Apport

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Muensterlaender

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Hallo!

Vor einiger Zeit hatten wir hier eine Diskussion über Zwangsapport.
Wenn mich Collie nicht aufgeklärt hätte, was Ihr unter Zwangsapport versteht, würden wir immer weiter aneinander vorbei geredet haben.
Sie fragte mich damals auch, ob ich nicht mal darüber berichten möchte, wie ich meinen Hunden das Apportieren beibringe.

Das will ich jetzt mal versuchen.

Zwangsapport ist kein schönes Wort, aber es ist so gebräuchlich, vielleicht erfindet mal jemand ein besseres.
Bei mir bedeutet Zwang, dass der Hund etwas tun muss, was ich von ihm verlange und nicht etwas spielerisch tun darf, solange es ihm Spaß macht.
Es bedeutet nicht, dass es ihm keinen Spaß machen soll, aber er lernt: das ist freudige Arbeit und kein Spiel. Spiel kann er beenden, wenn er keine Lust mehr hat, die Arbeit muss getan werden.

Ich fange mit dem jungen Hund sehr zeitig an. Dadurch kann ich mir für jeden Schritt sehr viel Zeit lassen, kann zwischendurch auch größere Pausen machen.
Wenn man mit dem etwas älteren Hund beginnt, geht das auch, dann muss man aber „dranbleiben“, denn bis zum Juli sollte der Hund apportieren können, im September sind die Prüfungen.
Immer nur ganz kurze Zeit üben am Anfang, vielleicht 2x 5 Min. am Tag.

Mit 4 Monaten kann der Hund „Sitz“ und bleibt sitzen, bis ich mit der Leine in der Hand um ihn herumgelaufen bin und mit „auf“ das Kommando aufhebe. Er kann auch kurze Zeit korrekt „ Fuß“ gehen.
Zu diesen Übungen kommt nun das „Dulden der Hand im Fang“ hinzu. Wir gehen einige Meter bei Fuß, dann Sitz. Ich stehe neben dem Hund, die Leine lasse ich fallen, greife mit der linken Hand von oben über den Fang (das kennt er auch schon vom Zähnezeigen),öffne mit ganz leichtem Lefzendruck den Fang, sage im gleichen Moment „Apport“ und schiebe meine rechte Hand mit der Handfläche nach oben ein Stückchen in den Fang. Nicht zu weit nach hinten, damit die Hand nicht auf die Lefzen drückt. Kommando „Halt fest“, ruhig und etwas ermahnend gesprochen.
Die linke Hand lasse ich anfangs auf dem Fang, später am Hinterkopf. Dann ein gedehntes tief gesprochenes ruhiges „A-u-s“, „so ist’s brav“, loben und freuen, aber nicht überschwänglich (sonst verleitet das zum Aufstehen) und nachdem ich es 2-3 mal gemacht habe, bekommt er ein Leckerli „So ist’s brav“ und „auf“, Leine ab und Spiel zur Auflockerung.
Das übe ich so lange, bis er die Zunge ganz ruhig hält und meine Hand duldet. 1-2 mal am Tag und an verschiedenen Orten, auch mal in der Wohnung. Zwischendurch auch mal 1 oder 2 Tage Pause. Sobald er begriffen hat, was ich von ihm will, lasse ich auch mal die Leine weg. Er muss aber sitzen bleiben dabei. Die Zeit, in der er die Hand dulden muss, immer ein klein wenig verlängern, die linke Hand fasst den Hund nun nach dem Öffnen des Fanges nicht mehr an.

Wenn er die Hand ruhig hält, kommt der nächste Schritt. Ich mache mir einen Strohbock in der Größe eine kleinen Apportierholzes, in der Mitte mit Bindfaden umwickelt. Da meine Hunde später Wild apportieren müssen, binde ich in der Mitte einen Streifen Kaninchenfell oder Fellimitat darum. Von jetzt an mache ich die Übungen grundsätzlich an der Leine.

Nun mache ich die gleiche Übung mit dem Strohbock. Wenn er ihn ruhig hält, verlängere ich immer mehr die Zeit, gehe auf Leinenlänge um den Hund herum (Leine in der Hand), zwischendurch immer mal „halt fest“.
Diese Apportierübung mache ich nun auch mit verschiedenen anderen leichten Gegenständen. Unterwegs auch mal mit dem Schlüsseltäschchen, wenn ich gerade nichts anderes habe. Aber nie mit Spielzeug oder Stöckchen.

Als Nächstes kommt das Tragen. Ich gebe den Strohbock in den Fang, stelle mich dem Hund gegenüber und gehe einen Schritt rückwärts. Die Leine halte ich in der linken Hand, sie läuft unter dem Fang entlang. Ich ziehe ganz wenig an der Leine und locke ihn mit „hierher“ zu mir. Erst wird er nicht aufstehen wollen, weil er bisher nicht aufstehen durfte. Wenn er dann zögernd kommt, wird er bestimmt den Strohbock fallen lassen, sobald er aufsteht. Da ich darauf schon gewartet habe, bin ich schneller und halte mit meiner rechten Hand den Strohbock im Fang „halt fest“ und „hierher“ , ziehe ihn mit der linken Hand vorsichtig nach vorn, „ja, so ist’s brav“ wenn er dann ein paar Schritte läuft. Mit ganz kurzer Entfernung beginnen, eventl. anfangs nur 1 Schritt und dann wieder „sitz“.

Mit der Zeit lernt er den Apportiergegenstand auch längere Strecken sicher tragen.

Jetzt mache ich mir einen Apportiersack. Ein abgeschnittenes Hosenbein wird in der Mitte umwickelt wie der Strohbock. Anfangs lasse ich die Enden einfach runterhängen, später kommt in jede Seite 1 Handvoll Split und wird unten zugebunden. So kann ich später ganz einfach das Gewicht erhöhen, indem ich immer mehr Split einfülle.

Nun soll der Hund lernen, den Strohbock selbständig aus meiner Hand zu nehmen, d.h., er soll danach greifen und ich lasse ihn in seinen Fang rollen.
Manche Hunde begreifen das sehr schnell, bei anderen dauert es länger. Viel gutes Zureden hilft oft, aber nicht immer. Dies ist bei den meisten Hunde die größte Klippe. Mit der linken Hand versuche ich, den Kopf dem Strohbock ein wenig entgegenzuschieben. Wenn er es immer noch nicht begreift, fasse ich ihn am Behang und ziehe ganz leicht nach vorn, dann wird er den Fang öffnen und der Strohbock rollt hinein. Ich will ihm aber keinen Schmerz zufügen, ganz leicht genügt schon. Bei dem allerkleinsten Entgegenkommen seinerseits großes Lob zur Unterstützung „ja, brav so“ - man kann da sehr viel mit der Stimme machen.

Jetzt kann er den Apportiergegenstand aus der Hand nehmen und dann ein Stück tragen. Alles an der Leine!

Meine Hand mit dem Strohbock halte ich nun zum Aufnehmen immer tiefer bis kurz über dem Boden.
Ich nehme 2 Ziegelsteine, stelle sie im Abstand hochkant und lege den Strohbock so darauf, dass die Mitte vom Hund gut gegriffen werden kann. Der Hund sitzt kurz davor und mit „Apport“ mache ich 1 Schritt mit ihm vorwärts und fasse mit der Hand den Strohbock seitlich an. Das wird er schnell begreifen und den Bock aufnehmen. Ein paar Schritte gehen, sitz, aus, brav.
Beim nächsten Mal lasse ich die Hand weg und wenn er das kann, lege ich die Ziegelsteine flach hin, sodass der Strohbock dicht über dem Boden liegt. Die gleiche Übung wieder.
Danach lege ich den Bock auf den Boden und jetzt müsste er begriffen haben, dass er ihn auch vom Boden aufnehmen soll.

Mit verschiedenen Gegenständen üben. Den Gegenstand immer ein Stückchen weiter weglegen und an der Leine hinlaufen und aufnehmen lassen. Den Gegenstand niemals werfen und immer in kleinen Schritten die Entfernung vergrößern, aufnehmen lassen und an der Leine zum Ausgangspunkt zurücklaufen, sitz, aus, brav.

Dies längere Zeit üben und wiederholen, aber es soll ihm nicht langweilig werden. Die einzelne Übungszeit nur 5 bis höchstens 10 Minuten, lieber 2x am Tag (wenn es nötig ist), aber auch mal einen oder mehrere Tage Pause. Die Übungen abwechseln, auch Übungen aus der Anfangszeit wiederholen.

Parallel dazu das Tragen weiter üben. Die Strecke bis auf 300 m verlängern und das Gewicht im Apportiersack ganz allmählich steigern. Immer an der Leine! Bei Ablenkung vorher abnehmen, später muss er auch an Spaziergängern und anderen Hunden mit dem Sack im Fang vorbeilaufen, ohne ihn fallen zu lassen. Mahnung: „Halt fest“.

Wenn das alles klappt, lege ich das Apportel in 5 m Entfernung ab, gehe zurück und schicke den Hund mit „Apport“ ohne mitzugehen. Die Leine bleibt noch dran, dann fühlt er sich angebunden. Nicht mit freudigem Lob sparen, wenn er aufnimmt und mit „hierher“ unterstützen. Entfernung verlängern. Ohne Leine erst, wenn er mit Leine einwandfrei apportiert. Wenn man zu schnell die Leine weglässt, verleitet das zum Spielen.

Wenn er das Apportel zu locker hält, hilft gemeinsames Springen über einen Graben. Fällt es ihm dabei raus (Was ist das? Halt fest!), wird der Griff dann fester.

Das waren mal die Anfänge vom Apportieren lernen. Je nachdem, was der Hund lernen soll, können diese Übungen nun vielfältig erweitert werden.
Aber ich will ja hier kein Buch schreiben.


Liebe Grüße
Münsterländer
 
22.03.2005
#1
A

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S

Streichelweich

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WOW - hallo Münsterländer :]

Hut ab vor der Beschreibung - find ich super.

Hab auch alles glaub ich gut verstanden. Hab trotzdem eine Frage.

WARUM nicht werfen????
 
Andra

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Original von Streichelweich
WARUM nicht werfen????
Ich rate jetzt einfach mal: Ich schätze, daß es beim Jagdhund extrem wichtig ist, daß er ruhig hält. Sonst ruiniert er das Tier, das er im Fang hält.

Hundesportler machen den "Zwangs"apport aus dem Grund, um für das Knautschen keine Punkte zu verschenken. Wird es über das Werfen (Trieb) gelehrt, hat der Hund oftmals einen Konflikt beim Abgeben des Apportels. Dann knautscht er. Und er hat außerdem nie gelernt, daß er ruhig halten muß.
Deshalb beginnt man den Gehorsamsapport von hinten - mit dem ruhigen Halten ("Haltezwang"). Wenn der Hund gelernt hat, daß dies sein Job ist, wird er das auch beibehalten.

@Münsterländer:
Vielleicht hat es auch einen ganz anderen Grund bei der Jagdhundeausbildung. Korrigier mich bitte :]
 
Muensterlaender

Muensterlaender

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Hallo, Ihr Zwei,

weil das Werfen zum Spielen animiert. Und spielen soll er nicht, weil er das Wild ruhig aufnehmen und tragen soll. Wenn er anfangen würde, damit zu spielen, es in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen (was manche Hunde tun, die es nicht anders gelernt haben) und darauf rumzuknautschen, sieht man das auf keiner Prüfung gern und bei der Jagd schon gar nicht. Dann war das die letzte Jagdeinladung.

Andra, da sind Deine Überlegungen ganz richtig.

Liebe Grüße
Münsterländer
 
C

Chrissie2

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Original von Andra
Original von Streichelweich
WARUM nicht werfen????
Ich rate jetzt einfach mal: Ich schätze, daß es beim Jagdhund extrem wichtig ist, daß er ruhig hält. Sonst ruiniert er das Tier, das er im Fang hält.

Hundesportler machen den "Zwangs"apport aus dem Grund, um für das Knautschen keine Punkte zu verschenken. Jagdhundeausbildung. quote]


Bevor der Hund das Holz nicht ruhig hält, wird er es beim Werfen auch nicht ruhig halten. Die meisten Hunde knautschen ja auch nicht unbedingt unterwegs beim Laufen, sondern meist beim vorsitzen, weil sie das Holz nicht abgeben wollen. Daher mache ich es auch immer so, Vorsitzen, Bringholz rein, Kommando "Brings" (= Vorsitzen, Ruhig und festhalten). Wichtig ist, das der Hund das Bringholz auch fest hält, und nicht nur ruhig
 
S

Streichelweich

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Hallo Ihr :)

Danke erstmal für die erste beantwortete Frage *grins* - jetzt ist mir das mit dem Werfen auch klar - ist ja auch irgendwie logisch.

Was mir hier noch etwas aufstößt ist der Begriff "Zwangsapport". Ich kenne diesen Begriff auch von früher her und zwar ganz stark von Hrn. Most her. Dieser hat es ja auch somit erklärt, dass man dann Zwangsapportiert, wenn der Hund gar nicht aufnimmt und sich für das/den Apport überhaupt nicht interessiert und ich ihm das BRING über nix anderes beibringen kann. Wobei ich aber auch die Art und Weise dieses Zwangsapportierens nicht grade human bezeichne und auch aus eigener Erfahrung weiss, es bringt nicht wirklich viel - vor allem, wenn man es von jemanden machen lässt der nur Härte kennt und sonst nix. ALSO - die Art und Weise wie Münsterländer Apportieren lehrt finde ich persönlich sollte nicht unter Zwangsapportieren laufen sondern einfach nur unter Apportieren. Es ist - meiner Meinung nach sogar - eines sehr gute Art dem Hund das "Bring" beizubringen.
 
Andra

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@Tina:
Bei uns auf dem Hupla unterscheiden wir zwischen Zwangsapport (s. K. Most - das sind die Methoden, die man am besten im Keller oder im dunklen Wald anwendet) und Gehorsamsapport, um das auseinanderhalten zu können.
Das was Münsterländer beschreibt wäre Gehorsamsapport.
 
Krüsel

Krüsel

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Ich würd ma sagen es kommt auf den Hund an
Das hier is das Ergebnis von :
Werfen, bringen , füttern ;)


Rexi bringt den Beutel ruhig , ohne knautschen und schnell (er is nen Fresssack und weiß das er ohne mich nicht ans Futter kommt)
Das gleiche macht er inzwischen mit Stöcken (dick, kurz - so wie das Holz nur ohne Enden)
Er bringt sie und gibt sie in meine Hand ab
Bei Krüsi muß ich es auch von hinten nach vorn aufbauen - zu Beutegeil das "Miststück" ;)
 
Muensterlaender

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Hallo Krüsel,

ich habe nur einen kleinen Anfang vom Apportieren beschrieben und das ist eine Methode von mehreren möglichen. Es kommt immer darauf an, was man letztendlich erreichen will und wozu man es braucht.

Mit dem Dummy oder einem anderen Gegenstand macht das gar keine Schwierigkeiten.

Die Schwierigkeiten kommen beim Hund, der jagdlich ausgebildet wird, wenn es ans Apportieren von Wild geht und dann die Grundlagen nicht richtig gelernt hat.
Dann kommt der Beutetrieb dazu, er fängt an, damit zu spielen wie die Katze mit der Maus. Seine Beute möchte er auch gerne für sich behalten. Im schlimmsten Fall haut er ab damit, schneidet an oder vergräbt.
Oder, wenn es ihm nicht passt und vielleicht zu sehr stinkt oder zu schwer ist, läßt er es einfach liegen.

Als Hundesportler brauchst Du das alles nicht.

Liebe Grüße
Münsterländer
 
Krüsel

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Ich wollte doch nix gegen deine Methode sagen ;)
Nur das es noch andere gibt.
Und täusche dich ma net - ich mach zwar Dummyarbeit nur zum Spaß aber bin dran verzweifelt weil Krüsi das Teil löcherte, damit abhaute oder was weiß ich 8)
Da wird auch ruhiges Tragen verlangt - is ja "künstliches" Wild
 
Muensterlaender

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So habe ich es auch nicht aufgefaßt, Krüsel.
Vielleicht wäre es mit meiner Methode leichter gewesen?

Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass man solche Spielereien mit Wild immer wieder zu sehen bekommt. Die Führer bemühen sich und wissen nicht, warum ihr Hund das macht.
Dann heißt es oft: das hat er noch nie gemacht.
Ja, und gerade auf der Prüfung fällt's ihm dann ein.
Dumm ist dann nur, dass es für die HZP Altersbeschränkungen gibt und die Prüfung nicht wiederholt werden kann, es sei denn, man hat das Glück, gleich 1 Woche später noch irgendwo unterzukommen. Aber ob er's bis dahin dann anders macht?

Liebe Grüße
Münsterländer
 
Krüsel

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Ich hab ja gesagt das es bei Krüsi nix brachte. Heute bin ich schlauer und muß vorallen das Halten neu aufbauen.
Holen und bringen liegt ihr im Blut. ;)

Rexi aber hat jahrelang nur geschaut was ich werfe und lief vielleicht ma hin - ohne irgendwas aufzunehmen.
Hat ihn einfach nicht interessiert. Keine Ahnung warum sein Beutegeist auf einma erwachte und warum es plötzlich so schnell ging.
Er rennt wie nen Irrer los, nimmt sauber auf und bringt ruhig bis in meine Hand.
 
S

Streichelweich

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@ Münsterländer

wie lange dauert es in der Regel, dem Hund diese Art des Apportierens beizubringen ?
 
Muensterlaender

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Hallo Streichelweich,
im Welpenalter angefamgen mit vielen Pausen und Wiederholungen vielleicht 6 Monate.
Im Hundekurs sind die Hunde 9-15 Monate alt, wenn angefangen wird und die meisten haben keine Vorkenntnisse. Dann dauert es ca. 3 Monate. Aber Apport mit Wild ist in dieser Zeit schon mitgerechnet.
Wenn der Hund auf dem Ausbildungsplatz einwandfrei an der Leine aufnimmt und trägt und kurze Strecken auf Sicht frei apportiert, dann fangen die Schleppen an und das dauert dann auch nochmal mindestens 6 Wochen.

Es geht auch in kürzerer Zeit. Aber dann muß auch mit mehr Rückschlägen gerechnet werden, weil es einfach noch nicht so sicher ist.
Bei jedem Rückschlag wieder kurz von unten her aufbauen und die Übung immer mit einem positiven Ergebnis beenden.
Wenn es 2x gut war, aufhören! Nicht nochmal und nochmal. Erst nach einiger Zeit oder am nächsten Tag wieder.
Wichtig sind die Pausen. Nicht jeden Tag üben. Sonst wird es ihm irgendwann zu viel und er mag nicht mehr.

Liebe Grüße
Münsterländer
 
Wiesie

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Das ist eine supertolle Anleitung! Die habe ich mal oben festgepinnt.
 
mottine

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muß auch was fragen:
tragen und nehmen macht Rino von selber, kein Problem.

NUR: sie knautscht.
Beispiel:
ich werfe was, egal ob Spiel oder "Apport":
sie rast freudig hin, nimmt sofort auf und auf dem Weg zu mir wirds so oft fallengelassen, danach gesprungen, geschnappt oder sie sitzt vor und es fällt runter :D

Ruhig halten kann sie, alles was sie in der Wohnung rumschleppt, Schlüssel auf der Straße.....aber sobald der Kasperkopf draußen ist....

oder sie kommt angerast, Ball toll haltend und kurz vor mir fällt er doch runter, sie springt ihm nach, mir voll in die Beine rein.....

Übe ich Zug aus, also halte das Seil, sie den Ball im Maul, ist es besser, aber ich muß guten Zug ausüben!

Lasse ich etwas locker, dann kann es sein, das genau dann der Ball aus dem Maul fliegt, mir ins Gesicht und Rino hinterher....

was würdet ihr da tun?

Und: gebe ich was mit "Nimm´s" ins Maul, siehe die vielen Bilder, sie hälts ruhig und fest.

Und knatscht sie das Beißholz mal net, dann liegt es so locker im Maul, das ein Schubs langt, das es rausfällt.
 
Muensterlaender

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Hallo Mottine,

wenn Du so, wie ich es beschrieben habe, angefangen hast, dann bist Du zu schnell vorwärts gegangen.

Deine Hündin kann Spiel und Arbeit nicht unterscheiden. Für sie ist alles Spiel und daher kommen die Schwierigkeiten.

Einige wichtige Punkte:

Es wird nie ein Spielzeug zum Apportieren genommen.

Der Apportiergegenstand wird nie geworfen, sondern hingelegt. Werfen kann man später, wenn die Hündin einwandfrei apportiert. Wenn Du während der Ausbildung wirfst, ist das schon wieder Spiel.

Dein Ton ist beim Apportieren anders, ernst, etwas streng. Jeder Ansatz zum Spielen wird unterbunden mit mahnendem "nein" -"halt fest" oder entsprechendem anderen Kommando.

Beim Spielen ist Dein Ton freudig auffordernd, es wird nie ein beim Apportieren benutztes Kommando gesagt. Sie muß das Spielzeug nicht bringen, kann Stöckchen bringen oder fallenlassen und auf neue warten. Wenn Du einen Ball wirfst, höchstens mal "na, bring ihn her" oder so was. Das ist kein Kommando. Wenn sie ihn nicht bringt - Pech gehabt, dann kann er nicht mehr geworfen werden. Beim Spiel ist jede Kasperei erlaubt - aber immer ohne Kommando.

Anfangs nur an der kurzen Leine üben ohne Ablenkung.
Sie muß beim Halten sitzenbleiben, wenn Du das verlangst. Du kannst sie sitzen lassen und langsam um sie herumgehen. Auch rückwärts etwas entfernen und langsam wieder auf sie zu gehen. Nie den Rücken kehren, immer im Auge behalten. Jedes Fallenlassen wird sofort korrigiert, aber nicht hastig, ruhig und mit strengem Ton wieder in den Fang geben mit "Apport" und dann "halt fest".
Wenn sie sitzt und Du siehst, dass es gleich rausfallen wird, kommt ein mahnendes "halt fest". Lob erst hinterher, zu frühes Lob verleitet zum Fallenlassen. Höchstens mal ein ganz ruhig gesprochenes "brav".

Das Ausgeben verzögern. Mit "halt fest" hinlangen und die Hand wieder zurück nehmen. Das ein paar Mal. Das Hinlangen mit der Hand darf nicht mit "aus" verbunden werden. Sonst genügt eine kleine Handbewegung und schon schmeißt sie's Dir vor die Füße.

Den lockeren Griff kann man festigen beim Tragen an der kurzen Leine. Du springst mit ihr über Gräben oder kleine Hürden. Ist der Griff zu locker, fällt das Apportel garantiert raus. Dann kommt ruhige Korrektur mit "Apport - halt fest" und immer wieder ein mahnendes "halt fest" und dann auch mal ein nicht zu freudiges "brav". Du merkst es am Hund, er soll sich über das Lob freuen, aber nicht kaspern, dann wäre das schon wieder Spiel. So bekommt sie einen festeren Griff.

Knautschen wird immer sofort mit "nein - halt fest" unterbunden.
Wenn das nicht klappt, wieder die Übungen ganz von vorn anfangen und alles kurz wiederholen.

Das geht alles nicht von heute auf morgen.
Ich wünsche Dir viel Geduld und der Erfolg wird sich dann schon einstellen.

Liebe Grüße
Münsterländer
 
C

Chrissie2

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Habe hier noch mal ein Bild, wie wir es machen



Bevor diese Übung nicht mind. 2 - 3Wochen einwandfrei ohne knautschen sitzt, machen wir gar nicht weiter. Siehst du, die kurze Leine in der rechten Hand??? Der Haken kommt nach unten, damit der Hund gerade vorsitzt. Kommando "Brings", der Hund nimmt das Bringholz, alles in Ruhe, ohne jeglichen Trieb drauf zu machen. Beim kleinsten Anzeigen von kanutschen, gibt´s nen kleinen Leinenruck mit der rechten Hand, mit der Hand wird nur gelobt und gestreichelt. "Brings" heisst aber nicht nur ruhig halten, sondern auch fest halten. Wenn sie gelernt hat, das Holz ruhig zu halten, dann fasse ich das Holz mal an der linken, mal an der rechten Seite an, wobei sie es natürlich nicht fallen lassen darf. Ruhig halten und festhalten, das ist das wichtigste. Alleine an dieser Übung habe ich bestimmt 5 - 6 Wochen, ich glaube sogar, noch länger dran gesessen. Aber es lohnt sich. Das Ergebnis war, das mir auf der letzten Prüfung von den Apportierübungen von 40 Punkten nur 3 gezogen wurden. Lass dir daher beim aportieren solange Zeit wie nötig.
 
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