Arbeit am langen Zügel

Diskutiere Arbeit am langen Zügel im Ausbildung Forum im Bereich Pferde; Zallo husammen! Neulich habe ich auf einem Lehrgang gesehen, wie Pferde am langen Zügel gearbeitet wurden und würde es nun gerne auch selbst...
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Alba

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Zallo husammen!

Neulich habe ich auf einem Lehrgang gesehen, wie Pferde am langen Zügel gearbeitet wurden und würde es nun gerne auch selbst einmal probieren.

Ich habe eine elfjährige Friesenstute. Die Arbeit an der Doppellonge kennt sie gut. Deshalb glaube ich nicht, dass sie große Schwierigkeiten machen würde, wenn ich innen neben ihr gehe und nicht hinter ihr.

Hat hier jemand Erfahrungen mit der Arbeit am langen Zügel?
Gibt es Literatur?

Ich freue mich auf eure Tips.

Liebe Grüße
Sonja
 
11.10.2005
#1
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Schau mal hier: Arbeit am langen Zügel . Dort wird jeder fündig!
Sabine

Sabine

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Hi Sonja,

Wir hatten bei uns auf dem Hof neulich eine Show einer Gruppe von Barockreitern.
U.a. waren dabei auch zwei Friesen, die eine Dressur am langen Zügel vorführten.

Vielleicht kannst Du über Anne (www.Barocktrio.de) den Kontakt herstellen, die können Dir sicher Infos geben, wo Du z.B. Lehrgänge machen kannst.

Viel Glück
Sabine


P.S. Habe gerade noch was gefunden:
http://www.ilcavallo.de/ unter Reiten - Bodenarbeit - Arbeit am langen Zügel
 

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Alba

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Herzlichen Dank! Das ist ja sehr informativ.

Ich habe meinen Freund und meine Reitbeteiligung gestern bis auf die Knochen geschockt, als ich ihnen erzählt habe, dass ich für die Schwatte und auch für unseren sensiblen Schimmel jetzt endlich einen Schlaufzügel angeschafft habe, damit vor allem der Schimmel endlich mal lernt, dass man vernünftig am Zügel gehen und im Rücken frei schwingen soll, wenn vorne gezogen und hinten geschoben wird. Die beiden (Freund und RB) waren extrem verstört. *grinst extrabreit und fies*

Lange war das Elend jedoch nicht anzusehen und ich habe dann beiden erklärt, dass der Schlaufzügel genau die richtige Länge für die Arbeit am langen Zügel hat, wenn man ihn als solchen einsetzt. Das war für mich jedenfalls jetzt erst mal die finanziell interessanteste Lösung und am Wochenende probieren wir das mal mit dem großen schwarzen Friesenpferd aus.

Ich werde berichten!
 
Sabine

Sabine

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Ohja, bitte, mach das mal...

Ich hab einmal, vor bestimmt 10 Jahren, den Versuch gemacht, meinen Opa ans "vor´m Schlitten gehen" zu gewöhnen...vermutlich hab ich alles falsch gemacht, was ging, denn ausser, dass er stand - und stand - und stand - oder sich umdrehte um zu gucken, was ich da hinten von ihm will, passierte nicht viel...

Denke, man braucht vor allem ein Pferd, das auch freiwillig vorwärts geht, so dass man sich auf die Hilfen konzentrieren kann und nicht dauernd nur mit Treiben beschäftigt ist...

LG (und bitte berichte!)
Sabine
 
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Alba

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Original von Sabine
... Denke, man braucht vor allem ein Pferd, das auch freiwillig vorwärts geht, so dass man sich auf die Hilfen konzentrieren kann und nicht dauernd nur mit Treiben beschäftigt ist...
*lacht extrem laut*

Freiwillig vorwärts geht meine Dame immer. Meistens schneller, als mir lieb ist. Madame ist etwas über-arbeitseifrig, deshalb stehe ich oft eine Reitstunde lang auf der Bremse und kann mich deshalb nicht auf andere Hilfen konzentrieren. Ich hätte gerne mal ein Pferd, dass nicht sofort auf jedes leiseste Schenkelgewackel meinerseits mit einer eigentlich nicht geforderten Lektion reagiert. :binzel:

Aber ich bin ja gut zu Fuß, deshalb wage ich morgen abend in unserer Bodenarbeits-Stunde mal einen Versuch am langen Zügel. Mehr davon dann in den nächsten Tagen.
 
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Alba

Gast
So, dann will ich mal erzählen ...

... wie das am Samstag so war mit dem großen Pferd und meinen kleinen Füßen.

Als erstes muss ich sagen, dass meine Idee, die Arbeit am langen Zügel zuerst mal in der Bodenarbeits-Stunde zu probieren, eine blöde war. Wir haben zwar beim Aufbau den Hufschlag in der Halle freigelassen, aber sobald ich vom Hufschlag runter wollte, standen wir im Stangenlabyrinth oder in den Dualgassen oder in den Fahrradreifen oder in sonstwas und dann auch noch meistens im Weg. Also Tip eins: Besser, man versucht die Arbeit am langen Zügel zunächst mal in einer leeren Halle zu ruhiger Stunde.

Jetzt zum Pferd. Die schwarze Dame brauchte nur einige wenige Minuten, um sich mit der Lenkung vertraut zu machen. Ich brauchte leider ein klein Wenig länger. :binzel:

Um das Ergebnis mal vorweg zu nehmen: Wir konnten nach zwanzig Minuten Übung auf beiden Händen Volten und Schulterherein gehen. Außerdem konnten wir schon einige Handwechsel ohne anzuhalten machen. Auf der rechten Hand ging ganz am Ende auch ein längeres Stück Trab. Linker Hand ging der Trab so was von gar nicht, weil sie jedes Mal so forsch und schwungvoll angetrabt ist, dass ich sie sofort zurücknehmen musste oder ich hätte joggen müssen und das soll ja nicht sein.

Gelernt habe ich bisher, dass man unbedingt und immer dahin schauen muss, wo man hin will. Ein Blick auf das Pferd und die Hilfe bricht in sich zusammen. Manchmal habe ich versucht, mit einem Auge zu ihr zu schielen. Das hat nicht wirklich geklappt, mir wurde nur übel. Außerdem sollte man wirklich so nah wie möglich am Pferd bleiben, um die Zügelhilfen nicht zu verwässern (wenn der Zügel über dem Widerrist einen zu scharfen Knick macht), um die treibende Hilfe mit der Gerte immer rechtzeitig einsetzen zu können und nicht zuletzt um sofort mit Kraulern am Bauch für Vergnügen beim Pferd zu sorgen, wenn etwas gut geklappt hat. Ach ja - gaaanz wichtig: Unbedingt und dringend Laufschuhe anziehen! Ich hatte ziemlich dolle Plattfüße nach der halben Stunde in meinen Stiefeletten.

Meinem Pferd und mir hat dieser erste Versuch jedenfalls gut gefallen und ich denke, wir werden im Winter regelmäßig den normalerweise freien Tag des Tieres mit der Arbeit am langen Zügel auflockern.

Viele liebe Grüße
Sonja
 
Sabine

Sabine

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Huhu Alba!
Klär mich doch mal auf...wie macht man es denn, dass das Pferd Schulterherein geht, ohne einen inneren Schenkel zu haben???

...mir ist das irgendwie ein Rätsel...
Weil - wenn ich das Pferd nur nach innen stelle, geht es doch normalerweise einfach nach innen weg...

Bewundernde Grüsse
Sabine
 
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Alba

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*errötet ob des Lobes leicht*

Nein, Sabine, das ist wirklich nicht so schwer.

Ich habe den inneren Zügel vorsichtig angenommen, den äußeren leicht anstehen lassen und beim ersten Mal mit dem Ellbogen leicht an die Rippen gedrückt. Außerdem habe ich selbst die exakte Bewegung so gemacht, wie sie sie ausführen sollte, also meine innere Schulter herein genommen und die Füße gekreuzt. Als sie den ersten Schritt seitwärts tat bin ich in begeistertes Lob ausgebrochen. Das reichte.

Habe ich erwähnt, dass meine Stute extrem schnell lernt? :binzel:

Beste Grüße
Sonja
 
Sabine

Sabine

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RE: *errötet ob des Lobes leicht*

Ah...okay...
Ich bin davon ausgegangen, dass man selbst HINTER dem Pferd läuft...

SO ist das natürlich was anderes...
Das leuchtet mir ein...

Bin selbst gerade im Seitengang-Wahn...meine RB lernt gerade - nachdem sie endlich gescheit vorwärts geht - Seitengänge....*uff*
Die dicke Maus lief mir ständig über die Schulter weg, statt sich zu biegen...aber seit ein paar Tagen hat sie verstanden, was ich von ihr will. Dass man die dicken Rippen auch biegen kann und die Hinterbeine tatsächlich kreuzen können...
Hatte früher nie Probleme damit bei meinen anderen Horsies...aber so ein steifes Etwas lässt einen wieder ganz anders an Lehrmethoden rangehen...

LG
Sabine
 
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Alba

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Klassisches Mistverständnis!

Nein, mit dem langen Zügel gehe ich neben dem Pferd und zwar in Bauchmitte, circa. Mir ist ganz wichtig, dass sie begreift, dass wir gerade eben keine Doppellongenarbeit machen, weil sie in der DL ja auch frisch antreten muss bei den Übergängen, am langen Zügel aber immer sofort nur versammelt vorwärts darf. Sonst liege ich zu oft im Dreck. :binzel:

An der Doppellonge geht die Schwatte aber auch Seitengänge. Hier wäre dann die Hilfengebung wie folgt:

Äußere Leine anstehen lassen - je nach Sensibilität auch deutlich - und die innere Leine annehmen, dann jeden Schritt nach vorne sofort abfangen und bis das Pferd gelernt hat, dass es nicht nur vorwärts, sondern auch seitwärts treten soll, die treibende Peitschenhilfe weglassen oder von seitwärts vorsichtig einwirken lassen. (Achtung, Unfug: Dann ausspülen und fönen! :D )

Ich habe jetzt übrigens endlich kapiert, wie das mit den Fotos geht. Guckst du hier:

Hier noch zwei Fotos von der schwarzen Dame im Schachbrett:






Und wenn ich weiter so fleißig übe, lerne ich das mit der Galerie sicher auch noch. :D

Dass deine RB sich so schwer tut, tut mir leid. Aber häufig kann man diese ungelenkigen Bewegungskünstler "knacken", wenn man sie erst mal mit immer kleiner werdenden Wendungen auf beiden Händen schwindelig biegt und dann die Seitengänge quasi als Erholung anbietet. Dabei natürlich immer schön dran bleiben mit dem äußeren Bein, dann könne es auch trotz Weidebauch klappen. 8(
 
W

Weidebauch

Gast
Höy! Was habe ich denn damit zu tun? *lacht* Aber mal im ernst, manchmal kann auch eine lockernde Massage VOR der Arbeit das Leben sehr erleichtern. Das "Abstreifen" wäre da sehr zu empfehlen. Geht schnell und ist überall anwendbar. Einfach mit mittlerem Fingerspitzen-Druck alle Hauptgruppen der Muskel in Fellrichtung entlang fahren. Wenn Ihr dann die Streifen im Fell seht, war es richtig :smile:

Ach und Alba *grinst diabolisch* den Schock kriegste wieder! *winkt*
 
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