Gespenstheuschrecken

Diskutiere Gespenstheuschrecken im Spinnen Forum im Bereich Terraristik und Aquaristik; Hallo. Ich bin neu hier im Forum und während meiner mehr oder weniger erfolglosen Suche im Netz gestoßen. Ich war am Wochenende auf einer...
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jasmin84

Gast
Hallo.

Ich bin neu hier im Forum und während meiner mehr oder weniger erfolglosen Suche im Netz gestoßen.

Ich war am Wochenende auf einer Reptilienausstellung, weil ich für mein Terrarium eine Rückwand kaufen wollte.
Dort bin auch total faszinierende Tiere gestoßen. Gespenstheuschrecken.
Ich bin etwa eine ganze Stunde um den Stand herumgelaufen und konnte mich nicht von ihnen losreißen.
Gleich kaufen wollte ich sie nicht, da ich eigentlich der Meinung bin, dass man sich nicht aus dem Blauen heraus einfach ein Tier anschaffen sollte.

Im Internet hab ich nach langer Suche einige Haltungsinformationen gefunden, die meinen Wissensdurst allerdings nicht ganz erfüllt haben.

Ich hoffe, dass es hier vielleicht einige gibt, die solche Tiere schon haben und mir ein paar Tips geben können.

Zum einen würde ich gerne wissen, mit wie vielen Tieren man am besten anfängt. Ich dacht so an vier.

Ist es wahr, dass die Weibchen täglich 1-2 Eier legen? Das wären ja um die 50 im Monat....!?!

Bis zu wievielen Tieren reicht denn ein Terrarium von 40cm Höhe aus??

Was macht man mit den vielen Nachkommen - wenn diese denn erstmal durchkommen? Aber das können ja dann weit über 100 sein...?

Was ist gemeint, mit guter Belüftung? Reichen da normale Lüftungsgitter an der Decke und unterhalb der Glastür vorne aus?

Brauch ich eine Wärmematte? Oder ist es ratsam eine anzubringen und diese nur für kurze Zeit einzuschalten?

Was ist mit gespritzten Pflanzen als Nahrung? Wahrscheinlich abzuraten!?! Oder?

So ich weiß, eine Menge Fragen. Ich wäre wirklich dankbar, wenn ich Hilfe bekäme.
Hab an den Tierchen echt 'nen Narren gefressen.

Liebe Grüße

Jasmin
 
27.04.2005
#1
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Gast

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jedediah1

jedediah1

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Die Haltungsbedingungen hängen doch sehr von der Art ab, für die Du Dich entscheidest - da kann man eigentlich keine Tips für alle geben. Sogar die Futterpflanzen sind unterschiedlich, obwohl sehr viele Phasmiden Brombeerblätter fressen (gibt's praktischerweise auch im Winter, dafür sind die Dornen aber echt bösartig). Gespritzt sollten die Pflanzen natürlich nicht sein.

Eier legen sie alle ziemlich viele, aber wenn Du keine oder nicht alle Jungen
willst, mußt Du sie nur absammeln und einfrieren. Die Jungen fressen das gleiche wie die Alten, am besten schneidet man die Blätter ein bißchen an, um ihnen mehr "Angriffsfläche" zu geben. Bei den viel gehaltenen Arten wird es unter Umständen schwer, die Kleinen loszuwerden, da sie halt jeder hat sozusagen. Deswegen würde ich einen Großteil der Eier absammeln. Die ungiftigen Arten sind auch ein netter Snack für Reptilien und Nager (meine Mäuse stehen da voll drauf). Dann sollten sie aber nicht mit Efeu gefüttert werden, daß könnte Auswirkungen auf die Tiere haben.

Ein Terrarium mit 40 cm Höhe reicht prinzipiel für alle Arten aus, die unter 10 cm lang werden. Man rechnet als Faustregel immer: das Terrarium muß mehr als dreimal so hoch sein wie die adulten Tiere lang werden, da sie sich zur Häutung an den Hinterbeinen aufhängen und dann aus der Haut schlüpfen. Haben sie dafür nicht genug Platz, schaffen sie die Häutung gar nicht oder nur verkrüppelt.

Die normale Terrarienbelüftung reicht auch meistens aus, es gibt aber einige Arten, die gerne mehr Frischluft haben (die sind aber eher in der Minderzahl). Ob Du Beleuchtung oder Heizung brauchst, hängt auch von der Art ab.

Bei einigen Arten, wie z.B. Eurycantha calcarata, kann man nur ein Männche halten, es sei denn, daß Terrarium ist sehr groß. Andere können in größeren Gruppen gehalten werden. Bevor Du entscheidest, wie viele Tiere Du haben willst, würde ich mir ansehen, wieviel Futter Du in der Umgebung findest. Die hauen ganz schön was weg. Du solltest Dir auch überlegen, ob Du adulte Tiere haben willst (da kann man das Alter schlecht feststellen, vermehren sich aber gleich, wenn alles paßt) oder subadulte (die müssen sich noch ein oder mehrere Male häuten, was nicht ganz ungefährlich ist, leben dafür aber auf jeden Fall länger).

Hier kann man jetzt tatsächlich mal ein Buch von BeDe empfehlen: "Ratgeber Phasmiden" von Christoph Seiler. Da sind sehr viele Artenportraits drin, Bilder von den Eiern, ein Futterpflanzenfüher ect. Auch hilfreich ist die Artenliste der Phasmid Study group, kann man hier als PDF runterladen:
http://www.stickinsect.org.uk/specieslist.html
Die ist deswegen so nützlich, weil die Nummern, die die PSG vergibt, auch bei Namenänderungen immer gleich bleiben und man manchmal mit der PSG-Nummer weiter kommt, auch wenn man einen veralteten Namen hat. Zum Beispiel wurden in letzter Zeit viele Baculum-Arten neu benannt.
Ich hoffe, das hilft Dir erst mal weiter :smile:
Viele Grüße
Jennifer
 
J

jasmin84

Gast
Vielen Dank.

Deine Antwort hat mir wirklich weitergeholfen.
Leider findet man ja nicht allzu viel im Internet und auf Messen bekommt man nach meinen Erfahrungen auch immer nur das gesagt, was man auch hören will.

Hast Du selbst Phasmiden? Kannst Du mir auch eine Art empfehlen, die sich für den Anfang eignet?

Liebe Grüße

Jasmin
 
jedediah1

jedediah1

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Ich hatte eine ganze Zeit lang Eurycantha calcarata, mittlerweile ist aber nur noch ein Weibchen übrig. Die Tiere sind recht groß und kräftig, die Männchen haben an den Hinterbeinen Dornen, mit denen sie einen auch verletzen könne, wenn man sie unvorsichtig anpackt.
Aber zu halten waren sie denkbar einfach und wie ich finde, auch für Einsteiger geeignet. Sie leben auch sehr lange, als adulte Tiere länger als ein Jahr, oft 16, 18 Monate. Mittlerweile habe ich aber keine Lust mehr auf die wöchentliche Brombeer-Arie und werde mir erstmal keine mehr holen. Eine Weile hatte ich noch mit einer farnfressenden Art geliebäugelt, aber die brauchen es recht kühl und das ist im Sommer nicht ganz einfach.

http://www.arcor.de/palb/alben/80/94180/400_6330653033343566.jpg
 
J

jasmin84

Gast
Ich hatte jetzt an Extatosoma tiaratum gedacht. Ich weiß nicht, ob du dazu auch was sagen kannst.
Das waren die, die ich auf der Messe angeboten bekommen hab.
Die Züchterin hatte ausschließlich Weibchen gehabt und meinte, dass die Haltung ebenfalls ohne Probleme ist.
Das Problem ist, wenn ich auf die nächste Messe fahre und nach der Art frage, kann ich wahrscheinlich nichts damit anfangen. Aber ich hab mir das Buch auch schon bestellt. Ich denke, dass das mir bestimmt weiterhilft.
jasmin
 
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Lavender

Gast
Hi

Ich halte seit zwei Jahren Extatosoma tiaratum.
Sie sind wirklich pflegeleicht.
Du benötigst ein ausreichend beflüftetes Terrarium. Es sollen Äste zu Klettern darin vorhanden sein.
Die Weibchen werden ca 10 cm groß. Die Männchen cirka genauso groß jedoch schmächtiger.

Die Temperatur sollte 20 - 30 Grad Celsius betragen, wobei Temperaturen im höheren Toleranzbereich bevorzugt werden. Eine zusätzliche Beleuchtung ist nicht nötig, wenn genügend Tagellicht hineinfällt, kann jedoch gerade in den Wintermonaten zum ereichen der Temperatur gut eingesetzt werden.
Du solltest alle 2-3 Tage das Terrarium besprühen (nicht die Tiere)

Zur Ernährung: Brombeer-, Himbeer-, Rosenblätter...
Diese Gattung hatz einen sehr hohen Futterumsatz.

Die Weibchen legen 1- 5 Eier pro Tag.
Je nach Temperatur kann es bis zu 6 Monaten dauern bis sie schlüpfen.Die Temperatur der Eier sollte zwischen 22 - 30 Grad liegen.
Entwicklung:Embryonal ca. 5- 6 Monate, Larve 4 - 6 Monate, Lebensdauer der Weibchen bis zu 1 - 1,5 Jahre, die Männchen erreichen für Phasmiden ebenfalls ein hohes Alter von etwa 3- 5 Monaten.

Ein Männchen ist unbedingt nötig da sie sich per Parthogenese (Jungfernzeugung) fortpflanzen können. Jedoch sollte zur Zucht ein Männchen hinzugenommen werden. Da durch Parthogenese über mehrere Generationen die Schlupfrate immer geringer wird, bis sie letztendlich ganz erlischt.
Es sollte zudem darauf geachtet werden, das man ein Männchen aus einer anderen Zucht bekommt, da sonst Inzuchtschäden auftreten können und somit zum austerben des Stammes führen können.
Gerade diese Gattung ist anfällig gegenüber Inzuchtschäden.

So ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiter helfen

Liebe Grüße
Jenny
 
J

jasmin84

Gast
Hi Jenny.

Vielen Dank.

Das war echt hilfreich.

Ich hab jetzt auch gelesen, dass man die Eier in feuchte Erde legen soll. Beispielsweise in solch ein Plastikschälchen, in denen auch immer Futtertiere drin sind, damit man eine recht hohe Luftfeuchtigkeit erreichen kann.

Wahrscheinlich ist es unnütz, sich jetzt schon zu informieren, aber ich will nichts dem Zufall belassen.
Dafür hab ich viel zu viel Angst, dass was passieren könnte.

Jasmin
 
L

Lavender

Gast
Hi

Nein unnütz sind Vorabinformationen nie, wenn man sich für ein Tier interessiert :binzel:

Ja das stimmt mit den Eiern. Jedoch würde ich Dir raten keine feuchte Erde zu benutzen, da sonst durch die Mikroorganismen die Gefahr besteht, dass die Eier faulen oder verschimmeln.

Ich nehm immer ein kleines Plastikgefäß und lege eine paar Blätter Küchenrollenpapier hinein, das befeuchte ich dann von Zeit zu Zeit. Zum einen sieht man da die Eier gut und zum anderen schimmeln sie nicht so schnell.

Sie über die Eipflege zu informieren ist gerade bei dieser Gattung wichtig. weil sie eigentlich schon ab dem ersten Tag (vorausgesetzt natürlich es sind adulte Weibchen) Eier legen. Also man darf gleich ran :D

Liebe Grüße
Jenny
 
J

jasmin84

Gast
Na, dann bin ich ja beruhigt.
Denke, dass auch bald mein Buch kommen müsste und dann steht der Haltung ja nichts mehr im Wege.

Nach mal vielen Dank, die mir mit Rat bei Seite gestanden haben.

Jasmin
 
D

Dustking

Gast
Hi, ich selbst halte seit gestern auch Extatosoma tiaratum ... Diese Gespenstschrecke fasziniert mich mit ihrer gnadenlosen schönheid immerwieder aufs neue ... Auf jeden fall eine der coolsten (und deswegen auch meist-gehaltensten) Gespenstschrecken ... Was ich noch sagen wollte ist, dass ich den Ratgeber Phasmiden schon eine Ewigkeit besitze (2 Jahre oder so) und ich ihn auswendig kenne ... in dem buch steht alle drin was man wissen muss ... mit anderen worten: das buch ist seinen preis wert ! CU
 
J

jasmin84

Gast
Das ist wohl wahr.
Ich hab das Buch letzte Woche bekommen und hab's schon fast ganz durch.
Nicht nur, dass es hilfreich für die Haltung ist, es ist auch eine echt Beeindruckende Übersicht über die Physiologie der Tiere.
Echt super.
Nochmal danke für den Tipp.
 
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