Wie an den Zügel bekommen

Diskutiere Wie an den Zügel bekommen im Ausbildung Forum im Bereich Pferde; Marabu ist ein 19 jähriger fauler Haflingerwallach, mit dem man alles machen kann. Er ist trotz seiner Faulheit schön zu reiten (man braucht keine...
S

Steffi81

Gast
Marabu ist ein 19 jähriger fauler Haflingerwallach, mit dem man alles machen kann. Er ist trotz seiner Faulheit schön zu reiten (man braucht keine Angst haben das er durchgeht *g*), reagiert auf die Hilfen usw. nur ich bekomm ihn nicht an den Zügel.
Wenn er steht und ich ihm leichte Paraden gebe hat er den Kopf für ein paar Sek. da wo er hin soll und dann ist er wieder oben. Auch in den anderen Gangarten ist das so, je mehr er sich bewegen soll desto weniger nimmt er den Kopf runter.

Was kann ich da machen, bzw wie kann ich ihm helfen?

Bin über jede Hilfe dankbar
 
25.07.2004
#1
A

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Gast

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Sabine

Sabine

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Hallo Steffi...

wenn Dein Hafi schon 19 ist und sich sein Leben lang "durchgeschummelt" hat, wirst Du es natürlich sehr schwer haben, ihn jetzt noch auf´s Am-Zügel-Gehen einzustellen. Aber hoffnungslos ist das nicht :binzel:

Das Wichtigste ist, daß er vorwärts geht, und zwar fleißig und schwungvoll, sonst kannst Du es vergessen...bloßes "ranziehen", wenn er dabei immer langsamer wird (und von Deiner Beschreibung her würde ich das mal vermuten), bringt gar nix.

Versuche mal, eine Woche lang nur flott vorwärts zu reiten, dabei wirklich den Hufschlag zu meiden und das Pferd ständig von einer Wendung in die nächste zu bringen, so daß er ganz sensibel auf Gewicht- und Schenkelhilfen reagiert. In den Wendungen soll er den Schwung nicht verlieren, das ist ganz wichtig.
Ständig Schlangenlinien reiten, Zirkel, aus dem Zirkel wechseln, etc...noch keine Volten ! (in flottem Tempo kannst Du vergessen, wichtig ist, daß der Schwung erhalten bleibt)...und zwar so, daß die Hinterhand richtig untertritt, ihn nur "vorwärszuscheuchen" nutzt nix, dann schlappt er nur auf der Vorhand herum.
Das Treiben muß richtig mit Kreuz und Schenkel erfolgen.

Und auch ganz oft Tempi-Wechsel reiten...also Schritt-Trab-Übergänge, Schritt-Galopp-Übergänge, etc...

Dabei vergiß mal das "am Zügel" gehen...wenn Du Glück hast, läßt er in der Zeit schon von allein den Hals fallen und fängt an, von allein den Zügel zu suchen. Dann bist Du auf dem richtigen Weg.
Dann kannst Du ihm eine leichte Anlehnung anbieten, dabei immer ein bißchen am inneren Zügel "schütteln", also ganz locker im Handgelenk bleiben, ihn immer vibrierend kurz nach innen stellen und dann wieder locker lassen...
Nach einer Weile wird er das auch bei Handwechseln beinbehalten können und "unten bleiben".
Das ganze ist ja nicht nur eine Frage des "wollens" vom Pferd, sondern auch des Könnens! Das Pferd muß auch erst lernen, sich auszubalancieren und seinen Schwerpunkt zu verlagern.

Das ganze nennt man dann "vorwärts-abwärts-reiten".
Und wenn DAS funktioniert, dann kannst Du anfangen, beim Antraben auszusitzen, eine halbe Bahnlänge sitzen zu bleiben, und wieder durchzuparieren.
Und dabei immer richtig VORWÄRTS reiten !

Wenn Du das alles beherzigst, berichtest Du bitte mal in zwei Wochen, wie es läuft, ja ?

Gruß und Toitoitoi!
Sabine
 
S

Steffi81

Gast
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, ich werds mir ausdrucken und mit zu ihm nehmen. Er steht leider nicht bei mir sondern in Niedersachsen, ich war jetzt vier Wochen bei ihm und jetz wirds leider wieder seltener (WE und Ferien). Das heißt es kann etwas dauern bis ich berichten kann, werd es aber auf jeden Fall tun.

Das ganze ist ja nicht nur eine Frage des "wollens" vom Pferd, sondern auch des Könnens!
Vielleicht sollte ich zu Marabu noch sagen, das er mit 17 Jahren noch Seitengänge gelernt hat (nicht mit mir *schnüff*, vertüddel mich imma mit den Hilfen *schäm*)

Vielen Dank nochmal
 
K

Karo

Gast
Hey!
Was Sabine dir geraten hat ist super! Meinem wollte ich das auch so beibringen, er hat sich dann allerdings auf die Zügel gelegt. Mein Tipp falls sowas vorkommt: Halt die Hände still und treib ihn an die Zügel, erst wenn er nachgibt gibst du auch nach. Das heißt nicht, dass du am Zügel ziehst. Lass die Hände mit etwas Druck stehen.
Und vergiss nicht, reite viel am äußeren Zügel. Der ist SEHR wichtig!
 
F

Fina

Gast
Original von Karo
Halt die Hände still und treib ihn an die Zügel, erst wenn er nachgibt gibst du auch nach. Das heißt nicht, dass du am Zügel ziehst. Lass die Hände mit etwas Druck stehen.
Damit erreicht man aber nicht ein zufriedenes am Zügel gehendes Pferd mit locker aufschwingenden Rücken. Damit erreicht man entweder ein ständig schwer in der Hand liegendes Pferd, denn meist geben die Pferde nicht nach sondern pullen erst recht dagegen, oder es verkriecht sich hinter den Zügel...ich halt von der "Gegenhalten bis das Pferd nachgibt- Methode" rein gar nichts!
 
Sabine

Sabine

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Da scheiden sich die Geister...ich bin vor ein paar Jahren auch von dem "am äußeren Zügel reiten" abgekommen...
Nachdem ich damals 10 Jahre lang Macht- und Kraftkämpfchen mit meinem damals 19 jährigen Wallach hatte, sagte mir eine sehr gute Barockpferde ausbilderin mal: "Laß mal den äußeren Zügel ganz weg! Nur innen "abschütteln"...so, als hättest Du Parkinson.
Nicht mehr ganze Bahn, nur noch auf den Zirkeln, leichttraben, nicht aussitzen und immer vibrieren!"

Nach 3 Minuten lief mein Opa quasi mit der Nase im Sand, nachdem mir vorher die Schultern schon wieder wehtaten wie´d Sau...
Und von dem Tag an hab ich diese "am äußeren Zügel-Anlehnung", die in den allermeisten Fällen bei störrischen Pferden überhaupt nix bringt, aufgegeben und bin bei der Schüttel-Methode geblieben.

Wenn die Pferde locker sind und im Genick nachgegeben haben (ohne jeden Zug! - und es hat bisher bei JEDEM Pferd funktioniert), kann man auch die Zügel wieder langsam aufnehmen und sie gehen wunderbar durchs Genick.
 
toast

toast

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@Sabine: nur eine kleine Frage am Rande.... was ist das für ein spannender Bodenbelag auf dem Reitplatz?
 
Sabine

Sabine

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*lach*
Ja, der ist wirklich spannend...

Das sind geschredderte Autostoffe, also Sitze, Dachhimmel, etc...glaub ich...

Und der ist wirklich klasse! Federt, bleibt auch naß gut reitbar, etc.
Und - so wie ich den Stallbesitzer kenne - nicht teuer...

Die Horsies gucken zwar reichlich schockiert, wenn sie das erste mal draufsollen, aber gewöhnen sich doch schnell dran.

Gruß
Sabine
 
Lenise

Lenise

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zum Bodenbelag

Wir hatten einen ähnlichen Bodenbelag in unserem alten Stall. Der bestand aus alten Teppichresten. Es lässt sich wirklich super drauf reiten und ein großes Plus für alle die keine Halle haben...
Der Belag kann auch nicht einfrieren!
 
B

blizz

Gast
Hallo,

also ich habe vorne eine Mixtur aus innen "abschütteln" und führung durch "Hand stehen lassen" :D

Man muss die Hand rühig mit einer gewissen Zügellänge(natürlich nicht zu kurz) konstant stehen lassen, damit das Pferd überhaupt eine Anlehnung findet wenn es danach sucht. Hierbei ist allerdings fingerspitzengefühl gefragt, damit man die optimale zügellänge findet. Man sollte sich selbst trainieren die Hand so ruhig wie möglich zu bekommen und innen immer wieder "abschütteln" gerade in einer Wendung oder Biegung. Deshalb wie schon von Sabine erwähnt viele Biegungen einbauen.

Allerdings ist bei mir das wichtigste garned was ich mit der Hand tue sondern der Sitz und wie man treibt. Sehr wichtig ist auch dass du mit deinem eigenen Kreuz dran bleibst. Das heißt nicht bulliges Schieben bei jeder Vorwärtsbewegung sondern konstantes leichtes Anspannen von Kreuz und somit Po. Ist aber hier schwer zu beschreiben. Bei meinem reicht es schon wenn ich die Zügel nach dem Warmreiten etwas aufnehme und mein Kreuz anspanne. Sofort wird er locker im genick und fängt das kauen an. In der Hand solltes du nie mehr gewicht haben,als du auch mit zwei fingern halten kannst.

Aber das erreicht man meiner Meinung nach nur wenn alles passt. Vorwärtstreiben, Sitz, Hände, und viele Biegungen in der Arbeit.

LG
Denise
 
L

linus&sarah

Gast
du musst einfach mal deine hand stehen lassen und ihn mit dem gesaeß sozusagen schieben ,wenn du meinste das er langsam den kopf rannimmt lass ihn locker das er merkt es ist angenehm den kopf ranzunehmen ,und natuerlich paraden geben ,paraden sind naemlich das salz in der suppe :smile:
 
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