Zughundesport

Diskutiere Zughundesport im Zughundesport Forum im Bereich Hundespiele, Sport und Freizeit; Hallo zusammen, auf mehrfachen Wunsch einiger User stelle ich euch hier mal eines unserer Hobbys etwas näher vor, den Zughundesport. Ich betreibe...
AndreaH

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Hallo zusammen,

auf mehrfachen Wunsch einiger User stelle ich euch hier mal eines unserer Hobbys etwas näher vor, den Zughundesport. Ich betreibe mit meinen zwei Damen Lisa (Dobermann, bald 3 Jahre) und Kyla (Catahoula 1,5 Jahre) Zughundesport.
Dabei sind wir je nach Wetter, Gelände und anderen Umständen mit verschiedenen Fahrzeugen unterwegs.

Erst mal ein wenig allgemeines über den Zughundesport. Zuerst mal die Grundvorraussetzungen die ein Hund erfüllen sollte damit man diese Sportart mit ihm betreiben kann:

1. Größe/Gewicht/Alter
Wenn ein einzelner Hund zieht geht man im allgemeinen von 50cm Höhe und 25kg Gewicht aus die der Hund vorweisen sollte. Auch sollte erst mit einem ausgewachsenen Hund mit der Zugarbeit begonnen werden, dass kann je nach Rasse 12-18
Monate oder älter sein. Erste Kommandos wie "Stop", "Go", "Rechts", "Links" usw. kann man schon viel früher an der Leine üben.
Wenn mehrere Hunde eingespannt werden können die einzelnen Hunde auch kleiner sein.
Achtung: Das sind nur ungefähre Richtwerte, genauso kann ein Hund mit 18kg ein super Zughund sein, wie ein Hund mit 27 kg ungeeignet sein kann. Am besten trifft man sich mit jemanden der Erfahrung mit dieser Sportart hat und quetscht denjenigen vorher aus und löchert ihn mit Fragen :D

2. Gesundheit
Nur mit wirklich gesunden Hunden sollte dieser Sport ausgeübt werden, das bitte unbedingt vorher tierärztlich abklären lassen.
Ausnahme: bei Hunden mit leichter HD kann der Fahrsport sich sogar positiv auf den Muskelaufbau auswirken, aber wenn der Hund HD hat auf keinen Fall eigenmächtig anspannen und denken man tut dem Hund etwas gutes, das immer
vorher mit dem TA abklären!

3. Wetter
Bei Temperaturen über 15°C wird nicht trainiert, eben so wenig bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit.
Im Sommer ist Trainingpause mit dem Wagenziehen jedoch kann man bei höheren Temperaturen auf den Bollerwagen ausweichen. Da bei Wanderungen mit Bollerwagen in der regel recht gemütlich spaziert wird und man dem Hund an schwierigen Passagen helfen kann (was eine selbstverständlichkeit sein sollte!) kann diese Variante des Zugsports durchaus auch im Sommer stattfinden. Dabei sollte man dann allerings nach Möglichkeit schattige Waldwege für die Wanderungen bevorzugen, man spannt keinen Hund bei sengender Hitze ein und läßt ihn in der knallenden Sonne einen vollgepackten Bollerwagen km-weit ziehen!

Nun zu uns und unserem Fuhrpark.



Auf dem Bild zu sehen meine zwei Zughunde und unsere Zug-Fahrzeuge, ein Hadhi-Dog-Trike, ein Sacco Dog Cart und ein umgerüsteter Bollerwagen mit Zugstange.
Dabei wird bei den Fharzeuegn verschieden angespannt.
Das Trike kann man am Seil oder mit Zugstange fahren, das Sacco und den Bollerwagen nur mit Zugstange. Hierfür sind verschiedene Geschirre notwendig.

Geschirre und Anspannungsarten:
-Fahren am Seil
Bei dieser Anspannungsart läuft der Hund/die Hunde an einem ca. 2m langen Zugseil inkl. Ruckdämpfer vor dem Fahrer und wird nur über Stimmkommados gelenkt. Geschirre hierfür sind die klassischen Zuggeschirre wie x-back, h-back. v-back usw, aber auch Geschirre wie das Niiva Harness (speziell für Dobis entwickelt, aber auch suer für andere kurzhaarige Laufhundrassen mit tiefem Brustkorb) oder das Faster Zuggeschirr sind für diese Anspannungsart die richtige Wahl.
-Fahren in der Zugstange
Hierbei läuft der Hund in einer Zugstange vor dem Fahrzeug und es kann aktiv vom Fahrer gelenkt werden. Passende Geschirre hierfür: Pulkageschirre und andere speziell fürs in der Stange fahren entwickelte Geschirre

Beide Anspannungarten haben ihre Vor-und Nachteile, man muß ausprobieren was für sichs elbst und den eigenen Hund am besten paßt.
Anspannung am Seil
Lisa trägt ein Niiva Harness, der Hund daneben ein maßgeschneidertes x-back Geschirr



Anspannung in der Zugstange

Kyla trägt ein Schweizer Saccogeschirr, wird so genannt weil es in der Schweiz maßangefertigt wurde.

Ich mache diese Sportart unheimlich gerne mit meinen zwei Hunden da es sowohl ihnen als auch mir viel Spaß macht. Außerdem ist es eine tolle körperliche Auslastung und klasse um Kondition und Ausdauer für unsere anderen Vergnügungen aufzubauen.
Bei Fahrten am Zugseil kommt noch die mentale Auslastung zur körperlichen dazu da der Hund hier aktiv mitdenken und Kommandos umsetzen muß.

Trikefahrt:





Hier noch ein kleines Video, Kyla alleine vor Trike mit meinem Mann

http://www.myvideo.de/watch/5494738/Kyla_und_Trike

Saccofahrt:



Unterwegs mit Bollerwagen



Wichtig wann immer es bergab geht: immer bremsen! Den Hund gegen die Bremse arbeiten lassen und ihm nicht eventuell hinten rein fahren oder ihn mit dem Zugbügel schieben.

So ich habe bestimmt die Hälfte oder nochmehr vergessen. Deshalb: wenn ihr Fragen habt immer her damit.

Gruß Andrea
 
11.12.2008
#1
A

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Schau mal hier: Zughundesport . Dort wird jeder fündig!
discomedusa

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Quantengeistchen
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Wow, vielen Dank, das ist ja echt beeindruckend. Und es sieht so aus, als ob die Hunde Spaß haben.
Wenn du noch Lust hast mehr zu schreiben würde mich noch das Training interessieren. Wie habt ihr angefangen, welche Befehle, kollidiert das Ziehen mit der guten Leinenführigkeit,...

Vielen Dank jedenfalls. Wenn Klara erwachsen ist wäre das vielleicht was, sie ist nähmlich ein wahnsinns Energiebündel. Mal schaun.
 
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SweetRose

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. das wäre was für Kane. Bernersennen Rüde.. Kira ´Doggenwindhundmischling könnte das sicherlich auch.. Kane wird so um die 55 kg bekommen und ist jetzt schon größer als 50 cm und Kira hat circa 68 cm bei einem Gewicht von 30 kg.
 
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Felina

Turnierfriesenreiterin :)
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Das ist ja echt interessant!
Habe ich noch nie vorher gehört :smile:
 
AndreaH

AndreaH

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[quote='discomedusa',index.php?page=Thread&postID=996483#post996483]Wow, vielen Dank, das ist ja echt beeindruckend. Und es sieht so aus, als ob die Hunde Spaß haben.
Wenn du noch Lust hast mehr zu schreiben würde mich noch das Training interessieren. Wie habt ihr angefangen, welche Befehle, kollidiert das Ziehen mit der guten Leinenführigkeit,...

Vielen Dank jedenfalls. Wenn Klara erwachsen ist wäre das vielleicht was, sie ist nähmlich ein wahnsinns Energiebündel. Mal schaun.[/quote]Ok dann jetzt noch was zum Training. Bei Lisa habe ich folgendermaßen angefangen:
Zuerst die Befehle vom Boden aus geübt. Das heißt Lisa trug ein Zuggeschirr angezogen und ich war mit Bauchgurt ausgerüstet und dazwischen eine Zugleine mit Ruckdämpfer. Bei "Go" durfte sie los, das ziehen mußte ich ihr nicht beibringen das konnte sie von anfang an ganz gut :D
"Stop" war auch ganz einfach, ich habe einfach angehalten und ihr den Befehl gegeben sobald sie stand sofort belohnt. "Rechts" nnd "links" einfach an Kurven ein Leckerchen in die gewünschte Richtung geworfen und gleichzeitig den entsprechenden Befehl gegeben. Nach 4-5 Wiederholungen konnte sie rechts und links schon ziemlich gut unterscheiden. Als diese Befehle alle gefestigt waren bin ich einfach beim nächsten mal aufs Fahrrad gestiegen "go" gerufen und los ging es. So einfach ging es mit Lisa, für sie gibt es einfach nichts schöneres als zu ziehen. Das war unser Anfang. Irgendwann wurde es mir jedoch mit Lisa und Fahrrad etwas zu gefährlich, nämlich als ich aus versehen auf den Tacho geschaut habe, da standen dann nämlich 38km/h drauf und das auf einem holperigen Waldweg 8|
Daraufhin beschloß ich mir ein Fahrzeug zu suchen mit dem das ganze etwas weniger wackelig sein würde, und dann fing das ganze erst richtig an.

Irgendwann zog dann Kyla mit knapp 7 Monaten hier ein. Sie ist vom Typ her ganz anders als Lisa und mir war klar das es mit ihr nicht ganz so einfach sein würde. Kyla ist allem fremden gegenüber nämlich erst mal seeeehr mißtrauisch. Gut mit 7 Monaten war es sowieso noch zu früh um anzufangen, aber ich fing an mich zu informieren wo es Zughundeschulen/Seminare gibt. Vor allem auch wo es Seminare gibt wo ich verschiedene Fahrzeuge mit ihr unter erfahrener Anleitung ausprobieren kann. Vor allem auch Fahrzeuge mit Zugbügel, da Kyla neuem gegenüber so extrem vorsichtig/mißtrauisch war und ich da nichts kaputt machen wollte. Ich wurde fündig bei dog-atventure in Biebertal/Hessen. Also angerufen und Termin gemacht. Bis dorthin waren jedoch noch einige Monate Zeit.

Während dieser Zeit habe ich mit Kyla schon mal angefangen die Grundbefehle/kommandos zu üben. Ich habe gleich gestartet wie bei Lisa mit Bauchgurt und vom Boden aus.
Allerdings ging es bei Kyla erheblich langsamer, sie kam ja erst mit knapp 7 Monaten zu mir und mußte erst mal Vertrauen zu mir fassen. Dann waren wir ja gleichzeitig noch in der HuSchu (Junghundegruppe) und Lisaß AgilityTraining ist ja auch noch 1-2 mal die Woche.
Nach einiger Zeit habe ich dann immer abwechselnd Kyla alleine vor dem Bauchgurt gehabt und Kyla/Lisa zusammen. Das ging nach einiger Zeit dann ganz gut.

Für ganz kurze Strecken habe ich sie zwischendurch schon mal bei Lisa vorm Trike mitlaufen lassen, immer nur ein paar 100m, sie zeigte jedoch keinerlei Begeisteung dafür. So langsam verabschiedete ich mich innerlich schon davon das sie jemals mitziehen würde. Dann kam unser 2 Tages Seminar in Biebertal. Sie hat dort ganz toll mitgearbeit war aber auch nicht soooo begeistert. Vor allem lief sie auch schön in der Stange.
Wieder zu Hause also weitergearbeitet und ganz langsam wurde es bei ihr immer besser. Sie lief zwar inzwischen gut mit wenn Lisa miteingespannt war, aber alleine? Keine Chance. Nun ja nicht so schlimm, dann fing sie jedoch an so mitzulaufen das sie immer locker mitlaufen konnte während Lisa die ganze Zugarbeit verichtete.
Ab diesem Zeitpunkt haben wir sie auch ab und zu alleine eingespannt, jedoch ist mein Mann oder ich mit Lisa und einem anderen Fahrzeug vorraus gefahren. Das ging dann sehr gut. Nach und nach zog sie auch mit Lisa zusammen wieder gut. Allerdings ist sie langsamer als Lisa und wenn ich zusammen anspanne muß ich immer aufpassen das das Tempo für sie nicht zu schnell wird.
Vor ein paar Wochen jedoch schien es bei ihr plötzlich klick gemacht zu haben, seither läuft sie auch alleine ganz toll vor dem Trike oder vor dem Sacco, ohne das jemand anderes vorraus fahren muß. Sie hat plötzlich eine wahnsinns Freude daran zu ziehen und japst und jault schon wenn ich ihr Zuggeschirr nur in die Hand nehme. Sie läuft inzwischen Kurzstrecken (2-3km) alleine und ohne Entertainer in einem Tempo von 13-15km/h. Längere Strecken sind ihr alleine zu langweilig und da macht sie dann nicht mehr mit, aber schon alleine die 2-3km finde ich einfach nur super wenn man bedenkt das sie kurz vorher alleine keine 10m weit gezogen hätte.

Das Training und die Strecken haben wir ganz langsam aufgebaut. Erst 500m, dann langsam gesteigert. Mit beiden Hunden sind wir jetzt auf einem Trainingstand von 5-6km. Allerdings hatte ich einen Unfall ud deswegen konnte ich die letzten 5 Wochen nicht mit den zweien fahren. Mein Mann hat nur wenig Zeit daher ist er mit ihnen zwar gefahren jedoch nur die kurze Hausrunde (2km).

Wollt ihr noch was wissen? Dann her mit den Fragen :D

Ach ja die Leinenführigkeit leidet nicht darunter da ich zum ziehen spezielle Geschirre habe die auch wirklich ausschließlich zum ziehen verwendet werden. Spaziergäge an der Leine gibt es bei uns aber sowieso nur sehr selten, da wir aus dem Haus raus direkt im Wald sind. Der hiesige Jäger ist der Cousin meines Mannes und kennt uns gut. Er weiß das meine Hunde gut hören, bei Wild zuverlässig abrufbar sind und die Wege nicht verlassen. Daher sagt er auch nichts wenn sie nicht angeleint sind. Der andere Weg führt auf eine unserer Weiden da brauche ich auch keine Leine. Und Auto´s fahren hier auch so gut wie keine, außer unserem Hof gibt es hier noch genau einen anderen Hof. Da sieht und hört man Autos früh genug um die Hunde ranzurufen und anzuleinen. Angeleint sind sie eigentlich nur wenn wir woanders laufen, oder uns jemand entgegenkommt. Allerdings ziehen sie dann auch nicht an der Leine.

@SweetRose

Das wäre bestimmt auch was für deine beiden, groß genug sind sie jedenfalls :)
 
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*lach*

Schön, noch ein "Zughundler" ...

Hier mal noch die größeren Varianten von Sacco & co..




Der dreirädrige Wagen ist auch mit Zuggestänge - für Pulkafahrer ganz interessant - fahrbar, da sich das Vorderrad an den speziellen Gestänge-Ösen angebracht von den Hunden mitlenken lässt. Pulka lässt sich mit bis zu drei, vier Hunden fahren - im Winter wird hierbei kein Hundeschlitten benutzt, sondern eine mit Gewichten gefüllte Wanne hinter dem Gestänge, der Hundesportler folgt auf Skiern.


So sieht das Gespann vor dem großen Trainingswagen aus..


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Verticalis
 
Pegasus

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Ich hatte auch schon einmal die Idee, meinen Hund einzuspannen. Mein Hund, ein Jagdhundmix, hat eine enorme Energie. Er ist fast nur am rennen und gar nicht müde zu bekommen. Selbst wenn er am Fahrrad mitläuft, wird er nicht müde. Daher dachte ich daß er sich mit Ziehen vielleicht auspowern könnte. Kann man eine solche Vorrichtung denn auch für´s Fahrrad bauen? Nach den Wagen habe ich schon mal gschaut, die sind ganz schön teuer.
 
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Hi!

Google mal nach online-Schlittenhundeshops und schau da nach "Zugvorrichtungen für Velo/Fahrrad" , das sind meist gefederte Zugstangen, die sich vorne an den Rahmen dran machen lassen. Die Springer, die zur Seite weg gehen, sind allerdings nicht geeignet.


Stay Safe,
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Danke, habe was gefunden. Werde es mal bestellen. Mal sehen, wie mein Hund das findet.Vorher muß ich ihm aber rechts/links beibringen. Halt kann er schon sehr zuverlässig.
 
AndreaH

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@vertical leader

Für einen TW habe ich eindeutig zu wenig Hunde :D Hübsches Gespann, gefällt mir gut.
Dein TW ist ja eine Luxusausführung mit dieser Beleuchtungsanlage. Ich bin im Dunklen beim Sacco auf meine kleine Stirnlampe angewiesen, das macht das ganze dann doch teilweise etwas abenteuerlich...

@Pegasus

Wenn dein Hund zieht bekommst du ihn damit bestimmt müde, aber er wird durch Zugarbeit noch einiges mehr an Kondition aufbauen und dann noch schwieriger müde zu bekommen sein ;) Die Strecken werden mit der Zeit immer länger werden.
 
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Hi Andrea!

Nee, zu wenig Hunde hast du nicht. Der "kleine" TW im Hintergrund ist in der Standard-Ausführung für 2-4 Hunde ausgelegt und wiegt 35 Kilo. Läuft so leicht, dass ihn eigentlich eine Katze ziehen könnte und der Lenkaufbau lässt sich zusammenklappen.

Mein Dreirad ist... öh, zwischen 15 und 20 Jahren alt und hat schon an die 20.000 Kilometer drauf. Allerdings ist der hinten auch mit weitaus tieferem Radstand als die Standard-Ausführung, hat Stahlprofile über die Trittbretter geschweist (zum einen, damit man auf schwierigem Untergrund "surfen" kann, zum anderen, damit sich keine Stöcke etc einspießen können) und als Ladefläche kein Kunststoffprofil, sondern eine ca. 2,5cm dicke Stahlplatte, die nochmal so viel wiegt wie der ganze Wagen. Man kann da auch draufsitzen, also einen Beifahrer mitnehmen. Das ist, wenn du mehrere Hunde fährst, gar nicht so zu verachten. Grad, wenn die jungen Hunde noch nicht vernünftig an Passanten vorbei laufen können.
Das 6er-Gespann auf dem Foto vor dem großen 4-Wheel-TW besteht aus 3 etwa 1-Jährigen Hunden, einem 2-Jährigen, einem 8-jährigen Verteran (der mit den Schlappohren) und die kleine Hündin in Lead ist 5,5 - und grade das dritte Mal eingespannt. Alle anderen laufen das erste Mal. Sind übrigens alles angehende oder schon fertig ausgebildete Schutzhunde!
Da war auch ein Beifahrer mit drauf, damit ich genug Bremswirkung auf den Wagen kriege. Aber frag nicht, wie wir da durchgeflogen sind.. teilweise hatten wir über 45km/h drauf, da ist dann schon Fingerspitzengefühl angesagt um den Punkt zu erwischen, wo am wieder Erholungstraben veranschlagen muss. Das Foto ist nach etwa 4 Kilometern entstanden, haben noch ca. 2 Kilometer bis zu den Autos gehabt.
Wir kriegen 12 richtig gute Hunde zusammen, mit den "Jungen". Mittlerweile schon die 4te Generation, früher lief meine alte Husky-Hündin als Leithund, die wird dieses Jahr 14 und ist in Rente. Jetzt muss ich mir einen neuen Leithund heran ziehen. Der Gestromte vorne hat seine Sache gar nicht schlecht gemacht fürs erste Mal.. wenn er noch mehr Spaß kriegt, wird das ein neuer Super-Leader. Ach ja. Links und Rechts muss er noch lernen *gg* Wir mussten uns so lange mit "Nein, da nicht - ja, da lang" und rumraten behelfen.
Übrigens haben wir auch einen Dobi! Mein alter Super-Leader ( 8 ).

Das ist im Jänner '05, bei -27° und nach ca. 30 gefahrenen Kilometern... die Hunde in dem Team sind da zwischen 2 und 10 Jahre alt.
Der läuft seit 7 Jahren jedes Mal vorne und hat vom ersten Mal einspannen wie ein Bekloppter gearbeitet. Nur dachte ich die ersten paar Mal, der sei viel zu blöd um als Leithund zu funktionieren. *grins* Naja. So kann man sich täuschen. Nachdem er dann mal in einem Husky-Renngespann mitgelaufen ist, hat er irgendwie so ein Höhenflug bekommen, dass man ihn überall hin tun kann. Der läuft alles überall immer. 2004 ist er sogar eine Gletschertour in Österreich als Leithund gelaufen (mit der Huskyhündin), mit Biwaken auf dem Gletscher, mehreren Gröndlandhundteams dabei und das ganze Gepäck der Skitouristen auf dem Schlitten.

Was an dem TW wesentlich besser ist als an Trikes - man kommt durch jedes Gelände. Auch über Baumstämme, extrem steile Hänge, knietiefen Matsch. Und man hat natürlich auch eine sehr wirkungsvolle, feststellbare Krallenbremse, falls man das Team mal verlassen muss. Von der Möglichkeit, eine Kiste drauf zu befestigen mit "Notfall-Reperaturkit", Ersatzgeschirren, Schutzschuhen, Ersatzleinen, Ersatzklamotten, Erste-Hilfe-Packen und was zum Trinken und Snacken der Hunde mal ganz zu schweigen, letztendlich will man irgendwann ja auch länger fahren.
Das macht den Hunden dann auch mehr Spaß - vor allem im Winter, wenns dann mal richtig Schnee gibt und der Schlitten ausgepackt werden kann.
Früher bin ich da öfter mal mit 7-8 Hunden und Beifahrer gefahren. Irgendwann ist mir bei so einer Aktion der Rahmen zwischen den Hinterrädern gebrochen - mitten im Wald unterm Fahren ^^ Der TW hats trotzdem bis nach Hause geschafft und wurde erstmal geschweißt. Seit dem nehm ich aber bei Gespannen ab 6 Hunden und Beifahrer den "Luxuswagen", bei dem man auch einen Akku dran machen kann und somit die Luxus-Beleuchtungsanlage nutzen..
Aber... ganz ehrlich... ich fahr nicht mal mit Stirnlampe, zumindest bin ich das bei meinem alten Team und den alten Leithunden nicht. Die Hunde hatten Leuchthalsbänder und der Wagen so anknipsbare Blinikies. Weil wir sehr schnell unterwegs sind und das Verletzungsrisiko bei Licht zu hoch ist. Außerdem macht man die Leithunde damit blöd, die laufen nämlich irgendwann nur noch dem Lichtkegel nach.
Nur wenns halt junge, unerfahrene Leithunde sind, braucht man dann schon mal Licht. Stirnlampe reicht da völlig aus. Wobei ich mir mal den großen Akku-Scheinwerfer vorne auf dem Schlitten befestigt habe, falls es wieder Kuddelmuddel gibt.....


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[quote='vertical leader',index.php?page=Thread&postID=1001651#post1001651]Hi Andrea!

Nee, zu wenig Hunde hast du nicht. Der "kleine" TW im Hintergrund ist in der Standard-Ausführung für 2-4 Hunde ausgelegt und wiegt 35 Kilo. Läuft so leicht, dass ihn eigentlich eine Katze ziehen könnte und der Lenkaufbau lässt sich zusammenklappen.

[/quote]Ja den würden sie vermutlich gut gezogen bekommen. Aber ich denke das momentan 2 Saccos -das ältere wird bald abgeholt- , 1 Trike und 1 umgebauter Bollerwagen für 2 Hunde absolut ausreichend sind *g*

Und für unsere Waldwege hier reicht das Trike bzw. Sacco vollständig aus, im Gelände bin ich dann doch selten unterwegs. Wobei hier das Sacco durchaus schon bewiesen hat das umgestürzte Bäume, Brombeergestrüpp und Haselnuhecken durchaus gemeistert werden können. Bei der Chaosfahrt hatte ich nur meine Dobi Hündin eingespannt, die hat mich einfach ohne Rücksicht auf Verluste überall drüber gezogen. War einmal ein Erlebnis der anden Art :rolleyes: Das kommt davon wenn man in einer Gruppe fährt und keiner weiss wo es eigentlich langegeht, der urspüngliche Weg verschmälerte sich irgendwann auf einen Wildpfad und umdrehen war da mit Sacco nicht mehr drin. Also Auge zu und durch. Wobei ich mit Sacco ohne abzusteigen durchgekommen bin, die Rollerfahrer mussten absteigen und ihre Gefährte über so manche Hindernisse drüber heben. Absteigen wäre in dem Moment auch kontraproduktiv gewesen. Lisa hat sich den Weg schön selbst gesucht und man hat richtig gesehen wie sie nachgedacht hat und um manche Hindernisse herum gelaufen und über andere einfach darüber ist.

Oh ja Beifahrer bei Hunden die noch nicht vernünftig an Passanten vorbei kommen ist schon klasse, beim Sacco hat man den Vorteil das man mit den Stangen zumindest etwas gegenlenken kann.

Zugsport eignet sich hervorragend um Hunden Kondition und Muskeln zu verschaffen für andere Sportarten, nicht wahr :D Ob das nun VPG, Agility oder anderes ist, mal davon abgesehen das die Hunde meisst viel Spass daran haben.

und hat vom ersten Mal einspannen wie ein Bekloppter gearbeitet.
Das kenne ich nur zu gut, das ist glaube ich rassebedingt. Als meine Dobi-Hündin zum ersten mal vor dem Trike stand hat sie erst irritiert geschaut und dann losgelegt wie eine Rakete. Und seither hat ihre Begeisterung nicht nachgelassen sondern im Gegenteil noch zugenommen.

So viel länger fahren habe ich eigentlich nicht vor, mir reichen ein paar km. Ich mache das ja mit meinen zweien nur so nebenbei als Ausgleich zum Agility und Obidience. Wobei mein persönliches Ziel diese Saison waren 15-20km. Leider hatte ich einen doofen Unfall und konnte dadurch fast Wochen nicht fahren. mein Mann hatte nur wenig Zeit um mit den zweien zu trainieren, so das wir jetzt erst bei gut 8 km sind.

Ich brauche zum Nachts fahren einfach etwas Licht, wenn nicht gerade Vollmond ist. Wobei meine DobiHündin die Richtungskommandos einfach super drauf hat, egal ob mit Licht oder ohne *g* Allerdings bin ich auch eher selten unterwegs wenn es ganz dunkel ist, liegt einfach daran das ich nachts blind wie ein Grottenolm bin ;)
 
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*gg* Ja stimmt, das ist schon ein ordentlicher Fuhrpark für zwo Hunde. Ich war und bin da aber auch nicht viel besser mit viel Zeug und eigentlich wenig Hunden - nur "leihe" ich mir immer noch Hunde aus bzw nehm die Hunde unserer Siedlung, die da dran Spaß haben und sozial genug sind für die Meute mit.
Das ist halt das schöne am Dyck Cart - ich kann auf der Stelle mit quasi null Wendekreis umdrehen. Braucht man sich nur steil zurücklehnen und eine Hinterradbremse ziehen.. auf dem Rad dreht sich der TW um die Achse. Der große Trainingswagen ist da in etwa genauso unhandlich wie ein Sacco, nur hat er halt nicht das lästige Gestänge.
So "Geländearbeit" ist absolut klasse für den Gleichgewichtsinn und die Körperbeherrschung eines Hundes.
Und natürlich, du hast völlig recht, ist es ein genialer Ausgleich für andere Hundesportarten. Letztes Wochenende hat eine Freundin mit ihren beiden Schutzhunden den Dyck Cart ausprobiert und will sich jetzt auch einen organisieren, um ihre "Jungs" zwischen Hundeplatz und Co. noch anderweitig fit zu halten. Finde ich super. Die Hunde sind auch absolut begeistert gelaufen.

Aber... hmm..
Wieso braucht ihr so lange für 15-20 Kilometer?????
Wie trainiert ihr bzw steigert die Streckenlänge?


Stay Safe,
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AndreaH

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Ich sehe gerade das da oben wieder meine Tastatur gesponnen hat, da fehlt die kleine Zahl 8. Ich konnte 8 Wochen nicht mit den beiden fahren da ich einen Unfall hatte und mir die Schulter, genauer gesagt den Oberarmkopf, gebrochen habe und mein Mann hatte neben seinem Job und unserem Hof nur Zeit für recht kurze Strecken so zwischen 2-4km. Und das eben nun 8 Wochen lang, da ist klar das wir noch nicht sehr weit sind. So langsam kann ich wieder mit den beiden trainieren, aber vorher ging es nicht, da ich nicht mal die Bremse betätigen konnte.

Ich erhöhe jeweils um 1-1,5 km wenn ich merke das sie die aktuelle Strecke sehr gut schaffen und noch Reserven haben. Das ist meisst nach 3-4 Fahrten derselben Streckenlänge der Fall. Wenn starke Steigungen enthalten sind dauert es länger, wenn die Strecke sehr eben ist erhöhe ich manchmal auch schneller. Je nachdem wie die beiden Mädels drauf sind. Für Kyla ist es auch die erste Saison als Zughund,vielleicht bin ich deswegen auch noch etwas vorsichtiger.
Unsere Strecken hier haben auch sehr viel Steigung und bei nur 2 Hunden ist das manchmal schon ganz schön anstrengend für die zwei.

Soziale Hunde leihen um das Gespann zu vergössern ist klasse, nur leider ist meine Kleine bei fremden Hunden etwas unsozial ;) Da können die anderen Hunde noch so sozial sein, ihre Individualdistanz beträgt gute 4m etwas arg weit um das in einem Gespann realisieren zu können. Lisa ist es sch...egal mit wem man sie anspannt, Hauptsache laufen.Wir haben das mal gestestet und sie neben einen ihr wildfremden Hund gespannt, ausser das sie ihn mehrfach angebellt hat weil er ihr zu langsam war -ein trainierter Hound- sind die beiden zusammen gelaufen als täten sie das schon seid Jahren.

Gut wenden kann ich beim Hadhi auch, zwar nicht so gut wie du es beim Dyck beschreibst aber für mich ausreichend. Und Geländefahrten findet Lisa einfach toll, aber am Seil würde ich das mit ihr nicht versuchen wollen. Das ginge dann nämlich folgendermassen: Oh ein Baum *hüpf* weiterrennen dann *schepper* weil ich mit Fahrzeug genau auf den von ihr übersprungenen Baum draufknallen würde :rolleyes: Solche ähnlichen Dinge sind uns nämlich mit dem Fahrrad schon passiert, deswegen bin ich da doch etwas vorsichtig :p
 
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Aua.
Das klingt nicht sehr angenehm.. meine rechte Schulter ist an der Stelle auch leidlich demoliert, weil ich beim Bikejöring mal meinte mit 48km/h über den Lenker absteigen zu müssen...

Ok. Bei einem asozialen Hund ist es natürlich etwas schwierig mit andere Hunde leihen. Wobei ich ihr das - für die Arbeit im Gespann - wegmachen würde, weil damit tut sie sich selbst keinen Gefallen. Bei der Arbeit sollte gearbeitet werden und nicht sich auf andere Hunde konzentriert.
Was für euch da eventuell interessant sein könnte wäre ein komplettes Segment mit einer Zentralleine aus ummanteltem Fieberglas. Da könntest du sie einzeln dranmachen und beispielsweise den netten Hound und die Dobidame davor - so sind die sich aus den Füßen, können nicht drehen und die Giftel hätte genügend Zeit, sich mal den anderen Hund von weit hinten und ohne die Möglichkeit zur Konfrontation anzuschauen. Manchmal hilft sowas Wunder!


Hmmmmm. Und wie ist euer Fahrrythmus dabei? Weil so wirklich optimal ist die Einteilung nicht.



Stay Safe & "Good Mush"
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AndreaH

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Na ja asiozial ist sie nicht gerade, war vielleicht etwas doof geschrieben. Sie versteht sich mit einigen wenigen Hunden ausgezeichnet. Auf den Rest kann sie ihrer Meinung nach gut verzichten, hält jedoch die Klappe und ignoriert sie solange diese gewisse Regeln einhalten.
Kommt ein Hund jedoch schon total distanzlos auf sie zu, macht sie deutlich das sie das nicht will. Dazu kommen leider einige Feindbilder, um genauer zu sein Retriever jeglicher Art. Und bei diesen will sie ihre 4m Abstand auf jeden Fal, liegt jedoch an mehreren schlechten Erfahrugen die sie mit ihnen hatte. Und bei uns in der Nahcbarschaft hat es nur wenige Hunde und rate mal was das zu 90 Prozent für Hunde sind- Retriever.
Sie weiss eigentlich schon wann Arbeit angesagt ist, ich kann se problemlos 20 cm neben einem anderen Hund ablegen und sie ignoriert diesen, wenn er oder sie Kyla eben auch ignoriert. Es ist auch schon deutlich besser geworden wie zu dem Zeitpunkt als ich sie bekommen habe. Mittlerweile kommen wir ruhig an fast allen anderen Hunden vorbei, das war als wir sie holten gar nicht denkbar.

Das Problem mit dem Hound, der wohnt gut 800km entfernt am anderen Ende Deutschlands, deswegen klappt das nicht so gut ;)
Aber die Idee mit dem kompletten Segment ist gut, eventuell kann ich mir dafür dann den Grönendahl von Bekannten leihen, der zieht auch begeistert.
Unser Fahrrythmus beträgt 2-3 Tage, je nachdem was sonst noch an Training oder anderen Dingen auf dem Plan steht. Die 1-1,5km erhöhe ich deswegen weil ich unseren Rundkurs immer um diese Strecke velängern kann. Von Anfangs 2,5 km auf bis zu 23 km. Dann nehme ich eben eine Abfahrt später erst den Rückweg usw.
Das mag nicht ganz ideal sein, jedoch fahren wir nur zum Spass und ich erhöhe erst dann wenn ich deutlich merke das die zwei am Ende noch jede Menge Reserve haben. Hat bisher immer super geklappt, und wenn wegen einer Steigung auf der Strecke das ganze nicht 3-4 sondern 8-10 Fahrten dauert dann ist es eben so.
 
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Hi!

Du, das meinte ich eigentlich gar nicht mit Fahrrythmus, sondern wie du dir deine Strecken einteilst. Also wann du Galopp- und Trabphasen einlegst etc.

Sach jetzt nicht, das sei dir egal, weil wer 20 Kilometer die Hunde irgendwo vor spannt, setzt die schon einer mächtigen Belastung aus und immer da wirds kompliziert *g*


Stay Safe,
Verticalis
 
AndreaH

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Nein das ist mir sicherlich nicht egal ;)

Vielleicht sollte ich dazu sagen das ich mit meinen zweien mit Trike und Sacco unterschiedlich trainiere.

Das kommt es darauf an wie lange ich fahren will und mit welchem Ziel ich trainiere. Ein Profi-Musher den ich kennegelrent habe hat jedesmal fast einen Anfall bekommen wenn jemand sagte er lässt die Hunde traben. Dieser war der absoluten Meinung das die auch 35-40km durchgalllopieren können beim richtigen Training. Sobld sie tarben analten udn warten bis die Hunde weiter wollen.
Schön wenn man für Sprintrennen trainiert und genug Hunde hat um Verschleiss auszuwechseln mag das eine gute Methode sein, so mag ich jedoch nicht trainieren.

Mit Trike fahren wir hauptsächlich Kurzstrecken wo die Hunde
durchgallopieren. Höchstens 5km und das auch nur nach entsprechendem
Training. Also erst 2 km dann langsam steigern. Die ganze Strecke wird auf eine konstante Geschwindigkeit hrunter gebremst und kurz vor dem Ende Bremse lösen und die Hunde einen schnelleren aber ebenfalls gebremsten Homerun hinlegen lassen. Nach und nach bei fortschreitendem Traiing erhöhe ich hier die gebremste Geschwindigkeit sowohl auf der Strecke als auch beim Homerun. Am Ziel angekommen werden sie sofort gelobt und belohnt.

Mit Sacco auf langen Strecken fahren wir einen Grossteil der Zeit im Trab, mit kurzen Gallopstrecken dazwischen damit die beiden die Lust nicht verlieren. Bei den langen Fahrten möchte ich einfach auch mal die Aussicht ohne die ganze Zeit bei über 30 km-h auf den Untergrund aufpassen zu müssen um nicht zu kippen. Und für meine beiden Grazien ist es ganz gut zu lernen auf Kommando die Dinge auch mal etwas ruhiger angehen zu lassen. Ebenso das sie auf Kommando das Tempo wieder anziehen sollen. Hier ist allerdings auch zu bemerken das im Laufe der Saison die beiden immer schneller werden beim traben.

Beide kennen den Unterschied zwischen gmütlicherer längerer Fahrt und kurzer Sprintfahrt sehr gut.
 
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Hi. So, datt wird jetzt etwas lang.

Es ist ja prinzipiell nicht verkehrt, mit beiden Wägen unterschiedlich zu trainieren.

Dieses "durchgaloppieren lassen" ist Schwachsinn, grad in deinem Fall. Da scheint der "Profi-Musher" auch keine Ahnung zu haben, wovon er redet. "Gute" Hunde können von Trabphasen wieder in den Galopp finden und umgekehrt. Außerdem hat es trainingstechnisch nicht den erwünschten Effekt.
Wir trainieren folgendermaßen (das soll jetzt nicht heißen, dass du das zwangsläufig übernehmen musst, sondern ist einfach ein grober Anhalt):
Unsere "Hausstrecke" sind etwa 6 Kilometer, abkürzbar auf 3,5km. Während der "Sommerpause" halten wir unsere Hunde mit viel Laufen, Spielen, Ballwerfen und Schwimmen fit und natürlich auch durch die Arbeit beispielsweise im Schutzdienst. Die Hunde werden bei ca. 25°-20°(je nach Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit) das erste Mal eingespannt, auf einer schattigen, bewaldeten Strecke mit viel Zugang zum Wasser. Wir fahren dann mit 6 Hunden und Beifahrer auf dem Wagen - 3-4 Minuten in lockerem Trab. Anhalten, Hunde - die vorher gewässert wurden - abhecheln lassen. Wenn keiner der Hunde mehr hechelt, 4-5 Minuten in lockerem Trab mit etwa einer Minute leichtem Arbeitsgalopp dazwischen. Dann haben wir unsere Wasserstelle erreicht, spannen die Hunde aus und machen mal mindestens 15 Minuten Pause mit baden. Danach wird einfach herum gedreht und zurück gefahren, in zwei Abschnitten, einen davon mit leichtem Arbeitsgalopp.
Das wird etwa 3-4 gemacht (idealerweise 1 Tag fahren, 1 Tag Pause, 1 Tag Fahren, 2 Tage Pause).
Streckenprofil ist etwa folgendermaßen: Eine lange Gerade, sanfter Berg, mittelsteil bergab, langgezogen und mittelsteil bergauf, langgezogen sanft bergab, mittelsteil bergauf, langgezogen bergab zur Wasserstelle. In der Phase helf ich bergauf noch mit pedalen und brems bergab so aus, dass der lockere Trab eingehalten wird, die Galoppphase ist auf einem relativ flachen Stück.
Nach dem der Intervall durch ist, wird nach der 2-tägigen Pause die 6-Kilometer Strecke gefahren. Also der erste Abschnitt wie gehabt, dann eine "Badepause", dann die 2,5km-Schlaufe mit einer Pause in der Mitte (hier ebenfalls erste aktive Phase nur Trab, zweite aktive Phase mit einer Galoppeinheit) und danach wieder Badepause Teil 2 an der selben Stelle. Danach wie gehabt nach Hause. Das Mittelstück hat zwei steile Berge und einen mittelsteilen, langgezogenen, dazu etwa die selben Abfahrten und zwei Geraden.
Der nächste Intervall nach der 6km-Strecke ist wieder mit 3,5km angesetzt.
Das findet wieder so 3-4x statt, dann hat es meistens 16-14° und man kann die Badepausen weglassen und etwas härter fahren. Meist fahren wir jetzt mit 6-8 Hunden (die anderen laufen abwechselnd zu zweit am Rad/Roller oder im Gespann).
Jetzt wird nur noch die 6km gefahren, und zwar komplett durch im Trab bis etwa zur Wasserstelle, Pause bis die Hunde abgehechelt haben, die Schleife durch bis wieder zur Wasserstelle (wir halten dann nie mehr genau an der selben Stelle an, sondern immer um einige hundert Meter versetzt), Pause bis abhecheln und eventuell nochmal ein paar Schuck Wasser reichen, dann Trab bis nachhause.
Die nächste Arbeitseinheit ist wieder im Trab, dann zwei Tage Pause.
Nach den zwei Tagen Pause erster Abschnitt Trab, Mittelstück im Arbeitsgalopp zur Hälfte, Pause, Arbeitsgalopp bis zweite Hälfte durch, Pause. Eine Hälfte des dritten Abschnitts im Trab, letzte Hälfte Homerun.
Nach dem Pausentag wieder nur Trab, aber mit Homerun.
Sobald wir die Möglichkeit haben, bei 10°- 8° zu fahren, wo die Hunde sich in passiver Pause herab kühlen können, wird auf 6km nur noch eine Pause gemacht und ansonsten zwischen Arbeitsgalopp-Phasen und Trab-Phasen (mit Hörzeichen und natürlich Unterstützung durch Bremsen) abgewechselt, anfangs sind die Trabphasen noch länger als die Galoppphasen, das steigert sich jedoch fließend.
Nach der Zwei-Tages-Pause wird jetzt 12 Kilometer gefahren. Es ist jetzt etwa so anderthalb bis zwo Monate nach Trainingsbeginn, ca. mitte Oktober. Die Schlaufe beginnt mit einem sehr steilen, langen Berg in der Mitte der 6 Kilometer, hat danach eine lange Gerade (Schlaufe) mit nur leichten Anstiegen und Gefällen und danach der ebenso fiesen Abfahrt.
Wir machen jetzt vor dem Aufstieg eine längere Pause (da ist ein Bach zum Wässern) und nach dem Abstieg die zweite, die gerade Schlaufe oben galoppieren die Hunde bis auf ein- zwei kürzere Trabphasen durch.
In der Zeit und mit der schon recht guten Grundlagenfitness machen wir auch die Bergtrainings: Vor einem "nennenswerten" Berg wird angehalten und Kräfte gesammelt. Danach müssen die Hunde den Berg ohne Hilfe bewältigen - meist rennen sie erst schnell los, werden langsamer und kämpfen sich die letzten Meter im Schritttempo nach oben - wenn es am Anfang nicht geht, hält man an und lässt wieder Kräfte sammeln. Es ist zwar dann schwieriger, am Berg anzuziehen (am Anfang hilft man dann auch unauffällig mit), aber meist ist nun schon ein großes Stück überwunden. Es geht hier erstmal noch nicht drum, dass die Hunde den Berg komplett galoppieren, sondern um den Muskelaufbau. Da wir hier sehr viele, mitunter auch recht bissige Berge haben, kann man einen Intervall langsamer fahren und mehr auf Krafttraining an den Bergen acht geben, andere Intervalle schneller, um Ausdauer und Geschwindigkeit aufzubauen. Das belastendere Training ist IMMER Geschwindigkeit!!!
Nach dem erfolgreich bezwungenen Berg braucht die Muskulatur immer eine lockere Galoppstrecke, um nicht zu verhärten.
Ziel sollte sein, vor einem Berg die Bremsen aufzumachen und ein Gespann zu haben, das "durchrollt", also den Anfangsschwung vernünftig nutzt, dann selbstständig anfängt härter zu ackern, aber auch genug Kraft aufgebaut hat, um noch im selben Tempo oben anzukommen wie unten "aufgemacht" wurde.
Wir steigen dann eigentlich sehr schnell auf 12-15km Grundstrecke um und machen die "leicht-schwer"-Differenz der Intervalle nur noch mit der Belastung durch Galopp-Phasen und passiven Pausen (Trab).
Erst bei 12-15km Grundstrecke (wobei dann auch 20km - eben etwas langsamer und mit längeren Trabphasen - dann ganz problemlos gepackt werden) fangen wir an, Tempo aufzubauen. Meist ist es jetzt schon Mitte November und hat 0 bis -5° und die Hunde haben ihr Grundtempo schon ohne gezielten Geschwindigkeitsaufbau gut gesteigert.
Den Geschwindigkeitsaufbau machen wir durch gezielte Galoppintervalle, bei denen aus dem Arbeitsgalopp in Spitzengeschwindigkeit, dann in Erholungstrab, Arbeitsgalopp, Erholungstrab, Spitzengeschwindigkeit, Erholungstrab.. etc gegangen wird.

Man könnte da jetzt endlos varieren. Die Frage ist ja auch, worauf man trainiert. Möchte man zum "Saisonsabschluss" eine längere Tour fahren, oder ein "Spaßrennen" bestreiten, oder will man allgemein mit fitten Hunden is Frühjahr starten... wir setzen uns meist gegen Ende der Saison ein "Event" wie beispielsweise eine Tagestour oder eine Tour auf einem Treffen oder eine Biwaktour im Schnee.. keine hohen Ziele, einfach etwas, wo man "dran" bleibt.
Professionelle Musher trainieren da noch auf ganz anderem Niveau und sind dann meistens auch schon längst ein paar Monate in Schweden/Norwegen etc. Das brauchen wir gar nicht. Wir halten uns auch nicht sonderlich strikt an den oben geschriebenen Plan - das ist nur ein grober Orientierungspunkt, und wenn da mal ein Hund ausfällt trainiert man locker weiter und schraubt halt für diesen Hund nochmal etwas zurück, da die anderen in der Zeit kontinuierlich fitter werden und seine Arbeit übernehmen, hats der auch nicht schwer wieder reinzufinden.
Aber rein vom Training selber ist das, was du beschrieben hast, nicht unbedingt optimal - es geht da ja auch nicht unbedingt ums "mehr rausholen", sondern ich finde, man sollte Training an die Lauffähigkeit der Hunde anpassen und beispielsweise nicht an Streckenlängen fix machen. Das killt nämlich auch oft den Spaßfaktor. Manchmal tut es Hunden besser, schon sehr früh eine längere Strecke zu laufen - nur eben dann von der Geschwindigkeit her unter dem Niveau, mit dem man die üblichen kürzeren Strecken fährt. Man kann auch Sprintintervalle und längere Strecken kombinieren, muss dabei aber natürlich auf angemessene Pausen (wie gesagt, ab 8° etwa regenerieren sich Hunde im Trab und benötigen weniger "aktive" Pausen, denn diese Stop-and-Go Intervalle sind wieder belastender als ein konstantes "Durchfahren".. deswegen ist der Trainingseffekt von "Durchfahren" auch minimal, und Zughunde brauchen nun mal auch Kraft, um aus den Pötten zu kommen. Geschwindigkeit und damit "Spaß", auch wenn das keine Spitzengeschwindigkeit bedeuten muss, erreicht man durch Kraftaufbau.
Deswegen fahren wir auch anfangs wenig Hunde mit hohem Gewicht (der Wagen hat bei 6 Hunden dann an die 200kg und ich bremse konstant ein) und dafür "weicheren" Intervallen und erst wenn die Hunde richtig Muskeln haben und die Sehnen und Gelenke gestützt werden, kommt Geschwindigkeit dazu. Die Streckenlänge... naja. Theoretisch kann man Hunde mit einer vernünftigen Grundfitness einspannen und zehn Kilometer locker durchlaufen lassen. Die hätten nichtmal Muskelkater. Da ich aber gerne die Gesundheit meiner Hunde erhalten möchte und man dafür auch niedrige Temperaturen braucht, achte ich auf ein gezieltes Grundlagentraining, die laufen eh wie verrückt.
Für dich, da deine beiden Hunde schon einen gewaltigen Kraftakt vollbringen müssen, wäre so ein Training noch viel ratsamer!

Übrigens drücke ich dir die Daumen, dass es mit dem "Leihund" klappt, das ist für die Hunde meist auch spannender, als zu zweit.


Stay Safe,
Verticalis
 
AndreaH

AndreaH

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Hi Verticalis,

Grundfitness wird bei uns im Sommer durch lange Spaziergänge mit viel spielen und toben, Agility und Bollerwagen ziehen aufrecht erhalten.
Der genannte ProfiMusher hat halt mit seinen Hunden so Erfolg, doch er kann sich einfach nicht in 1-2 Hundebesitzer hineindenken ;)
Wie schon gesagt ich will keine Hunde die bis zu 40km am Stück durchgallopieren können und dann eben ersetzt werden wenn sie ausgelaugt sind.

Mein Ziel ist es mit meinen beiden ganz entspannt eine längere Strecke im Trab fahren zu können und allgemein Spass daran zu haben, nicht mehr und nicht weniger.
Damit der Spassfaktor bei meinen zweien erhalten bleibt, dürfen sie ab und an eben auch vorm Trike richtig powern. Natürlich will ich das mit fitten und gesunden Hunden tun.
Ich trainiere eigentlich nach folgendem Plan:
Kraft-Ausdauer-Schnelligkeit in dieser Reihenfolge, nur das wir die Schnelligkeit bei uns relativ ist. Die kommt durch Kraft und Ausdauer von alleine.
Die Sprintstrecken mit Trike sind fast komplett ohne Steigung, die Strecken die wir mit Sacco fahren haben Steigungen und Gefälle.

Das Bergtraining kenne ich durchaus ebenso. Wenn das Team fertig ist wird vorher -gebremster- Anlauf genommen, vor dem Berg die Bremsen gelöst und man -fliegt- hinauf.

Ich spanne allerdings erst bei ca. 15° an, davor nicht. Bei höheren Temperaturen gibt es bei uns höchstens Bollerwagenfahrten.

Danke für die Anregungen durch deinen Trainingsplan. Ich werde mir das alles mal durch den Kopf gehen lassen.
 
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