Hund unberechenbar auf dem Grundstück

Diskutiere Hund unberechenbar auf dem Grundstück im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde; Hey Ho werte Hundefreunde ... vielleicht könnt ihr mir helfen, denn ich weiß nicht mehr weiter. Im groben geht es um eine Bellproblematik, wobei...
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cups86

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Hey Ho werte Hundefreunde ... vielleicht könnt ihr mir helfen, denn ich weiß nicht mehr weiter.
Im groben geht es um eine Bellproblematik, wobei es dass im Grunde nicht richtig trifft. Aber ich beschreibe euch einfach mal mein Problem ...

Problembeschreibung:
Der Hund bellt alle Menschen an, die aufs Grundstück kommen, auch mich und meine Frau. Dies tut er aus meiner Sicht auf eine recht aggressive Art und Weise. Ich finde das jetzt schwer zu beschreiben, aber es klingt nach einem aggressiven Bellen. Also es klingt nicht wie ein Aufmerksamkeitsbellen oder ähnliches ... Des Weiteren knurrt er dabei und umkreist einen. Es kommt auch vor, dass er einen dabei anspringt und in die Hand,ins Bein oder in den Po zwickt. Er ist beim Zwicken schon vorsichtig, aber angenehm ist es auch nicht. Meine Frau hatte den Hund schon bevor wir zusammen gekommen sind und anfangs hatte ich richtig Angst davor auf ihr Grundstück zu kommen. Nun leben wir schon einige Jahre gemeinsam auf dem Grundstück und ich denke, dass der Hund mich als Herrchen akzeptiert hat, aber dieses Verhalten besteht nach wie vor.

zum Hund:
Er ist ein ca. 6 Jahre alter Kanaan-Hund vom Tierschutz. Nach unserem Wissen hatte er eine schwere Kindheit, denn er lebte ca. 2 Jahre auf den Straßen/Wäldern Sibiriens bevor er zu meiner Frau kam. Aus Erzählungen weiß ich, dass er sehr verstört war als er hier ankam. Es dauerte wohl einige Zeit samt Hundetrainer bis er sich nicht mehr permanent in Büschen versteckte, geschweige denn überhaupt das Haus betreten hat.
Wenn man das bedenkt, hat er sich wirklich großartig entwickelt. Er hört gut auf Sitz,Platz,Bleib etc. und ich kann ihn auch minutenlang vor seinem Futter sitzen lassen und er geht erst ran, wenn ich wiederkomme und es ihm erlaube.
Vom Wesem her würde ich ihn als liebebedürftigen Schisser beschreiben. Er versteht in der Regel ganz gut was wir von ihm wollen, wenngleich er Kommandos zuweilen recht widerwillig ausführt. Er tut es zwar, aber wenn er gerade keine Lust darauf hat, dann jault oder knurrt er dabei, wenn er sitz machen soll.

Theorien zum Problem:
Unser Hauptproblem ist, dass wir nicht richtig einschätzen können, was der Hund in diesem Moment eigentlich will, wenn er uns wie oben beschrieben "begrüßt". Ist es das Einfordern von Aufmerksamkeit? Dafür spräche,dass dieses Verhalten immer dann am stärksten ist, wenn wir eine Weile weg waren. Wir sind beide voll berufstätig, so dass er in der Regel einige Stunden am Tag alleine ist.
Dagegen spricht wiederrum, dass das oben beschriebene Verhalten in der Regel beim Erreichen der Terasse stark nachlässt. Dazu muss man wissen, dass wir ein recht großes Grundstück haben. Zwischen Auffahrt und Carpot/Terrasse liegen ca. 30m freie Rasenfläche. Auch verhält er sich wie oben beschrieben, wenngleich nicht ganz so stark, wenn wir von der Terasse aus in den Garten laufen. Bedenkt man das, spricht das ja eher für ein territoriales Anspruchsverhalten. Ich denke mal schon, dass er die Rasenfläche eher als sein Reich betrachtet, da wir uns da nicht wirklich viel Aufhalten im Vergleich zur Terrasse. Auch sollen Hunde vom Typ Kanaan ja sehr territorial sein.
Aber selbst wenn ... was will uns der Hund in diesem Moment sagen? Ihr dürft nicht aufs Grundstück kommen / auf die Rasenfläche gehen, weil sie ihm "gehört"?

Was ratet ihr uns?
Wir wollen dieses Verhalten jedenfalls abstellen.Ein Ignorieren seines Verhaltens hat bisher nicht geholfen. Auch haben wir versucht uns mehr auf der Rasenfläche aufzuhalten, so dass er merkt, dass auch diese uns gehört. Das scheitert aber glaube ich schon daran, dass wir uns nie genug Zeit dort aufhalten können als das er das verinnerlichen würde.
Mein nächster Gedanke wäre es die Wasserspritzmethode auszuprobieren, wobei die ja nicht das eigentliche Problem bekämpft und auch ganz schön nach hinten losgehen kann wie man so liest, gerade bei einer "Schisserpersönlichkeit" wie er sie hat.
Aber was sollen wir sonst tun? Wir wollen nicht mehr wie Eindringlinge empfangen werden, wenn wir nach Hause kommen.

Ich bedanke mich schon einmal für alle Tipps die ihr uns geben könnt.
 
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Paulamal2

Paulamal2

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AW: Hund unberechenbar auf dem Grundstück

AW: Hund macht mich wahnsinnig! Bitte um Hilfestellungen ...

Holt euch einen Trainer ins Haus. Lernt den Hund lesen. Aus der Entfernung kann man keinen Tipp geben.
LG
 
Cocker

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AW: Hund unberechenbar auf dem Grundstück

AW: Hund macht mich wahnsinnig! Bitte um Hilfestellungen ...

Okay - von der Rasse her wohl ein sehr selbstständiger Hund.
Das Gebelle, Geknurre und Gekneife ist vielleicht einfach eine Übersprungshandlung. Er weiß einfach nicht was er statt dessen tun kann.

Beim Hund die schwere Kindheit als Erklärungsgrund und zur Analyse zu nehmen ist kontraproduktiv. Ein Hund lebt im Hier und Jetzt und am Ist-Zustand muss gearbeitet werden.

Er läuft frei auf dem Grundstück? Die ganze Zeit? Wenn ja, kann man seinen Bewegungspielraum soweit einschränken, dass er nicht an Euch ran kommt auf dem Weg zur Terrasse? Und begrüßt wird er dann erst, wenn er ruhig ist.
Aber wie Paula schon schreibt, ohne einen Trainer der sich das vor Ort anschaut ist eine Lösungsmöglichkeit nicht zu geben.
Das Problem besteht ja schon lange und es wird einiges an Geduld und Zeit brauchen um es abzubauen.
Aber es gibt Möglichkeiten - Ihr müßt Euch einfach einen guten Coach suchen.:)
Berichte weiter!
 
mottine

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AW: Hund unberechenbar auf dem Grundstück

AW: Hund macht mich wahnsinnig! Bitte um Hilfestellungen ...

Denke auch, ein Fachmann vor Ort kann besser helfen.

Der Hund macht das bei Euch beiden? Seit Jahren? Also auch bei Deiner Frau?
Für mich ist auch die Körpersprache wichtig. Kann ja auch statt Aggression eine Unsicherheit sein, aber auch Bewachen des Grundstücks.
Ist er dort immer alleine unterwegs? Darf er ins Haus? Was wird mit ihm gemacht (Erziehung, Spiel, Auslastung, Gassie etc.).

Wenn man einen selbstständigen Hund hat, der lange alleine gelebt hat, evt. nie auf Menschen geprägt wurde, ihn dann da weg holt, auf ein Grundstück gibt.........kann man nichts anderes verlangen: sein Revier und das bewacht/beschützt er.

Wie hört sich das Bellen an? Wau wau mit klitzekleinen Pausen dazwischen oder wuwuwuwu in einem Stück? Daraus kann man evt. erkennen, wie der Hund gerade empfindet.
Das anspringen, kneifen......kann Unerzogenheit sein, manche Hunde zeigen mit Knipsen auch ihre Freude, kann aber auch ein Ausprobieren sein, wie weit er gehen kann.....hat der Mensch keine Angst, hört er auf.......rennt er weg....könnte er nachsetzen.

Da ich nicht weiß, wie der Hund sonst lebt, wie zutraulich er ist.......das müßte halt einer vor Ort abschätzen......Probleme sind ja:
keine Menschenprägung
auf sich alleine gestellt, also selbstbewußt
dann zu Menschen, nun Unsicherheit, weil er die ja gar nicht kennt/einschätzen kann?
Alleine in seinem Revier.

Was ja so gemacht wurde, weiß ich ja nicht, nur, und das meine ich nicht böse, nur handele ich anders, also nicht falsch verstehen: wenn der Hund so war, seit er zu Deiner Frau kam, warum hat man nicht gleich mit Training begonnen?
Weiß ich ja auch nichts um Eure Hundeerfahrung.

Das er Dich/Euch akzeptiert hat, kann ich so nicht hat sagen, denn dann würde er Euch begrüßen, nicht "hemmen". Außer er zeigt so seine Freude, da fehlt mir halt der Blick auf den Hund.

Ist es Unsicherheit, kann eine Wasserspritze es noch verschlimmern. Denn was bei dem Hund hilft, kann bei einem andere total falsch sein.

Vergessen: woher weiß man, das es ein Kanaanhund ist? Denn der gehört eigentlich nicht nach Sibirien. Kann ja auch ein anderer Hund oder ein irgendwas Mix sein. So kann man dadurch von evt. Rasseeigenschaften nicht ausgehen.
 
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Fee&Rasselbande

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AW: Hund unberechenbar auf dem Grundstück

Moin!

Kanaan Hunde sind Hunde, die den Menschen eigentlich nicht brauchen.
Und euer Hund hat die ersten zwei Jahre seines Lebens ohne Menschen gelebt und überlebt!

Ob nun euer Hund ein reinrassiger Kanaan ist oder ob da ggf noch ein Herdenschutzhund mitgemischt hat ist ohne Bild sowieso nicht zu beurteilen.

Deiner Beschreibung nach kann man jedoch feststellen, dass der Hund genau das tut, was er seinen Anlagen nach mitbekommen und gelernt hat - er wacht und er ist territorial.
Ihr seid nur sein Futterpersonal- tut mir leid für die Worte, ist ja nicht böse gemeint.

Egal, ob ihr nun auf dem Land lebt (was ich persönlich für den Hund hoffe) oder eher städtisch.
Ein Hund der sechs Jahre sein eigenes Verhalten leben durfte, der braucht keine Menschen. Er wägt ab, ob er ein Kommando ausführt oder nicht, er lotet aus, ob es für ihn Sinn macht.
Und es macht keinen Sinn für ihn, nicht zu wachen, und nicht zu warnen (einkreisen, zwicken). Wozu auch. Ihr dringt in seinen Augen in sein Revier ein. Und euer Standing ist nicht so stark gefestigt, dass er euch bedingungslos akzeptiert- das ist zumindest aus deiner Beschreibung zu entnehmen.

Bei Rassen, die im Ursprung auf Eigenständigkeit gezüchtet wurden ist es erwünscht, dass sie ohne den Menschen handeln, z.B. um eine Herde Schafe zu schützen, oder aber einen Hof.
Und Kanaan Hunde sind ursprünglich Wildhunde gewesen, die sowieso komplett ohne Menschen auskommen können.

Und jetzt kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen: sucht euch einen Trainer, der am besten noch Ahnung von Herdenschutzhunden bzw. Hunden vom Urtyp (oder zumindest ein Fable für diese) hat, und der dazu noch fit in "Hundekommunikation" ist, damit ihr euch mit eurem Hund irgendwie arrangieren könnt.

Viel Erfolg
 
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cyrus28

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AW: Hund unberechenbar auf dem Grundstück

Hallo Fee, genau meine Gedanken und Du hast es super toll in Worte gefasst.

LG Regina
 
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Gast 12241

Gast

AW: Hund unberechenbar auf dem Grundstück

Hallo Cups!

Was Fee da geschrieben hat unterschreibe ich sofort!

Hier mal eine Homepage:
http://www.herdenschutzhundhilfe.de/

Ich weiß ja nicht wo du wohnst. Mirjam hat ihren Verein hier in Rheinhessen und mehr als Erfahrung mit Herdenschutzhunden. Wenn das für dich zu weit ist kannst du sie ja mal telefonisch fragen, ob sie einen guten Hundetrainer mit der entsprechenden Erfahrung in deiner Ecke kennt. Wäre so meine Idee.

Liebe Grüße,
Wulf und Dumbledore
 
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