Schutzhundeausbildung

Diskutiere Schutzhundeausbildung im Schutzdienst Forum im Bereich Hundespiele, Sport und Freizeit; Hallo Schutzhundler! Ich habe mal eine Frage: Wie bildet man einen Schutzhund "richtig" aus? Mit "richtig" meine ich: Ohne Stachel, Tele ect und...
Wiesie

Wiesie

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Hallo Schutzhundler!

Ich habe mal eine Frage:

Wie bildet man einen Schutzhund "richtig" aus? Mit "richtig" meine ich: Ohne Stachel, Tele ect und ohne Wehrtrieb.

Einige Hundeplätze bilden ihre Hunde ja ganz "friedlich" aus, ohne das der Hund das Gefühl haben muß, sich jetzt verteidigen zu müssen. Für die ist der Sport ein Sport, der allen Spaß macht. Der Beißarm ist das, was für andere Hunde eine Beißwurst oder ein Ball am Band ist.
Und wenn man den Hund auf den Platz läßt und der Figurant mal ohne Schutzarm dasteht, dann kann er fuchteln wie er will, er wird nicht gebissen.
Das ist Schutzdienst, den selbst ich mag. Aber wie baut man diesen Schutzdienst von Anfang an auf? Welche Übungen werden in welcher Reihenfolge gemacht?

Hier jetzt bitte keine Diskussion pro und contra Schutzdienst anfangen!!
 
12.08.2004
#1
A

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Gast

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C

Collie

Gast
ich mach kein schutzdienst, weiß aber ein bissl...

1. spielen mit der beißwurst
2. spielen mit einer größeren beißwurst
3. leine an hund und geschirr, HF ist ein baum und figurant rennt mit der beißwurst rum
4. trieb von beißwurst wird auf jungehundeärmel "übertragen"
5. spiel mit dem junghundeärmel
6. zaun hinstellen, hund dahinter und anreizen mit ärmel
7. hund hinter zaun und bei souveränen und geübten hund zugucken lassen, wie der was macht
8. richtiger arm

das ist die kurzfassung, weil ich nichts falsches schreiben will
 
Wiesie

Wiesie

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Vielen Dank für die Antwort! Bekomme ich noch mehr, hier machen doch viele Leute Schutzdienst, oder?
 
yggdrasil

yggdrasil

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oh jeh *grübel grübel* ist doch schon sooooooooooooo lange her :D

im wesentlichen wird bei uns ein junghund aufgebaut, wie collie es beschrieben hat.
anfangs, also bis der gehorsam drin ist, bleibt der hund an der leine, befestigt ist diese entweder an einem hetzgeschirr oder einem breiten halsband.
der helfer (immer mit hose/ hetzanzug) hat einen alten lappen, eine weiche beiswurst oder ähnliches dabei und macht sich erstmal zum affen. :D
er zeigt dem hund wie toll doch das ist, was er da gerade hat und macht hundi gallig auf den lappen. zeigt sich hundi interessiert genug lässt der helfer ihn anbeißen, dann folgt im allgemeinen ein zerrspiel bei dem hund gewinnt.
hat hund kapiert worum es geht wird meistens das verbellen eingebaut, sprich: hund darf nicht eher anbeißen, bis er wenigstens einmal "wuff" gemacht hat.

ist der hund alt, bzw. sicher genug wird umgestiegen auf eine festere beiswurst, dann auf einen junghundarm, der auch noch schön weich ist und dann schließlich auf den normalen arm.
parallel wird der gehorsam eingeübt, z.b. das verbellen im versteck:

bei uns wird hund an langer leine an einem baum festgemacht, da mensch meist doch nicht so standfest ist :D
helfer steht im 6. versteck und "ärgert" den hund, hundefüher unterstützt den hund und treibt ihn quasi nach vorn, bestätigt ihn in seinem tun.
dann wird der hund aus einigen metern entfernung zum versteck/ helfer geschickt. die leine ist genau so lang, das der hund kurz vorm helfer stoppen muss. anfangs sollte der hundeführer nah beim hund sein und ein "sitz" oder "platz" durchsetzen, damit der hund weiß: helfer im versteck = hinsetzen/ - legen und bellen. bewegt der helfer sich darf hund anbeißen.

welche übungen in welcher wie, in welchem abstand und in welcher reihenfolge genau gemacht werden hängt teilweise auch vom hund und seiner lernfähigkeit ab.

ich hoffe, dass ich jetzt nix vergessen habe...

liebe grüße
yggi
 
Holmes

Holmes

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Gearbeitet wird über den Spiel- und Beutebereich. Ohne Leine, ohne Halsband im Aufbau des Verbellens.

Aktionshandlungen werden abgetrennt und separat gearbeitet. Beginn ab der Übernahme des Welpen.

Boxer
 
Hermine

Hermine

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Hallo Boxer,

bitte: definiere "Aktionshandlungen"... ;)

liebe Grüße
Hermine
 
mottine

mottine

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Hallo Boxer,
ohne Leine und Halsband. Erzähl´!
 
H

Hutch

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Hi,
Warum heist das denn Spiel- und Beutebereich und nicht Spiel- und Beutetrieb?

Hutch
 
Wiesie

Wiesie

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M

Malinois1

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Original von Wiesie
Hallo Schutzhundler!
Wie bildet man einen Schutzhund "richtig" aus? Mit "richtig" meine ich: Ohne Stachel, Tele ect und ohne Wehrtrieb.
Gehorsam ist alles. Wenn man schon zu Beginn den Gehorsam in
den Schutzdienst einbaut, erübrigt sich Stachel und anderes Zeugs.
Das Beissen bringt der Hund mit,oder auch nicht, das kann man ihm auch nicht mit
Stachel oder Strom beibringen.
Im Schutzdienst gibt es Hunde die zeigen sich, obwohl auf Beutetrieb
trainiert, sehr aggressiv und sind dennoch Schmusehunde.

Der grosse Fehler ist der, dass man die Hunde "judihuuu" bellen und
beissen lässt und dabei vergisst, dass er ja auch noch folgen sollte.
Rauftreiben bis zum geht nicht mehr und dann mit Stachel und Strom
runterholen.
Gruss
Robi, der den Schutzdienst sehr gerne ausführt. Hier ist nicht die
rohe Gewalt gefragt, sondern man tritt als Team auf, anders geht es
nicht.
 
M

Malinois1

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Hier noch ein Bildchen von meinem Hund, für den alle Menschen
lieb sind.

 
C

crazykroko

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Original von Malinois
Robi, der den Schutzdienst sehr gerne ausführt. Hier ist nicht die
rohe Gewalt gefragt, sondern man tritt als Team auf, anders geht es
nicht.
das Eine schliest das Andere ja nicht aus :D

aber ohne Zwang geht es nunmal nicht

wie der dann ausgeübt wird liegt am Hund und am HF


Robi, da in der CH Stachel und TT verboten sind, wird oft, vorallem wenn man einen Wolfsprung-Hund hat 8) mit der Schlinge gearbeitet

dadrüber lässt sich imho genauso streiten wie über Stachel und TT :D


aber meine Äußerung richtete sich gegen die geammte Frage

und da steht auch was von Wehrtrieb!!!

und ohne den gehts ganz ganz sicher nicht :]
...was ja auch nichts schlimmes ist
 
M

Malinois1

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Original von crazykroko
aber ohne Zwang geht es nunmal nicht
Robi, da in der CH Stachel und TT verboten sind, wird oft, vorallem
wenn man einen Wolfsprung-Hund hat 8) mit der Schlinge gearbeitet
Man kann eine widerspenstige Rinderhede mit Peitschen treiben,
aber man kann sie während des Peitschens nicht an die gute Weide
glauben machen, zu der man vorgibt sie zu treiben
Gerhart Hauptmann


Aber du hast schon recht.
Was ist Zwang? Aber mit Wattebäuschchen lässt sich kein Hund
führen. Aber Konsequenz muss ja nicht gleich mit Gewalt verbunden sein.
Das mit der Schlinge verfolgt wohl Hans Schlegel immer und immer wieder.
Eine dünne Leine, die während des laufens nicht zuschnüren kann, finde ich
kein Zwangmittel. Der Zwang ist dann, wenn man die "Leine" schon
von Beginn weg eng um den Hals oder die Lende des Hundes führt.
Ich gehe immer davon aus, dass ich meinem Hund keine Gewalt und
keine Emotionsgeladene Korrektur antun möchte.

Robi
 
Wiesie

Wiesie

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Hi Malinois,

verwendest Du so eine dünne Leine?

Die Leine ist für den Hund doch äußerst unangenehm bis schmerzhaft, wenn sie eingesetzt wird, sonst könnte ich statt dessen ja das normale Halsband nehmen, oder? Ich kenne mich mit der Leine nicht aus, darum frage ich so dumm.
Denn das würde für mich schon unter Starkzwang fallen und für mich in dem selben Topf landen wie Stachel und TT.

Ja, ich stelle meinem Hund auch mal den Fuß unter den Bauch, wenn er vorpreschen will (stelle ihm sozusagen ein Bein, gegen das er dann läuft), ich erhebe mal die Stimme und werfe den Hunden auch mal ein Schlüsselbund hinterher. Und auch wenn viele dagegen sind, gibt es bei mir für das an-der-Leine-ziehen auch einen kleinen Leinenruck. Aber mehr habe ich bei meinen Hunden eigentlich nie machen müssen, damit sie gehorchen, egal, was ich ihnen beigebracht habe. Warum sollte das im Schutzdienst anders sein?
 
Hermine

Hermine

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Hallo,

bloß kurzer Zusatz: Dünne Schlinge um die Lende tut sakrisch weh...

Liebe Grüße
Hermine
 
Holmes

Holmes

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Als stiller Leser empfinde ich diese Art der Ausbildung mit einer Leine um die Lenden als nicht notwendig.

Bereite ich einen Hund für diesen Bereich vor, dann benötige ich im Arbeitsbereich für Verbellarbeiten und Aktionshandlungen(alles was mit dem Beissen zu tun hat) keine Zwangseinwirkungen. Ab dem Welpenalter wird der Hund mit einfachsten Lernverhaltensabfragen für seine Aufgaben vorbereitet.

Wer Interesse an realitätsnaher und zwangsfreier Ausbildung haben sollte kann sich gerne bei uns melden. Es führt an dieser Stelle zu weit, alles haarklein zu erklären.

Grüße

Boxer
 
M

Malinois1

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Original von Hermine
Hallo,
bloß kurzer Zusatz: Dünne Schlinge um die Lende tut sakrisch weh...
Liebe Grüße
Hermine
Hallo Hermine

die Leine ist dünn, aber keine Schlinge. (Gut schlechte Ausrede)
Aber was wichtig ist, die dünne Leine kann sich nicht zusammenziehen
und daher behaupte ich auch, dass es in den Lenden nicht "sakrisch"
weh tut. (Störend würde ich es nennen)
Vermutlich kann man es nicht beschreiben oder erklären, wenn man
es nicht selbst sieht.
Diese Leine brauche ich bei meinem Racker nicht mehr, die haben
wir in der Ausbildung für das Steh und das korrekt Laufen genommen,
da brauchte es kein ziehen und kein zerren.
Gruss und ein schönes Wochenende
Robi
 
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