Sanierung von Terrarien

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Uromastix

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Sanieren von Terrarien


Grundsätzlich sollten ein Wüstenterrarium einmal pro Jahr und ein Tropenterrarium drei bis vier Male pro Jahr gänzlich gereinigt werden – auch wenn keine Parasiten nachgewiesen worden sind.
Bei einem Parasitenbefall ist eine Therapie der Tiere im Quarantäne-Terrarium und parallel dazu eine Sanierung des Terrariums empfohlen. Auch bei Occasion-Terrarien ist eine Sanierung dringend empfohlen.
Die Terrariensanierung ist zeitaufwendig. Trotzdem empfehle ich dringend, sie durchzuführen. Hier gilt der alte Grundsatz der Parasitologie: „Prävention ist die beste Therapie.“
Die folgenden Ausführungen sind eine schrittweise Anleitung, wie ein Terrarium gereinigt und saniert werden kann.
Bei einem Befall mit Parasiten, insbesondere mit Milben, sind zusätzliche Massnahmen erforderlich. Diese sind in Punkt 7 und 12 aufgeführt.
Bei einem Befall mit krankmachenden Einzellern (Kokkzidien, Amöben etc.) und Würmern sind die in den Punkten 1-6 und 8-11 beschriebenen Grundsätze der Routinereinigung und Desinfektion durchzuführen.

1. Alle Tiere, Gegenstände und Einstreu sind aus dem Terrarium zu entfernen.

2. Die Tiere in einem Quarantäne-Terrarium unterbringen.

3. Das Terrarium mit siedend heißem Wasser, Spülmittel und einer Bürste gut reinigen.
Vorsicht: Bei Glasterrarien, langsam und nicht zu große Wassermengen einsetzen.

4. Terrarium gut austrocknen lassen.

5. Daraufhin Terrarium desinfizieren und Desinfektionsmittel mindestens ½ Stunde einwirken lassen.
Als Desinfektionsmittel eignen sich beispielsweise alkoholhaltige Lösungen mit 70 Prozent Alkoholanteil.

6. Nachher Terrarium wieder mit heißem Wasser auswaschen und gut austrocknen lassen.

7. Bei Milbenbefall ein Vapona® Strip (Dichlorphos, Milbenstrip) für drei Wochen in das Terrarium hängen.
Die Tiere während dieser Zeit im Quarantäne-Terrarium halten.
Von einem Vapona® Strip (Dichlorphos) Einsatz, bei dem die Tiere im Terrarium verbleiben, ist abzuraten.
Dichlorphos ist eine für Tiere und Parasiten hochgiftige Substanz.
Durch das Desinfizieren werden adulte, d.h. ausgewachsene Milben abgetötet, aber nicht die Eier.
Während der Zeitdauer von zwei bis drei Wochen entwickeln sich die Milbeneier zu adulten Milben
und können so ebenfalls durch den Wirkstoff erfasst werden.

8. Nach Entfernen des Vapona® Strips, das Terrarium wieder mit heißem Wasser auswaschen
und gut durchlüften sowie austrocknen lassen.

9. Die Einrichtungsgegenstände sind in organische (Erde, Holz, Kork, Wurzeln etc.)
und nicht-organische Materialen (Sand, Steine, Keramik etc.) zu unterteilen.

10. Die nicht-organischen Gegenstände wie Sand, Steine und Keramik können grundsätzlich wie das Terrarium desinfiziert werden (Punkte 1-6).
Sand sollte entweder ausgewechselt oder im Backofen bei 270°C während einer halben Stunde desinfiziert werden.

11. Die organischen Gegenstände (Erde, Holz, Kork, Wurzeln etc.) sind problematischer.
Bei der normalen Routine Reinigung ist ein Übergießen mit siedend heißem Wasser und nachfolgendem gut austrocknen lassen zu empfehlen.
Daraufhin die Materialien mit dem Desinfektionsspray einsprühen und gut austrocknen lassen.

12. Bei Milbenbefall ist zu empfehlen, die organischen Gegenstände (Steine und Keramik) entweder auszuwechseln,
oder nach der Desinfektion gemäß Punkt 11, zusammen mit dem Vapona® Strip, in das Terrarium zu bringen.
Sand sollte nicht mit Dichlorphos, dem Wirkstoff des Vapona® Strips, in Verbindung gebracht werden.
Die Sandkörner weisen feine Einschlüsse auf, und man muss davon ausgehen, dass sich der Wirkstoff Dichlorphos nicht vollständig entfernen lässt.
 
29.01.2014
#1
A

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Gast

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Beast

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Alter Grizzly
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Toll beschrieben, danke! :s040
 
Uromastix

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Vielen Dank, das ist gern geschehen :)
 
Rewana

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Hallöchen,
wirklich toll beschrieben und dürfte auch vielen bei der Pflege helfen.
Gruß
Rewana
 
Uromastix

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Vielen Dank auch dir :)
 
AndreaManuela

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Pizzajunkie
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Lässt sich ein Parasitenbefall einfach feststellen? Sieht man das oder nur mit Lupe oder irgendwelchen Tests?
Ich habe ja Schnecken - und benutze auch vom Maulwurf gelieferte Gartenerde (gemischt mit Terrarienerde und Kalk). Manchmal sind da auch Würmchen oder sowas mit drin, die ich jetzt aber nicht zu den Parasiten zähle.

Schimmel hatte ich schon an den Ästen. Die habe ich dann sofort entsorgt oder kochen heiß abgewaschen und noch mit Essig abgespült (und nochmal mit Wasser versteht sich).
 
Uromastix

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Bei meinen Schnecken konnte ich noch nie Parasitenbefall feststellen, wobei ich sagen muss, dass ich auch nur auf Milben Schaue
(keine Ahnung ob Schnecken auch Milben bekommen können, meine hatte noch nie:denk).
Bei Reptilien ist es so, dass man 1-2 mal im Jahr eine Kotprobe einschickt, wo man dann auf innere Parasiten (z.B. Würmer) prüft.
Milben kann man von bloßem Auge sehen, entweder auf den Tieren ( meist in Augengegend, oder auch in den Falten, bei sehr starkem Befall auf dem ganzen Tier,
oder aber auch im Wassergefäß, denn befallene Tiere baden dann öfters um das Jucken los zu werden)
Was ich bei den Schnecken oft feststellen kann, sind Trauermücken, aber diese stören, oder schaden den Schnecken nicht,
die stören nur den Besitzer :mad:

Liebe Grüsse
Isabelle
 
AndreaManuela

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Pizzajunkie
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Trauermücken? Kenn ich gar nicht - ich habe die fliegenden Dinger immer als Obstfliegen gedeutet, ganz winzig. Die sind aber selten da und mit dem Staubsauger schnell wieder entfernt.
Milbenartiges habe ich auch noch nie feststellen können.
 
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