Losrennen nach dem Hindernis!

Diskutiere Losrennen nach dem Hindernis! im Ausbildung Forum im Bereich Pferde; Hi ihr, seid ca. nem halben Jahr springe ich regelmäßig mit Prinz meinem Fjordiwallach in einer Springstunde mit (heute abend ;) ). Ich bin auch...
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Annika

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Hi ihr,

seid ca. nem halben Jahr springe ich regelmäßig mit Prinz meinem Fjordiwallach in einer Springstunde mit (heute abend ;) ).
Ich bin auch voll begeistert von ihm, er kann springen ohne ende, aber dabei ist er so gut wie unkontrollierbar. Vor dem Hindernis geht es noch, doch nach dem Hindernis rennt er einfach los oder biegt scharf ab (das haben wir ihm schon ziemlich abgewöhnt, aber es kommt trotzdem manchmal noch vor).
So schlimm ist es nicht, wenn er nach dem Hindernis losrennt, denn in einer Kruve wird er wieder ruhig. Aber zum Beispiel in einer Distanz rennt er einfach los, ich kann alles machen um ihn zu bremsen, er merkt nix! Dann gibt er meist soviel Gas, dass er das zweite Hindernis fast "übersieht" indem er einfach dagegen springt! Selbst meine Reitlehrerin ist ziemlich Ratlos, denn er ist ja, wie Fjordis halt so sind, tierisch stur.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen,

Mfg Annika
 
07.01.2005
#1
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Gast

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Sabine

Sabine

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Oh, oh...das kommt mir bekannt vor...

Allerdings glaub ich nicht, daß der Grund bei Euch der gleiche ist, wie bei Don damals.
Mein Opa war ja mit 5 Jahren schon in L- und M-Springen verheizt worden und hat nach einem bösen Sturz jegliche Mitarbeit verweigert.
Mit 10 hab ich ihn bekommen und ich war geschockt, als ich seine Reaktion auf Hindernisse erlebt habe.
Ein Bekannter hat damals eines Tages lauter nagelneue Sprünge auf unserem Riesen-Reitplatz aufgestellt. Und Don stand zitternd wie angewachsen am Platz-Eingang und ihm brach der Schweiss aus.

Er war total panisch, dachte, er rast mir jeden Moment wieder rückwärts in den Stall...

Ich hab ihn dann ein halbes Jahr nur noch im Zickzack um diese Sprünge geritten, ihn ganz behutsam wieder daran gewöhnt, daß die ihm nix tun.
Dann fing ich an, ihn über Stangen zu longieren, da raste er dann auch schon immer los! Als ich die Trense wegließ, und das nur mit Halfter probiert hatte, wurde es besser, vermutlich auch, weil er sich beim losrennen nicht immer so wehgetan hat.

Dann konnte ich ihn an der Longe auch schonmal Cavalettis springen lassen, und dann irgendwann hab ich mich dann auch vom Sattel aus drangewagt:
Ich ritt ein Cavaletti an, Don sprang und blieb sofort dahinter stehen, den Kopf hochgerissen - als würde er auf Schläge warten...
Ich war echt geschockt.

Dann hab ich ihn ganz ruhig nochmal drangeritten und er preschte nach dem Sprung los, war kaum noch zu halten.
Hatte dann meine liebe Mühe, ihn wieder ruhig zu bekommen.

Beim nächsten Mal hab ich versucht, ihn über mehrere Trabstangen hintereinander zu reiten: Er jagte auch dort los.

Also: im Schritt geübt, dann Schrittstangen und in etwas Abstand 2 Trabstangen gelegt. Das war dann ok...
Und so haben wir uns immer Schritt für Schritt weiter getastet.
Trabstangen, dahinter ein Cavaletti, etc...

Und nach jedem Sprung wurde er geloooobt, ohne Ende!

Nach etwa einem halben Jahr hatte ich ihn soweit, daß wir einen kompletten Parcours springen konnten, E-A Höhe, ohne, daß er Panik bekam.
Und bei einem großen Stallfest hab ich ihn dann sogar mit Halsring über mehrere Sprünge geritten und er blieb relativ gelassen.

Nur auf Turniere sind wir nicht gegangen - denn da war er wieder extrem panisch, das wollte ich ihm einfach nicht zumuten.

So...aber was ich Dir, Annika damit sagen wollte:

Kannst Du ausschließen, daß Dein Fjordi überfordert ist?
Hat er mal schlechte Erlebnisse gehabt?

Daran mußt Du arbeiten.
Fang mit ganz kleinen Sprüngen an! Ich hab gesehen, daß er A-Hindernisse gehen kann, aber wenn er nicht kontrollierbar bleibt zwischen den Sprüngen, ist das ein deutliches Zeichen, daß er sich NICHT wohl dabei fühlt.

Mach kleine Reihen: Schrittstangen, Trabstangen, Cavaletti, kleiner Sprung.
Eins nach dem anderen, und erst, wenn er ruhig bleibt, fang langsam an, zu erhöhen.
Spring ihn aus Wendungen heraus, auf Zirkellinien, etc.

Hoffe, ich konnte Dir ein bißchen helfen.
Sabine
 
rambuckel

rambuckel

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habt ihr gleichgewichtsprobleme nach dem sprung ausschließen können?

kann es sein, dass er so ungünstig landet, dass er mit wahnsinnig schwung nach dem hindernis landet und das dann einfach versucht, auszugleichen?

oder hat er vll. schmerzen beim auffußen?

pferde kommen nach einem sprung mit einem huf auf und müssen mit diesem huf die gesamte last von pferd und reiter auffangen. das gewicht wird noch durch die "wucht" des aufkommens erhöht.

wenn in diesem huf/ bein nicht alles in ordnung ist, kann es leicht zu schmerzen kommen.

ferner muss natürlich auch der rest des pferdes gesund sein, um den anforderungen "gewachsen" zu sein.

das abbiegen nach dem sprung würde für mich allerdings eher für ein gleichgewichtsproblem sprechen. so nach allgemeiner erfahrung mit pferden.

mit springen an und für sich hab ich wenig erfahrungen. in der regel mach ich das nur wenn's im gelände net anders geht :D

liebe grüße resi
 
Sabine

Sabine

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Ach, und noch eins:
Eins der Pferde bei mir im Unterricht hatte das auch immer gemacht, die Besitzerin war dann selbst schon total panisch und hat nach jedem Sprung dann immer verzweifelt versucht, ihm "die Bremse reinzuhauen".

Ich hab dann versucht, sie dazu zu bringen, ihn nach dem Sprung in Ruhe zu lassen. "Reit ihn geradeaus, aber laß ihn im Maul in Ruhe! Der legt sich wie ein blöder auf´s Gebiss und kämpft dagegen an!"
War auch ein langer Weg, aber das hatte wunderbar funktioniert!

Sie mußte sich überwinden, ihn "laufenzulassen"...und nach dem dritten mal hat er das dann auch kapiert und galoppierte ganz ruhig weiter.

Wenn Du Dich schon beim Sprung drauf konzentrierst, daß er jetzt gleich losfetzt und er quasi schon beim Landen eine Parade bekommt, denkt er, er hätte was falsch gemacht und "flieht".
Deshalb: Konzentrier Dich darauf, wo Du nach dem Sprung hinwillst - eine bestimmte Ecke oder Markierung (halbe Hallenentfernung) und denk "dressurmäßig".
Also: Ruhig hinsetzen, tief ausatmen und locker lassen!

Das in Verbindung mit kleineren Sprüngen sollte eigentlich helfen!

Sabine
 
K

Kelpie

Gast
Hey hier war ja schon viel Hilfe am Werk, von daher *g*
Also die Ansatzpunkte von Oben finde ich sehr gut.
Auf jeden Fall das ganze langsam angehen und selbst nicht hektisch werden. probier doch mal über Stangen/Cavalettis zu springen, aber nur Minihüpfer, und er muss das ganz ruhig machen. Am besten sowas das eigentlich nur ein großer Galoppsprung ist. Da darf er im Tempo nicht eiliger werden. Trotzdem würde ich ihm vieeel Halsfreiheit lassen und die Zügel mal ziemlcih llang lassen, denn wenn er das wirklich wegen Unausbalanciertheit macht, schafft er es vielleicht besser, als mit zuviel Verbindung. :binzel:
Wünsch dir auf jeden Fall noch viel Glück *g*
Ciao kelpie
 
A

Annika

Gast
Hi ihr,

also er hatte bisher, soweit ich weiß keine schlechten erfahrungen, hab ihn ja nun schon seid 7 Jahren, und vorher sind sie nicht mit ihm gesprungen.


kann es sein, dass er so ungünstig landet, dass er mit wahnsinnig schwung nach dem hindernis landet und das dann einfach versucht, auszugleichen?
das könnte natürlich sein, dass er es einfahc nicht schafft zu bremsen, dagegen spricht jedoch, dass er ja, wenn ich ihn mal ein bisschen gebremst kriege, dass er sobald ich zügel wieder nachgebe, wieder Gas gibt.

Mfg Annika
 
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Arwen2004

Gast
Meine Reitbeteiligung springt für sein Leben gern. Wenn wir ihn laufen lassen und ihm aufn Hufschlag nen sprung stellen ist er nicht mehr davon weg zu kriegen. Selbst als ich mal runtergefallen bin ist er kurz stehen geblieben und dann weiter übern sprung.
Doch bei ihm wars auch so sobald man mit ihm gesprungen ist wie hoch auch immer hat er gas gegeben vor dem Sprung net so viel aber hinterher. Man konnte ihn zwar relativ schnell wieder kontrollieren, doch im Parcour läuft dann natürlich nix mehr. Die Besitzerin hat sich gefreut das ihr Pferd alles von selber springt und ihn einfach immer laufen lasen. Doch ich wollte das nicht. Ich wollte ein Pferd das ich kontrollieren kann und dass jederzeit langsam tut. Also haben wir überlegt was wir tun können. Nachdem sie schwanger wurde hatte ich ihn alleine und habe es mit einem Trick in den Griff gekriegt. Ich hab ihm Trabstangen hingelegt und mit ihm geübt zwischen oder über den Stangen stehen zu bleiben. Am Anfang fühlte er sich total unwohl und stand stocksteif da aber mit ein bisschen gut zu reden und viel loben merkte er bald das es in Ordnung war langsam zu tun und hörte immer mehr auf meine Hilfen. Dann haben wir geübt um die Ständer eines winzigen Sprungs Volten zu reiten. Erst im Schritt, dann im Trab und dann im Galopp. Später haben wir den Sprung höher gemacht oder z.B. eine der Trabstangen durch einen kleinen Sprung ersetzt. So wurde es immer besser. Jetzt kann ich vor und nach jedem Sprung langsam tun, Enge Wendungen Reiten und alles was das Herz begehrt.

Was viele Leute aber auch nicht bedenken ist, dass ein kleines Pferd für hohe Sprünge mehr Schwung braucht und so nicht voll versammelt an die Sache ran gehen kann.
 
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