Warum 25 Minuten Arbeit reichen (können)....

Diskutiere Warum 25 Minuten Arbeit reichen (können).... im Ausbildung Forum im Bereich Pferde; Hallo zusammen... Habe gerade in einem anderen Zusammenhang die Klage von jemandem gelesen, der beschrieb, daß ihn am Ende der Reitstunde immer...
Sabine

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Hallo zusammen...
Habe gerade in einem anderen Zusammenhang die Klage von jemandem gelesen, der beschrieb, daß ihn am Ende der Reitstunde immer die Kräfte verlassen...

...schonmal dran gedacht, daß auch das Pferd von seinen Kräften verlassen wird?
Normalerweise ist es ja in dem Fall, dass - wenn der Reiter das Gefühl hat, nicht mehr zu können - die Arme lahm werden, man keine Kraft mehr im Bein hat, etc.

Aber warum? Weil auch das Pferd immer schwerer auf der Hand wird und sich nicht mehr so biegt, wie es soll. Oder weil es einem unterm Hintern wegläuft (was auch ein Zeichen für "mir wird´s zuviel" sein kann...)

Ich weiß, das ist in den meisten Reitställen gang und gebe, dass man mindestens ´ne 3/4 Stunde mit dem Pferd arbeiten "muss"...
Weil die Stunde, die man bezahlt hat, halt so lang geht.

Wenn ich reite, mach ich es eigentlich die letzten Jahre immer so:
(Früher hatte ich auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich weniger als´ne Stunde geritten bin...weil man das halt im Kopf hat "Eine Stunde Bewegung am Tag mindestens!")

Ich geh wann immer es das Wetter zulässt, auf unseren Reitplatz. Da ist der Boden besser, das Pferd stumpft nicht so ab, sondern bleibt aufmerksam und gewöhnt sich an "Aussenreize". (Nichts ist schlimmer als Leute, die ihre armen Viecher nur in der Halle reiten, weil sie draußen immer so "abdrehen"...klar - sie KENNEN ja auch nix... :weinen: )

Das heißt, das sind schonmal 500m, die es im Schritt am hingegebenen Zügel vorwärts gehen soll.
Wenn ich dann auf den Platz komme, reite ich viele Wendungen, Biegungen, Stellungen, etc. alles im Schritt..."rumdedödel" am langen Zügel gibt´s dann nicht mehr.
Ich arbeite 20-25 Minuten wirklich konzentriert. Übergänge, Seitengänge, Wechsel, etc...
Und dann schau ich, wie das Pferd läuft: Kaut es (... ;-) ), gibt es nach, geht es schwungvoll vorwärts und reagiert spontan auf die Hilfen?

...wenn ich alles mit "ja" beantworten kann: Lass ich es in Ruhe!
Denn alles, was ich dann noch machen würde, würde
a) das Pferd nicht verstehen...("Warum muss ich jetzt immer weiter und weiter machen...ich GEB mir doch Mühe!")
b) das Pferd überlasten (Wenn man nicht gerade einen Konditionskracher hat, der unter 2 Stunden Galopp keine Ruhe gibt...)
c) dem Pferd jeden Spass an der Arbeit nehmen. Wenn es einmal gelernt hat "Geritten werden heißt: Hinterher fix und fertig sein", dann verliert es jede Lust am Mitmachen am nächsten Tag.

Dann gehe noch ein paar Minuten im Schritt eine Runde um den Hof und lass es ausklingen.
Wenn ich am nächsten Tag wieder zum reiten komme, hab ich ein Pferd, das entspannt ist und ohne Zögern zum Platz marschiert.
Im Gegensatz zu vielen, die vor der Hallentür Theater machen und gar nicht erst reinwollen...

Unsere Pferde stehen mindestens 6 Stunden am Tag auf der Koppel.
Viele Schulpferde haben diesen "Luxus" - der ja eigentlich normal sein sollte - nicht. Aber vielleicht kann man dem natürlichen Bewegungsdrang des Pferdes mit zusätzlicher Bodenarbeit, Spaziergängen, o.ä. entgegenkommen. ...jedenfalls besser, als töglich stur seine Stunde "abzureiten"...

Vielleicht bekommt der ein oder andere hierdurch einen Denkanstoss...
Würde mich freuen.

LG
Sabine
 
27.09.2005
#1
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bunnyproperty

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RE: Warum 25 Minuten Arbeit reichen....

>>>>>> Kaut es (... ;-)) <<<<<<

was meint sie denn nur damit.... :lachen:

Sabine, Du hat Recht, aber generell ist das von Pferd zu Pferd unterschiedlich.
Mein Wallach würde mich nach 25 Minuten wie ein Fragezeichen angucken. Aber wir gehen auch viel ins Gelände und machen zwischendurch ´n Päuschen. Dann Zäum ich ihn ab, lass ihn auf ´ner Wiese grasen. Ich lege mich daneben. Wenn es weitergeht pfeife ich einmal und dann steht es in Nullkommanix wieder neben mir.

Also unter 1 1/2 bis 2 Stunden ist der knatschig....
 
Sabine

Sabine

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RE: Warum 25 Minuten Arbeit reichen....

b) das Pferd überlasten (Wenn man nicht gerade einen Konditionskracher hat, der unter 2 Stunden Galopp keine Ruhe gibt...)
...siehste, dann hast Du so einen... :D

Mir ging es ja aber eigentlich um dieses "Am Ende der Stunde kann ich nicht mehr..."
Und das sind i.d.R. NICHT die Pferde, die willig gehen, sondern "die anderen"...die, bei denen weniger mehr wäre. :binzel:

LG
Sabine
 
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GabyH.

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RE: Warum 25 Minuten Arbeit reichen....

Hallo !

Original von bunnyproperty
>>>>>> Kaut es (... ;-)) <<<<<<

was meint sie denn nur damit.... :lachen:
Ja, Bunnyproperty, was meint sie nur ..... ??? :D

Sabine ich finde Deinen Post sehr gut.... nur meine würden wahrscheinlich nach 25min "Arbeit" zusammenbrechen.... und am nächsten Tag könnten sich Reiter wie Pferd nur noch kriechend fortbewegen, vor lauter Muskelkater....*Aua*

Wir haben leider keinen Platz oder ne Halle, dort, wo unsere Pferde stehen, wir sind wirklich reine Geländereiter geworden. Obwohl mir ich das Arbeiten hin und wieder schon vermisse... einfach mal wieder was tun. Grad mit unserem frechen Hafi, dem würden 25 min arbeit hin und wieder echt nicht schaden.... :D
Bei unserem Senjor sehe ich das anders, er wird heuer 23 Jahre alt, er musste die Hälfte seines Lebens "arbeiten" er wurde in der A-Dressur geritten, gut es ist "nur" A gewesen, aber er musste auch arbeiten... und ich denke es soll ihm vergönnt sein, das er jetzt nur noch am langen Zügel durch´s Gelände zuckelt....

Bunnyproperty, Dein Pferd rennt nicht auf und davon, wenn Du den abzäumst und auf ner Wiese freilässt ?
Bei uns würde das 100% so ablaufen,
Ich zäum Pferd ab, Pferd schaut und rennt auf und davon Richtung Heimat....ich haste zufuss hinterher.... ! Nee, das mach ich lieber nicht ! :D
 
bunnyproperty

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Ne, ne, also der beleibt bei mir...
ab und zu, wenn ich dann auf der Wiese liegt kommt er sogar an und "krault" mir die Haare.
Aber er und ich, das passt einfach. Zu Anfang hatte ich es mit ihm nicht leicht. Weil er total ängstlich war.
Aber mittlerweile hat er mich so als Leittier akzeptiert (und ich ihn), dass ich alles mit ihm machen kann.

Weiß auch nicht, was er an mir gefressen hat. :lachen:
 
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Judith-Mausi

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hi,
also ich bin auch der meinung das 25 min reichen können, zumindest war es bei meiner stute und mir so.
vorallem wenn wir unterricht hatten musste ich sie immer selbstständig aufwärmen und anschließend hatten wir ca. 30 unterricht, danach waren wir beide (!) immer ziemilch am ende! :)
LG judith
 
shaniasheart

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RE: Warum 25 Minuten Arbeit reichen....

Original von Sabine
b) das Pferd überlasten (Wenn man nicht gerade einen Konditionskracher hat, der unter 2 Stunden Galopp keine Ruhe gibt...)
...siehste, dann hast Du so einen... :D

Guck, so einen hab ich dann wohl auch :D Wobei ich mit Paul ja auch nur im Gelände unterwegs bin und bisher nur mein Hinterteil mal gesagt hat "es reicht!" aber sicher nicht das Hoppel unter mir. Falls wir uns tatsächlich mal auf den Platz "verirren", um was "ernsthaftes" zu arbeiten, dann allerdings auch eher im kurzfristigen Bereich - also sprich so 15 - 20 Minuten. Nicht weil Paul nicht länger kann - der hat dann einfach keinen Bock und wird bloß maulig und bockig. Also wird das Programm abgespult (Wendungen, Wechsel, etc. - wobei wir halt westernmäßig versuchen zu üben, nicht englisch - sprich wir üben auch sowas wie Neckreining etc.), nicht viele Wiederholungen und dann ist gut.

Elan habe ich früher immer so ca. 45 Minuten geritten wobei allerdings immer zwischen 15 und 30 Minuten aufwärmen im Schritt inklusive waren und dann vielleicht noch 10 Minuten oder etwas mehr (je nach Witterung und Verfassung des Pferdes), weil er einfach immer recht lange brauchte - je älter desto länger - um richtig in die Gänge zu kommen.
 
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glücksklee

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also meiner is nach 25 minuten noch nichtmal warm..geschweigeden locker, das liegt ja wohl auch daran wie stark die bemusklung bei pferden ist, generell mehr muskeln, mehr zeit zum aufwärmen 25 minuten sind da nix! aber fürn durchschnitts freizeit pferd kann ich mir vorstellen is das ab und zu genügend.
 
Sabine

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Hallo Glücksklee...

...ich kann Dir einige Pferde zeigen (u.a. den Friesenhengst, von dem in diesem Thread: Wo ich am WE war - inkl. Fotos ein paar Fotos sind ), die auch "nur" 25 Minuten wirklich gearbeitet werden.
Denke, dass spätestens diese Bilder zeigen, dass das absolut NICHTS mit der Muskelmasse zu tun hat.

Sondern damit, wie die Pferde gearbeitet werden - ob sie durchlässig sind und die Hilfen willig annehmen.
Es geht ja nicht darum, das Pferd solange zu reiten, bis es nicht mehr KANN, sondern solange, bis man denkt "Jetzt ist es gut - es kann nur noch schlechter werden".
Dann aufzuhören ist dem Pferd gegenüber nur fair...

Wenn "Deiner" (was auch immer das sein mag - Du hast leider noch nie etwas über Dein Pferd geschrieben) länger braucht, um warm zu werden und auf Deine Hilfen einzugehen, ist das eine ganz individuelle Sache (und nicht als Kritik zu verstehen!)

Deswegen aber Pferde, die in relativ kurzer Zeit "durch" sind und willig mitarbeiten als "durchschnittsfreizeitpferd" abzustempeln finde ich nicht in Ordnung.

Gruss
Sabine
 

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glücksklee

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meiner geht busch...fertig is der nach drei stunden da auch noch nicht und ne gewisse durchlässigkeit setz ich mal bei ihm vorraus *g* wo ich dir recht geb is allerdings dass es schwerer bei ihm is da er dressur auch hasst, deshalb is bei uns dressur eher so "kleines" springen aber da reichen auch keine 25 minuten und da wird wirklich geritten, wendungen, übergänge in den tempis...von daher bei so einem wie ihm dauerts länger bis da alles gelöst is...außerdem n dressurpferd wien friese is schon mal definitiv anders geritten und hat auch nicht nen hals wie n springer...da muss man schon auch beachten dass der körperbau und dessen bemusklung maßgeblich sind.

dressurpferde sind teilweise nicht so rittig wie meiner denen hauts den dampf aber eher raus.

pferd von meienr freundin is ziemlich groß und hat probleme sich fallen zu lassen, da reichen auch keine fünf und zwanzig minuten...auch nicht mir schlaufzügel oder sonstigen späßen.

ich glaub dir aber dass es genüg pferde gibt die da dann schon genügend bewegt und gelöst sind...aber eben die wenigsten. ( meistens scheitert dass aber auch am können vom reiter...)
 
Sabine

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ich glaub dir aber dass es genüg pferde gibt die da dann schon genügend bewegt und gelöst sind...aber eben die wenigsten. ( meistens scheitert dass aber auch am können vom reiter...)

...und daran, wie regelmässig die Pferde gearbeitet werden...
Da geb ich Dir recht...
Wenn die nur einmal in der Woche was schaffen sollen und ansonsten nur um die Häuser ziehen oder auf der Koppel stehen, dauert´s natürlich länger, bis sie durchlässig sind.

Meine anfängliche Kritik an den "ich muss mindestens eine Stunde reiten" -Reitern bezog sich ja auch auf die, die sich täglich über die Runden quälen....und wo die Pferde nach einer Weile nur noch mit angelegten Ohren in die Bahn kommen und gar keine Lust haben, sich ÜBERHAUPT noch zu bewegen...und die Reiter immer schlechter gelaunt sind und über ihre Pferde schimpfen - bzw. ihre lahmen Arme...

LG
Sabine
 
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glücksklee

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jaaa ok...einverstanden...ich nehm mein zu überspitztes dass 25 min nur freizeitpferden reicht zurück...nicht ok....gut...
du musst wissen dass er in der viellseitigkeit bis L läuft . War internatinal unterwegs hat aber nen schwachpunkt ( dressur ) und darf jetzt seid einem jahr sich mit springen und busch begnügen (gibt leider wenig möglichkeiten bei uns is ja ned so verbreitet in bayern ), wird natürlich dressur geritten ( Ausblidungsstand is bei M ) aber es macht ihm 0 Spaß...
ja tägliche arbeit ist wichtig, da ich nicht täglich reiten kann, geht er 2 stunden im schulbetrieb und ist richtig ausgeglichen dadurch, die kinder wollen von ihm ja nicht mehr als ein bisschen trab und galopp!
und durch seinen täliche "job" hat er seinen ausgleich...totzallem 25 minuten geht bei uns nicht...
und das stimmt schon, bei den leuten die sich runde um runde quälen frag ich mich warum sie ihr pferd nicht schön ausbinden und an die longe hängen und dann reiten ( meistens werden die arme nämlich nur lahm wenn man ständig am zügel fummelt, auf zug kommt und dann verbissen und versteift das pferd an die hand reiten will ).
Dagegen ist das beste mittel für ne viertel stunde zügel in eine hand und bahnfiguren in allen ganarten nur mit dem schenkel und sitz reiten...dann halt man auch seine stunde durch.
an und für sich 25 minuten wenn sie reichen und man mit sich und seinem pferd zu frieden ist, warum nicht?! Seh ich ein, aber ein allzweck mittel gegen lahmheitserscheinungen beim reiter...ne...das löst das grundproblem nämlich net.
aber ich glaub da hab ich dich missverstanden...wie du schon sagst bei dem muss eine stunde MUSS sein, auch wenns die reinste qual is und schon lang brav alles geübt wurde....ja.

schönen abend noch!
 
Natango

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Hallöchen,

ob 25min Arbeit reichen, hängt zum großen Teil davon ab, welche Ziele man verfolgt. Ich denke, 25min Dressurarbeit reichen vollkommen aus, weil dort auch vo Pferd sehr viel Konzentration verlangt wird - als ich mit meinem Hafi noch überwiegend Dressurarbeit gemacht habe, habe ich eben dieses bemerkt, dass bei ihm irgendwann schlichtweg die Konzentration nachlässt. Von der Kondition her hätte er sicherlich noch einiges länger trainieren können, mit mangelnder Konzentration hätte ich allerdings mehr kaputt gemacht, als dass es uns beiden etwas gebracht hätte...

Vor etwa 3/4 Jahr, nach dem Umug in unseren Offenstall, haben wir den Sport geändert und angefangen, auf Distanz zu trainieren. Nutei und ich haben es bis auf 42km gebracht, die er im Trab gut absolvieren kann und "fit to continue" ist. Leider hat er derzeit Eisenmangel (ist in Behandlung, dauert jedoch, bis alles wieder ok ist) und ich werde unsere Pläne, mit ihm dieses Jahr an einem 42er udn einem 50er teilzunehmen begraben müssen...
Zudem trainiere ich einen Araber, ebenfalls Distanzpferd, allerdings geht er bis 120km und ist entsprechend konditioniert... Wenn ich Anubis nur ne knappe halbe Stunde täglich reiten würde, würde er mich vermutlich auslachen... ;) Mal abgesehen davon, dass diese Pferde auf einem Distanzritt dann "leichte" Probleme hätten...

Gut, das waren jetzt vermutlich auch nicht unbedingt die Pferde, die du gemeint hattest. Im Endeffekt wollte ich darauf raus, dass für ein einigermaßen konditioniertes Pferd eine Stunde körperlich anstrengende Arbeit im Prinzip kein Problem ist. Sogar eine Distanz von ca. 30km sollte so ein Pferd ohne größere Schwierigkeiten schaffen. Bei dem, was von den Pferden in der Halle oder auf dem Platz gefordert wird, hapert es in der Regel jedoch ab einem gewissen Punkt verständlicherweise einfach an der Konzentration, was wir selbst ja auch nachvollziehen können. Und dann sollte man es einfach gut sein lassen, dem Pferd seine Erholung (und Verarbeitung) gönnen und am nächsten Tag mit einem frischen, arbeitsfreudingen Pferd wieder weitermachen...
 
rambuckel

rambuckel

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Hi ihr,

mir ist die Diskussion hier ein bischen zu "fokussiert" ....

Es wird deutlich, dass hier so ungefähr jeder was anderes vom Pferd fordert .... das ist gut so und kommt auch auf die Stärken und Schwächen von Pferd und Reiter an.

Wenn ich Distanzritte machen will ist Sabines "Programm" blödsinnig und wenn ich mein Pferd dressurmäßig reiten will, brauch ich das keine 120 km durch die Landschaft zu schicken .....

Lange Rede kurzer Sinn, es kommt mal wieder darauf an, was Pferd und Reiter für sich brauchen und die Diskussion zeigt mir mal wieder, dass es eben nicht DAS Rezept für gutes Training gibt.

Ich kenne Pferde, die kann man erst vernünftig und konzentriert arbeiten, wenn man die vorher mindestens ne halbe Stunde "gescheucht" hat, andere hingegen sind nach ner 1/4 Stunde Arbeit so platt, dass man nur noch durchs Gelände schlurfen kann.

Es kommt doch darauf an, wo ich hin will ...
wenn mein Pferd ne Dressurprüfung gehen soll muss ich es so trainieren, dass es ausreichend bemuskelt ist, um die 5 Min Dressurprüfung in der Versammlung durchzustehen. Da reichen 25 Minuten vollkommen aus, wenn diese effektiv genutzt werden.

Eine vollkommen andere Trainingsart muss ich verfolgen, wenn ich nen 42 km - Trail überstehen will -- mit einem gesunden Pferd.
Da reichen 25 Min nicht mal ansatzweise, geschweigedenn, dass dieses Pferd hauptsächlich im Viereck zu trainieren wäre .....

Das ist genau das was mich an diesen ganzen "Methodenlehren" so abschreckt .... die versprechen alle, die Lösung aller Probleme, aber nur wenn man sein eigenes Pferd gut genug kennt, kann man letztenendes Profit für sich und seinen behuften Untersatz daraus schlagen, indem man die Informationen filtert.

Ein zutrauliches Pferd braucht kein Join-up. Im Gegenteil ... falsch angewandt, kann diese Methode alles kaputt machen. Aber dennoch kann ich mit "pferdischem Verhalten" das Vertrauen vertiefen.

Ein zutrauliches Pferd braucht auch kein "Be strict". Im Gegenteil, wenn ich ein Pferd habe, das sich schon vor herumfliegenden Blättern erschrickt kann ich nicht mit ner Fahne an der Gerte rumwedeln, wenn ich nicht vorhandenes Vertrauen zerstören will. Dennoch kann ich eine erhöhte Aufmerksamkeit erreichen und die Gymnastizierung verbessern, wenn ich Bodenarbeit mache und auch das Pferd an flatternde Gegenstände gewöhnen, wenn ich sensibel vorgehe.

Was ich damit sagen will ... ich kann von einem unsportlichen Menschen oder untrainierten Menschen kein Spagat verlangen und ich kann von einem solchen Pferd keine Versammlung fordern, ohne Schaden anzurichten.

Ich kann aber darauf hinarbeiten, dass das irgendwann klappt, indem ich gezielt drauf hintrainiere.

Genauso kann ich von einem Kleinkind nicht verlangen, sich ne Stunde zu konzentrieren .... von einem 4 jährigen Pferd genausowenig.

Von einem Studenten kann ich das verlangen ... und von einem 8 jährigen trainierten Pferd kann ich das auch.

Alles eine Frage des Trainings, dass behutsam gesteigert werden muss.

Gruß Resi
 
Sabine

Sabine

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Die Resi hat´s mal wieder voll erfasst... :D

Ich hatte ja auch keine "Lehre" oder "Methode" proklamieren wollen (deswegen heißt es in der Überschrift ja auch "reichen (können)..." ),
sondern wollte als Kernaussage das hier stehen haben:

Ich arbeite 20-25 Minuten wirklich konzentriert. Übergänge, Seitengänge, Wechsel, etc...
Und dann schau ich, wie das Pferd läuft: Kaut es, gibt es nach, geht es schwungvoll vorwärts und reagiert spontan auf die Hilfen?

...wenn ich alles mit "ja" beantworten kann: Lass ich es in Ruhe!
Ich wollte nur denen eine Denkanstoss geben, die ich täglich in den Hallen lustlos herumschlurfen sehe, die immer wieder auf die Uhr gucken ("Wie lange muss ich noch?) und die ihre Pferde jeden Tag saurer machen.

Klar, dass die "Methode" bei Distanzpferden oder dem "einmal die Woche schaff ich was, sonst geh ich nur um die Ecken" nicht funktioniert.

Aber sie funktioniert sehr gut bei Pferden, die täglich was tun, die in guter Kondition sind und die Spass an der Mitarbeit haben. (Und denen dieser Spass auch erhalten bleibt.)

Schönes Wochenende noch!

Sabine
 
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Alba

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Zallo husammen!

Wenn ich mich mal kurz einmischen darf - :binzel:

Völlig unabhängig von jeder Reitweise, Unterrichtsmethode, herrschender Meinung und jeweils propagierten Heilsbringern gilt für JEDES Pferd IMMER folgendes:

Bei der immer noch am meisten verbreiteten Haltungsform in der Box benötigt die Gelenkflüssigkeit circa 15 bis 20 Minuten, um sich genügend zu verteilen und die Gelenke einsatz- und leistungsbereit zu machen. Bei älteren Pferden gerne auch mal länger, allerdings bei jüngeren Pferden nicht kürzer. Wenn ich mein Pferd vor Ablauf dieser Zeitspanne durch enge Wendungen, steile Anstiege im Gelände oder schnellere Gangarten als Schritt belaste, geht das im Laufe der Zeit auf die Gelenksubstanz.

Ich lasse deshalb meine Stute in den ersten zehn Minuten unter dem Sattel im Prinzip am völlig hingegebenen Zügel laufen, wie sie möchte, das heißt, ich greife nur im Notfall im Tempo ein, um z.B. einen Zusammenstoß mit einem Dösbaddel zu verhindern. :D
Nach diesen ersten zehn Minuten folgen weitere fünf bis zehn Minuten, in denen ich Zirkel und große Bögen reite. Sind wir auf dem Dressurplatz oder in der Halle, wechsele ich dann auch dauernd die Hand.

Nach dieser ersten Phase sollte die Aufwärmung der Pferde- und Reitermuskulatur erfolgen. Schließlich käme auch niemals beispielsweise ein Sprinter auf die Idee, unaufgewärmt an seiner 100-m-Zeit arbeiten zu wollen. Weil das Pferd in aller Regel ein großes Tier ist, dauert die Aufwärmphase sicher noch einmal mindestens fünfzehn Minuten. Hierfür taugen Seitengänge im Schritt, häufige Handwechsel im leichten Trab auf wechselnden großen Bögen sowie auch mal ein leichter Galopp über die ganze Bahn.

Jetzt sitzt man schon mind. 30 Minuten auf dem Pferd. Mit der "Arbeit" hat man jedoch noch nicht begonnen, die kommt jetzt. Ich möchte noch einmal deutlich sagen, dass es völlig unerheblich ist, welche Art von Arbeit man im Anschluss an die Aufwärmphase von seinem Pferd verlangt. Einführende Schrittphase und Aufwärmphase sind sowohl für die Dressurarbeit, für das Springen, für die Bodenarbeit mit Cavalettis und auch für die Arbeit mit dem Geländepferd grundsätzlich immer nötig!

Wenn man jetzt noch in der Lage ist, 25 Minuten mit dem Pferd beispielsweise dressurmäßig zu arbeiten, verfügt man bereits über eine ganz ordentliche reiterliche Kondition. Zusammen mit dem - vor allem in der kühleren Jahreszeit - sicher notwendigen Abreiten von weiteren zehn Minuten Schritt am langen Zügel dauert der Einsatz auf dem Pferd in der Regel zwischen 65 und 80 Minuten, je nachdem, wie schnell das Pferd in der Lösungsphase locker wird und nach der Arbeit abtrocknet und die Atmung reguliert. Die Aufwärmphase dauert bei kühlerem Wetter auch gerne mal länger.

Ich weiß sehr wohl, dass man auf diese grundlegenden Dinge in Reitschulbetrieben in aller Regel keine Rücksicht nimmt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht wichtig sind für Menschen, die lange Freude an ihrem gesunden Partner Pferd haben wollen.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. :smile:
 
Sabine

Sabine

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Hallo!

Danke für die Aufklärung... :)

Um den darauf sicher folgenden "Siehste, hab ich doch gleich gesagt, 25 Minuten ist viel zu wenig"- Reaktionen vorzubeugen:

Bei uns kommen die Pferde i.d.R. nicht aus der Box, sondern von der Koppel...und von da ZUM Stall sind es auch schon gut 500m.
Dann der Weg ZUM Reitplatz...auch nochmal so weit...

Sprich: Ich gehe auch nicht mit einem "kalten" Pferd in die Arbeit... :binzel:
...und fange dann auch nicht gleich mit Galoppvolten und Traversalen an.

...nur so...am Rande.

Denke, hier ist kein Widerspruch zu Albas Ausführungen vorhanden.

LG
Sabine
 
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Alba

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Original von Sabine
...Denke, hier ist kein Widerspruch zu Albas Ausführungen vorhanden. ...
Nein, ganz und gar nicht.

Ich glaube vielmehr, dass es manchmal schwierig ist, zwischen Lösungsphase für das Pferd (die für den Reiter durchaus auch extrem anstrengend sein kann) und Arbeitseinheit eine klare Grenze zu ziehen.

Ich wollte nur deutlich machen, dass unter "Arbeit mit dem Pferd" vielerlei Aspekte zu berücksichtigen sind.

Äh ... sollte ich mich eigentlich mal irgendwo vorstellen? Gibt ein einen ensprechenden Faden? *wäre dankbar für einen entsprechenden Hinweis*
 
Sabine

Sabine

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Hi Alba,

wenn Du Dich vorstellen möchtest:
Hier ist die Mitgliedervorstellung, hier kannst Du - wenn vorhanden - Dein(e) Pferd(e) vorstellen, und hier auch Deine anderen Tiere - wenn Du möchtest.

Dann ist der "Vorstellungspflicht" erst mal genüge getan, oder? :D

Gruß
Sabine
 
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Warum 25 Minuten Arbeit reichen (können)....

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