Griffqualität

Diskutiere Griffqualität im Schutzdienst Forum im Bereich Hundespiele, Sport und Freizeit; Hallo VPGler, bei der Prüfung am letzten WE ist mir wieder mal aufgefallen, wie viel Wert mittlerweile auf die Griffqualität gelegt wird. Früher...
Andra

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Hallo VPGler,

bei der Prüfung am letzten WE ist mir wieder mal aufgefallen, wie viel Wert mittlerweile auf die Griffqualität gelegt wird. Früher war das weitgehend egal.

Wenn ich nun die Hunde bei uns auf dem Platz so hernehme, komme ich zu dem Schluss: entweder der Hund hat's oder er hat's nicht ?(
Verbessern kann man sicherlich, aber optimieren? Wie ist das bei Euch?

Philipp steigt in jeder Situation wuchtig ein, bis zum Anschlag, und macht richtig zu. Ich denke, das hat er von seinem Papa.
Arina macht auch schon immer schöne Griffe, aber diese Wucht (die Philipp übrigens auch beim Spielen mit mir zeigt *aua*) fehlt ihr.
Paco ist eher wie Arina, ausserdem bellt er sich in den Arm, wenn er die Gelegenheit dazu kriegt.

Ein Langhaarrüde bei uns auf dem Platz hatte mal einen Zahn auf Eiter. Leider wurde dies nicht sofort erkannt. Seither macht er nur noch spitze Griffe und man muss aufpassen, dass er nicht raus fällt. Das wird er wohl nie mehr aus seinem Kopf kriegen.

Ich kenne ausserdem zwei Labradore, die einen schönen Schutzdienst machen, aber wo es auch sehr am Griff hapert. Sicher ist das auch rassespezifisch.
Mein Rottweiler biss auch nie so satt zu.

Nun haben wir einen Nachwuchshelfer auf dem Platz, dem wir aber im Moment nur die alten Hunde arbeiten lassen. Da haben wir dann doch Angst, dass er die Jüngeren versaut.
 
04.05.2008
#1
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G

goldenkyra

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Ich kenn mich ja im SD nicht aus und kann dir auch nix zu sagen, aber wegen den Labbis fällt mir ein: Retriever sollen ja weichmäulig sein, sie dürfen Wild oder auch das Apportel nicht knautschen.
Finds immer wieder interessant, wie das Verhalten auch genetisch bedingt ist.
Mit Kyra z.B. kann man keine Zerrspiele machen - sie läßt immer sofort los. Im SD wär sie sicher auch ne Niete ;)
 
Andra

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@Julia:
Genau, das stellte ich bei den beiden Labbis auch fest :]
Sie lernen zwar über den Beute- und Spieltrieb, dass sie durch Festhalten an ihre Beute kommen und freuen sich dann nen Ast ;)
Aber so richtig wuchtige und derbe Griffe kommen nicht dabei raus.
 
Tina150

Tina150

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Hmmm, gute Frage. Ich denke, abgesehen von evtl. rassetypischen Veranlagungen wie von Kyra schon dargestellt, kommt auch viel auf den Aufbau an.

Wie Du ja weißt, hab ich letzte Woche die ZTP gemacht, auf einem anderen Platz bei fremden Helfer. Von unserem Platz waren zwei Hunde. Am Übungstag war erst der andere Hund dran, dann Eros. Der Helfer sagte: Eros kommt genauso wie Ex, die gleiche Art.

(beide kommen unheimlich schnell und frontal).

Andererseit hab ich letztens eine Hündin gesehen, die ab Welpenzeit bei einem sehr guten Helfer war und der man mehr oder weniger den Arm nachtragen muß.

Also, beantworten kann ich Dir die Frage nicht.

Aber auf vollen Griff wird eigentlich schon immer Wert gelegt.


Hier sieht man gut, daß Eros bis zum Anschlag drin ist. Bei Boxern fällt das aber oft nicht so auf. Bei Langschnauzen sieht man es besser :]

 
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Mette

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HI,

ich bin auch der Meinung: entweder hat der Hund einen guten Griff oder nicht, das ist - genetisch - Veranlagung. Ich habe bei keinem Welpen der von Anfang an gute Griffe hat gesehen dass diese komplett schlecht werden (vorausgesetzt es wird kein Mist gebaut vom Helfer). Umgekehrt hab ich noch keinen Hund mit schlechtem Griff gesehen der mit einemal gut wurde.

Ausserdem denke ich man kann einem Hund kaum beibringen den Griff voll zu setzen - lässt man ihn nachfassen wird er früher oder später anfangen zu nattern, oder er macht es sowieso schon. Man kann trainieren dass der Hund gezwungen ist dass was er hat festzuhalten, und sei es nur mit einem Zahn, sonst Beute weg und Spass vorbei.

Dann sind halt die Punkte für den vollen Griff weg aber wenigstens gnabbelt er nich noch rum. Vielleicht hat er dann ja zufällig am Tag x mal das Maul voll, dann ist alles gut.

Das Anti-Schlechter-Griff Training dass ich so gesehen habe ist meistens mit langer Leine am Geschirr gegenhalten, und ein "Schwermachen" des Anbisses mit vorenthalten der Beute, sowie Training mit Rundem, glattem Arm und rausziehen.

Damit das alles funktioniert muss der Hund aber schon generell sehr "triebig" sein damit er trotz der Erschwernisse noch unbedingt an den Arm will. Womit man dann wieder am Anfang ist - ist der Hund tatsächlich triebig genug wird er eigentlich von Anfang an einen guten Griff haben.

Deshalb sagt meiner Meinung nach der Griff schon tatsächlich sehr viel über die Qualität des Hundes aus, auch wenn man das vielleicht bei einem temperamentvollen Hund nicht so sieht weil er gut bellt und aufgeregt ist - aber eben doch nicht soooo sehr an dem ganzen interessiert ist dass er bereit ist die Klappe richtig zu zu machen.

Vielleicht legen die Richter auch mittlerweile viel Wert auf den Griff weil man da eben tatsächlich dran sehen kann ob der Hund "fair" gearbeitet wurde. Will sagen - ist der Hund zu hart gearbeitet worden wird er irgendwann im Arm unruhig werden und ggf z.B. anfangen zu knurren, zu brummeln, zu nattern usw weil er Stress hat. Entweder hat er Stress mit dem Schutzdienst an sich - dann ist er dafür nicht geeignet - oder er hat STress vor dem "Aus" oder solchen Sachen weil zu viel dran rumgemacht wurde. So oder so sollte es sich in der Bewertung niederschlagen.


LG

Mette
 
Andra

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ist der Hund tatsächlich triebig genug wird er eigentlich von Anfang an einen guten Griff haben
Das ist ein interessantes Statement. So hab ich das bisher noch nicht gesehen *grübel*
Ich habe aber auch schon triebstarke Hunde mit schlechten Griffen gesehen... Ob die dann doch versaut wurden oder ob man evtl. Trieb mit Nerven verwechselt hat?
Es gibt ja auch so viele Nuancen der Griffqualität. Arina ist sehr sehr triebig und hatte auch wie gesagt schon immer volle und ruhige Griffe. Aber diese Wucht legte sie nie an den Tag.
 
Tina150

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Ich denke, Trieb wird oft mit Nerven verwechselt.
 
Holmes

Holmes

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Dem Statement kann ich mich nur anschließen. Ich prüfe nur kurz das Griffverhalten des Hundes.

Später ist dann der Bereich der Ausbildung ein entscheidender Punkt an dem der Hund Federn läßt und oftmals gutes Griffverhalten leidet.

Griffverhalten zu trainieren ist hinfällig, da ein Hund der schlecht beißt nicht durch Training besser wird. Bei überörtlichen Prüfungen und auch Trainingsstunden zeigt der Hund dann seine Schwächen wieder auf.
 
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Sumeli

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ich bin auch der Meinung: entweder hat der Hund einen guten Griff oder nicht, das ist - genetisch - Veranlagung.

ist der Hund tatsächlich triebig genug wird er eigentlich von Anfang an einen guten Griff haben.

Juhu,

also, dem ersten Punkt stimme ich voll zu. Meine Meinung ist dieselbe... Griffe sind genetisch veranlagt und ein voller, fester Griff wird - bei richtiger arbeit - auch nicht verändert. Pech kann man immer mal haben das der Hund spitz anbeißt.

Allerdings stimme ich mit der Aussage, dass ein Hund der triebig genug ist von Anfang an einen guten Griff hat nicht überein.
Ich denke nicht, dass der Trieb was mit dem Griffverhalten zu tun hat.
Im Gegenteil. Ich denke, dass gerade bei enorm triebigen Hunden der Griff leiden kann. Man sieht es ja oft genug:
Ein durchschnittlicher Hund mit einem guten Griffverhalten und einer guten Führigkeit ist ein Punktesammler. Ein enorm triebiger Hund sieht zwar meistens spektakulärer aus, aber wird schnell unsauber und lässt oft in der Führigkeit nach.

So, meine Meinung =)

vlg Linda
 
Andra

Andra

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Das mit viel Trieb = super Griffe bezweifle ich auch ein wenig.

Sehen wir uns mal Hunde an, die bei den Bewachungsphasen abgestellt sind. Die steigen oft konzentrierter und somit "voller" ein als solche, die bellen und den richtigen Zeitpunkt verpassen.
Sicher hat beides Vor- und Nachteile. Denn ruhige Bewachungsphasen sehen auch nur bei sehr triebigen Hunden gut aus. Aber das mit dem Griff konnte ich schon mehrfach beobachten.
 
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Mette

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Hi,

vielleicht sollte ich verifizieren was mit "trieb" von mir gemeint war, es ist ja leider ein etwas abgelutschter und leicht falsch angewandter Begriff.

Ich bin der Meinung dass der Hund den Drang dem Menschen die Beute abzunehmen haben muss und zwar ausgeprägt. Oder den Drang mit dem Helfer zu "kämpfen" und evtl weniger die Beute haben zu wollen als mehr die Aktion "Kampf" an sich Spass bereitet.

Der Drang zur Beute kann auch bei einem Hund sehr ausgeprägt sein der nicht triebig wirkt. Z.B. weil er nicht sooo temperamentvoll ist und eine hohe Reizschwelle hat, trotzdem arbeitet er konzentriert und hat einen vollen festen Griff und ist belastbar. Er wirkt "ernsthafter". Ich finde diese Hunde interessanter weil sie eben nicht so überdrehen - sie bellen i.d.R. nicht soo druckvoll, in den Bewachungsphasen eher gar nicht.

Also was ich meine ist: Erwünscht ist ein eher zielgerichteter Trieb.
Was man häufig sieht ist Trieb in alle Richtungen, also Hunde die sehr schnell aufdrehen, Übersprungshandlungen zeigen, laut sind, nicht still sitzen können usw.

Das Aufgedrehte wird oft als Triebigkeit bewertet weil es spektakulär aussieht aber ich finde es ist oft gar kein Trieb sondern nur eine niedrige Reizschwelle verbunden mit viel Temperament. Das sieht man dann eben an den Griffen oder auch an den Bewachungsphasen oder auch in den Situationen wo der Hund ruhig - passiv - Gehorsam zeigen muss im Schutzdienst - womit er dann häufig echte Schwirigkeiten hat weil kaum ansprechbar. Dann nimmt oft die Gewaltspirale ihren Lauf weil Gehorsam eben sein muss, der Hund aber nicht aufnahmefähig ist. Es ist sicher superschwer solche Hunde auszubilden weil man diese Hunde eben nicht zur Ruhe "zwingen" kann, auch nicht mit einfach gar nichts machen und warten bis der Hund runtergefahren ist - er kann eben nicht runterfahren weil ihm sein Wesen im weg steht, er explodiert beim kleinsten Anlass neu.

In den Bewachungsphasen bellen sieht tatsächlich auf den ersten Blick besser aus - ist aber ja oft nur ein Abreagieren von aufgestauter Energie. Die Energie verpufft dabei ein Stück weit, die Aufmerksamkeit ist geteilt und der Anbiss sitzt evtl nicht so gut wenn er aus dem Bellen heraus erfolgt.

Schöner finde ich es wenn der Hund "wie eingefroren" bewacht, er wird auf jeden Fall die kleinste Bewegung mitbekommen weil seine Konzentration voll da ist. Oft sieht man solche Hunde auch noch mit einer Pfote auf dem Fuss des Helfers stehen - das hat für mich was geniales :)

Ein Zeichen dafür dass der Hund Beute wirklich haben will ist für mich schon wenn man den Welpen beobachtet. Sichert er die Beute erstmal und ist nicht geneigt sie vorbeizubringen und weiterzuspielen ist das schon gut, das stolze herumtragen ebenso. Heutzutage wird oft gesagt ein Welpe der jede Beute begeistert wieder bringt und spielen will sei triebig - der Meinung bin ich nicht. Er soll sie haben und behalten wollen, nicht zu Mama bringen und wieder abgeben. Später wird man natürlich das Spiel so gestalten dass er sie trotzdem bringt und dann eben tauschen oder etwas in der Art. Aber da gibt es auch andere Meinungen - ich finde "Habenwollen" ist sehr wichtig.


LG

Mette
 
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Sumeli

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Hallo Mette,

danke für deine Erklärung... jetzt verstehe ich genau was du meinst und bin voll deiner Meinung ;)
Das ist dann halt, wie du schon gesagt hast, das Problem mit dem Wort Trieb. Aber es wurde ja jetzt aufgeklärt.

Ich finde es auch schön, wenn der Hund nicht verbellt sondern bannt. ALLERDINGS nur dann, wenn er - wie du so schön gesagt hast - eingefroren ist. Ein Hund, der davor hockt und irgendwie den Helfer anguckt, ist nicht wirklich beeindruckend :p
Hier denke ich ist es wirklich wichtig, dass sich ein Hund für die Andacht auch anbietet. Wenn das Bannen nicht bis zum Ende durchgehalten wird ist es von Ar... und sollte meiner Meinung nach ganz gelassen werden.

ansonsten hast du schon recht was die Reizschwelle angeht.
und bei dem Welpenspiel stimm ich auch mit dir überein. Das Bringen der Beute, damit es weitergeht beim arbeiten, lernen die Rabauken noch früh genug ;o)

vlg Linda
 
Andra

Andra

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@Mette:
Toll erklärt!! :]

@Sumeli:
Ich denke auch, der Hund muss sich dafür anbieten.
 
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Griffqualität

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hund hat keinen griff schutzdienst

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griffverhalten vom hund ererbt