herbst sterben und ihre letzten Eier legen, war das...
  • Mantis Ootheken

    Mantis Ootheken: Hi Ne Frage: Meine H.membranacea hat Eierkokons (Ootheken) abgelegt, ohne befruchtung eines Männchens. Ich hab gehört das sie sich auch durch...
  • Mantis Religiosa

    Mantis Religiosa: hallo! heute habe ich mein Religiosa frau verpaart und der ganze akt hat an eine stunde gedauert,der mann wurde dann auch schnell aufgefressen,so...