Pilgern

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Mela2

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Ist von euch schon mal wer mit Hund gepilgert?
 
17.12.2017
#1
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Runa

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:huh: Also ich höchstens bis zum Kühlschrank, denn der ist mir heilig. Und da war mein Hund immer mit von der Partie.
Ich hoffe, hier melden sich noch andere, die bessere Erfahrungen mitbringen - ich bin gespannt, denn das würde mich auch interessieren.

Liebe Grüße von Runa
 
Ichwillmit

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Nmorgähn :)

In Deutschland / Österreich sollte Pilgern mit Hund nicht weiter schwierig sein, wenn man etwas vorplant und reserviert.

Ich war 2011 ohne Hund von Bayern bis Santiago de Compostela unterwegs.:love:

Unterwegs habe ich zwei Pilger mit Hunden gesehen, lange mit dem jeweiligen HH geratscht und mal für ne halbe Stunde mit dem Hund am Dorfrand gesessen, damit sie einkaufen können. Ehrlich.. ich will dir die Idee nicht madig machen - als Mensch ist der Camino ein Traum und absolut empfehlenswert. Aber mit Hund kann ich den Camino de Santiago keinesfalls guten Gewissens raten. Oder nur unter sehr besonderen Umständen.

Es werden nicht so viele Hunde aus Spanien / von den spanischen Inseln gerettet, weil unser mitteleuropäisches Tierverständnis dort auf so großes Verständnis trifft. Einer meiner ersten 'Tiereindrücke' der Spanier waren zwei 'nette Polizisten' nahe Burgos. Eine andere Pilgerin hatte sie gerufen, weil sie drei max 3-4 Wochen alte Welpen in einem Müllcontainer gefunden hatte. Die sehr spät angerückte Streife fragte sie fassungslos, ob das ihr ernst ist, dass sie sie rausgefischt hat.. die sind da bestimmt nicht grundlos rein gepackt worden(!!!!).... letztlich zogen sie tatenlos ab und überließen es ihr, irgendeine Tierschutzorganisation zu finden, die die Würmchen aufnehmen und versorgen konnte.. .


In 99,9% der Pilgerunterkünfte sind Hunde tabu. Hotels wo sie mitdürfen sind im Inland ebenso eine absolute Rarität. Mit Glück darfst du gegen Entgeld die Sanitäranlagen nutzen.. aber musst mit deinem Hund draußen schlafen.<Ironie> Oder du lässt deinen Hund alleine draußen 'nächtigen'... </Ironie>, denn auch in den Gärten / Höfen ist er nicht erwünscht. Ebenso in die Bars, wenn du nach einem langen Tag am Abend eines der tollen Pilgermenüs genießen möchtest, darf der Hund nicht mit.

Kurz: Du kannst mit deinem Hund bei Wind & Wetter (wild) campen und dich aus Supermärkten selbst versorgen. So entgehen dir aber locker 3/4 dessen, was den Charme des Caminos ausmacht. Von der besonderen Atmosphäre bei Pilgergottesdiensten, das Frühstück in den Cafés, vom gemeinsamen Abendessen mit anderen Pilgern und dem zugehörigen Pilgertratsch.. und auch den kleinen Leiden in riesigen, verschnarchten Schlafsälen, die irgendwie dazu gehören. :)

Davon ab gibt es Streuner, die dir unterwegs echt einheizen und deinem Hund sehr gefährlich werden können (ich sag nur Territorium...) - und je ländlicher, desto unangenehmer kann es auch von den (sonst zu Pilgern super netten!!) Leuten her werden. Kaninchenjagd mit Schrotgewehr ist zB in Galicien völlig normal.. wenn da mal 'versehentlich' in Richtung deines Hunds (selbst wenn er angeleint ist) geschossen wird... ja mei.

Ein Buch über 'Pilgern mit Hund' habe ich gelesen, da sind zwei mit Hund gewandert.. und ein drittes Familienmitglied mit Campingbus hat Abends am Zielort auf sie gewartet. 'Bequemer Grundstandart'... aber ich, als ich und 'normaler' Pilger, habe beim lesen bemerkt, dass da unglaublich viele 'Caminoeindrücke und Erfahrungen' gefehlt haben.

Und zuguter Letzt ist das Klima in der Meseta (40 Grad im nicht vorhandenen Schatten) etwas, das man sich als Mensch antut.. aber lieber nicht seinem Hund. :S

Lieber eine gute Hundebetreuung organisieren, alleine pilgern.. und sich unterwegs freuen, was man seinem Hund nicht zugemutet hat. Und dafür mit Hund vielleicht schöne (mehrtägige) Wandertouren in Deutschland/Österreich machen. 8)

LG,
Anna mit Miepsies
 
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Runa

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:S Sorry Jane - aber ich bleibe (nach diesem echt gut geschriebenen Text von Anna) bei meinem Kühlschrank.
 
Mela2

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ja, ich hatte mir sowas schon gedacht, die Steine die einem da mit Hund im Wege liegen scheinen tatsächlich bedenkenswert zu sein.

Danke für deinen Bericht Anna
 
Mela2

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Anna, von Bayern aus heißt, du bist tatsächlich zu fuß an deiner Haustür gestartet? Und bis den Weg zu Fuß losmarschiert? Um dann den Jakobsweg zu Fuß zu gehen?
 
Ichwillmit

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Nabend Jane :)

Ja, das bin ich.

Jeder Weg, den ein Pilger geht um zum Grab des heiligen Jakobus zu gelangen, ist ein Jakobsweg. :) Historische Jakobswege ziehen sich durch ganz Europa (und zT den Norden Afrikas). Im Mittelalter gab es eine richtige 'Pilgerweg-Triangel' zwischen Santiago, Rom und Jerusalem. Ich bin ein großer Fan, dass sie in vielen Teilen 'wiederentdeckt'... und vor allem wiederbelebt.. werden.

Das was man gemeinhin als "Jakobsweg" kennt, der "Camino Francés" in Spanien, von den Pyrenäen über uva Burgos und Leon nach Santiago de Compostela, ist mit 'nur' ~800 km eigentlich ein 'Mini-Ausschnitt'. Wenn es dir persönlich wichtig ist, auf deiner Pilgerschaft der Muschel zu folgen, kannst du in aller Ruhe ein beliebig langes Teilstück durch Deutschland/Österreich gehen.. und ausprobieren. Beziehungsweise schon mal anfangen. :) So kannst du, als Gedankenspiel, hier mit Hund pilgern.. und ab der Schweiz / Frankreich ohne Hund.

Es gibt kein Zeitlimit oder Gesetze für den Camino - jeder geht in seinem Tempo und wo er möchte. Auch wenn dir die Zeit fehlt von hier aus in einem Stück zu Fuß zu gehen (das sind grob 4 Monate): du kannst deinen Pilgerausweis 2018 auf einem Teilstück in zB Deutschland stempeln.. und im darauffolgenden Jahr.. oder wann immer du Zeit und Muse hast.. deinen Weg fortsetzen. Und wenn dir ein Teilstück nicht gefällt.. umgeh es. Wenn du ein Teilstück nicht gehen möchtest.. lass es aus. Außer die letzten 100 km, sofern du die Compostela (Urkunde) haben möchtest, gibt es keine Regeln.

Alternativen zu den Jakobswegen sind zum Beispiel der Bonifatius-Weg, mit 180 km auch recht überschaubar. Oder, landschaftlich und sportlich (.. und kulinarisch....) sehr reizvoll, verschiedene alpine Routen aus Bayern gen Italien, Rom. :)

Wenn es dagegen eher ums Fernwandern geht, ohne religiösen Hintergrund (und dir eher die Sicherheit der gut ausgebildeten Infrastruktur zusagt; was nicht negativ gemeint ist).. gibt es die Europäischen Fernwanderwege.


Viel Spaß beim grübeln, planen und träumen. :love:


LG,
Anna mit Miepsies
 
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Mela2

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Ohman, da bist du was gelaufen, respekt!

Ja, ich hab die Pilgerwege die Deutschland zu bieten hat schon unter die Lupe genommen und ich schätze der erste zum mal antesten wird der in Mecklenburg um/an der Seenplatte werden. Da weiß ich: Hunde sind auf Campingplätzen willkommen, und Campingplätze gibt es viele und für ein Ein-Mann Zelt ist da immer Platz.

Ich denke an ne Woche um Ostern rum, oder Pfingsten werd ich das in Angriff nehmen.

"Den" Jakobsweg setzt man halt mit pilgern gleich, aber es gibt ja ne Menge anderer Wege.

Meine Motivation ist nicht religiös im christlichen Sinne und genaue Planungen gibt es noch nicht. Ich weiß auch, dass es geführte Wander/Pilgertouren gibt, sowohl im In- als auch im Ausland.

Mal schauen.

Falls noch wer mit Hund gelaufen sein sollte... wo auch immer ... Erfahrungen würden mich sehr freuen.
 
Murmelona

Murmelona

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Ich kann beim Pilgern nicht mitreden und auch nicht beim Jakobsweg, aber in USA gibt es lange Trails, z.B. den Appalachian und den Pacific Crest Trail, für die man 5 Monate und länger braucht. Es wird allgemein davon abgeraten, einen Hund mitzunehmen, einfach, weil die Strecken sehr lang und sehr hart sind. Auf dem Trail selbst gibt es selten etwas zu kaufen, höchstens einige Schutzhütten, man muss also absteigen, um etwas zu bekommen. Hunde brauchen für Teile des Weges Schuhe, sehr viel Futter (das 3-4 fache), entsprechend viel Wasser, und immer wieder Ruhe. Sind sie klein genug, kann man sie tragen, aber dafür sind sie nicht so ausdauernd. Viele Wanderer mussten wegen ihrer Hunde aufgeben, manche sind auf dem Trail gestorben (Übrigens auch Wanderer) oder verloren gegangen. Der Pacific Crest Trail ist besonders anspruchsvoll, von der Wüste Californians und Nevadas durch die Bergwälder zur kanadischen Grenze.

Ich würde sehr gern zumindest Teile des Appalachian Trail gehen, aber 30 Meilen am Tag (das ist ein Marathon täglich) sind notwendig, will man einen Thru hike in 5 Monaten schaffen.

In Deutschland allerdings, mit der dichten Besiedlung und relativ sanften Natur, würde ich das eher probieren.
 
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