Angst, wenn es draußen laut knallt oder geböllert wird

Diskutiere Angst, wenn es draußen laut knallt oder geböllert wird im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde; Hallo zusammen, ich habe mal wieder ein Thema, bei dem ich euren Rat brauche. Milo hatte bis vor einiger Zeit überhaupt kein Problem mit lauten...
Macheeba

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Hallo zusammen,

ich habe mal wieder ein Thema, bei dem ich euren Rat brauche.

Milo hatte bis vor einiger Zeit überhaupt kein Problem mit lauten Geräuschen, doch dann kam dieses eine Gewitter...

Es muss letztes Jahr irgendwann gewesen sein. Wir lagen zu dritt sonntags entspannt auf dem Sofa als es durch ein drohendes Gewitter so dermaßen laut geknallt hat! :kreisch: wir haben uns natürlich alle total erschrocken und um Milo war es geschehen. An diesem Tag wollte er weder ins Wohnzimmer kommen, geschweige denn wieder aufs Sofa.

Dann ging es wieder einigermaßen mit Normalität einher. Doch sobald jetzt draußen etwas knallt oder ein Böller losgelassen wird, steht ihm die Panik in den Augen. Er kommt wieder nichts in Wohnzimmer und versteckt sich ängstlich.

Mittlerweile sind wir umgezogen und haben eine Wohnung mit 2 Etagen, Schlafzimmer oben. Milo schläft eigentlich immer unten auf den Teppichen oder in seinem Hundebett und hatte auch nie großes Interesse unbedingt im Schlafzimmer dabei zu sein.

Am Samstag war es wieder soweit: jemand hat in der Nachbarschaft gefeiert und es hat geknallt. Dann kam er ganz ängstlich hochgeschlichen und lag erst vor dem Bett. Noch ein Knallen und zack: verkraucht er sich unter unserem Bett.

Und das finde ich gar nicht gut... wir sollten ihn doch nicht in seiner ängstlichen Haltung die ganze Nacht da kauern lassen oder? Also bin ich aufgestanden und habe ihn runtergelockt und so getan als wäre alles wie immer und in Ordnung und ihn da gelassen.

Dabei habe ich aber auch ein schlechtes Gewissen, weil ich Angst habe ihn dann in dieser Verfassung unten alleine zu lassen.

Wisst ihr, was ich noch tun könnte? Soll ich unter dem Bett alles verrammeln und ihm im Schlafzimmer schlafen lassen? Oder so tun als wäre alles normal und runter schicken?

Vielen Dank für eure Hilfe!!
 
14.08.2018
#1
A

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Easy

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Meiner Meinung nach sollte man die Angst seines Hundes nicht ignorieren. Ich weiß, das wird oft und in vielen Büchern geraten, den Hund zu ignorieren in seiner Angst.
Ich tue das nicht. Wenn mein Hund Angst hat (Easy ist auch so ne Schissbüchs bei Knallerei) und bei mir Schutz sucht, dann bekommt sie den. Nicht damit zu verwechseln, dass ich sie tröste, das mache ich NICHT. Ich bin lediglich da. Wenn sie unter meine Beine kriechen will, dann darf sie das. Und so falsch kann ich nicht damit liegen, ihre Angst ist nämlich über die Jahre immer weniger geworden. Also in eurem Fall würde ich es zulassen, dass sich Milo unter dem Bett verkriecht und bei euch Schutz sucht.
 
mottine

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Gut gesagt, sehe ich auch so.
Je nach Hund, versuche ich auch, aufzumuntern, also nicht tröstend, sondern "hey, schau mal" und statt hervorzulocken, hervorzuspielen...….komm´ wir machen was...so in der Art. Der Hund kann sich nämlich icht auf beides konzentrieren: Angst und Spaß.

Es kann ja sein, fest geschlafen, aus dem Schlaf geschreckt....Hund weiß ja nicht, was war...…
Ich lasse meinen Hund dann auch nicht alleine, darf er nicht ins Schlafzimmer, dann bleibe ich halt im Wohnzimmer. Ich finde das für das Vertrauen wichtig und oft löst sich dann das Problem schneller, als wenn der Hund sich alleine überlassen wird.
So ist er nicht alleine, merkt, passiert nichts und wenn: bist Du ja da.

Mag "vermenschlicht" klingen, aber ein Rudel gibt nunmal auch Sicherheit und man "bildet" ja eines mit seinem Hund.
 
Macheeba

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Ich weiß nicht genau, ob das unter dem Bett krabbeln "Schutz" suchen bei uns ist. In der alten Wohnung ist er auch ins Schlafzimmer gegangen und wollte sich verkrichen, alleine. Obwohl wir da waren. Er leidet dann alleine in einer Ecke und in dieser Verfassung möchte ich ihn ungerne lassen. Soll ich mich dann einfach dazu setzen?

Die Bindung zu mir und vor allem zu meinem Freund sind gut, falls das ein Thema werden sollte...so ist Milo halt, er flüchtet aus der Situation.

Aber ist es nicht sinnvoller ich hole ihm sein Bett hoch und er schläft bei uns und nicht unter uns zusammengekauert?
 
Easy

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Kurze Antwort: JA ;)

Easy hat zu Beginn auch noch keinen Schutz bei uns gesucht, sondern hat sich unter ein Regal geflüchtet, unter das sie gerade so passt.
Ich hab mich dann einfach dazu gesetzt, manchmal sogar ein Buch mitgenommen und einfach etwas gelesen. Hab sie auch gar nicht berührt, sondern mich einfach in ihre Nähe gesetzt (mir den Hintern auf den Fliesen abgefroren :D) und versucht, so viel Ruhe wie nur möglich auszustrahlen. Nach ein paar Jahren dann hat sich das geändert und sie sucht mittlerweile von selbst meine Nähe wenn sie erschrickt.

Edit: Ich bin ja eh ein Fan davon mit den Hunden zusammen zu schlafen, bei uns gibt´s manchmal richtiges Rudelkuscheln (zwei Menschen und zwei Hunde), die Hunde fühlen sich sicher.
Also nochmal ja, ich würde ihm tatsächlich die Möglichkeit geben in eurer Nähe zu schlafen. Ich kann verstehen, wenn er nicht ins Bett soll, das ist nicht jedermanns Sache (auch wenn ich es liebe!), aber wenigsten in der Nähe sollte er sein dürfen, meiner Meinung nach.
 
mottine

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Dem Beitrag von @Easy ist nichts hinzuzufügen.
Sehr gut erklärt und ausgeführt.

Ich schlafe immer mit meinen Hunden in einem Raum und, wenn sie in einem anderen Zimmer schlafen, ist die Tür auf, 5m entfernt...ich wache sehr schnell auf.....einfach weil ich schon zu oft erlebt habe, das was passiert ist......siehe Lexas allergische Reaktion.
 
Macheeba

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Danke Easy!!! Das ist doch schon mal ein Ansatz.

Ja, ins Bett ist ein absolutes No-go für mich. :thumbdown: auf der Couch ist was anderes 😄 aber ins Schlafzimmer darf er natürlich...

Das nächste Mal werde ich ihn dann direkt zu mir ans Nachtscjränkchen holen.

Angst und Aggresivität sind so Themen, wo ich absolut nichts falsch machen möchte, haltet mich bitte nicht für unfähig 😅
 
Macheeba

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Mottine, bei uns ist die Tür auch immer auf. In der alten Wohnung die recht klein war, hatte ich sie halb zu, also einen dicken Spalt, falls er rein möchte und ich alles höre. Wache auch schnell auf 😊

Nach dem Umzug haben wir den Korb die erste Zeit mit hochgekommen, war auch so alles stressig genug in der neuen Umgebung. Nach ein paar Tagen, wollte er lieber unten bleiben, vor allem als es so heiß wurde, dann ist das okay für mich... 🙂
 
mottine

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Bett sage ich immer: wie jeder mag und es ist noch kein Hund umgefallen, wenn er es nicht darf, Gewöhnungssache und Erziehung, wie bei anderem auch.
Aber ins Schlafzimmer, dort sein Lager, ist doch auch ok.

Und ja, es gibt auch Hunde, die sich ihr Lager irgendwo suchen...….aber wenn sie dann kommen, dann sollte man für sie da sein, hat ja dann einen Grund....ich denke aber, das pendelt sich wieder ein.
 
Murmelona

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Jeder Hund reagiert verschieden, aber sich verkriechen wollen, wenn Gefahr droht (auch wenn nur eine eingebildete) ist völlig normal.

Unser Sammy wollte immer alleine bleiben, nicht beim Rudel, außer es war Gewitter. Das waren die einzigen Male, wo er zu uns ins Bett ist. Wir haben ihn geliebt, auch wenn er sonst nicht kuscheln wollte. Andere Hunde sind wie Kletten, je mehr Haut/Fellkontakt, desto besser. Unsere Hunde haben die Wahl, sie können schlafen, wo sie wollen, nur die Großen dürfen nicht ins Bett, einfach aus Platzgründen.

Jetzt zum Beispiel, ich sitze in meinem Büro und vier der neun Hunde sind bei mir, die anderen im Haus verteilt. Wäre Gewitter, wären alle neun bei mir. Auch gut. Früher, unser Bailey, der fühlte sich nur im begehbaren Kleiderschrank sicher. Zu ihm habe ich mich gesetzt, was die Bindung an mich sehr gefördert hat. Vielleicht zu sehr, denn als ich auf Dienstreise musste, lief er davon und wurde überfahren. Irgendwie bilde ich mir ein, er habe mich gesucht.
 
mottine

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………………..oh nein...…….sorry, aber schrecklich, mußte das aber sagen. Tut mir leid.
 
Lady Wolf

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Ja, schreckliches Ende ...
Aber da rechnet doch niemand mit....
 
Murmelona

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Ihr meint Bailey? Ja, das war ganz, ganz schlimm.
 
mottine

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Ja, mußte 2x lesen....erst dachte ich, tolle Bindung, dann oh nein! Mit sowas rechnet man ja nicht.
 
Murmelona

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Er war 2 Jahre alt und hatte ein verkrüppeltes Vorderbein. Ein Straßenkind. Reinrassig: Brittany Spaniel. Aber jetzt höre ich damit auf, erstens weil ich damit den Thread gekapert habe und zweitens tut es nach 8 Jahren immer noch weh.
 
mottine

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Ok, klar, trotzdem noch danke für die Worte......zurück zum Thema.

Also ich finde es komisch, wenn Trainer sagen, einen Hund, der Angst hat, völlig zu ignorieren. Nicht tröstend in seiner Angst unterstützen, ihn ins Loch fallen lassen, ok, das nicht, aber da sein, ab- und/oder umlenken, an der Angst arbeiten.

Grob wie Kinder, die Angst im Dunkeln haben, was passiert, läßt man ein Lämpchen an oder das Licht im Flur, die Tür einen Spalt auf...….die Kinder fühlen sich verstanden (beschützt) und bisher habe ich solche Kinder als Erwachsene noch nie mit voller Beleuchtung schlafen sehen.

Anders erlebe ich es aber oft, wenn der Hund, gerade Welpe oder "armer geretteter Auslandshund"nett schläft, es böllert und der Halter rast los, reißt den Hund aus dem Schlaf, weil er doch nun Angst hat! So diese aber schürt!
Das ist für mich nun absolut falsch....

Aber wie die anderen schon gut sagten: da sein, Ruhe ausstrahlen. Wir wissen um den Böller, der Hund ja nicht. Der schläft, schreckt hoch....ui, wie blöd, was nun? Dann sind wir halt gefragt.
Thema wieder da.:D
 
Lupo

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Unsere Kenia war sehr ängstlich bei Knallern, Gewitter, Blaskapellen etc. Sie suchte dann Schutz bei mir. Ich ließ sie und versuchte Ruhe auszustrahlen. Seit nunmehr 9 Jahren und passiert ist bis vor 2 Jahren nix. Dann kam mein Mann ins Haus und Kenia ist wesentlich gelassener geworden. Er mag Gewitter im Gegensatz zu mir. Ich denke das sie gemerkt hat das mir Gewitter und Böller auch sehr unangenehm sind. Beigebracht habe ich ihr die Angst nicht. Die Ruhe die ich versucht habe ihr zu vermitteln hat sie mir aber nicht abgenommen.
Er steht da und fühlt wow endlich mal wieder ein tolles Gewitter. Im Prinzip ist nur er derjenige der ihr helfen kann. Sie ist immer noch etwas angespannt, aber nicht mehr panisch.
Beim letzten Gewitter hat sie die Show sogar verschlafen. Das hat mich sehr gefreut!

Gruß
Birgit
 
Cocker

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Meine Spaniels waren und sind zwar schussfest, aber wenn sie Angst hatten, habe ich zwar nicht getröstet aber ein "alles ist gut" (muss man natürlich aufbauen in angenehmen Situationen) gesagt und war betont ruhig. Gähnen finde ich hilfreich und mal kurz aufs Sofa legen und ein Buch zur Hand nehmen oder was sonst zum Abhängen gemacht wird.
Ein Gang zum Kühlschrank oder Leckerlidose könnte auch helfen. (Mir hilft ein Gang zum Kühlschrank in Krisensituationen leider immer:D)
 
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