Offenstallhaltung vs. Primitivhaltung

Diskutiere Offenstallhaltung vs. Primitivhaltung im Haltung und Pflege Forum im Bereich Pferde; Hi zusammen, da hier nun ständig über richtige Haltung, richtige Fütterung etc. diskutiert wird und das in allen Threads verstreut ist, dachte...
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Tina

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Hi zusammen,

da hier nun ständig über richtige Haltung, richtige Fütterung etc. diskutiert wird und das in allen Threads verstreut ist, dachte ich, ich mach mal ein extra Thema dazu auf.

Was ist richtige Offenstallhaltung, was hingegen ist Primitivhaltung?

Ok, wenn ich Pferde auf winzigen Flächen stehen sehe, wo sie knietief im Schlamm stecken und keine Möglichkeiten zum Ausweichen haben - dann liegt es klar auf der Hand, das das nicht richtig ist.

Wo aber fängt genug Platz an? Bei 1 ha, bei 3 ha .... oder muss ich zur richtigen Pferdehaltung 10 ha Land besitzen?

Was ist im Winter/Herbst, wenn es nunmal nass ist? Muss ich ganze Paddocks befestigen, oder reicht es, Fressplätze und den Bereich vor dem Unterstand ( Offenstall ) zu befestigen?

Muss mein Pferd glänzen wie abgeleckt, oder kann ich auch beruhigt zusehen, wenn es sich mal in den Dreck wirft?

Was ist im Sommer? Wieviele Koppeln sollten es sein, und wie gross müssen die sein? Muss es gegeben sein, das sich die Tiere komplett vom Gras ernähren können und Tag und Nacht auf der Wiese stehen, oder ist es auch ok, wenn sie nur stundenweise vom Paddock auf die Koppel wechseln und dafür dann in der Zeit im Paddock Raufutter bekommen?

Zum guten Schluss : Muss ich wirklich Millionär sein, wenn ich Pferde/Ponys in Eigenregie halten will, oder geht es auch mit Weniger auf dem Konto?
 
22.11.2004
#1
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Schau mal hier: Offenstallhaltung vs. Primitivhaltung . Dort wird jeder fündig!
saedis

saedis

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:rofl:

ich zitiere mal zusammengefasst aus meinen liebingsbüchern (weil auch ich bin nicht mit dem wissen was ich habe geboren worden :crazy: ):

standortwahl:
als grobe faustzahl rechnet man für die haltung von zwei großpferden mit einem flächenbedarf von einem ha - das sind 4 morgen je 2500qm - gesamt 10.000qm.
diese fläche wird benötigt wenn man winterheu bzw. heulage selber erstellen möchte (ca. 30dz - 220 hochdruckballen á 14kg). kauft man zu kann man auch mit der hälfte der fläche auskommen. kommt natürlich auf den untergrund an - gras auf sandboden ist weniger ertragreich - reicht nicht aus um zwie großferde von mai - oktober ausschliesslich zu ernähren; ergo: zufüttern bereits im sommer.

fütterung:
beispiel von ingolf bender - der fresstechnische tag eines pferdes - OPTIMALST:
"die summer der fresszeiten sollten ca. 6 stunden nicht unterschreiten. wo aus privaten oder beruflichen zwängen morgendlicher weidegang zeitlich nicht passt, sollte den pferden zunächste eine heuration, ca. drei bis vier kg je großpferd, vorgelegt werden (fresszeit 2,5 stunden). mittags nochmal eine kleinere portion heu mit anschliessender teilration kraftfutter. nach gut einer stunde verdauungspause ohne jedes futter wird nachmittags trainiert. zur entspannung, wälzen und regeneration folgt anschliessend der ca. einstündige weidegang. danach leistungsangepasste abendfütterung mit heu/heulage und kraftfutter im offenstall".

ergo: 24 stunden weidehaltung ist nicht optimal - was ein zu hoher fructangehalt im gras auslöst kann jeder nachlesen der das in eine suchmaschine eingibt - von hufrehe bis hin zu sommerekzem - alles dabei.

Wo aber fängt genug Platz an? Bei 1 ha, bei 3 ha .... oder muss ich zur richtigen Pferdehaltung 10 ha Land besitzen?
ich denke das ist ahängig davon wieviele pferde man halten will - bender und co rechnen mit min. 0,5 ha pro pferd.

Was ist im Winter/Herbst, wenn es nunmal nass ist? Muss ich ganze Paddocks befestigen, oder reicht es, Fressplätze und den Bereich vor dem Unterstand ( Offenstall ) zu befestigen?
die ganzen paddocks zu befestigen ist unsinn - damit schadet man dem hufmechanismus des pferdes mehr als das man ihm "gutes" zufügt. es sollten trocken plätze vorhanden sein - von oben wie auch von unten - ich werde von dem einen paddock der eine größe von 1400qm hat, ca 400qm mit paddockplatten befestigen - der rest bleibt naturboden.

Muss ich wirklich Millionär sein, wenn ich Pferde/Ponys in Eigenregie halten will, oder geht es auch mit Weniger auf dem Konto?
kann dich beruhigen - eine optimale artgerechte pferdehaltung ist garnicht mal soooo teuer - wenn man im vorfeld sich gedanken darüber macht WAS, WIE und WO.

mir selber haben die bücher (und auch der persönliche kontakt) von/mit ingolf bender sehr geholfen.

zur fütterung:

es gibt mittlerweile so viele berechnungsprogramme im internet (kostenfrei) die man mit den daten seiner pferde füttern kann - und das, was man füttert. wem es natürlich zu aufwendig ist die daten zu "ermitteln" (sprich pferd wiegen - heu wiegen - strohsorte der einstreu bestimmen) - der hat auch nicht wirklich das interesse daran etwas zu lernen bzw. zu ändern...

was mit bei der optimierung meines futterzettels geholfen hat: www.futtermeister.de - gibt es eine gratis version im net - und eine umfassendere software zu bestellen.

wer sein pferd in pension stehen hat - der KANN meist nicht wirklich was ändern - aber die, die ihre pferde "hinterm haus" stehen haben - und eigenregie fahren - DIE KÖNNEN ÄNDERN - WENN SIE WOLLEN !!!
 
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Alsvinnur

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Wo aber fängt genug Platz an? Bei 1 ha, bei 3 ha .... oder muss ich zur richtigen Pferdehaltung 10 ha Land besitzen?

>Wie Saedis schon schrieb hängt es von der Anzahl der Pferde ab....0,5 ha je Pferd finde ich allerdings zu wenig. Wir haben hier über 1 ha je Pferd.


Was ist im Winter/Herbst, wenn es nunmal nass ist? Muss ich ganze Paddocks befestigen, oder reicht es, Fressplätze und den Bereich vor dem Unterstand ( Offenstall ) zu befestigen?

>Eben alles eine Frage der Pferdeanzahl, Ausweichmöglichkeiten, geologischer Untergrund usw...generell würde ich sagen es reicht wenn die von Dir genannten Plätze befestigt sind.


Muss mein Pferd glänzen wie abgeleckt, oder kann ich auch beruhigt zusehen, wenn es sich mal in den Dreck wirft?

>Ein Offenstallpferd wird nie glänzen wie abgeleckt....aber es sollte auch nicht stundenlang knöcheltier im Sclamm stehen wegen Mauke usw...(aber da sind wir uns ja einig...)


Was ist im Sommer? Wieviele Koppeln sollten es sein, und wie gross müssen die sein? Muss es gegeben sein, das sich die Tiere komplett vom Gras ernähren können und Tag und Nacht auf der Wiese stehen, oder ist es auch ok, wenn sie nur stundenweise vom Paddock auf die Koppel wechseln und dafür dann in der Zeit im Paddock Raufutter bekommen?

>Das hängt vom Gras und vom Pferd ab und kann nicht pauschalisiert werden.
Da muß jeder für sein Pferd den richtigen Weg finden.


Zum guten Schluss : Muss ich wirklich Millionär sein, wenn ich Pferde/Ponys in Eigenregie halten will, oder geht es auch mit Weniger auf dem Konto?

Kann ich nicht sagen weil ich es bisher immer in Pensionsställen hatte....
 
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Alsvinnur

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reicht nicht aus um zwie großferde von mai - oktober ausschliesslich zu ernähren; ergo: zufüttern bereits im sommer.

>Wir haben über 1 ha je Pony - zugefüttert wird nur von November bis April.


ergo: 24 stunden weidehaltung ist nicht optimal - was ein zu hoher fructangehalt im gras auslöst kann jeder nachlesen der das in eine suchmaschine eingibt - von hufrehe bis hin zu sommerekzem - alles dabei.

>Ich denke man kann das so pauschal nicht sagen...auch die Pferde die nur stundenweise auf die Koppel kommen müssen in der Übergangszeit mit dem hohen Fructangehalt leben. Und seit mein Pferd ganzjährig auf der Koppel steht ist sein Sommerekzem erheblich besser geworden. Ich denke es ist absolut auch vom Gras abhängig!


ich denke das ist ahängig davon wieviele pferde man halten will - bender und co rechnen mit min. 0,5 ha pro pferd.

>hängt eben davon ab wieviel man zufüttert - mir wäre das zu wenig....


die ganzen paddocks zu befestigen ist unsinn - damit schadet man dem hufmechanismus des pferdes mehr als das man ihm "gutes" zufügt. es sollten trocken plätze vorhanden sein - von oben wie auch von unten - ich werde von dem einen paddock der eine größe von 1400qm hat, ca 400qm mit paddockplatten befestigen - der rest bleibt naturboden.

>Generell finde ich es für den Huf am besten wenn sie unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten zur Verfügung haben - ich würde mir mehr befestigte Fläche wünschen aber kann das mit Spaziergängen auf Asphalt ausgleichen...


zur fütterung:

es gibt mittlerweile so viele berechnungsprogramme im internet (kostenfrei) die man mit den daten seiner pferde füttern kann - und das, was man füttert. wem es natürlich zu aufwendig ist die daten zu "ermitteln" (sprich pferd wiegen - heu wiegen - strohsorte der einstreu bestimmen) - der hat auch nicht wirklich das interesse daran etwas zu lernen bzw. zu ändern...

>die Schwierigkeit fängt bereits damit an, daß kaum einer exakt weiß wieviel sein Pferd wiegt....und geschätzte Werte liegen all zu oft daneben und dann macht die Berechnung auch keinen Sinn. Zudem bekommt in der Herde auch nicht jedes Pferd exakt die Menge Heu, die berechnet wurde. Halte deshalb eine Berechnung für unrealistisch....

wer sein pferd in pension stehen hat - der KANN meist nicht wirklich was ändern - aber die, die ihre pferde "hinterm haus" stehen haben - und eigenregie fahren - DIE KÖNNEN ÄNDERN - WENN SIE WOLLEN

>leider kann man auch nicht immer das machen was man möchte weil man an gewisse örtliche Gegebenheiten/gesetzl. Auflagen gebunden ist....also wird alles immer irgendo ein Kompromiß sein.....zumindest was die Haltung betrifft - beim Futer ist man da freier....

Abschließend will ich sagen, daß man eine Offenstallhaltung nicht pauschalisieren kann - es gibt gewisse Richtwerte an denen man sich orientieren kann - ist aber immer von Pferderasse und auch noch von einzelnem Pferd abhängig und das sollte das Maß der Dinge sein....
 
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Tina

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Hi,

und wie gross sollte der Winterauslauf ( Paddock ) pro Pony/Pferd sein?

Und wie ist das mit den Fressplätzen, müssen die überdacht sein, um eine "vernünftige" Offenstallhaltung zu gewährleisten?

Und wie genau definiert ihr "Primitivhaltung"? Zu klein ( wie klein??? ), zu dreckig, Schlamm, ungepflegte ( ungeputzte ) Pferde? Oder spielt nicht auch die Pflege des Stalls und des Paddocks eine Rolle? Ist es schon primitiv, wenn die Pferde irgendwo im Dreck stehen? Ich meine, laut Saedis reicht es ja, einen Teil des Paddocks trocken zu legen - aber wie mache ich den Tieren klar, das sie dann auch bitte auf dem trockenen Teil stehen sollen? Gehen sie durch den anderen Teil ( unbefestigt ) werden sie automatisch dreckig. Im Sommer ist das ja schnell erledigt, aber ich kann ja nicht bei Minusgraden mit 'nem Wasserschlauch die Ponys abspritzen .... und nassen Dreck aus dem Fell bürsten ist auch nicht. Tja und bei Regen - was mache ich, wenn sie nicht freiwillig in den Stall gehen? Dann habe ich nasse, dreckige Ponys! Ist meine Haltung dann primitiv, nur weil die "blöden Viecher" lieber im Regen stehen und dann auch noch den schlammigen Teil des Auslaufes, dem befestigten vorziehen?

Ich will einfach mal begreifen, wo der Unterschied genau liegt. Es werden einem immer so schön diese beiden Worte um die Ohren geschleudert, aber bisher konnte man mir nicht sagen, wo genau der Unterschied ist.

Mir wurde zum Beispiel von Seiten des Vetamtes gesagt, ich solle meinen Offenstall in der Mitte mit einem Balken auf dem Boden teilen - den hinteren Teil dann Einstreuen, damit die Tiere dort liegen können, und den Vorderen so belassen ( Naturboden ) - habe ich auch brav so gemacht. Nur dummerweise liegen meine Ponys lieber auf dem Naturboden!! Was nun? Wie erkläre ich den Tieren, das sie hinten zu liegen haben?
 
saedis

saedis

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es ist schwer eine grenze zwischen "vernünftig" und "primitiv" zu ziehen - erstens weil jede gegebenheit anders ist - zweitens weil jeder halter andere ansichten hat :teeth:

und wie gross sollte der Winterauslauf ( Paddock ) pro Pony/Pferd sein?
laut bender sollte eine fläche im bereich "miniauslauf" von 100qm pro pferd nicht unterschritten werden - diese zahl sagt lediglich etwas über die größe des auslaufes aus - plus offenstall - also die fläche die die pferde zur bewegung "übrig" haben...

ich versuche mal meine eigene definition zu schreiben:

dreckige pferde - im rahmen - will sagen: klar kann man die im winter nicht abduschen - ich handhabe es z.b. so, das ich die pferde ab und an wenn es wirklich aus eimern regnet einfach mal ein paar stunden einsperre - dan trocknen sie einmal richtig durch. meine reitpferde stehen nachts in der box - so die trocknen nachts durch. finde ich persönlich wichtig - wie soll mein pferd für mich leistung erbringen wenn es den ganzen tag *sorry* im piss steht - nass von oben und unten - dann komme ich mit sattel - klar das der mir den mittelhuf zeigt...

matsch: es gibt ja matsch und matsch :bye: auch in meinem "luxuspaddock" matscht es zu zeit - allerdings "nur" da, wo die pferde sich viel aufhalten - sprich ein/ausgang und rund um die futterbox. sind aber lediglich 10cm tiefmatsch - so es sind noch nicht mal die gesamten hufe eingesunken. dazu muss ich allerdings auch sagen das ich (versuche) den paddock optimal zu pflegen - sprich JEDEN tag abäppeln - 1400qm. so entsteht in meinen augen auch nicht so viel gatsch.

die wahl welchen teil ich befestigen werden liegt darin, das ich schaue WO sich die pferde viel aufhalten, bzw. WO ist der matsch - der teil wird dann trocken gelegt (und um das zu wissen muss ich sie diesen winter eben mal etwas matschiger stehen haben als ich das gerne hätte).
 
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Tina

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Hi Saedis,

eben, ich finde es auch schwer ... deshalb will ich das hier ja auch mal ausdiskutieren. :)

Der "normale" Offenstall verfügt aber nicht über Boxen - deshalb fällt auch ein "mal für einen Nacht, oder ein paar Stunden" einsperren raus. Offenstallhaltung heisst für mich : Immer draussen - rund um die Uhr - 24 Stunden am Tag - 365 Tage im Jahr - bei Wind und Wetter. Natürlich mit der Möglichkeit jederzeit einen Unterstand aufsuchen zu können!

Dann kommt bei mir dazu : Ich habe drei Ponys, die noch zu jung zum reiten sind und eine Stute, die mit ihren nun fast 21 Jahren ihr Gnadenbrot hier bekommt. Sie ist zwar reitbar, aber das tun wir ehr selten.

Dem entsprechend ist es hier für mich egal, ob die Ponys nass sind, zumindest unter dem Gesichtspunkt des Reiten wollen. Ausserdem habe ich keine Boxen - ich könnte zwar den Stall absperren, aber das erachte ich nicht für sinnvoll.

Was ist den nun mit den Futterplätzen? Wo fütterst du z.B. Raufutter?
 
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lulu88

katzenmami& pferdenarr
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also unter offenstallhaltung verstehe ich auch, dass ein dreiseitiger unterstand da ist, der aber nur aufgesucht wird, wenn die ponies einen unterstand wollen (also nicht wegen futter).
mit dem "dreck", dass weiss ich jetzt auch nicht so genau. ich habe mal gehört, dass es sogar als schutz vor wind und wetter dient, wenn pferde dreckig sind. und es ist ja auch schon irgendwo normal, dass weidepferde schmutzig werden. aber trotzdem sollte man sie natürlich jeden tag kontrollieren, besonders die hufe.
mit dem futter gibt es ja verschiedene ansichten. ich finde es immer gut, wenn pferde ihr futter auf den boden bekommen. denn dann entspricht ja die haltung der natürlichen haltung beim fressen. das setzt aber einen sauberen boden vorraus. obwohl ich es sogar schon in einigen pensionsställen gesehen habe, dass die pferde zwar vom boden assen, dieser war aber mit sägemehl ausgestreut und nicht sauber. das schlimmste was ich da mal erlebt habe: in einem arabergestüt mit boxen, wurde sand als einstreu verwendet (was ich keine schlechte idee fände für einige ställe) und auch futter auf den boden geschmissen. das ist aber sehr gefährlich für die atemwege!

zu den normalen platzverhältnissen habe ich hier die angabe für isländer, dass man pro hektar 1-4 pferde halten kann, allerdings abhängig von lage, zufütterung etc.
 
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Alsvinnur

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und wie gross sollte der Winterauslauf ( Paddock ) pro Pony/Pferd sein?

<<Hm...naja....also unsere 6 haben 1,7 ha. Aber ich war schon in einem schönen Offenstall, da hatten sie weniger - kann's schlecht abschätzen...so ca. 50 auf 50 Meter....das war auch o.k. - aber die Koppeln waren direkt angrenzend und man konnte sie je nach Wetterlage raus lassen....


Und wie ist das mit den Fressplätzen, müssen die überdacht sein, um eine "vernünftige" Offenstallhaltung zu gewährleisten?

>>Also wenn es rund um die Uhr Heu geben würde, dann würde ich sagen: überdacht aber wenn man 2x täglich füttert dann muß das nicht sein.....aber besser fände ich es auf jeden Fall....


Und wie genau definiert ihr "Primitivhaltung"?

<<Für mich ist das eine Haltung wo es sich der Stallbesitzer so bequem wie möglich macht - am besten keine Arbeit reinstecken....nie die Koppel ablesen keine befestigten Plätze usw....eben nur Pferde rausstellen und das war's.....
Ob ein Pferd schmutzig ist oder nicht ist doch völlig Banane....wenn es sich 1x wälzt, dann sieht es eben aus wie Sau....das finde ich nicht schlimm...schlimm fände ich wenn sie nur im Matsch stehen und keine Ausweichmöglichkeit haben. Schön finde ich wenn sie wählen können, denn nicht alle Pferde sind gleich und der eine steht vielleicht gerne mal im Stall und der andere haßt es durch den Matsch zu gehen, der nächste mag sich gerne an Bäumen rubbeln...weiß der Geier...aber wenn sie alles geboten kriegen, dann könenn sie wählen was sie möchten...deswegen finde ich es z.B. total übel wenn Pferde im Sommer in der prallen Hitze ohne Unterstand und ohne Wasser auf der Koppel stehen müssen.....


Mir wurde zum Beispiel von Seiten des Vetamtes gesagt, ich solle meinen Offenstall in der Mitte mit einem Balken auf dem Boden teilen - den hinteren Teil dann Einstreuen, damit die Tiere dort liegen können, und den Vorderen so belassen ( Naturboden ) - habe ich auch brav so gemacht. Nur dummerweise liegen meine Ponys lieber auf dem Naturboden!! Was nun? Wie erkläre ich den Tieren, das sie hinten zu liegen haben?

<<Wir haben in der Weidehütte auch Naturboden...ideal wäre ein guter Lehmboden. Wenn es nach den Stallbesitzern ginge würde man garnicht einstreuen. Aber wir machen das in Eigenregie....sie haben dann auf jeden Fall einen trockenen Platz - wer mag kann da liegen oder es lassen - aber sie bekommen es angeboten. Wer auf Naturboden liegen mag hat genügend Platz draußen.....


Ich denke man muß einfach auch überlegen was man mit dem Pferd macht...wenn man wie Saedis Leistung abfordern und z.B Turniere geht, dann ist es was völlig anderes wie z.B die Pferde von Dir, Tina.....das kann man einfach nicht über einen Kamm scheren.
@Tina: Was mich interessieren würde, was macht ihr wenn ein Pferd krank wird, Kolik oder Lahmheit o.ä.? Habt ihr die Möglichleit das Pferd zu separieren?
Also bei uns hatte der Stallbesitzer zugesagt, daß es am Hof 2 Krankenboxen geben würde...aber wie das immer so ist - alle Boxen/Paddocks belegt und man müßte einen Teilbereich auf der Koppel abstecken was wiederum schwierig ist wegen Unterstand....also das fände ich eigentlich auch noch wichtig....
 
saedis

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hi tina,

Der "normale" Offenstall verfügt aber nicht über Boxen
und das ist genau der grund warum ich keinen "normalen" offenstall haben möchte - zumindest nicht für meine reitbaren pferde :bye:

ich versuche so eine art "mischhaltung" zu handhaben: wenn das wetter draussen okay ist - dann bleiben auch meine reitpferde schonmal draussen. im oktober hatten sie "reitpause" - und waren so allesamt 6 wochen komplett draussen.

rauhfutter gibts auf dem urlaubspaddock (in ermangelung eines fresständers :rolleyes: - warte auf den "netten" menschen der mir den bauen will/wollte) noch vom boden - immer an verschiedenen plätzen - das sieht dann so aus:



auf dem "normal-jeden-tag.paddock" gibts rauhfutter aus der box marke eigenbau - auch hier warte ich noch immer auf den o.g. menschen das er aus den hufen kommt - finde da grade natürlich kein foto von - geh morgen mal mit digicam raus - dann siehst du auch den "matschgrad" der hier gerade herscht :idee:
 
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Tina

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Hi Ihr's,

ich weiss, ich nerve ... aber wenn ich was wissen will, dann kann ich mich auch schonmal festsaugen, wie eine Zecke. :D

Ich füttere, je nach Wetterlage, Raufutter im Offenstall oder im Paddock. Wenn's schifft wie Sau, dann will ich es den Ponys nicht zumuten im Regen draussen zu stehen .... ist es einigermaßen trocken, dann ist das ok.

Ich sehe ja, wo sie sich aufhalten - sind sie den Tag die meiste Zeit oben im Stall - dann gibt's da auch Raufutter - stehen sie mehr draussen, füttere ich da. Das Alles eben, weil ich noch keinen überdachten Fressplatz habe - soll aber Alles im Frühjahr kommen.

Ich habe heute nochmal nachgemessen - für unsere 4 Ponys steht z.Zt. ein Stall von 9,5 m auf 3,5 m zur Verfügung - halb eingestreut, halb Naturboden belassen. Auf jeden Fall trocken! :)

Von dort aus können sie dann einen 4 Meter ( an der engsten Stelle ) breiten Weg runter ( wir wohnen an einem Hang ) zum Paddock ( Winterauslauf ) gehen - der hat ( auch heute nochmal extra nachgemessen ) 30 m auf 35 m, also 1050 qm.

Der neue Stall soll auf dem Winterauslauf erichtet werden und hat die Maße 6 m auf 4 m. Da werden dann der Platz davor befestigt und zusätzlich will ich dann noch einen überdachten Fressplatz anlegen, der natürlich auch befestigt wird. Dafür habe ich nun endlich ( nach einem halben Jahr Kampf ) die Baugenehmigung und werde das im Frühjahr in die Tat umsetzen.
 
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Angi85

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hallo,

zur der Offenstall-Haltung möchte ich auch etwas sagen. Wir haben zwei Ponys, die nicht auf Tuniere gehen oder von denen sonst großartiges erwartet wird, es sind eben Freizeitponys. ich denke, das gilt es wirklich zu unterscheiden. Pferde/Ponys denen einiges abverlangt wird sollten vielleicht wirklich anders gehalten erden, aber das kann ich nicht wirklich beurteilen!

Auf jedenfall haben wir auch einen Offenstall. Die Ponys haben einen großen Auslauf, der zur Hälfte mit Gitterplatten und Sand befestigt ist, der Rest ist Naturboden und sieht zu dieser Jahreszeit eben dementsprechend aus. Aber sie können ja wählen! Desweiteren ist der Auslauf genau am Satll dran (so wie es sein soll), beide können also jederzeit unter Dach. Wir haben es so geregelt, dass wir zwei Boxen gebaut haben, die aber immer offen stehen. Vor den Boxen ist noch ein überdachter Platz, wo beide gerne liegen und dösen. Wir haben deswegen Boxen, damit wir bei Krankheiten oder richtig fiesem Wetter die Ponys in die Boxen holen können!

Für uns ist diese Lösung optimal und unsere Zottels fühlen sich (glaube ich) auch echt wohl damit!

Achja, von dem Auslauf aus geht's über einen Graben (Brücke) zur Weide, diese ist im Sommer immer offen, jetzt allerdings ist sie "wegen Nässe gesperrt"! Die Brücke können wir mit einem Tor verschließen, um eben auch da kontrolle zu hlaten, gerade weil es auch nicht so gut ist, wenn die ponys über das nasse Holz rennen...

Angi85
 
katrin22

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als grobe faustzahl rechnet man für die haltung von zwei großpferden mit einem flächenbedarf von einem ha - das sind 4 morgen je 2500qm - gesamt 10.000qm.
diese fläche wird benötigt wenn man winterheu bzw. heulage selber erstellen möchte (ca. 30dz - 220 hochdruckballen á 14kg).
Da muß man aber einiges in die Wiese investieren und darf die Pferde nur stundenweise auf die Weide lassen. Ich halte diese Zahlen für unrealistisch.

Wir haben ein Welsh B, 22 Jahre, wird 2 x / Woche für ca. 2 Stunden im Gelände bewegt. Das Pony hat immer freien Zugang zur Weide. Die Wiese wird portioniert, insgesamt sind es 8000 qm. Es ist völlig unmöglich, davon noch Heu zu gewinnen! OK, die Wiese wird jährlich im Herbst nur mit Mist gedüngt und ist etwas feucht, trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, daß dort 2 Großpferde das ganze Jahr weiden könnten, geschweige denn, daß nach dem ersten Jahr dort noch Weide wäre!

Wir füttern im Winter gekauftes hochwertiges Heu zu. Das Pony bekommt täglich 10kg Heu (Offenstallhaltung) und paar Möhren, dafür aber kaum Kraftfutter. Bei Heufütterung ab Anfang November bis Ende April sind das 180 Ballen á 10kg = 1.800kg Heu. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, daß ein Großpferd mit derselben Menge Heu auskommt!
 
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Alsvinnur

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@Tina:

Also unsere haben keinen überdachten Freßplatz sondern nur 2 Betonringe - dort liegt das Zeug einigermaßen sauber aber Hottis müssen im Freien stehen. Was ich aber deshalb nicht schlimm finde weil sie sich auch im Unterstand kaum aufhalten - ist was anderes wenn man Pferde hat, die leicht frieren oder ungern im Regen stehen...das gibt es ja alles...deswegen sage ich immer: hängt vom Pferd ab....und da es in einer Herde unterschiedliche Pferde geben kann biete ich am liebsten alles an.

Der neue Stall kommt mir etwas knäpplich vor - wieviel Pferde waren es nochmal? Befestigter Paddock - muß mal nachmessen was wir haben...habe nicht so das optimale Gefühl für Größe...*g*

@katrin2:

Also wir haben für 6 Pferde 4 Koppeln à ca. 1,5-2 ha. Eine davon Winterkoppel. Aber Heu wird davon nicht gemacht. Für Heu gibt es nochmal extra ca. 30ha für alle Pferde am Hof.
 
saedis

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Da muß man aber einiges in die Wiese investieren und darf die Pferde nur stundenweise auf die Weide lassen. Ich halte diese Zahlen für unrealistisch.
sorry - vergass dazu zu schreiben das bender von offenstall haltung ausgeht die stundenweise wiese zulässt - also kein dauerhafter zugang zur wiese.

hm, zu deiner futtermenge: ich gehe von 1,5kg pro 100kg gewicht pro pferd pro tag aus - das sind bei meinen 400kg pferden 6kg pro tag/pferd.
1,5 kg decken den reinen erhaltungsbedarf ab - inkl. leichter arbeit - darunter verstehe ich z.b. ein- bis zweimal die woche eine stunde locker ausreiten.

@ angi: ich habe auch "nur" zwei sportpferde hier - der "rest" sind auch ganz einfach freizeitpferde denen keine höchstleistung abverlangt wird. den sportpferden im übrigen auch nur während der turniersaison (plus training vorher und abtraining nachher). trotzdem finde ich es wichtig das die pferde ab und an mal durchtrocknen können.
habe in meinem alten stall die probe aufs exempel gemacht: box offen gelassen und den weg zum paddock so abgesperrt das sie selber entscheiden konnten ob sie raus oder rein wollen - sie standen im regen lieber drinnen.
klar sollte man pferde nicht vermenschlichen - fahre mit meiner methode ganz gut - zeigt sich vor allem bei neuen pferden die kommen - anfangs sind die oftmals launisch und genervt - meist ist das in ein paar wochen völlig verändert.
 
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Tina

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Der neue Stall kommt mir etwas knäpplich vor - wieviel Pferde waren es nochmal?
Hi ( hast du auch 'nen Vornamen??? :) )

kommt dir vielleicht so vor, ist er aber nicht:

Nach dem Merkblatt des BML ( Bundestministerium für Landwirtschaft ) für Offenstallhaltung, wird der Offenstall wie folgt berechnet:

2,5 x STM = qm pro Pferd

Ich habe hier 4 Ponys mit durchschnittlich 1,35 STM.

Trotzdem habe ich schon 1,40 STM bei der Berechnung zu Grunde gelegt - daraus ergibt sich : 2,5 x 1,40 = 5 qm pro Pony

Wären also 20 qm, oder eben 5m auf 4 m

Mein Stall wird aber schon was grösser - nämlich 6 m auf 4 m - also 24 qm.

Wie du siehst, von der Grösse absolut ausreichend. :)
 
saedis

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*benderausdemschrankzerrt*

offenstall ist ja nun auch nicht gleich offenstall :rofl:

ich finde hier jetzt leicht abgeänderte angaben:

für den liegebereich im offenstall wird hier mit der formel 2 x stckm zum quadrat (wo zum henker ist das "hoch2" auf der tastatur versteckt???) - wären also bei einem stckm. von 1,40 dann 7,84qm pro pferd.

dazu kommt dann im "richtigen" offenstall (also nicht nur ein unterstand) noch die berechnung von fressplätzen dazu... das ganze wird dann so abgetrennt das die "bewohner" eben nicht im schlafplatz fressen können...

fressplatz wird dann nochmal mit pferdebreite + 25% für die breite und widerristhöhe x 2 für die länge gerechnet...

hm...

ich denke auch hier gilt: die angegebenen werte sind MINDESTangaben - je größer desto angehmer für´s pferd...
 
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Tina

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Hi Saedis,

da bei mir die Fressplätze ausserhalb des Stalls sind, wäre das also dann ( nach deinen Unterlagen ) ein Unterstand - draussen werden dann erst die Tröge für Kraftfutter angebracht und an anderer Stelle wird dann ein Platz für die Raufutterfütterung befestigt und eine entsprechende Raufe gebaut.

Ich bin der Meinung, das 6 m mal 4 m für einen Unterstand ausreichen - so viel sind sie da eh nicht drin - und ausserdem ist es hier schon schwer genug gewesen, diese Grösse durch zu kriegen, da wir in einem Naturschutzgebiet liegen. Ämter eben ... :rolleyes:

Ich habe mich also an die Mindestmaße halten müssen und noch ein bisschen ( 4 qm ) drauf gepackt. :)
 
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Alsvinnur

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*kopfrauch*
ihr verwirrt mich....aaaaalso: bei uns ist eine Paddockbox für 2 Pferde ca. 6x3m groß + Paddock 6 x 9m....dazu stundenweise Koppelgang.....d.h., daß Dein Stall (Tina) etwas größer wäre als unsere Paddockboxen für 2 Pferde....deshalb mein Gedanke daß es etwas knäpplich ist. Nicht daß Du mich mißverstehst: ich finde es nicht schlecht aber größer wäre auch kein Fehler...aber wie ich schon woanders auch geschrieben habe: man muß sich auch an örtliche Gegebenheiten/gesetzl. Auflagen halten, deshalb ist sicher nicht alles möglcih was man möchte......
 
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Tina

Gast
Hi ( sie hat wohl keinen Vornamen :cry: ),

meine Bauplanung für den Unterstand sah wie folgt aus : Vetamt angerufen : "Wie sehen eure Richtlinien aus?" - Daraufhin bekam ich die BML Richtlinien zugeschickt. OK.

Bauamt angerufen - Standort und Flurstücknummer angegeben : "Was darf ich da bauen bzw. wie gross darf ich bauen?"

Antwort : "Da werden Sie gar keine Baugenehmigung bekommen, das ist Naturschutgebiet Nord-Schwarzwald!"

Tja und dann habe ich selbst nach den Richtlinien berechnet was ich brauche und das mal einfach eingereicht - war nicht so leicht, aber der Bauantrag ist nun durch. Und ich finde, das reicht auch als Weideunterstand. Man darf ja nicht vergessen, das da im schlechtesten Fall ( Winter, ohne offene Koppel ) noch 1050 qm Auslauf anschliessen - also nicht nur die 100 qm pro Pferd, die Saedis hier als Mindestmaß genannt hat.

Aber ich fotografier euch gleich mal die Richtlinien ab ..... uno momento. :)
 
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