Fällt denn niemand was ein?

Diskutiere Fällt denn niemand was ein? im Schutzdienst Forum im Bereich Hundespiele, Sport und Freizeit; :D Hallo, ich probiers noch mal. Wie würdet Ihr einen Hund dazu bringen, dass er im Schutzdienst nach dem Kommando "Aus" nicht mehr nachfasst...
Hermine

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:D Hallo, ich probiers noch mal.

Wie würdet Ihr einen Hund dazu bringen, dass er im Schutzdienst nach dem Kommando "Aus" nicht mehr nachfasst?

Grüße: Hermine
 
05.11.2003
#1
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dobifan1

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hallo hermine,

ich hab vor jahren eine zeit lang schutzdienst gemacht...damals wurde es mit langer leine, stachel oder strom wieder "heraus gearbeitet" :(

ich kann mich mit diesen methoden nicht anfreunden, daher mache ich auch keinen hundesport in vereinen mehr...

was mich allerdings verwundert ist das hier wo soviele hundesportler sind, dir keiner eine antwort geben kann??? ?(

oder die alten methoden sind immer noch die gleichen, dann würde es mich natürlich nicht wundern, warum es niemand laut sagen mag.

sorry keine grosse hilfe
lg gini
 
Rainer und das Mogeltier

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Hallo Hermine,

das ist wirklich eine etwas vertrackte Angelegenheit - und zu einer ultimativen Lösung bin ich auch noch nicht gekommen, da starkzwänge ja nicht mein Ding sind .... Grundvoraussetzung ist jedoch, dass das Kommando "Aus" in allen Lebenslagen nahezu perfekt sitzt und vor allem positiv belegt ist - sprich es wird bestätigt ... viele favorisieren jetzt hier die direkte Rückbestätigung mit dem Schutzarm - ich bevorzuge aber die "externe" Bestätigung mittels Leckerli oder MO - sprich der Hund hat die Verknüpfung Aus bedeutet jetzt was anderes tolles und der Arm ist erstmal tabu - allerdings muß ich das auch nachhaltig klar machen - bei meinem Hundchen reicht ein scharfes "Aus" um ihm zu verdeutlichen das ich es auch ernst meine - wobei im Schutzdienst die Kommandos bei meinem Hund sowieso etwas schärfer kommen müssen da er mich sonst ignoriert da er trieblich sehr hoch geht und ich dann wirklich einen anderen Hund auf dem Platz habe....

Von Starkzwang würde ich hier aber abraten - nicht nur aus emotionalen Gründen sondern auch um dem Hund während der Beißhandlung keine Unsicherheit sprich die Angst vor der Einwirkung zu vermitteln ...

Eine andere Variante der Konditionierung eines "sauberen" ablassens ist Gottfried Dildei - hier soll sich der Hund vereinfacht gesagt das Aus selbst erarbeiten - dauert lange aber hat - wenns denn funktioniert sehr gute Erfolge....
 
Hermine

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Hallo,
erst mal danke für Eure Antwort! Es geht um einen im noch im Aufbau befindlichen schon älteren Hund einer Freundin, die Starkzwang garantiert ablehnt und lieber den Schutzdienst Schutzdienst sein ließe!!
Da sie auf einem DSH-Platz ist, wo man sich nicht zuletzt durch ihren unermüdlichen Einsatz zur MO-Arbeit bekehren ließ, kann man von dort nicht sooo viel hilfreiche Tipps erwarten :D

Das mit der MO-Alternative habe ich auch schon überlegt. z.B. erst einmal mittel Beißwurst im Alltagsspiel und mit MO-Alternative. Aber welche?? Nimmt man eine zweite Beißwurst, bringt´s vermutlich nicht die gewünschte Umorientierung auf ein wirklich verschiedenes Triebziel. Oder doch??
Aber der Hund macht ja bombensicher Aus, bloß fasst er halt sofort nach :D
Also ein anders MO. Vielleicht Ball? Uuups - ich seh´schon das Gesicht vom Figuranten, wenn das Balli fliegt - kicher... Na ja - egal. Ist´s ihr bestimmt auch...
Leckerchen kann man sicher streichen. Welcher Hund frisst denn, wenn er packen will? Wobei - im Jagdverhalten ist das eigentlich am meisten logisch! Also: Ein Wienerle muss her :D Picknick vor dem Scheintäter :]

Na ja - das klingt jetzt alles so komisch, aber wie Ihr ja beide schreibt - es ist in der Praxis alles andere als witzig.....

@Rainer: Kannst Du mir ein bestimmtes Buch von Dildei empfehlen? Kenne bis jetzt bloß Ochsenbein, dann den MO-Papst aus Österreich und den Hardliner Müller....
Oder noch besser: :D Wenn´s nicht zuviel Mühe macht - mal schildern, wie das nach dem Dildei-Prinzip gehen würde mit dem "selbst erarbeiten"?

Ach ja - da gäb´s ja noch etwas: den Clicker... Macht natürlich wahrscheinlich kaum einer im Schutzdienst - oder doch????? Oder klappt das nicht?

Liebe Grüße

Hermine ;)

P.S. Find´ich supernett, dass Ihr schreibt. Glaub´nämlich auch, dass Viele schweigen, weil Reden nicht unbedingt dem Image dienlich wäre :D
 
Rainer und das Mogeltier

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Hallo Hermine,

zunächst mal zum Clickern - es kommt hier meiner Meinung sehr stark darauf an, wie gut der Hund auf den Clicker konditioniert ist - die Clickerarbeit erst im Schutzdienst einzuführen geht wahrscheinlich daneben da der Hund es nicht registrieren bzw. beachten wird - nun zu Onkel Dildei :

Dildei beschreibt, dass der Hund sich von Anfang an das Aus selbst erarbeitet - das heißt, das er nach einem guten Anbiß sofort mit dem Ärmel bestätigt wird und die ganze Sache erst weitergeht wenn er den Arm selbständig liegenlässt - das kann am Anfang ganz schön lange dauern - jedoch merkt der Hund irgendwann, dass das tolle Spiel nur dann weitergeht wenn er den Ärmel auslässt...das funktioniert natürlich viel besser wenn der Hund von Anfang an nach Dildei gearbeitet wurde ... wir machen es so, dass der Hund den Arm zunächst mal ne große Runde trage darf und ich ihn dann einfach stehend festhalte bis er den Arm fallenlässt - der Hund kommt dann sofort ins Platz und ich bringe dem Helfer den Arm und es geht weiter ... was vielleicht auch schon helfen könnte ist bei dem von Dir beschriebenen Hund das "Aus" während der Beißhandlung selbst erarbeiten lassen sprich der Helfer hält nach der Kampfhandlung den Arm ruhig und lässt den Hund machen - irgendwann wirds ihm zu langweilig am ruhigen Arm rumzunagen und er lässt selbständig aus - hier muß dann entweder die Bestätigung durch den HF oder die Rückbestätigung durch den Helfer erfolgen - und dann den Zeitraum zwischen Auslassen und Rückbestätigung ganz langsam ausbauen - jedoch muß dem Hund auch klar gemacht werden, dass Nachfassen vom Chef nicht erwünscht ist - also ganz ohne Zwang gehts nicht - wobei ich Zwang hier als ein sehr bgestimmtes NEIN oder PFUI vielleicht noch mit einem kleinen Ruck in der Leine (kommt darauf an wie der Hund vorher gearbeitet wurde) definiere.... und vor allem auch immer wieder Kommando "Sitz / Voran" geben zum Verbellen .... und wie gesagt das Aus in immer längeren Abständen bestätigen - letztendlich gibt es Hunde die nach Fehlern im Aufbau dieses Nachfassen derart agressiv zeigen das man um etwas stärkeren Zwang meiner Meinung nach nicht immer rum kommt - hier liegt es dann am Hundeführer ob er diesen Weg gehen will oder die Sache halt seinlässt - nur wenn Zwang angewendet wird sollte es für den Hund so unmißverständlich sein, dass es nach ein bis zwei mal ganz klar ist das der Chef das nicht will - was mich am meisten annervt bei solchen Aktionen sind planlose Einwirkungen mittels Stachler oder sonstigem die sich immer weiter nach oben schrauben ohne wirklich zum Erfolg zu führen....

Es ist halt immer sehr schwierig aus der Ferne zu beurteilen warum und in welcher Form der Hund ein gewisses Verhalten zeigt und ich kenne bisher leider auch noch kein Patentrezept um ein solches Verhalten zu unterbinden...da es immer sehr stark auf das Team Hund/Führer ankommt .... wünsche den beiden auf jeden Fall viel Erfolg und weiterhin viel Spaß...

PS:
Der Verzicht auf Starkzwang kann aber nur gelobt werden - es geht auch anders - man muß sich nur mehr Gedanken machen....
 
Hermine

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Hi Rainer,
der Onkel Dildei gefällt mir bis jetzt! Das klingt logisch!!! :))

Bitte: Sag´mir doch mal einen Buchtitel? Dann kann ich zuschlagen :D

Liebe Grüße: Hermine

P.S. Das mit dem Clicker seh´ich wie Du....

P.S. Ach ja: Ein Problem seh´ ich noch dabei. Die Grundmotivation des Hundes bleibt ja nach dem "Aus" nach dieser Methode entsprechend hoch. Also das Triebniveau bleibt immer "am Anschlag".
Gibt´s dann nicht wieder Zirkus bei der UO?
 
Rainer und das Mogeltier

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Hallo Hermine,

bezüglich Dildei - wenn Du mir Deine E-Mail Adresse gibst mail ich Dir mal ne Abhandlung über Dildei wenn Du willst ...

Zu der Sache in der UO ... der Hund wird während des ganzen Schutzdienstes trieblich sehr hoch bleiben - bisherige Ausbildungspraxis geht ja dahin, den Hund im Aufbau trieblich hoch zu bringen und danach Jahre damit zu verbringen genau diesen Trieb in die richtigen Bahnen zu lenken ....


Du mußt Unterordung und Schutzdienst ganz klar differnezieren - Du hast im Schutzdienst einfach einen ganz anderen Hund an der Strippe - beispielsweise reicht bei Mowgli in der UO ein leises, spielerisches Platz und er fällt regelrecht in sich zusammen - im Schutzdienst muß ich dann doch eher richtige Befehle erteilen und die Reaktion vom Hund ist dann " ach Du bist ja auch noch da - na gut ich leg mich mal hin ABER das ist mein Arm " oder anders gesagt UO ist zu 90% Spiel und Schutzdienst zu 90% Gehorsam .... wobei ich in der UO ja auch Trieb über MO aufbaue nur ist hier die Eigenbestätigung durch den Hund eher nicht möglich - obwohl er manchmal versucht, während der Freifolge mein Bringsel aus der Tasche zu mogeln - schon mit Erfolg wie ich gestehen muß - sah witzig aus - auf einmal flitzt der Hund während eines perfekten Fuß einfach los und bei genauem Hinsehen bemerke ich dass eine Schnur aus seinem Fang hängt -war eigentlich ganz süß und diente zur allgemeinen Erheiterung als er sich dann in ca. 60 Meter Entfernung hinlegte und sein MO in EInzelteilen auf der Wiese verstreute ....
 
Hermine

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Hallo Rainer,

was hast Du auch für windige Mo´s :D ! Und für schlabbrige Parkataschen - ts, ts :))

Mich beschäftigt allerdings die Frage, ob es nicht irgendeine Möglichkeit geben könnte, beim Schutzdienst den Gehorsam "sinnvoll" für den Hund zu machen - die Sache mit dem Ärmel "schenken" und immer bestätigen beim sauberen Biss geht in diese Richtung....
Das Problem liegt sicher beim "wilden Aufbau". Erst soll er beißen wie ein Berserker - dann soll er "Aus" lassen....
Und da liegt auf diesem DSH-Platz sicher der "Hund" begraben. Die sind das einfach nicht anders gewöhnt....

Am schönsten wäre natürlich, wenn der Hund weiß - nur wenn ich aufmerksam Richtung HF bleibe, komm´ich zum Beißerfolg....

Aber wie kann man das erreichen? Vielleicht geht´s ja auch gar nicht...
Fehlt mir Praxis... Andererseits: Es soll noch niemand am Denken gestorben sein :D

Außerdem: Steht man erst selbst am Platz, sollte man bereits wissen was man will. Sonst läuft es halt auf "Hausmacher Art".... - Da musst halt reinlangen - Mädel - sonst lefft der net....

Liebe Grüße: Hermine
 
Hermine

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Hallo,
also noch mal ... :) ganz konkret:

Was macht sie jetzt wenn´s losgeht mit dem "Aus"? Bis jetzt hat sie kräftiger Biss - sofort Bestätigung - Beute tragen.... Und beißen tut er jetzt....
Soll sie jetzt warten, bis der Hund den Ärmel hinlegt, gleichzeitig Kommando "Aus" und dann wieder anbeißen lassen lassen? Der Figurant könnte ja inzwischen wieder komplett sein... :D Nach dem Motto: Toller Zauber, lass ich los, steht er schon wieder da....

Und wie gesagt: Der Hund beißt auch im Spiel mit der Beißwurst
nicht "sauber"....

Das Problem ist wie gesagt, dass da keine Erfahrung existiert auf diesem Platz bzw. eben ganz andere....

Liebe Grüße: Hermine ;)
 
Rainer und das Mogeltier

Rainer und das Mogeltier

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Also,

wenn der Hund seine Beute tragen darf und es danach noch weitergehen soll den Hund eine Runde laufen lassen und dann stehenbleiben, den Hund so festhalten, dass er neben mir steht und die Beute nicht ablegen kann (entweder mittels Halsband oder untergreifen die Hunderübe oben halten) sobald der Hund den Arm fallenlässt AUS / Platz - dann am besten den Hund im Auge behaltend den Arm wieder zum Helfer bringen - weitergehts - wenn der Schutzdienst beendet ist den Hund immer den Arm zum Auto / Box tragen lassen und dort das gleiche Spiel - nur das der Arm dann weg ist.

Das Aus am Helfer ohne Nachfassen kannst Du durch immer längere "Bestätigungsintervalle" über die Rückbestätigung übern - sprich AUS und sobald er ablässt Reaktion durch den Helfer - bevor er überhaupt eine Chance hat nachzufassen - diese Intervalle dann langsam ausbauen - fasst er nach sofort abrufen und Übung von vorne beginnen - wichtig ist, dass der Helfer auch entsprechend arbeitet - sprich er darf dem Hund nach dem Ablassen keinerlei Reizlage bieten die ihn zum wiederholten Anbiß animiert - das heißt in erster Linie 100% ruhiger Arm aber auch das er den Hund nicht ansieht und auch vollkommen locker ist - eine leicht angespannte Haltung reicht bei manchen Hunde schon - genauso wie das Fixieren des Hundes mit den Augen ... es ist halt immer schwer durch solche Schilderungen ein Patentrezept zu finden .... das allerwichtigste ist allerdings für den Schutzdienst ein absoluter Gehorsam um den Hund in diesen Bereichen noch ansprechbar und kontrollierbar zu machen ....
 
Hermine

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Hallo Rainer,
danke erst mal! Mal schauen wie weit sie damit kommt :D
und was man ihr vor Ort vorschlagen wird....

Liebe Grüße Hermine ;)
 
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