das leidige Thema: Besucher

Diskutiere das leidige Thema: Besucher im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde; Hallo liebe Leut, ich hatte hier schon einmal darüber geschrieben, dass unsere kleine Lady, wenn Besuch da ist, sich vor Freude nicht so richtig...
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HappyGal7

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Hallo liebe Leut,

ich hatte hier schon einmal darüber geschrieben, dass unsere kleine Lady, wenn Besuch da ist, sich vor Freude nicht so richtig halten kann und das ein oder andere Kommando einfach so überhört...

Bonny ist jetzt schon 7 Monate alt ;) (und ich finde das merkt man...draußen ist schnüffeln das wichtigste und Frauchen absolut langweilig. Ab jetzt gibt´s nur noch Handfütterung und wir beginnen mit dem Dummy-Training, was ihr auch richtig Spaß macht!). Seit dem letzten Beitrag haben wir ihr das Kommando "Platz" beigebracht, was sie auch wirklich gut versteht!!! Wir haben das geübt mit Leckerlis und wenn wir "Platz" sagen, dann rast sie da wirklich ungelogen auf ihren Korb zu, als gäbs gleich das Beste von der Welt :D

Die Begrüßungszeremonie konkret:
- Klingeln an der Tür, Kommando: "Platz" -> Sie bleibt noch ruhig, bleibt im Korb liegen
- ich mach die Tür auf, sie hört die Stimmen/das Lachen -> richtet sich neugierig im Korb auf und beobachtet das Ganze (wir haben eine nicht so große Wohnung, der Flur schließt sich direkt an das Wohnzimmer und somit kann sie wenn sie um´s Eck schaut in den Flur sehen, aus dem Korb)
- Besucher kommen rein -> spätestens hier kann sie sich nicht mehr halten: zum Besuch rennen


Wenn sie zum Besuch rennt, springt sie die Leute nicht unbedingt an (das klappt schon ganz gut), ABER sie ist total wild bei der Begrüßung. Läuft einem zwischen die Beine, umkreist einen, wieder zwischen die Beine, dann spingt sie vllt. doch noch einmal hoch, schnüffelt am Popes (jaaa, nicht gerade feines Benehmen für eine Dame...das macht sie noch manchmal bei uns, wenn sie sich so sehr freut, ich unterbinde es dann immer mit einem "nein", aber beim Besuch klappt das nicht, weil sie dann eh schon auf Durchzug geschaltet hat...man ist mir das immer peinlich :pardon:)

Wenn man dann im Wohnzimmer auf der Couch sitzt:
Sie kommt wieder an -> springt mit den Vorderbeinen auf die Couch (Was sie bei uns keinesfalls darf! und auch nicht tut, mit noch einigen kleinen Ausnahmen, die aber sofort korrigiert werden und dann ist wieder gut). Davon ist natürlich keiner begeistert, also: ab auf den "Platz". Das macht sie dann natürlich nicht freiwillig! Also nehme ich sie mir kommentarlos -> bring sie auf ihren Platz -> sage noch einmal "Bleib" (mach dazu eine Handbewegung, die sie auch kennt und ansonsten versteht!) -> sie bleibt einige Sekunden still -> dann fängt die Phase des Gewinsels an (dabei wird sie ignoriert, auch vom Besuch) -> dann wagt sie sich die Vorderbeine aus dem Korb zu stellen -> an dieser Stelle gehe ich wieder zu ihr und korrigiere (meist reicht es schon mich einfach vor sie zu stellen) -> sie bleibt wieder einige Minuten ruhig, dann wieder Gewinsel und wieder korrigieren und das ungelogen so ca. 10-20 Mal!
So, ich denke ja immer: du musst konsequent sein und den längeren Atem haben; also wenn sie 10 Mal versucht aus dem Platz zu gehen, dann geh ich 10 Mal hin und korrigiere. Ist das prinzipiell auch richtig so? Weil langsam zweifle ich, ob es nach einer bestimmten Anzahl der Versuche nicht doch sinnvoll wäre, sie in ein anderes Zimmer zu sperren für die Zeit des Besuchs (so wie ich hier den Tipp schon mal bekommen habe).

Wird das mit dem Alter besser, dass sie nicht immer soviel Interesse für andere Menschen hat? Ich meine an sich ist das ja gut - ein fröhlicher Hund, super! Aber das kann nun mal 1. nicht jeder abhaben und 2. stellt sie sich damit ja auch immer voll in den Mittelpunkt, so sollte das ja auch nicht sein.
Mein Ziel wäre, dass sie erst im Korb oder auch nur auf Abstand bleibt (das reicht ja auch schon), dass sie dann auf mein Kommando hin zu den Leuten darf um sie zu begrüßen (aber nicht so stürmisch, wie jetzt :durchdrehen:) und dass sie dann auch einfach wieder von alleine ihrer Wege geht. Hach...ein Traum, der noch in weiter Ferne ist...

Schlimm ist auch, dass Hunde immer genau wissen, wer Angst vor denen hat. Draußen ignoriert sie nämlich Menschen weitgehend schon ganz gut (anders als vor ein paar Monaten), aber wenn sie "riecht" dass einer Angst hat, dann läuft sie freudig zu ihm hin...Schlecht! ;( Hatte schon ein paar solcher unguter Erfahrungen machen müssen und ich würde von mir behaupten, dass ich wirklich während des gesamten Spaziergangs vorausschauend mitgehe, also es ist alles andere als entspannt (v.a. mit SL :kreisch: ;) )

Ist wieder sehr lange geworden, ich weiß. Wollt alles aber so genau wie möglich beschreiben, und hoffe, dass reichlich Kommentare folgen! :bye:
 
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HappyGal7

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AW: das leidige Thema: Besucher

Was ich noch vergessen habe:

Wenn nur mein Mann und ich mit ihr zu Hause sind, ist sie total der liebe Hund (natürlich nicht immer, aber die meiste Zeit schon). Sie schläft dann die meiste Zeite ruhig in ihrem Körbchen, schaut ab und an, was wir so machen, und legt sich wieder schlafen. Auch erscheint sie mir ausgelastet:

1x am Tag gehen wir länger (1-1 1/2) und aktiver mit ihr raus (in den Park): dort wird gespielt, Ball geworfen, Ball gesucht, Futter gesucht, einfach nur Quatsch gemacht, viel geschnuppert usw.

die restlichen 2x am Tag gehen wir nur um den Block ohne Aktivität, außer ein bisschen Obedience; Sitz an der Straßenecke, langsamer gehen, Sitz wenn ich stehe und natürlich Leinenführigkeit, womit wir schon sehr zufrieden sind, seit wird das mit positiver Verstärkung durch Futter machen. Dauer: ca. 10-15 Minuten.

Das müsste doch ausreichend sein oder?
 
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Hermine

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AW: das leidige Thema: Besucher

Huhu ;)

Seit dem letzten Beitrag haben wir ihr das Kommando "Platz" beigebracht, was sie auch wirklich gut versteht!!! Wir haben das geübt mit Leckerlis und wenn wir "Platz" sagen, dann rast sie da wirklich ungelogen auf ihren Korb zu, als gäbs gleich das Beste von der Welt

Das ist super... und Stufe 1 der Baustelle "auf dem Platz liegen"

Stufe 2 ist - solange auf dem Platz liegen bleiben, bis ein beliebig ausgesuchtes und dann konsequent eingehaltenes Kommando "Übung beendet" ertönt

Stufe 2 beinhaltet, dass sich ein kleines Zeitfenster ganz langsam vergrößert - und das unter steigender Ablenkung

Stufe 3 wäre - dass der Hund innerlich ruhig bleibt dabei...

so weit so gut...

was nicht sein sollte - dass der Hund die Übung so versteht, dass

Stufe 1 heißt - auf den Platz rasen

und Stufe 2 - ich stehe auf, wenn ich so unruhig geworden bin, dass ich nicht mehr liegen kann

daran darfst du jetzt basteln... denk dir was aus... ;)

das ist auch die Wurzel für das geschilderte Besucherproblem - du überlässt ja de facto dem Hund die Entscheidung zum Aufstehen - und er trifft sie dann, wenn er das Liegen Auge in Auge mit Besuchern nicht mehr aushalten kann

zurückbringen - hmmm... das beinhaltet ja, dass du schon geschehen hast lassen, was du nicht möchtest

ich würde das Pferd wahrscheinlich eher von hinten aufzäumen
ich würde abwarten, bis mein Hund wirklich entspannt auf seiner Decke liegt - und das einfach benennen...

und ansonsten würde ich erst ein Kindergitter nutzen - und abwarten, bis hund sich soweit beruhigt hat, dass er an den sitzenden Personen schnüffeln kann und die Begrüßung selbst schon mal wesentlich ruhiger verläuft

selbstständig zur Türe laufen - das ist ein No-Go für mich... egal ob der Hund sich nun freut oder den Besuch am liebsten nach Übersee schicken will :D
 
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  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #4
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Jack1

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AW: das leidige Thema: Besucher

Ohne diese Situation genau zu kennen, kann man da generell keine Tipps geben! Jeder Hund hat seine Gründe warum er so reagiert! Man muss das Verhalten und die Körpersprache des Hundes erstmal richtig deuten!

Mal eine Frage vorweg: Reagiert der Hund erst dann so wenn der Besuch in der Wohnung steht, oder schon dann wenn du die Türe geöffnet hast?
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #5
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AllesAtze

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AW: das leidige Thema: Besucher

Der Hund verbindet Besuch mit etwas tollem, mit Action, mit Aufmerksamkeit, mit Streicheln was auch immer. Nun muss er lernen das Besucher etwas "normales" sind und das es durchaus spannenderes gibt als Gästen auf den Schoß zu steigen oder um dessen Beine zu springen.

Den Hund in ein anderes Zimmer zu sperren ist meiner Meinung nach falsch. Für den Hund ist es doch auch völlig unverständlich warum er langweilig, blöde im Korb liegen soll, wo doch der Gast Unterhaltung verspricht. Der Hund muss gerne im Körbchen liegen und sich da auch wohl fühlen. Also bekommt er/sie dort, na? klar Futter, einen Kauknochen z.B oder was besonders leckeres: Schweineohr, Ochsenziemer oder sonst was. Damit das Tierchen sich nun nicht selbstständig wieder von der Stelle bewegen kann, wäre die Einrichtung einer sog. "Anbindevorrichtung" möglich. Zubehör dazu gibts in jedem Baumarkt. Der Hund kann sich frei im Körbchen bewegen, kann diesen aber nicht selbständig verlassen.

Ich stelle mir einen Besuch bei Euch wenig, sagen wir mal, unterhaltsam für die Menschen vor. Du musst mit einem Auge immer beim Hund sein und Gespräche regelmässig mit "nein, geh zurück in Dein Körbchen, nun gehst Du wohl, los ab in das Körbchen" oder so ähnlich unterbrechen. Das ist für den Besuch genauso doof, als wenn er ständig den Hund auf dem Schoß sitzen hat.

Gäste sollten den Hund generell völlig ignorieren, weder ansprechen, angucken und schon gar nicht anfassen. Wenn Du zur Türe gehst, nimmst Du den Hund in Zukunft mit, an der Leine. Dann sieht er sofort wer reinkommt und da nix spannendes passiert, weil ja der gehorsame Besuch den Hund artig ignoriert werden Gäste auf Dauer uninteressant. Dafür gibts ja dann im Körbchen ein Leckerchen.

Hunde sind Opportunisten und tun das was für sie (vermeintlich) die meisten Vorteile hat. Es muss also für den Hund einfach nur vorteilhafter sein, im Körbchen zu liegen als Besuchern auf den Keks zu gehen. Das ist schon das ganze Geheimnis.
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #6
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HappyGal7

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AW: das leidige Thema: Besucher

Sorry, dass ich so spät antworte!

@Jack: also wie gesagt, wenn es klingelt und ich die Türe auchmache, bleibt sie zwar meistes noch in ihrem Körbchen liegen, schaut aber schon mal neugierig.
Wenn die Besucher in der Tür stehen und dabei sind reinzukommen, dann rennt sie auf die zu und macht ihre Begrüßungszeremonie...(schnüffeln, durch die Beine schlüpfen, die Leute umkreisen, lecken,...)

@AllesAtze: diesen Ansatz finde ich sehr logisch und früher haben wir bei ihr auch viel mit ignorieren gemacht und zwar auch erfolgreich. NUR: wenn einer der Leute, die hier reinkommen bissl Schiß hat oder es halt nicht haben kann, wenn der Hund ihn am Popes beschnuppert...dann können die meisten den Hund in diesem Moment halt eben nicht ignorieren. Dann wird mal laut gequickt/aufgeschrien, sie versteifen ihren Körper, werden gleichzeitig hibbelig...also das ist ja nicht ignorieren, und kann man auch nicht von seinen Gästen erwarten, dass sie soetwas mitmachen?!
Vielleicht braucht es dazu Besucher mit Hundeerfahrung, die keine Angst haben und die so ein Verhalten auch kennen. Die könnten ignorieren, aber der Rest...pfff...eher schwierig.

Und: im Korb hat sie letztes Mal dann auch ihre Rinderkopfhaut bekommen, an der sie auch brav und entspannt gekaut hat für ne ganze Weile. Aber wenn´s die Knabberzeug alle ist, dann geht´s halt wieder zum Besucher...

WIE LÖSE ICH DAS PROBLEM? Ich will sie ja auch nicht völlig wegsperren...*verzweifelt bin*
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #7
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AW: das leidige Thema: Besucher

Manchmal hab ich das Gefühl, ich müsste ständig auf Achse sein, damit ja nichst passiert, so als wäre sie irgendeine Art von gefährlichem (Kampf-)hund (sorry, an alle Kampfhundebesitzer)...
weil ständig jemand ganz aufgeregt auf sie reagiert. Da kann ich mich selbst schon kaum entspannen, weil ich sie immer irgendwo wegziehen muss und sie auch schon gar nicht ihren Kopf in die Richtung von Menschen bewegen lasse, die gerade nah an uns vorbeilaufen, obwohl sie in dem Moment vielleicht auch gar nicht mehr machen würde, als nur in die Richtung zu schauen - ich kann es aber nicht sagen, weil ich es nicht mal dazu kommen lasse, weil das ja ein potenzieller vor Hunden Angst habender Mensch sein könnte.
(Habe leider schon einige blöde Erfahrungen gemacht, auch wenn sie nur mal im vorbeigehen mit 14 Wochen damals an jemandem vorsichtig geschnuppert hat und das war dann natürlich immer derjenige der Angst hatte...da musste ich mir Sachen anhören, wie ich solle doch meinen Hund gefälligst erziehen. Ich kann auf jeden Fall verstehen, dass jemand Angst vor Hunden hat und das akzeptiere ich auch. Ich reagier da ja auch immer drauf und entschuldige mich und lauf nicht einfach weiter und mecker noch darüber oder so...gar nicht! Aber ich kann den Hund ja auch nicht gefangen nehmen in so einem Alter!!!)
Bin ich also vielleicht auch das Problem, weil ich sie jetzt aufgrund dieser Erfahrungen, die ich hatte, viel zu streng an die Hand nehme? Sollte ich ihr mehr Freiheiten geben und nur eingreifen, wenn mal wirklich was ist? Wenn ich so manch andere Hundebesitzer anschaue, dann denk ich mir: "so könntest du´s auch machen. Einfach den Hund freilaufen und ihm seiner Wege gehen lassen...ob zu Menschen, anderen Hunden, oder sonst wem." Aber das kann ja nicht okay sein und dafür bin ich auch nicht!
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #8
Hermine

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AW: das leidige Thema: Besucher

WIE LÖSE ICH DAS PROBLEM? Ich will sie ja auch nicht völlig wegsperren...*verzweifelt bin*
Habt ihr vielleicht ein Nebenzimmer? Von wo aus sie beobachten kann, in aller Ruhe ihr Schweineohr futtern und erleben kann, dass Besuch kein Megaevent ist? Dann würde ich in diese Türöffnung ein Kindergitter montieren - und gut.

Setz dich nicht so unter Druck - ich kenne das von mir selber - man vergisst, dass der Weg zum Ziel ganz einfach dauert und dass es einfach seine Zeit braucht... und dass es unterwegs dorthin schon mal so aussehen kann, als ginge es endlos so weiter und nix geht voran.
Ich finde deine Idee mit dem hundeerfahrenen Besuch goldrichtig.
Wenn ich heute hier bei mir einen Jungspund hätte, würde ich wahrscheinlich einfach erst mal einen Zettel aufhängen im Futtermarkt am schwarzen Brett.
Open House!
Junges, sehr freundliches, und noch äußerst aufgeregtes Hundemädchen braucht dringend Besuch von lieben Hundemenschen - zwecks sinnvoller Erfahrungen! Ich biete: Kaffee und Kuchen frei Haus! Ruft uns an - wir würden uns sehr freuen über eure Hilfsbereitschaft. Unsere Telefonnummer:
Die Verhaltensregeln und was du dir wünscht, könntest du ja dann telefonisch abklären.
Wenn du in nächster Zeit genügend Besucher hast, die es schaffen, die Maus links liegen zu lassen bzw. beiläufig freundlich zu reagieren und kein großes Tamtam zu machen um sie, hättest du ja vermutlich schon gewonnen...
Ich denk auch schon seit längerer Zeit darüber nach, wie ich selbst für mich das Problem lösen würde, wenn ich einen Junghund hätte - ich selber hab nämlich eine ausgesprochene Vorliebe für Hunde, die fremd und bekannt sehr deutlich unterscheiden - da reichen mir drei oder vier womöglich noch unsichere Besucher einfach nicht aus.
Das Training mit dem Korb braucht tatsächlich seine Zeit - und was ich daran unsinnig finde, ist, dass der Hund bei dieser ganzen Überei ja wieder im Mittelpunkt deiner Aufmerksamkeit stehen muss - sonst verlässt er selbstständig den Platz.
Deshalb wäre es gut, du würdest eine Lösung finden, die euch beide von der unmöglich zu erfüllenden Aufgabe entbindet, euch für längere Zeit aktiv an Regeln halten zu müssen.
Ich geb dir absolut recht:
Der soziale Druck auf Hundehalter in der Öffentlichkeit ist enorm angewachsen. Mich hat mal vor nun schon fast zehn Jahren eine Frau in der vollen U-Bahn angepflaumt, weil mein Welpe ihr Hosenbein diskret beschnuppert hat. Ich sagte ihr, dass die Nase zum Glück nicht abfärbt - ich wär mir da ganz sicher. *g*
Aber natürlich zuckt man innerlich zusammen - und könnte die Menschheit auf den Mond schießen in solchen Momenten - sei froh, dass deine Kleine so freundlich ist - das ist langfristig das geringste Problem - meine Hündin, die extrem feinfühlig ist für meine Stimmungen, hat damals ihre eigenen Schlüsse gezogen aus solchen Erlebnissen. :(
Was ich extrem hilfreich finde - gewöhn ihr doch einen leisen Schnalzlaut an, der sie dazu bringt, auf dich zu achten. Anfangs verwendest du dazu Leckerchen - die baust du ab mit der Zeit bzw. bestätigst den Schnalzlaut nur noch ab und zu bzw. schließlich das Verhalten, das dieser Laut dann auslöst.
Hier ist das sehr schön und anschaulich erklärt, finde ich:
http://www.amazon.de/What-do-When-Dog-pulls/dp/8889006099/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1370542210&sr=8-5&keywords=turid+rugaas+dvd
Das ist hier nicht nur Teil der Leinenführigkeit, sondern vor allem auch das Mittel der Wahl, wenn es gilt, den Hund von einer menschlichen Attraktion so zu lösen, dass er nicht ungewollt lernt - fremde Menschen machen Frauchen Stress - oder... fremde Menschen sind doof...fremde Menschen sind megaaufregend.
Es gibt das dazugehörige Buch auf Deutsch, falls dir die englische DVD weniger nützt.
Wenn ich so manch andere Hundebesitzer anschaue, dann denk ich mir: "so könntest du´s auch machen. Einfach den Hund freilaufen und ihm seiner Wege gehen lassen...ob zu Menschen, anderen Hunden, oder sonst wem." Aber das kann ja nicht okay sein und dafür bin ich auch nicht!
Jein - es ist nicht okay, weil es anderen Menschen auf den Wecker gehen kann oder sie in Angst versetzt bzw. andere Hunde überfordert bzw. deinen eigenen Hund.
Allerdings gab es in meiner Jugend noch einen recht entspannten Umgang damit - es gab da die "Festival-Hunde", die bei jedem Open-Air-Event völlig unbeaufsichtigt im Trubel unterwegs waren auf eigene Faust - wollten sie Streicheleinheiten, haben sie diese dort gesucht, wo sie willkommen waren - wollten sie futtern, haben sie dort gebettelt, wo etwas zu holen war. Das wirklich bemerkenswerte war - die waren absolut sicher sozial - es gab kaum einmal irgendwo eine Rauferei zwischen den ganzen Hunden oder auch nur das leiseste Problem. Jeder hat sich gefreut, wenn sie vorbeikamen - oder man hat sie halt ignoriert - oder sie wurden wohl auch mal angemacht - verpiss dich - aber plötzlich.
Sie machten ihre eigenen Erfahrungen und kamen prima zurecht.
Heute würden sie abtransportiert ins Tierheim.
Unsere Gesellschaft hat sich sehr verändert seit damals - wir können nur versuchen, behutsam gegenzusteuern - und uns am besten soziale Inseln schaffen - mit Gleichgesinnten, wo unsere Hunde vielleicht noch einfach mal auf eigene Faust durch einen bevölkerten Raum laufen können, ohne dass das zumindest gefühlt gleich einen Polizeieinsatz auslöst. :rolleyes:
 
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  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #9
Cocker

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AW: das leidige Thema: Besucher

Dieses "ich liiebe alle Besucher, die kommen eh nur wegen mir" haben wir unserem Kampfi leider nie ganz abgewöhnen können. Wenn er auf den Liegeplatz geschickt wurde, weil eben doch nicht alle Leute die ganze Zeit mit einem Flohtaxi schmusen wollen, dann hat er mit Teetassen-grossen Augen aus seiner Ecke geschaut! Das große Problem war halt, dass die meisten unserer Freunde eben dieses angehimmelt werden total toll fanden und diesen Hund sehr gern mochten. Er empfing den Besuch, er begleitete die Leute zu ihrem Platz, er nahm seine Geschenke entgegen, er machte brav Pfote oder high five, wenn der Besuch das wollte. Natürlich weiß ich, dass das ungezogen und Mobbing war - aber alle fanden ihn voll süß! (ich auch...;))
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #10
Hermine

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AW: das leidige Thema: Besucher

Ich mach das vom Hund abhängig - wenn der Hund sich extrem aufregt dabei, bringt es ihm ja nix ein außer Stress.
Wenn er gut klar kommt damit im Mittelpunkt zu sein und alle Anderen das auch genießen - why not... klar - man muss nicht alles regeln. Labbis drehen dabei ohne Unterstützung häufig sehr auf - und sind damit überfordert, sich und allen Anwesenden non-stop zu versichern, dass alles okay ist - dass sich alle lieb haben und dass Friede, Freude Eierkuchen angesagt ist - mit besonderem Augenmerk auf die Eierkuchen. :)
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #11
Pauls Frauchen

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unser Paul drehte immer völlig frei, wenn Besuch kommt. Schon wenn er das Auto meienr Tochter hörte, wars vorbei und ich wußte schon einige Minuten voher, das es gleich klingelt. Ich dachte manchmal der Paul bekommt einen Herzkasper...Also hab ich ihn in mein Zimmer *platz* machen lassen, ein Leckerli dazu ( was immer erfolgreich ignoriert wird)...und Tür zu. So geht es meiner Meinung nach seit Monaten am besten. Er fährt sehr schnell wieder runter und ich lass in nach einigen Minuten in das Wohnzimmer. Anderer Besuch , ja...der ist auch gut..aber nicht ganz soooo interessant. da schaut er nur und schnüffelt, geht aber dann gleich wieder....
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #12
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Danke für die vielen Kommentare! :)

@Hermine: Schön zu hören, dass man nicht alleine mit solchen Problemchen dasteht...manchmal ist man so sehr in der eigenen Hund-Frauchen-Welt gefangen, dass man auch Erfolge gar nicht so sehr bemerkt, obwohl wirklich welche da sind, sondern sich immer nur auf das konzentriert, was noch nicht so gut klappt.
Und danke für den Rugaas-Tipp, find das hört sich interessant an und in ähnlicher Form mache ich das auch schon. Nur, dass ich sie nicht explizit auf dieses Schnalzen konditioniert haben. Das sollte ich vielleicht noch tun, damit es auch in Situationen mit großer Ablenkung besser klappt.

@Pauls Frauchen: Wie alt ist deiner? Das ist nämlich gut, wenn er sich dann auch ruhig in dem Zimmer aufhält. Bei mir würde sie jetzt noch total abdrehen ;) (7 Monate)

Habe gestern Abend im Bett vor dem Einschlafen ;) noch mal "Ursachenforschung" betrieben...(jaaa...es kostet mich sogar schon meinen Schlaf!).

Problem Nr. 1
Wenn wir zu meinen Eltern fahren, dann wird - aber erst nachdem meine Eltern mich begrüßt haben - sich direkt mit der Bonny mitgefreut, das ist dan eine richtige Begrüßungszeremonie und alle freuen sich riesig!!!
Das trägt wohl auch dazu bei...
Lösungsansatz, den ich mir überlegt habe: Erst mal werde ich begrüßt, wie gehabt, und Bonny wird erst einmal so lange ignoriert, bis sie wirklich runtergekommen und ruhig ist! Und dann auch nicht so, dass sie wieder komplett aufdreht, sondern alles etwas ruhiger.....

Problem Nr. 2
Zwei Freundinnen von mir kamen ganz am Anfang, als wir Bonny gerade erst bekommen hatten, mal zu Besuch und haben einen Hundeknochen mitgebracht.
An der Tür hatten sie Bonny auch noch Brav ignoriert, so wie ich es "angeordnet" habe. Aber später wurde wieder so viel tram tram mit ihr gemacht, als wir auf der Couch saßen und irgendwann einmal wurde auch noch dieser blöde Knochen rausgeholt....ist ja klar, dass Bonny auch dadurch sich voll über jeden Besuch freut...
Lösungsansatz: tatsächlich mit Hunderfahrenen Menschen üben, die des Ignorierens mächtig sind ;) Der Hund wir bei den Besuchen komplett ignoriert, vielleicht zwischendurch mal kurz gestreichelt, aber nicht mehr

Wie findet ihr das? Könnte das zum Erfolg führen?
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #13
Hermine

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AW: das leidige Thema: Besucher

Also ich find das gut - aber ich hab es ja auch vorgeschlagen. :D
Kein noch so ausfeiltes, komplexes Trainingskonzept wird auch nur annähernd an das heranreichen, was du und dein Hund lernen könnt, wenn ihr genügend unaufgeregten Besuch empfangen könnt von abgeklärten Hundeleuten, die keinen Knoten kriegen im Kopf und keinen Krampf im Arm, wenn sie nicht ununterbrochen "duziduzi" machen und den Hund betuddeln und bewundern - ist diese Basis erst mal da, wird es leichter.
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #14
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HappyGal7

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Ja stimmt Hermine...lol da war ich von deiner Idee echt hin und weg, dass ich ganz vergessen hab dass sie von dir war :)
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #15
Pauls Frauchen

Pauls Frauchen

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@HappyGal7
Mein Paul wird im August 4 JAhre alt....
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #16
Cliff

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Meine Hunde freuen sich auch ganz toll und wuseln aufgeregt um den Besuch herum. ich schicke keinen irgendwohin, weil ich das nicht als schlechtes Benehmen empfinde. Die Leute die mich besuchen wissen, dass ich Hunde habe und werden die paar Minuten wohl überleben. ^^ Ob nun meine Hunde vor oder nach mir begrüßt werden ist mir auch egal. Warum soll das so wichtig sein ?.
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #17
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HappyGal7

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@cliff:
Um paar Minuten geht es ja gar nicht, das fände ich auch nicht schlimm. Bei uns sind es aber die ganzen zwei Stunden in denen der Besuch da ist...und das geht halt gar nicht. die Idee warum ich zuerst Begrüßt werde ist ganz einfach: sie soll nicht lernen dass ihr immer die ganze Aufmerksamkeit gehört, dann fühlt sie sich nämlich in ihrem verhalten ständig im Mittelpunkt zu stehen bestärkt...
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #18
Nino 07

Nino 07

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Ich habe ja einen sagen wir es mal "besonderen" Hund und was die Besuchsproblematik angeht.. das habe ich eh abgeschrieben8). Bei ihm ist es aber tatsächlich so, dass wenn man ihn zuerst begrüßt, es am besten klappt. :rolleyes:Sprich ihm wird die ganze Aufmerksamkeit geschenkt und er freut sich und dann geht er schlafen. So unterschiedlich können Hunde sein.
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #19
Cliff

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@cliff:
Begrüßt werde ist ganz einfach: sie soll nicht lernen dass ihr immer die ganze Aufmerksamkeit gehört, dann fühlt sie sich nämlich in ihrem verhalten ständig im Mittelpunkt zu stehen bestärkt...
ob dein Hund diese , deine Logik versteht sei mal dahingestellt.
Meine haben von Anfang an "Schluss" (aus) gelernt. Da unterbrechen sie dann alles was sie gerade tun. Wenn sie sich nach ein paar Minuten nicht wieder einkriegen, was beim jungen Hund die Regel, bei meinen Alten eher die Ausnahme ist sage ich Schluß und Ruhe kehrt ein.
Hat damals natürlich auch eine Weile (einige Monate) gedauert bis das so gut gekappt hat.
Aber generell bin ich schon der Auffassung man sollte den Hund nicht gleich auf seinen Platz verbannen, das macht es meiner Meinung nach den Hunden noch schwerer Gelassenheit zu lernen.
 
  • das leidige Thema: Besucher Beitrag #20
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HappyGal7

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@ Nino: Ist ja cool ;) Da sieht man mal wieder dass es kein Patentrezept für den eigenen Hund gibt. Sind ja auch alles Individuen, auch wenn sich viele sehr ähnlich sind und man seinen Hund oft in anderen wiedererkennt...aber jeder hat dennoch sein eigenes Etwas.

@Cliff: Stimmt, "Schluss", was wohl mit unserem "nein" gleichzusetzen wäre ist auch eine gute Idee. Wenn keine Ablenkung da ist machen wir das auch so und es klappt. Das müssten wir vertiefen, damit es auch beim Besuch klappt. Aber ruhig auf dem Platz bleiben können, sollte ein Hund meiner Meinung nach auch können.
Du hast aber Recht...auf ihren Platz "verbannen" will ich sie auch nicht, ich sah das bei den letzten Malen nur leider immer als einzigen Ausweg...
 
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